498 Märtyrer des spanischen Bürgerkrieges

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Die 498 Märtyrer des spanischen Bürgerkrieges († 1934-1937) starben während der von revolutionären Spannungen, vom Bürgerkrieg (ab 1936) sowie dem Holocaust vieler Katholiken geprägten 2. Spanischen Republik (1931-39). Die Märtyrer unter ihnen zwei Bischöfe, 24 Weltpriester, 462 Ordensleute und einige Laien. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 6. November.

Diese Märtyrer wurden in jener grausamen Epoche Spaniens nicht wegen fanatischer oder politisch gefärbter Verblendung ermordet. Sie starben, so prüfte es die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse äußerst genau, allein aus Glaubenshaß durch Sozialisten, Regionalisten, Kommunisten oder Anarchisten. Blind vor Wut brannten diese Kirchen und Klöster nieder, verfolgten die Gläubigen, deren Todesurteil es schon war, wenn sie ein Heiligenbildchen oder einen Rosenkranz besessen haben, gnadenlos und folterten sie zum Teil auf barbarische Weise, bevor sie sie töteten.

Unter den Märtyrern befindet sich der erste zur Ehre der Altäre erhobene Kubaner, Joseph López, die Karmelitin Apollonia vom Allerheiligsten Sakrament, deren Leib von ihren Mördern in Stücke zerrissen und den Schweinen zum Fraß vorgeworfen wurde. »Wie einem Schlachtvieh schnitten sie ihm den Bauch auf«, bezeugte die Schwester des Diakons Johannes Duarte. Kurz vor seiner Hinrichtung mit seinem Kaplan segnete der Bischof von Cuenca, Cruz Laplana, seinen Mörder, der bis auf den heutigen Tag an dieses Erlebnis denken muß. Viele vergossen ihr Blut für ihr Apostolat, wie z. B. der Maristenbruder Bernhard Ribrega für die Bergarbeiter und deren von ihm betreuten Kinder. Der 22jährige Bartholomäus Blanco, Gewerkschaftler und Laie der Katholischen Aktion, schrieb aus dem Gefängnis von Jaén seiner Verlobten unter anderem: »Der irdische Gerichtsspruch wird meine stärkste Verteidigung im Gericht Gottes sein ... Denn wenn sie mich umbringen, verhelfen sie mir zum wahren Leben.« 

Diese ausgewählten Zeugnisse geben grob die Situation aller Märtyrer wieder, die, wie beispielsweise die Franziskaner von Consuegra, ihren Mördern verziehen und mit dem Ruf »i Viva Cristo Rey!« (»Es lebe Christus, der König!«) unter dem Kugelhagel ihr Leben ließen. Sie alle, und so versteht sich das gewählte Motto der Seligsprechung, schrieben in dunkler Zeit leuchtende Kapitel in der Geschichte ihres Landes.

Seligsprechung

Die Märtyrer des spanischen Bürgerkrieges wurden im Pontifikat Benedikt XVI. am 28. Oktober 2007 in Rom seliggesprochen. Unter dem Motto »Vosotros soiz la luz deI mundo« - »Ihr seid das Licht der Welt« (Mt 5,14) stand die zahlenmäßig größte Seligsprechungszeremonie der Kirchengeschichte, bei der auf dem Petersplatz 498 Personen zur Ehre der Altäre erhoben wurden.

Quelle

Osservatore Romano 25 März 2011, verfasst von Stefan Wirth.

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