Abtei Strahov

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Version vom 29. April 2009, 14:28 Uhr

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Kloster Abtei Strahov

Die Prämonstratenser-Abtei Strahov befindet sich im Erzbistum Prag in (Tschechien).

Inhaltsverzeichnis

Kloster

Abt Michael Kloster Strahov

Derzeitiger Abt ist P. Michael Josef Pojezdný.

Von den etwa 80 Chorherren, die heute dem Kloster Strahov angehören, lebt ungefähr ein Viertel auf dem Klostergelände. Dies sind die Kanoniker, die mit Verwaltungsaufgaben betraut sind, sowie Novizen und gelegentlich Studenten. Die übrigen Mitbrüder arbeiten und leben in den 24 Pfarreien, die dem Kloster angehören. Sie nehmen aber an der Klostergemeinschaft teil.

Geschichte

Das Strahov-Kloster am Hang des Petrin-Hügels (Laurentiusberg) besteht bereits sei 850 Jahren.

Nach einer Pilgerreise ins Heilige Land im Jahr 1138 hatte der Bischof von Olmütz, Heinrich Zdik, die Idee, ein Prämonstratenserkloster in Prag zu gründen. Ein erster Versuch misslang. 1143 wurde aber die Abtei Strahov endgültig gegründet und mit Chorherren von Steinfeld bei Köln besiedelt. 1149 wurde eine Steinkirche errichtet. Gero, ein Kölner Kanoniker wurde erster Abt der Abtei, welche schnell aufblühte und einige Prager Bischöfe hervorbrachte. Zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert kümmerten sich die Äbte stark ums öffentliche Leben im Königreich und werden oft in Dokumenten genannt. Am 19. Oktober 1259 wurde das Kloster durch ein Feuer zerstört, aber der Abt Jan I. (1250-1266) baute sie wieder in neuer Pracht auf. Ein erster Einbruch erfolgte, als die Hussiten am 8. Mai 1420 das Kloster brandschatzten und plünderten. Hauptursache des Ärgers der Hussiten war, dass der Prämonstratenserbischof Jan Zelezny ein Haupankläger von Jan Hus auf dem Konzil von Konstanz war. Darauf folgte bis zum Ende des 16. Jh. eine Zeit des Niedergangs, bis es 1577/78 keine Chorherren mehr hatte.

1586 wurde Jan Lohelius zum Abt gewählt und begann den geistigen und materiellen Wiederaufbau des Klosters. Um 1594 lebte eine Gemeinschaft von 12 Chorherren im Kloster. Nachdem Jan Lohelius zum Erzbischof von Prag gewählt worden war, führte Kašpar Questenberg (1620-1640) sein Werk weiter. Dieser organisierte auch die Überführung der Reliquien des Ordensgründers Norbert von Xanten von Magdeburg nach Strahov, wo sie noch heute sind.

Gegen Ende des Dreissigjährigen Kriegs wurde die Abtei von einem Finnischen Regiment der Schwedischen Armee gebrandschatzt und geplündert. Viele kostbare Objekte, Manuskripte und Bücher der Bibliothek wurden gestohlen. Nach dem Krieg wurde das Kloster wieder aufgebaut. 1679 wurde der Bibliothekssaal (heutiger Theologischer Saal) vollendet.

Während der Beschiessung von Prag durch die Franzosen im Jahr 1742 wurde Strahov erneut stark beschädigt, konnte aber bald wieder im Barockstil aufgebaut werden. Als Kaiser Joseph II. in Böhmen 58 Klöster aufhob, konnte Strahov trotzdem weiter bestehen, weil Abt Wenzel Mayer durch seine Förderung von Schulen die Gunst des Hofes gewonnen hatte.

Unter Abt Václav Mayer war die letzte Bauperiode: der neue Bibliothekssaal (heutiger Philosophischer Saal) wurde errichtet. Die Klostergebäude blieben unverändert bis 1950 das kommunistische Regime alle klösterlichen Aktivitäten verbot und im gesamten Gebäudekomplex archäologische Grabungen initiierte. Zu dieser Zeit wurde ein Teil der romanischen Baussubstanz sehr sorgfältig erneuert.

Nach 1989 wurde die Abtei den Prämonstratensern zurückgegeben und die kostspieliege Wiederinstandsetzung begonnen, welche bis heute fortdauert.

Bibliothek der Abtei

Theologischer Saal

Die Abtei hat einer der schönsten Bibliotheken der Welt. Sie besteht aus zwei grossen Sälen: dem Theologischen und dem Philosophischen Saal.

Das älteste und wertvollste geistliche Schriftstück der Bibliothek ist das handgeschriebene Strahover Evangeliar aus dem 9. Jahrhundert. Es ist im Verbindungsgang zwischen den beiden Sälen ausgestellt.

Der Theologische Saal mit religiösen Büchern wurde 1603-1611 von Giovanni Domenico Orsi de Orsini errichtet und mehrfach erweitert. Er erhielt seine heutige Gestalt im Jahr 1721. Er enthält viele wertvolle Bände und ist geschmückt mit Fresken, welche Schlachtszenen aus dem Dreißigjährigen Krieg zeigen.

Der Philosophische Saal wurde 1782 bis 1784 im Barockstil erbaut. Einen imposanten Blickfang bildet das monumentale Deckenfresko von Franz Anton Maulpertsch, dem bedeutendsten Freskenmaler Österreichs in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Er hat das Gemälde 1794 als 70jähriger in nur sechs Monaten mit seinem Gehilfen Martin Michl vollendet. Es illustriert die Geschichte der Philosophie, beginnend bei Adam und Eva bis hin zu den französischen Aufklärern des 18. Jahrhunderts.

Die Klosterbibliothek war seit ihrer Gründung berühmt. Zu den prominenten im Gästebuch verewigten Besuchern zählen beispielsweise Admiral Nelson und seine Frau im Jahr 1800. Aus dem Jahr 1812 datiert ein Buchgeschenk der Kaiserin Marie Luise von Frankreich.

Weblinks

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