Arn von Salzburg

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Arn(o) von Salzburg (* um 740 in Bayern- 821 in Salzburg). Seliger, Bischof von Salzburg, und ab 798 erster Erzbischof von Salzburg, sowie Abt von St. Peter.

Herkunft & Werdegang

Arn wurde vermutlich um 740/41 geboren. Sein genauer Geburtsort ist unbekannt geblieben, bekannt ist aber zumindest, dass er im Bistum Freising geboren wurde. Vermutlich war seine begüterte Familie mit einer der "genealogiae" (die fünf führenden Sippen der Bayern nannte man so) der "lex Baiuvariorum" (dem bayerischen Stammesrecht) verwandt, vermutlich den Fagana. Dies würde auch zu seinen späteren Lebensstationen passen. Seine Ausbildung erhielt er im Kloster St. Zeno in Isen. Aufgrund eines Gelöbnisses seines Vaters Hahold wurde er 757/58 an die Freisinger Kirche tradiert. Hahold war bei einem Kampf schwer verwundet worden und hatte für den Fall seiner Genesung gelobt eine Kirche zu stiften. An der Freisinger Domschule erhielt er seine weitere Ausbildung und ist dort 765 als Diakon und 776 als Priester nachgewiesen. 778 soll er in das Kloster St. Amand eingetreten sein. Allerdings lebte er dort nicht als Mönch sondern nach Art der Kanoniker ohne Profeß, also ohne ein Gelübde abgelegt zu haben. Bekannt ist aber, dass er vom dortigen Abt, Gisalbert, gefördert wurde, sodass Arn beim Tod von Gisalbert, im Jahr 782, dessen Nachfolge antreten konnte. Da St. Amand vermutlich ein fränkisches Hauskloster war, dürfte Arn dem Hof Karls des Großen schon in diesen Tagen zum ersten Mal aufgefallen sein.

Wirken in Salzburg

Als der Hl. Virgil 784 in Salzburg stirbt, wurde Arn zu dessen Nachfolger. Es dürfte sich bei Arn um eine Art Kompromisskandidat gehandelt haben, denn es fällt auf, dass Arn erst 785, mehr als 7 Monate nach Virgils Tod, zu dessen Nachfolger ernannt wurde. Nach kanonischem Recht musste aber binnen dreier Monate ein Nachfolger gefunden werden. Und der neue Bischof dürfte als Abt eines fränkischen Hausklosters und als, aus höchstem bayrischem Adel stammender, Landsmann Tassilos, beiden Seiten genehm gewesen sein. Bereits 788 reiste er erstmals nach Rom um dort im Namen Tassilos III. mit König Karl zu verhandeln, doch vergebens. Mit der Begründung, er würde nicht über ausreichende Vollmachten verfügen, musste er unverrichteter Dinge zurückkehren. Ab 791 ist er „missus dominicus“, als Königsbote, nachgewiesen, und zog 791 und 796 mit Karl bzw. Pippin ins Awarenland. Am 20. April 798 wurde er zum Erzbischof von Salzburg, und Salzburg zum Sitz des Metropoliten von Bayern erhoben. Auch bei der Kaiserkrönung Karls am 25. Dezember 800 in Rom war er mit dabei. Vermutlich als eine Art „Vizekönig“ regierte Arn Bayern zwischen 802 und 807. Im Jahr 811 unterzeichnete er das Testament Kaiser Karls an dritter Stelle. Nachdem Kaiser Karl 814 gestorben war zog auch Arn sich aus der hohen Politik zurück.

Zu seinen bedeutendsten Leistungen gehört die „Gründung“ der Bibliothek von St. Peter, der ältesten Bibliothek Österreichs. Auch kann man vermuten, dass er eine Domschule begründete um den Priesternachwuchs sicher zu stellen, da er Schüler des Gelehrten Alkuin nach St. Peter als Mönche und Lehrer berief. Ob aber das Skriptorium (Schreibstube eines Klosters) von St. Peter ebenfalls unter ihm eingerichtet wurde oder schon von seinem Vorgänger, dem Hl. Virgil, ist kaum zu entscheiden. Fest steht aber das er aus St. Amand/Elnon Schreiber und Bücher mitbrachte. Die „notitia arnonis“ und die „breves notitiae“ sind ebenfalls von ihm in Auftrag gegeben worden. Sie bilden ein Verzeichnis aller Besitzungen Salzburgs in jener Zeit, und gehören zu den ältesten Zeugnissen einer karolingischen Minuskel(Schrift, die nur aus Kleinbuchstaben besteht) in Bayern(bzw. heute in Österreich)überhaupt.

Bei seinem Tode verfügte Salzburg über 6 Eigenklöster, 5 –6 „Wirtschaftszellen“ sowie über rund 80 Eigenkirchen. Unter seiner Führung wurde Salzburg mit der Mission in Pannonien beauftragt. Das Geboiet umschloss alles zwischen Donau im Norden und Osten, Raab im Westen und Drau im Süden, das gesamte damalige bayerische Ostland! Arn starb im Alter von rund 80 Jahren, 821, in Salzburg.


Literatur

  • Dopsch, Heinz; Kleine Geschichte Salzburgs. Stadt und Land; Salzburg 2001.
  • Ortner, Franz; Das Erzbistum Salzburg in seiner Geschichte 2. Mittelalter, Missionszentrum und Kulturträger; Strassburg 1994.
  • Zaisberger, Friederike; Geschichte Salzburgs; München und Wien 1998.
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