Andreas Faulhaber

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Andreas Faulhaber (*21. Mai 1713 in Glatz † 3. Dezember 1757) war Priester und ist Märtyrer des Beichtgeheimnisses. Sein Seligsprechungsprozess ist im Gange.

Biografie

Andreas Faulhaber wurde als Sohn eines Hufschmieds geboren. Er besuchte die höhere Schule in Glatz. Er war 14 Jahre Hauslehrer. Die Priesterweihe empfing er 1750. Am 29. September feierte er in Glatz die Primiz. Als Kaplan war er in Bad Landeck, Bad Reinerz, in Königshain und zuletzt in Glatz tätig. Er wurde verleumdet und Befehl des Königs am 30. Dezember 1757 am Galgen gehängt. Seine Leiche blieb zwei Jahre und sieben Monate am Galgen hängen. Sie war vertrocknet, unverwest und unversehrt, nicht von den Krähen zerhackt, wie die Leiche des anderen Gehängten. Am 20. August 1929 wurde sein Schädel in der Jesuitengruft in Glatz gefunden.

In drei schlesischen Kriegen raubte der Preußenkönig Friedrich II. der österreichischen Kaiserin Maria Theresia Schlesien und die Grafschaft Glatz. Im letzten dieser Kriege, dem Siebenjährigen Krieg, wurde der Glatzer Kaplan Andreas Faulhaber auf persönlichen Befehl des Königs am 30. Dezember 1757 am Galgen gehängt. Ihm war vorgeworfen worden, im Beichtstuhl einem fahnenflüchtigen Soldaten die Fahnenflucht erlaubt zu haben. Doch hatte der Soldat bei den Verhören seine erste Aussage mehrfach zurückgenommen. Drei Tage nach der Hinrichtung berichtete der Glatzer Landrat dem Minister, der Deserteur habe nach ausgestandener Strafe seine Denunziation widerrufen und öffentlich erklärt, schuld am unschuldigen Blut zu sein. Auch bezeugt er, dass Faulhaber beherzt gestorben sei und daß seine Glaubensgenossen in ihm einen Märtyrer sehen. Faulhabers Leiche blieb am Galgen hängen, ohne daß man eine Veränderung bemerkt hätte. Als im Sommer 1760 die Österreicher Glatz vorübergehend zurückeroberten, wurde die Leiche vom Galgen genommen und in der Glatzer Stadtpfarrkirche beerdigt. Erst nach der Hohenzollerschaft konnten Vorbereitungen für eine Seligsprechung in Gang kommen, die indes durch die Vertreibung der angestammten Bevölkerung aus der Heimat unterbrochen wurden.

Literatur

  • Georg Siegmund: Vom Beichtstuhl zum Galgen, Kaplan Andreas Faulhaber, Ein Märtyrer des Beichtstuhls Christiana Verlag 1987 (2. Auflage; ISBN 3-7171-0893-X).
  • Polikarp Niestroj, Ein Märtyrer des Beichtstuhls. Leben und Tod des P. Andreas Faulhaber, Glatz 1931
  • Bernhard Anna, Andreas Faulhabers Tod. Ein Trauerspiel aus der Glatzer Vergangenheit, Mittelwalde 1922
  • Chronik der Stadt-Pfarrkirche in Glatz 1906 bis 1946, begonnen von Pfarrer Skalitzky, fortgesetzt von Pfarrer Dr. Monse,

Amateurverfilmung durch Dr. Dieter Pohl im Herbst 1988 im Pfarrarchiv Glatz, 2 Bände

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