Antonie Rädler

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Antonie Rädler (*14. Dezember 1899 in † 9. Dezember 1991) ist die Gründerin der Gebetsstätte Wigratzbad.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Antonie Rädler ist das vierte Kind von Andreas Rädler von Wigratzbad und Maria Gsell von Rulands aus der Gemeinde Opfenbach. 1918 litt Antonie an der spanischen Grippe. Fast fünf Jahre schwebte sie dauernd zwischen Leben und Tod, weil eine Komplikation die andere ablöste. Obwohl sie viele für verloren hielten, genas sie 1923 plötzlich nach einer (angeblichen) Erscheinung der Allerseligsten Jungfrau Maria:

Verfolgung durch den Nationalsozialismus

Antonie begann nach ihrer plötzlichen wunderbaren Heilung ein rühriges marianisches Apostolat. Sie gründete und führte mit Zustimmung des H. H. Ortspfarrers Basch und unter seiner Aufsicht marianische Kinder-, Jugend- und Erwachsenenkongregationen und brachte sie in kurzer Zeit zu hoher Blüte, bis ihr Vater ihr eine neu gegründete Metzgereifiliale in Lindau übertrug. Dort kam sie in Konflikt mit der aufstrebenden Partei des Nationalsozialismus, weil sie sich weigerte, an Stelle des Bildes der Dreimal wunderbaren Mutter das Bild des Führers Adolf Hitler zu setzen, mit "Heil Hitler" zu grüßen, an Festtagen Fleisch zu verkaufen usw. Die Parteileute verurteilten sie zum Tode im Vernichtungslager Ausschwitz und versuchten in drei nächtlichen Überfällen sie gefangen zu nehmen, im Bodensee zu ertränken, um die Lüge zu verbreiten, sie habe in religiösem Wahn Selbstmord begangen. Ihr Vater schließt die Metzgerei und bringt seine Tochter nach Wigratzbad zurück. Zum Dank bittet Antonie um die Erlaubnis zum Bau einer Lourdesgrotte auf dem Grundstück ihrer Eltern (heute die kleine Kapelle vor dem Rädlerhaus). Nun wurde mit den Sühnestunden und Sühnenächten begonnen, die dann durch 45 Jahre fortgesetzt worden sind.

Das Erlebnis 1936

Es war in der Oktav von Mariä Empfängnis 1936, zwei Monate nach der feierlichen Einweihung der Lourdesgrotte in Wigratzbad. Frl. Antonie Rädler begab sich innerlich gedrängt am frühen Nachmittag zur Grotte und betete den schmerzhaften Rosenkranz.
Den folgenden Bericht hat sie selbst im Jahre 1938 niedergeschrieben. Sie erzählt: „Beim 3. Geheimnis" der für uns mit Dornen gekrönt worden ist', härte ich auf einmal ein Rauschen, das immer mehr anschwoll. Es hörte sich an wie das Rauschen von unzähligen Flügelschlägen. Ich schaute zum Gnadenbild empor, sah aber nichts. Dann hob ein Gesang an, der immer mächtiger anschwoll und schließlich so gewaltig und wuchtig wurde, als würden unzählige himmlische Heerscharen um die Grotte versammelt in wundervollen Akkorden zusammenstimmen. Sie sangen alle: ,Unbefleckt empfangene Mutter vom Sieg, bitte für uns!' Wohl fünfzigmal hörte ich die Worte und begann dann unwillkürlich mitzusingen. Ich habe auf das Gnadenbild geschaut. Es hat sich nicht verändert, nur schien es mir, als würde Maria lächeln. Dann hob das Singen wieder an, wurde aber allmählich schwächer und verstummte schließlich. Ich kniete auf meinem Betschemel und wußte nicht, wie mir war. Ich war wie gebannt. Plötzlich aber fiel mir ein: ,Geh heim, die Arbeit wartet auf dich!' Das Erlebnis hatte 2-3 Stunden gedauert. Die Mutter empfing mich mit bitteren Vorwürfen über mein langes Ausbleiben. Ich schwieg und ging früh zu Bett. Mein Herz zersprang fast vor Freude."

Kirchliche Prüfung des Erlebnisses

Antonie erzählte das Ereignis Pfarrer Feiel (*8. Juni 1875 zu Neukirch bei Rottweil), dem Pfarrer von Eglofs. Dieser hörte aufmerksam, schweigend und nachdenklich Antonie an. Dann entschied er: „Ein Teufelsspuk ist das sicher nicht gewesen. Der Satan wird sich nie mit einem solchen Worttext angeben: ,Unbefleckt empfangene Mutter vom Sieg'. Was Sie erlebten, war eine gottgewollte Begegnung. Gott hat, um sein Wohlgefallen auszudrücken, die unerhörte Gnade verbunden, Engelchöre zu senden, die der gottfernen, sinkenden Welt andeuten, Maria wolle hier als Siegerin über Welt und Teufel thronen, Siegerin heißen und sein, und als solche unerhörte Gnaden in und mit diesem Heiligtum verknüpfen und den Seelen schenken.
Damit wir aber ganz sicher gehen, bitten Sie die Mutter Gottes in diesem ihrem Heiligtum, sie wolle auf diese Anrufung hin binnen acht Tagen drei große Gebetserhörungen gewähren. Ich wolle dies als Zeichen von ihr. Dann kommen Sie und berichten. Wenn sich nichts ereignet, brauchen Sie nicht mehr kommen." Antonie gehorchte. Sie nahm den Heimweg so, daß er über die Grotte führte. Sie wollte den Auftrag des Priesters an die hohe Herrin gleich ausführen. Der Himmel bestätigte die priesterliche Forderung durch verschiedene erflehte Wunder: der plötzlichen Heilung von Leber- und Magenkrebs und einer Hilfe in Todesnot.

Weitere Verfolgung durch den Nationalsozialismus

1938 errichtete Antonie die kleine Kapelle in Wigratzbad, da die kleine Lourdesgrotte zu klein wurde. Am 1938 wurde sie zum ersten Mal verhaftet und wurde in das Staatsgefängnis „Katzenstadl“ nach Augsburg gebracht, wo sie mit Frauen übelster Sorte eingesperrt war. Sie wurde an „Maria Erwartung“ unerwartet am 18. Dezember entlassen. 1940 sollte sie wieder verhaftet werden. Dieses Mal floh in den Bregenzer Wald und versteckte sich einige Jahre bei einer Familie. Sie wurde ständig durch die Gestapo gesucht. Dann versteckte sie der Vater in Wigratzbad bis zum Kriegsende in der Scheune. Die Gestapo kam öfters, fand sie aber nie

Charisma der Gebetsstätte ist die stellvertretende Sühne

In den Nachkriegsjahren errichtete Antonie ein Sanatorium für Krebskranke Menschen, welches nach dem Tod des Arztes 1962 zu einem Pilgerheim umgebaut wurde. In diesen Jahren hielt sie jeden Donnerstag auf Freitag Sühnenachte und am Samstag auf Sonntag bis Mitternacht. 1976 baute Antonie und Johannes Schmid die „Herz Jesu- und Herz-Marien-Sühnekirche““ in Wigratzbad zur Sühne der schrecklichen Verbrechen, der Unsittlichkeiten die begangen werden; zur Rettung der Sünder; wegen der Entheiligung des Sonntags und als Gebetsapostolat um seeleneifrige Priester. Anfang der 80er Jahre kam das Pilgerheim Sankt Joseph dazu, das 1988 fertig gestellt war.

Heimgang

Sie wurde häufig in ihren letzten Lebensjahren bettlägerig und die letzten zwei Jahre von den „Dienerinnen Christi“ gepflegt. Sie starb am Fest der Unbefleckten Empfängnis, das 1991 in der Diözese auf den 9. Dezember 1991 verschoben war. Bischof Josef Stimpfle beerdigte sie. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in der Ölbergkapelle an der Seite von P. Johannes Schmid im Schatten der „Herz Jesu- und Herz-Marien-Sühnekirche in Wigratzbad.

Antonie sagte öfters zu Bischof Josef Stimpfle, dass hier in Wigratzbad ein Priesterseminar entstehen wird und dass Seminaristen aus Rom kämen.

Literatur

Medien

  • CD: Beerdigung von Frl. Antonie Rädler, Hl. Messe und Predigt (Titel 5-7) von S.E. Bischof Dr. Josef Stimpfle, Radio Maria e.V., Kapellenweg 7, 88145 Opfenbach
  • 2 CD´s (160 min.): Erich Maria Fink, Die großen Zeichen In Wigratzbad, Radio Maria e.V., Kapellenweg 7, 88145 Opfenbach (beim Miriam Verlag erhältlich).

Weblinks

Meine Werkzeuge