Armand-Jean Le Bouthillier de Rancé

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Armand Jean Le Bouthillier de Rancé (* 9. Januar 1626 in Paris; † 27. Oktober 1700 in La Trappe) war Reformabt im Zisterzienserorden und Begründer des Ordens der Zisterzienser strengerer Oberservanz (Trappisten).

Biografie

De Rancé stammte auch dem französischen Adel. Seitens seiner Familie war er für eine militärische Laufbahn vorgesehen, schlug dann aber an Stelle seines verstorbenen Bruders Denis in den Kirchendienst. 1637, also mit 11 Jahren, erhielt De Rancé eine Domherrnstelle von Notre-Dame in Paris und von fünf Abteien, darunter auch von La Trappe, als Pfründe.

1651, nach seinem Studium in Paris, empfing De Rancé die Priesterweihe; 1654 promovierte er.

Der Onkel De Rancés war Erzbischof von Tours und wollte seinen Neffen 1657 zum Erzdiakon mit Recht auf Nachfolge ernennen. Jedoch kam dieses Vorhaben nicht zustande. Im gleichen Jahr verstarb De Rancés gute Freundin, die Herzogin von Montbazon.

Die Enttäuschung über die nicht zustande gekommene Ernennung zum Erzdiakon und der Schmerz über den Tod seiner Freundin führten zur Bekehrung De Rancé. In den kommenden Jahren verschenkte er sein Vermögen. Er machte sich daran, das baulich und moralisch heruntergekommene Kloster La Trappe, dessen Kommendentarabt er war, zu erneuern. Er ließ die Gebäude erneuern und bemühte sich um eine Erneuerung des monastischen Lebens in diesem Kloster. Reformunwillige Mönche fand er mit einer Pension ab und siedelte in La Trappe Mönche aus dem Kloster Perseigne, eines Reformklosters innerhalb des Zisterzienserordens, an.

Während des Wiederaufbaus von La Trappe lebte und arbeitete De Rancé zusammen mit den anderen Mönchen. Am 20. August 1662 wurde in La Trappe der Chordienst wieder aufgenommen. De Rancé wollte dem Kloster fortan als regulärer Abt vorstehen. Deshalb trat er im Mai 1663 ins Kloster Perseigne, dessen Tochterkloster La Trappe damals war, ein und absolvierte dort sein Noviziat. Ein Jahr später legte er die Profess ab und empfing die Abtsweihe.

Grundlage des Lebens in La Trappe war die Regel des Heiligen Benedikt. Dazu verfasste De Rancé mit seinem Werk Declarationes in regulam beati Benedicti ad usum Domus Dei Beatae Mariae de Trappa Auslegungen, die die Lebensgewohnheiten von La Trappe regelten.

Aus den Reformbemühungen de Rancés ging schließlich der Orden der Zisterzienser von der strengen Observanz, nach dem Ursprungskloster La Trappe auch Trappisten genannt, hervor.

De Rancé wurde nicht heilig gesprochen. Der Trappistenorden gedenkt De Rancés an dessen Todestag, dem 27. Oktober.

Literatur

  • Sr. Maria Magdalena Aust OCSO, Nichts anderes als Gottes Haus und Pforte zum Himmel. Grundzüge der Spiritualität des Abtes de Rancé (1626-1700), in: Cistercienser Chronik 107 (2000) 351-360 (1. Teil) und 108 (2001) 33-58 (2. Teil).
  • Josef Theodor Rath, Rancé, Armand-Jean Le Bouthilier de, in: BBKL VII (1994) 1320-1323.
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