Adelgundis Führkötter

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Adelgundis Führkötter OSB (* 28. September 1905 in Bochum-Wattenscheid; † 24. Dezember 1991 in Rüdesheim-Eibingen) war Chorfrau der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen und Schriftstellerin.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Adelgundis Führkötter mit Taufnamen Hedwig, besuchte das Gymnasium der Ursulinen in Werl. Daraufhin studierte sie Geographie, Germanistik, Philosophie und Anglistik an den Universitäten in Freiburg, München, Berlin und Münster. Es schlossen sich zwei größere Auslandsreisen nach Rom und London an. Sie trat am 12. September 1935 in die Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen ein, legte am 28. April 1940 ihre feierliche Profess ab und empfing die Jungfrauenweihe. Bei der Vertreibung der Nonnen durch die Gestapo am 2. Juli 1941, ging sie mit einigen Mitschwestern in das St. Elisabeth Krankenhaus in Neuwied und wechselte 1944 in das Zisterzienserinnenkloster Marienthal in Sachsen. Nach der Rückkehr 1945 beteiligte sie sich am Wiederaufbau des monastischen Lebens und der Renovierung der Klostergebäude. 1948 wurde sie beauftragt, am Werk der heiligen Hildegard von Bingen zu arbeiten, das sie mit ihren Mitschwestern Maura Böckeler und Marianna Schrader tat. Mit letzterer verfasste sie das Buch Die Echtheit des Schrifttums der heiligen Hildegard von Bingen. Auf weitere kleinere Schriften folgte ihr bedeutendes Buch Briefwechsel, der eine Auswahl von den Briefen der heiligen Hildegard in deutscher Übersetzung und mit Erläuterungen enthält. Ihr umfangreichstes und am nachhaltigsten bleibendes Werk war die textkritische Ausgabe des Scivias, die sie in Zusammenarbeit mit Sr. Angela Carlevaris erstellte. Sie führte eine ausgedehnte Korrespondenz mit Wissenschaftlern aus aller Welt.

Werke (Auswahl)

  • Hildegardis Bingensis: Scivias, ed. Adelgundis Führkötter, collaborante Angela Carlevaris (Corpus Christianorum. Continuatio Mediaeualis 43-43A; lateinisch), Brepols Turnholti 1978.

"Monographien"

  • (zusammen mit Marianna Schrader ]]OSB): Die Echtheit des Schrifttums der heiligen Hildegard von Bingen. Quellenkritische Untersuchungen, Böhlau Köln/Graz 1956 (208 S.).
  • (zusammen mit Hans Ederer): Hildegard – ein Mensch vor Gott. Doppeltonbild, Arbeitsunterlagen und Einzelmeditationen zum Leben Hildegards von Bingen und zur Meditation der Schöpfung, München 1966, 1979 (66 Seiten).
  • Hildegard von Bingen, (Biografie) Otto Müller Verlag Salzburg 1972, 1979, 1990 (1./2./4. Auflage; 52 Seiten; ISBN 978-3-7013-0471-4 kart.: 4. Auflage: ISBN 3-7013-0471-8).
  • Hildegard af Bingen, oversat af Ruth Plum, Taastrup 1989 [Übersetzung von Hildegard von Bingen, Salzburg 1972].

Übersetzungen

  • Hildegard von Bingen: 'Briefwechsel, nach den ältesten Handschriften übersetzt und nach den Quellen erläutert von Adelgundis Führkötter OSB, Otto Müller Verlag Salzburg 1965, 1990 (1./2. Auflage; 277 Seiten).
  • Das Leben der heiligen Hildegard von Bingen. Vita S. Hildegardis auctoribus Godefrido et Theodorico monachis, herausgegeben, eingeleitet und übersetzt von Adelgundis Führkötter OSB (Heilige der ungeteilten Christenheit 18), Patmos Verlag Düsseldorf 1968 (146 Seiten).
  • Das Leben der heiligen Hildegard von Bingen, berichtet von dem Mönchen Gottfried und Theoderich, aus dem Lateinischen übersetzt und kommentiert von Adelgundis Führkötter OSB (2. Auflage), Otto Müller Verlag Salzburg 1980 (160 Seiten; ISBN 978-3-7013-0608-4 kart.).
  • Hildegard von Bingen: Lieder, nach den Handschriften herausgegeben von Pudentiana Barth OSB, Maria Immaculata Ritscher OSB, Joseph Schmidt-Görg, übersetzt und kommentiert von Adelgundis Führkötter OSB, Salzburg 1969.
  • Josef Sudbrack: “Hildegard von Bingen: Hymnus an die Kirche”, übersetzt von Adelgundis Führkötter OSB, in Geist und Leben 52 (1979) 321-323 [O coruscans lux stellarum]
  • Hildegard von Bingen: Lieder, lateinisch und deutsch, hg. von Silvia Sager, übersetzt von Adelgundis Führkötter OSB, Mit einem Vorwort von Walter Nigg, Diogenes Verlag Zürich 1996 (107 Seiten; ISBN 978-3-257-70041-1 kart.), 2009 (89 Seiten; ISBN 978-3-257-23958-4 kart.).
  • Hildegard von Bingen: “Nun höre und lerne, damit du errötest …”. Briefwechsel, nach den ältesten Handschriften übersetzt und nach den Quellen erläutert von Adelgundis Führkötter OSB, Herder Verlag Freiburg im Breisgau-Basel-Wien 1997 (277 Seiten; ISBN 978-3-451-04556-1 kart.), 2008 (978-3-451-05941-4 kart.).

Lexikonartikel

  • “Hildegardis-Kodex Scivias”, in Kinlders Malerei-Lexikon, Bd. 3, Köln 1977, 166-168.
  • (zusammen mit Maria Immaculata Ritscher): “Hildegard von Bingen”, in Das große Lexikon der Musik in acht Bänden, Bd. 4, Freiburg e.a. 1981, 90.

Aufsätze

  • “Die Gotteswerke. Vom Sinn und Aufbau des Liber divinorum operum der heiligen Hildegard”, in Benediktinische Monatsschrift 29 (1953) 195-204, 306-314.
  • “Vrouwe Hiltgart”, in Katholischer Kirchenkalender der Pfarreien des Dekanats Bingen 32 (1953) 9-12.
  • “Die Eibinger Sciviashandschrift”, in Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 2 (1955) 146-147.
  • “Hildegardis- und Abtei-Jubiläum 1954 in Eibingen”, in Katholischer Kirchenkalender der Pfarreien des Dekanats Bingen 34 (1955) 18-19.
  • Hildegard von Bingen (1098-1179)”, in Die großen Deutschen, hg. von Hermann Heimpel e.a., Bd. 5, Berlin e.a. 1957, 39-47.
  • “Sankt Hildegard besingt Mariens Lob”, in Maria siegt. Monatsschrift zur Förderung der Marienverehrung 10 (1961) 66-67.
  • “Hildegard von Bingen und Bernhard von Clairvaux”, in Heimatjahrbuch Landkreis Bingen 11 (1967) 51-54.
  • “Hildegard von Bingen. Kosmische Schau”, in Große Gestalten christlicher Spiritualität, hg. von Josef Sudbrack, James Walsh, Würzburg 1969, 135-151.
  • “Hildegard, die Prophetin”, in Mariastein 19/3-4 (1972) 41-43.
  • “Hildegard von Bingen als Lehrmeisterin”, in Heimatjahrbuch Landkreis Mainz-Bingen 18 (1974) 147-150.
  • “Mensch, Natur, Zeit: Zur Mystik der Hildegard von Bingen”, in Christ in der Gegenwart 30 (1978) 296.
  • “Hildegard von Bingen. Leben und Werk”, in Hildegard von Bingen 1179-1979, Festschrift zum 800. Todestag der Heiligen, hg. von Anton Ph. Brück, Mainz 1979, 31-54.
  • “Hildegard von Bingen und ihr Werk Scivias: 14 Miniaturen”, in Bilder der Gegenwart 32 (1979) 3ff.
  • “Hildegard von Bingen und ihre Beziehungen zu Trier”, in Paulinus. Trierer Bistumsblatt 105/37 (1979) 16-18.
  • “Gelebte Spiritualität. Hildegard von Bingen (1098-1179)”, in Heute. Zeitschrift vinzentinischer Gemeinschaften (1979) 19-21.
  • “Wie Hildegard von Bingen betete”, in Geist und Leben 52 (1979) 324-335.
  • “Posaunenton lebendigen Lichtes: Hildegard von Bingen als Prophetin”, in Christ in der Gegenwart 31 (1979) 305-306.
  • “Das Jubiläumsjahr der heiligen Hildegard von Bingen”, in Erbe und Auftrag. Benediktinische Monatsschrift 55 (1979) 466-469.
  • “Die heilige Hildegard und das Interdikt”, in Der Sonntag (Limburg) 33/49 (1979) 10.
  • “Die Benediktinerinnenabtei St. Hildegard zu Eibingen. Das erste Frauenkloster der Beuroner Kongregation auf deutschem Boden und seine Bedeutung für die Hildegardforschung”, in Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 32 (1980) 135-146.
  • “Hildegard von Bingen – betende Frau”, in Titlis-Grüsse 66 (1980) 137-142.
  • “Hildegard von Bingen. Ein Lebensbild”, Eibingen o.J. [1980].
  • “Beziehungen zwischen dem St. Marienkrankenhaus und der Abtei St. Hildegard Eibingen”, in St. Marienkrankenhaus Frankfurt am Main 1907-1982, Festschrift, Frankfurt am Main 1982, 41-42.
  • “Das Spiel der Kräfte. Ein Stück der heiligen Hildegard”, in Christ in der Gegenwart 34 (1982) 268.
  • “Zum Stand der Hildegard-Forschung. Festvortrag anlässlich des 65. Geburtstages von Prof. Dr. Heinrich Schipperges in der Heidelberger Akademie der Wissenschaften”, in Medizinische Anthropologie, hg. von Eduard Seidler, Berlin u.a. 1984, 11-16.
  • (zusammen mit Josef Sudbrack): “Hildegard von Bingen (1098-1179)”, in Große Mystiker. Leben und Wirken hg. von Gerhard Ruhbach, Josef Sudbrack, München 1984, 122-141.
  • “Hildegard von Bingen. Das Schauen Gottes”, in Dienender Glaube 60 (1984) 285-286.
  • “Hildegard von Bingen (1098-1179)”, in Rheinische Lebensbilder, Bd. 10, Köln 1985, 7-30.
  • “Una donna straordinaria. Ildegarda di Bingen”, in Monastica 26 (1985) 1-13.
  • “Hildegard von Bingen und ihre Beziehungen zu Trier”, in Kurtrierisches Jahrbuch 25 (1985) 61-72.
  • “Hildegard von Bingen vor dem unfassbaren Gott”, in Dienender Glaube 62 (1986) 177-178.
  • Die Abtei St. Hildegard zu Eibingen, das Mutterkloster des neuen Priorats Marienrode”, in Marienrode. Gegenwart und Geschichte eines Klosters, hg. von Wilfried Meyer, Hildesheim 1988, 20-27.
  • “Die heilige Hildegard (1098 bis 1179)”, in Bingen. Geschichte einer Stadt am Mittelrhein. Vom frühen Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert, hg. von Helmut Mathy, Mainz 1989, 217-234.
  • “Hildegard von Bingen und Bernhard von Clairvaux”, in Rheingau-Taunus-Heimatbrief mit Rheingauer-Riesling-Kurier 4 (1990) 14-15.
  • “Kloster Eberbach und Hildegard von Bingen”, in Rheingau-Taunus-Heimatbrief. Zeitschrift für Geschichte, Kultur, Wein und Tourismus 4/2 (1990) 15.
  • “Hildegard von Bingen. Ein Lebensbild”, Eltville o.J.

Sonstiges

  • Hildegard von Bingen: Der Mensch in der Verantwortung. Das Buch der Lebensverdienste (Liber vitae meritorum), nach den Quellen übersetzt und erläutert von Heinrich Schipperges, Geleitwort von Adelgundis Führkötter, Salzburg 1972.
  • Adelgundis Führkötter: Les Miniatures du Scivias – La connaissance des voies – de Sainte Hildegarde de Bingen, tirées du codex Rupertsberg, texte français de N. N. Huyghebaert OSB (Armaria Patristica et Mediaevalia 1), Turnhout 1977.
  • Adelgundis Führkötter: The Miniatures from the Book Scivias – Know the Ways – of St. Hildegard of Bingen from the illuminated Rupertsberg codex, English version by Fr. Hockey OSB (Armaria Patristica et Mediaevalia 1), Turnhout 1977.
  • Adelgundis Führkötter: De Miniaturen van het boek Scivias – ken de wegen – van de heilige Hildegard van Bingen uit de verluchte prachtkodex van Rupertsberg, Nederlandse tekst Dom Petrus van Aalst OSB (Armaria Patristica et Mediaevalia 1), Turnhout 1977.
  • Marianna Schrader: Die Herkunft der heiligen Hildegard, neu bearbeitet von Adelgundis Führkötter (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 43), Ges. für Mittelrhein. Kirchengeschichte - Trier : Bistumsarchiv, Mainz 1981 (58 Seiten; 1. Auflage im Otto Müller Verlag Salzburg Leipzig).
  • Hildegard von Bingen: Quellen des Heils. Textauswahl, hg. von Adelgundis Führkötter OSB, Otto Müller Veerlag Salzburg 1982 (96 Seiten; ISBN 978-3-7013-0643-5 Pp.).
  • (zusammen mit Klaus Schmidt): Die Schöpfung - Gottes Schönheit : Meditation nach Hildegard von Bingen (1 Tonbildreihe (23 Dias, 1 Kompaktkassette)), AV-Edition München ; Offenbach 1984 (ISBN 978-3-88424-508-8 in Kassette).
  • Kosmos und Mensch aus der Sicht Hildegards von Bingen, hg. von Adelgundis Führkötter OSB (Quellen und Abhandlungen zur Mittelrheinischen Kirchengeschichte 60), Ges. für Mittelrhein. Kirchengeschichte - Trier : Bistumsarchiv, Mainz 1987 (124 Seiten; kart.).[1]
  • Grandi mistici - Ildegarda di Bingen / Adelgundis Führkötter, Josef Sudbrack ; traduzione dal tedesco di Enzo Gatti (italienisch), Edizioni Dehoniane Bologna Bologna 2015 (75 Seiten; ISBN 978-88-10-51502-0 Broschur).

Literatur

  • Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen (Hsgr.): Adelgundis-Führkötter-Bibliographie Rüdesheim 1982 (4 Blätter).
  • Bibliographischer Wegweiser zu den Veröffentlichungen von und über S[chweste]r Adelgundis Führkötter OSB : [Sr. Adelgundis Führkötter OSB zum 80. Geburtstag, 28. September 1985] / bearb. von Werner Lauter, W. Lauter Frankfurt am Main 1985 (26 Blätter).

Weblinks

Anmerkungen

  1. HILDEGARD-FORSCHUNG IN DER ABTEI ST. HILDEGARD bei www.abtei-st-hildegard.de, abgerufen am 2. Mai 2019
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