Abtei Dormitio

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Die Abtei Dormitio (lat.: Abbatia Dormitionis Beatae Mariae Virginis, deutsch auch Abtei Mariae Heimgang) ist eine deutschsprachige Benediktinerabtei in Jerusalem (Israel).

Geschichte

Das Grundstück auf dem Berg Zion südlich der Jerusalemer Altstadt wurde 1898 von Kaiser Wilhelm II. für die deutschen Katholiken erworben. In den folgenden Jahren wurde hier ein Kloster gebaut und 1906 von Benediktinern der Beuroner Kongregation besiedelt. 1910 wurde die Kirche geweiht. Der Name der Kirche und des Klosters bezieht sich auf eine Jerusalemer Ortstradition, nach der hier Maria nach Tod und Auferstehung Jesu gelebt haben und schließlich gestorben sein soll.

1926 wurde das Kloster zur Abtei erhoben. Im Zuge der Weltkriege und des israelischen Unabhängigkeitskrieges wurden die Mönche mehrmals interniert. Aus politischen Gründen mußte die Abtei 1951 die Beuroner Kongregation verlassen; sie gehört seitdem keiner Kongregation mehr an und ist direkt dem Abtprimas der Benediktiner unterstellt.

Der Gemeinschaft gehören 2009 etwa 20 Mönche verschiedener Nationalitäten an; Liturgie- und Umgangssprache ist Deutsch.

Zur Abtei Dormitio gehören ein abhängiges Priorat in Tabgha am See Genezaret und eine Niederlassung in Hildesheim.

Tätigkeiten

Seit 1973 ist dem Kloster das Theologische Studienjahr angegliedert, ein einjähriges, ökumenisch orientiertes Studienprogramm für deutschsprachige Theologiestudierende. Die Abtei betreibt einen Klosterladen und ein Café; es werden byzantinischer Weihrauch, Ikonen und verzierte Kerzen produziert. Außerdem ist die Abtei seit 2008 mit der deutschen katholischen Auslandsseelsorge im Heiligen Land betraut.

Weblinks