È sempre una grande consolazione

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Ansprache
È sempre una grande consolazione

unseres Heiligen Vaters
Pius XII.
an Neuvermählte
von der Wirksamkeit des Gebetes

9. Juli 1941

(Quelle: Ansprachen Pius XII. an Neuvermählte, Josef Habbel Verlag Regensburg 1950, S. 280-286, Übersetzt und eingeleitet von DDr. Friedrich Zimmermann. Imprimatur Regensburg, den 11. Juli 1949 J. Franz, Generalvikar; Download).

Allgemeiner Hinweis: Die in der Kathpedia veröffentlichen Lehramtstexte dürfen nicht als offizielle Übersetzungen betrachtet werden, selbst wenn die Quellangaben dies vermuten ließen. Nur die Texte auf der Vatikanseite können als offiziell angesehen werden (Schreiben der Libreria Editrice Vaticana vom 21. Januar 2008).


Es ist immer ein großer Trost für Uns, eine so schöne Zahl junger christlicher Eheleute um Uns versammelt zu sehen, die aus allen Gegenden kommen und wünschen, dass mit dem Segen, den sie für ihren heiligen Bund schon vom Priester empfangen haben, sich verbinde jener des gemeinsamen Vaters der gesamten christlichen Familie. Wie viele Häuser frommer Söhne sehen Wir in euch! Wie viele Hoffnungen baut die Kirche, das Vaterland, der Himmel auf euch! Zum Himmel erheben Wir Unsern Blick, und es scheint Uns, dass über euch, geliebte Eheleute von lebendigem Glauben und wahrer Frömmigkeit, jener tiefe und wirksame Segen herabsteigt, den der Herr denen gewährt, die Ihn fürchten. Ist nicht die Furcht Gottes der Anfang der Weisheit, jener Weisheit, die sich das Haus baut, das nicht getragen wird von den gebrechlichen Stützen der Welt, sondern von den sieben Säulen der theologischen und Kardinaltugenden? Jenes Haus, das wie ein Heiligtum wird, wo das Opfer der Liebe und gegenseitigen Geduld, der Eintracht und des Vertrauens herrscht, wo die Eltern zu Lehrern werden, die den Kindern den Weg zeigen zu einem Vater und zu einer Mutter im Himmel; wo das Gebet, das im Leid tröstet und die Hoffnungen des Lebens stärkt, das Tagewerk beginnt und beschließt. Das Gebet war gerade der Gegenstand Unserer Worte in der Audienz des vergangenen Mittwoch, in der Wir sprachen über seine Wirkung und Notwendigkeit und auch zeigten, dass nicht alle Gebete, die an Gott gerichtet werden, im Namen Jesu Christi geschehen und deshalb nicht alle erhört werden. Was Wir damals sagten, möchten Wir heute wieder aufgreifen und kurz vervollständigen, auf dass Gedanke und Erinnerung daran euch durchs ganze Leben begleiten, als Führer auf eurem Wege oder als Leuchte eures Hauses oder als Segen in euren Freuden und Stärkung in euren Leiden oder als unerschütterliche Stütze eures Gottvertrauens.

Unser Herr hat uns nirgends verheißen, uns in dieser Welt unfehlbar glücklich zu machen; Er hat uns verheißen, so lesen wir im Evangelium, uns zu erhören wie der Vater, der seinem Sohne, auch wenn er ihn darum bäte, als Speise weder einen Stein noch eine Schlange noch einen Skorpion geben wird, sondern Brot, Fisch und Ei, die ihn nähren und sein Leben und Wachstum fördern (vgl. Lk ll, 11-13). Was Jesus, unser Heiland, uns als Frucht unserer Gebete unfehlbar zu gewähren sich verpflichtet hat, sind nicht jene Gnaden, welche die Menschen häufig erbitten aus Unkenntnis dessen, was ihrem Heile wirklich nützt, sondern das ist jener "gute Geist", jenes Brot übernatürlicher für unsere Seelen notwendiger oder nützlicher Gaben, jener von Ihm bereitete Fisch, der in Zukunft sein Bild wurde und den der auferstandene Christus den Aposteln an den Ufern des Sees von Tiberias als Speise reichte; jenes Ei als Speise für die, welche im Glauben und der Frömmigkeit noch unmündig sind und das die Menschen oft nicht unterscheiden von den ihrem Seelenheil sehr schädlichen Steinen, die Satan, der Versucher, ihnen darreicht. Der große Apostel Paulus gestand den Römern: "Wir wissen ja nicht, was rechtes Beten ist; da tritt der Geist für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der aber die Herzen erforscht, weiß, was der Geist begehrt, weil er im Sinne Gottes für die Heiligen eintritt" (Röm 8, 26-27). Die Menschen sind oft wie die Kinder, die nicht wissen, was für sie gut ist und um was man bitten muss; unpassend sind oft die Gebete, die sie an den himmlischen Vater richten. Aber der Heilige Geist, der mit seiner Gnade in unserer Seele wirkt und unser seufzendes Flehen lenkt, weiß wohl, ihm den wahren Sinn und die wahren Werte zu geben; und der Vater, der im Grunde unserer Seelen liest, sieht klarer als die Sonne, was in unsern Gebeten und Wünschen sein göttlicher Geist durch uns und in uns erfleht, und solche Bitten des Geistes, die tief in uns ruhen, erhört Er ohne allen Zweifel.

Seht ihr also nicht in diesem Geiste, der in euch die unerschütterliche Kraft eures Vertrauens auf das Gebet bewirkt, seht ihr nicht das starke Band, womit das Gebet an seine Erfüllung geknüpft ist?

Ihr wisst, ihr glaubt aus ganzem Herzen, dass keines eurer Gebete wirkungslos bleibt. Wenn ihr nicht gerade die Gnade erlangt, die ihr erbeten habt, müsst ihr entweder erkennen, dass ihr nicht wisst, was euer wahres Wohl ist, oder denken, dass die Gnade euch zuteil wird in dem von Gott bestimmten Augenblick; denn einige Gnaden werden nicht verweigert, sondern zu gelegener Zeit gegeben, während ihr unterdessen etwas Besseres empfangt, viel Besseres, d. h. das, was der Heilige Geist in euch erfleht hat mit Seufzern, die er euch eingab. Das will die Überzeugung und Weisheit des Christen sein, das der Führer, der Halt und das Licht eures Gebetes in dem Dunkel des Glaubens; ein Licht, das nie in eurem Herzen auslöschen dürfen die aufgeschobenen oder nicht erlangten Gebetserhörungen noch die Leiden oder die Trübsale eures Geistes, der vielmehr dadurch gestärkt werden soll zum beharrlichen Beten.

Warum - so ist noch zu fragen - erlangt ihr so oft nicht, um was ihr bittet? Aus diesem Grund: Während der Heilige Geist euch antreibt und anleitet zum Beten, hört ihr auf, seiner Eingebung und seinem Antrieb zu folgen, und fahrt nicht fort beständig zu beten. Deshalb bleibt die ersehnte Wirkung aus. Unser Herr hat wiederholt gesagt, dass das beharrliche Gebet unfehlbar erhört wird; denn die Beharrlichkeit ist jenes Drängen, das Seinem Herzen Gewalt antut und darum triumphiert. Er, der aus der Höhe und aus der Ferne die Dinge und ihre Verflechtungen sieht und alles Gute schaut. das eure Seele gewinnt aus dem beharrlichen Beten, dem zuversichtlichen Flehen, den Verdemütigungen vor Ihm, aus dem starken Glauben, der eure Ausdauer stützt, wollte nicht die unmittelbare Gewährung der erbetenen Gnade versprechen; und warum? Weil er ein Herz hat, das zarter ist als das einer Mutter, jener klugen und zarten Mutter, die nicht zögert, mit der Nahrung für ihr liebes Kind zu warten und es auch ein wenig weinen zu lassen, weil sie weiß, dass die Milch, die es sofort haben wollte, ihm besser bekommt, wenn sie einen Augenblick damit wartet.

Das Gebet will also sein ein Bitten um das, was gut ist für unsere Seelen, ein Bitten mit Beharrlichkeit, aber auch ein andächtiges Bitten.- das ist die dritte Bedingung, die der heilige Thomas aufstellt unter den vier, die er nennt für die Wirksamkeit des Gebetes: pro se, necessaria ad salutem, pie et perseveranter - "für sich, notwendig zum Heile, andächtig und beharrlich" (S. Thomas, 2a, 2ae, q. 83, a 15, ad. 2). Das andächtige Gebet! Wie sieht es aus? Es ist kein bloßes Wortgeklingel, während Herz und Geist abwesend sind und die Augen nach allen Seiten abschweifen; sondern es ist das gesammelte Gebet, das vor Gott ganz mit kindlichem Vertrauen erfüllt, von lebendigem Glauben erleuchtet und von der Liebe zu Ihm und den Brüdern durchdrungen ist; es ist das Gebet, das immer in der Gnade Gottes verrichtet wird, immer verdienstreich ist für das ewige Leben und immer demütig ist im gleichen Vertrauen; wenn ihr niederkniet vor den Altären oder dem Bilde des Gekreuzigten und der heiligen Jungfrau in euerm Hause, dann kennt dieses Gebet nichts von der Anmaßung des Pharisäers, der sich rühmt, besser zu sein als die andern Menschen, sondern lässt euch, ähnlich dem armen Zöllner, in eurem Herzen fühlen, dass alles, was ihr empfangen werdet, nur lauteres Erbarmen Gottes gegen euch ist (vgl. Lk. 18, 9-14).

Das andächtige, beharrliche und übernatürliche Gebet, das ihr für euch selbst verrichtet, wird immer erhört werden, versichert der englische Lehrer (a. a. O.); aber für die anderen, für jene Seelen, deren Rettung euch so am Herzen liegt, deren Gemeinschaft in der himmlischen Seligkeit ihr erhofft und ersehnt, die Seelen von Bräutigam und Braut, von Sohn und Tochter, von Vater und Mutter, von Freunden und Bekannten? Was bedeutet für sie euer Gebet? Was wirkt es am Throne Gottes? Hier kann ohne Zweifel jene schreckliche Möglichkeit eintreten, den mächtigen und vielfachen Gnaden zu widerstehen, die eure Gebete für jene Seelen erlangt haben; aber die unendlichen Geheimnisse des allmächtigen Erbarmens Gottes übersteigen all unser Denken und gestatten allen Müttern, auf sich die Worte anzuwenden, die ein frommer Bischof zur heiligen Monika sprach, als diese um seine Hilfe bat und bitterlich vor ihm weinte wegen der Bekehrung ihres Sohnes Augustinus: "Ein Kind so vieler Tränen kann unmöglich verloren gehen" - "Fieri non potest, ut filiud istarum lacrimaruffi pereat" (S. Aug. Conf. 111, 12). Und wenn es euch auch nicht vergönnt wäre, in diesem Leben mit eignen Augen den Triumph der Gnade in den Seelen zu sehen, für die ihr gebetet und so lange geweint habt, so darf euer Herz doch nie die feste Hoffnung aufgeben, dass in jenen geheimnisvollen Augenblicken, in denen Gott in der Stille des Todeskampfes eines Verscheidenden die Seele, das Werk seiner Hände, zu sich rufen will, Seine unendliche Liebe schließlich doch unsichtbar für eure Blicke den Sieg davonträgt, jenen Sieg, für den eure Dankbarkeit Ihn ewig im Himmel preisen wird.

In eurem Leben zu zweien, das ihr, teure Neuvermählte, beginnt, werden nicht fehlen, wie sie in keinem Menschenleben fehlen, die harten und schweren Stunden, die trostlosen und bitteren Augenblicke; in solchen Stunden richtet die Augen zum Himmel! Euer erster und tiefster Trost und Halt wird das vertrauensvolle Gebet sein; da ihr der Liebe Gottes gegen euch immer sicher seid, wisst ihr wohl, dass keines eurer Gebete umsonst sein, dass Gott alle erhören wird, wenn nicht in der Stunde und der Art, wie ihr es euch gewünscht und vorgestellt habt, so doch zu einer Zeit, die passender ist für euch, und auf eine Art, die unendlich besser ist für euch, wie die göttliche Weisheit und Macht Seiner Liebe es zu eurem Nutzen festzusetzen wissen.

Unterdes bitten Wir selbst den Herrn, dieses Vertrauen in euren Herzen immer lebendig zu erhalten, und erteilen euch mit väterlicher Liebe den Apostolischen Segen.