Ästhetik

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Qsicon Ueberarbeiten.png ACHTUNG: Dieser Artikel oder Abschnitt ist noch unvollständig. Es fehlt die theologische und übernatürliche Sichtweise Verbessere doch bitte den Artikel und entferne anschließend diesen Baustein.

Ästhetik ist die Wissenschaft des Schönen. Schön ist das, was beim Ansehen gefällt, definiert der heilige Thomas von Aquin (St I, 5, 4 ad 1).[1].

Inhaltsverzeichnis

Philosophisch betrachtet

In der neuscholastischen katholischen Philosophie[2] gehört das Schöne (pulchrum/pulchritudo) mit dem Seienden (ens), dem Einen (unum), dem Wahren (verum) und dem Guten (bonum) zu den Transzendentalien, die allem geschaffenen Seienden gemeinsam und grundgelegt sind und nicht auf andere Begriffe zurückgeführt werden können.

Albert der Große definiert die philosophische Schönheit so: "Die Schönheit ist das Wiederstrahlen der Form über die Teile der entsprechenden Materie."[3]

Das Wesen des Schönen[4]

Eine besondere Art des Begehrenswerten, des Guten, ist das Schöne. Wie das deutsche Wort «schön» (von skowon = schauen, skauni = schauenswert) andeutet, heißen die Dinge schön, insofern deren Anblick begehrenswert ist. Nach allgemeiner Auffassung wird darum das Schöne umschrieben als etwas, dessen Erkenntnis Wohlgefallen hervorruft.

Damit ist auch schon darauf hingewiesen, dass das Schöne kein eigener Transzendentalbegriff ist, sondern in den Bereich des ontologisch Guten gehört. Jedoch decken sich gut und schön nicht. So ist für den Fisch das Leben im Wasser ein Gut, für den Vogel die Luft, dem müden Wanderer behagt die Ruhe, vielen gefällt ihre Berufstätigkeit, der Geizige freut sich am Besitz des Geldes, ohne dass man das als schön zu benennen pflegt. Nur das heißt schön, wo das Wohlgefallen rein im Anschauen oder Hören, kurz im Erkennen des Gegenstandes ruht, ohne auf andere Weise oder um eines andern Zweckes willen nach diesen Dingen zu verlangen. Auch die schönen Dinge kann man natürlich besitzen oder zu bestimmten Zwecken gebrauchen, wie z. B. ein schönes Pferd zum Reiten. Aber nicht im Besitz- und Gebrauchswert liegt die Schönheit beschlossen, sondern in jenem besonderen Vollendetsein, wodurch die Dinge das natürliche Verlangen zu schauen, zu erkennen auf möglichst vollkommene Art befriedigen. Wie jede von der Natur geschenkte Kraft, strebt nämlich auch die Erkenntniskraft nach ihrer Betätigung und findet in der vollkommenen Ausübung ihre höchste Befriedigung, ihre Vollendung, ihr Gutsein und Wohlsein.

Gesetze[5]

Die für das Schöne geforderten Eigenschaften können auf drei allgemeine Regeln zurückgeführt werden:

1. Der Gegenstand soll möglichst vollkommen und unversehrt sein. Ein halbfertiger Bau, ein ungenügend eingeübtes Konzert wirken nicht schön. Jedoch muss dieses Gesetz gemäß der darzustellenden Idee beurteilt und angewendet werden. So wird eine geknickte Säule als Ausdruck eines jähen oder zu frühen Todes als schön empfunden.

2. Die Mannigfaltigkeit und Vielheit der Teile soll zu einer harmonischen Einheit zusammenstimmen. Nicht die Mannigfaltigkeit der Teile als solche stört die Schönheit, sondern der Mangel an Einheit, Ebenmaß, Gliederung und Aufeinanderabgestimmtsein der Teile. Ein Gegenstand kann im Gegenteil um so schöner sein, je mannigfacher und verschiedenartiger die Teile sind, wenn nur alle einem einzigen Grundgedanken dienen und die Einheit um so fühlbarer und fasslicher hervortritt (Symphonie, Tragödie, mächtige Kathedrale oder Barockkirche usw.).

3. Der Gegenstand soll durch die Klarheit seiner Darstellung dem Erkennenden besonders angepasst sein. Das Geheimnisvolle und Tiefgründige steht selbstverständlich nicht im Gegensatz zum Schönen.

Diese Gesetzmäßigkeiten finden auf alle Kunstgebiete und die mannigfachsten Gegenstände Anwendung. Sie müssen darum in möglichst weitem und anpassungsfähigem Sinn, d. h. analog gedeutet werden.

Die genannten Eigenschaften sind Gesetze des Schönen an sich, also objektiv geltend. Wenn trotzdem die Erfahrung einen stark subjektiven Einschlag in der Auffassung des Schönen zeigt, so hat das seinen Grund darin, dass der Schönheitsgenuss vom Angepasstsein des Gegenstandes an die Fassungskraft des Erkennenden mitbedingt ist.

Objektiv wächst mit zunehmender Seinsfülle und Einheitlichkeit des Gegenstandes an sich auch der Grad der Schönheit. Darum übersteigt die Schönheit der Lebensformen jene der toten Körperwelt, die geistige Schönheit übertrifft die der materiellen Welt, Gott ist die absolute Schönheit.

Nach der subjektiven Seite ist jedoch der Grad der Schönheit von der vollkommenen Anpassung an die Erkenntniskraft entscheidend beeinflusst. Darum ist für uns Menschen, als sinnlich-geistige Wesen, die Darstellung der Ideen in sinnlicher Form notwendig für den Schönheitsgenuss. Das Gesetz, dass das körperlich Seiende für uns leichter erkennbar ist als die rein geistige Welt, obwohl diese an sich erkennbarer ist, gilt auch für den Bereich des Schönen.

Das erklärt auch, warum, trotz der objektiven Geltung der Schönheitsgesetze, für das subjektive Empfinden und den Schönheitsgeschmack des einzelnen die verschiedensten Einflüsse und Kräfte mitspielen, z. B. der Grad und die Art der Erziehung und Bildung, Umgebung und Zeitgeist, die sittliche Gesamthaltung, augenblickliche Stimmungen, Gesichtspunkte usf.

Aus allem Gesagten geht hervor, dass die Erfassung des Schönen letzthin Sache des Verstandes ist; denn die Vollkommenheit des Gegenstandes, die Einheit in der Mannigfaltigkeit, das Zusammenstimmen der Teile usw. ist nur vom Verstande erfassbar. Darum kann man bei den Tieren keinen eigentlichen Kunstgenuss beobachten. Auch beim Menschen zeigt die Erfahrung, dass erst mit der Reife und Bildung des Geistes das Verständnis für das Schöne erwacht und zugänglich ist. Die Beihilfe der Sinne ist bedingt durch die ans Sinnliche gebundene Natur unseres Geistes. Das bestätigt auch der Umstand, dass die Erfassung des Schönen erst mit den höheren Sinnen (Auge, Ohr, Phantasie) anhebt.

Weitere Erklärungen[6]

1. Es ist klar, dass die Ansichten über das Schöne - wie das übrigens bei allen philosophischen Untersuchungen der Fall ist - durch die philosophische Gesamthaltung bedingt sind. Man braucht sich darum nicht zu wundern, dass Materialismus und Sensualismus das Schöne mit dem sinnlich Angenehmen gleichsetzen, der Subjektivismus es für eine reine Gefühls- und Gemütsempfindung hält, andere für das Schöne und die Kunst vollkommene Unabhängigkeit und Eigengesetzlichkeit fordern, ohne Rücksicht auf sittliche und religiöse oder überhaupt höhere Prinzipien.

2. Wie das Schöne das Gute, das Gute das Wahre und das Wahre das Sein voraussetzt, so müssen auch die Gesetze des Wahren, Guten und Schönen zuletzt in der wirklichen Seinsordnung grundgelegt sein. Demgemäß ist auch das Schlagwort: "Die Kunst um der Kunst willen" und andere zu beurteilen.

Natürlich besitzt das Schöne (die Kunst) eine innere Eigengesetzlichkeit, wie im Grunde genommen jeder Wert und jede Wesensform eine solche in sich trägt. Aber das Schöne ist nicht der einzige und nicht der absolut höchste Wert; infolgedessen muss die von höheren Werten (Sittlichkeit, Wahrheit) geforderte Ordnung in erster Linie gewahrt und berücksichtigt werden. Die Eigengesetzlichkeit des Schönen wird damit nicht beeinträchtigt, sondern im Gegenteil erhöht und gesteigert, weil es durch die Einbeziehung in die Gesamtordnung eine neue Vollkommenheit und Unversehrtheit empfängt, die Harmonie einer noch umfassenderen Einheit widerspiegelt.

Päpstliche Schreiben zur Kunst

Pius XII.

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. Bernard Kälin OSB, Lehrbuch der Philosophie, 5. Auflage, S. 106, siehe Literatur.
  2. siehe: Ratio fundamentalis institutionis sacerdotalis 2016, Nr. 159: Die Priesterausbildung "muss auf dem dauerhaft gültigen philosophischen Erbe der großen christlichen Philosophen basieren."
  3. Pulchritudo est "resplandentia formae super partes materiae proportionata - siehe: http://bibliotecadigital.uca.edu.ar/repositorio/revistas/sapientia113.pdf vgl. Nr. 1243.
  4. Bernard Kälin OSB, Lehrbuch der Philosophie, 5. Auflage, S. 106, siehe Literatur.
  5. Bernard Kälin OSB, Lehrbuch der Philosophie, 5. Auflage, S. 106, siehe Literatur.
  6. Bernard Kälin OSB, Lehrbuch der Philosophie, 5. Auflage, S. 107, siehe Literatur.
Meine Werkzeuge