Barbara Stühlmeyer

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Version vom 25. März 2012, 19:00 Uhr

Barbara Stühlmeyer (* 12. November 1964 in Bremen) ist eine Hildegard-Forscherin, Benediktineroblatin, Kirchenmusikerin und Schriftstellerin.

Inhaltsverzeichnis

Studien

Nach dem Abitur am Alten Gymnasium in Bremen studierte sie zunächst Kirchenmusik (1984 bis 1988) an der Hochschule für Künste in Bremen und war Assistentin des Kirchenmusikdirektors an der Bremer Propsteikirche. Im wissenschaftlichen Studium (1988 bis 1994) studierte sie Theologie, Schwerpunkt Liturgiewissensachft bei Klemens Richter und Kirchengeschichte bei Arnold Angened, Philosophie bei Berthold Wald und Musikwissenschaft bei Winfried Schlepphorst an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster. Im Jahr 2004 wurde sie mit 'Summa cum laude' promoviert. Weiterführende Studien der Gregorianischen Semiologie absolvierte sie unter anderem bei Godehard Joppich und Johannes Berchmans Göschl.

Ihre Dissertation Die Gesänge der Hildegard von Bingen ist ein Standardwerk der musikbezogenen Hildegard-Forschung. Es wird erstmals nachgewiesen, dass auch die diastematische (auf Notenlinien geschriebene) Neumenschrift eine rhythmische Bedeutung hat. Die Deutung der Kompositionen erfolgte in enger Bezugnahme zu den theologischen Werken Hildegards, in das Teile der Texte eingebunden sind. Stühlmeyer zeigte zudem auf, dass Hildegards Tonsprache und der bis zu zweieinhalb Oktaven umfassende Umfang den professionellen kompositorischen Standards des 12. Jahrhunderts entsprach. Durch ihre den spirituellen Kontext berücksichtigende Forschungsarbeit wurde belegt, dass die Vorgaben der Regula Benedicti sich auf die formale Konzeption der Kompositionen auswirkten. Dies hatte den Nachweis zur Folge, dass die Gesänge liturgische Verwendung fanden. Ihre theologischen Forschungen zum Ordo virtutum Hildegards verdeutlichten, dass deren Standpunkt den ethischen Diskurs des 12. Jahrhunderts mit seinen Protagonisten Petrus Abaelardus, Anselm von Canterbury und Rupert von Deutz aufgriff und weiterführte. Für das Forschungsprojekt Musik und Gender im Internet verfasste Stühlmeyer die Grundseite zur Musik Hildegards.[1]

Wirken

Von 1993 bis 2001 leitete sie Tagungen in der katholischen Akademie St.-Jakobus-Haus in Goslar. Seit 1995 ist sie Mitarbeiterin und Redakteurin der Zeitschrift Karfunkel. Dort betreut sie die Sparten Musik und Mediävistik. Ebenso ist sie seit 2010 Redakteurin und ab 2011 Chefin vom Dienst der Zeitschrift Musica sacra[2]. Als wissenschaftliche Beraterin betreut sie CD-Produktionen. Bei Rundfunk- und Fernsehsendungen sowie internationalen Ausstellungen wirkt sie als Mittelalter-Spezialistin. Darüber hinaus ist sie als Schriftstellerin tätig.[3]

Sie lebt Hof im Erzbistum Bamberg, ist verheiratet und Mutter einer Tochter. Seit 2002 ist sie Oblatin der Benediktinerinnen Abtei St. Hildegard in Eibingen.[4]

Publikationen (Auswahl)

Bücher

Artikel in Buchpublikationen

  • Die Kompositionen der Hildegard von Bingen. Ein Forschungsbericht. In: Beiträge zur Gregorianik. 22. ConBrio Verlagsgesellschaft, Regensburg 1996, ISBN 3-930079-23-2.
  • Auf der Suche nach der Stimme des lebendigen Geistes. Die Musik Hildegards von Bingen als Sinnbild vollendeter Schöpfung. In: Edeltraut Forster (Hrsg.): Hildegard von Bingen. Prophetin durch die Zeiten. Herder, Freiburg im Breisgau 1997, ISBN 3-451-26162-6.
  • Musik im 12. Jahrhundert. In: Hans-Jürgen Kotzur: Hildegard von Bingen 1098 – 1179. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1998, ISBN 3-8053-2445-6.
  • Musik in Kirchen und Klöstern. In: Jahrbuch der Erzdiözese Bamberg. 2006 Heinrichs-Verlag 2005.
  • Die Chöre der Engel und der Teufel im Chorgestühl – die Grundlagen der mittelalterlichen Musikpraxis. In: Ludger Stühlmeyer (Hrsg.): Stationen der Kirchenmusik im Erzbistum Bamberg. Bamberg 2007.
  • Und Klara singt doch. Eine Geschichte für Kinder aus alter Zeit. In: Jahrbuch der Erzdiözese Bamberg. 2009 Heinrichs-Verlag, 2008.
  • Aventurina, die Kathedrale und das Puppentheater. In: Jahrbuch der Erzdiözese Bamberg. 2012 Heinrichs-Verlag, 2011.

Aufsätze und Artikel in Zeitschriften
– In: Karfunkel – Zeitschrift für erlebbare Geschichte, Wald-Michelbach.

  • Anima sana in copore sano – Klostermedizin. Karfunkel-Codex Nr. 1.
  • Hildegard von Bingen. Nr. 53, 2004.
  • Elisabeth von Thüringen. (Titelgeschichte zur Landesausstellung) Nr. 70, 2007.
  • In der Stadt wohnen und mit dem Wolf tanzen – Die neuen Lebensformen der Bettelorden. Gotik-Codex Nr. 7, 2009.
  • Zwei Tücher viele Fragen – Das Grabtuch von Turin und der Schleier von Manoppello. Nr. 89, 2010.
  • Einstimmig – vielschichtig: Der Gregorianische Choral. (Musikspezial) Nr. 90, 2010.
  • Die unbequeme Lehrerin oder: warum Hildegard von Bingen so spät heilig wurde. Nr. 96, 2011.

– In: Musica sacra – Zeitschrift des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes für Deutschland, Regensburg.[7]

  • Orgelpassagen auf der Straße gehen – Streiflichter zum 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy. Heft 3, 2009.
  • Musik als Apologie – Die Messen Bertold Hummels. Heft 6, 2010.
  • Ut mens concordet voci – Die Regel Benedikts als Lebensmodell für Kirchenmusiker. Heft 3, 2011.
  • Die musikalische Kirchenlehrerin. Zur Heiligsprechung Hildegards von Bingen. Heft 5, 2011.

– In: Glauben leben – Zeitschrift für Spiritualität im Alltag, Kevelaer.[8]

  • Hildegard von Bingen – vom Säen, wachsen und Ernten. Heft 5, September/Oktober 2006.
  • Da berühren sich Himmel und Erde oder: Warum man das Sanctus nicht sprechen kann. Heft 5, September/Oktober 2007.
  • Abbild des Ewigen oder: Eins und eins ist eins Heft 1, Januar/Februar 2008.
  • Warum wandeln wandelt oder: Die Frage nach dem Akkusativ. Heft 1, Januar /Februar 2009.
  • Anecken inbegriffen – Ein Leben in Grenzen. Heft 2, März/April 2010.
  • L(l)eben mit allen Sinnen. Zur Heiligsprechung der Hildegard von Bingen. Nr. 6, 2011.

– In: Heinrichsblatt – Katholische Wochenzeitung des Erzbistums Bamberg.

  • Nehmt Gottes Melodie in euch auf. Bamberg, Nr. 51/52, 24. Dezember 2004.
  • Den richtigen Ton treffen. Betrachtung über das Lied: Es sah'n drei weise Könige von Rolf Krenzer und Ludger Stühlmeyer. Bamberg, Nr. 1, 2. Januar 2011.
  • Kein Blatt vor den Mund – über die neue Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen – Verbindung nach Bamberg. Bamberg, Nr. 1, 1. Januar 2012.

– In: Kirchenzeitungen der Diözesen Österreichs.

  • Schwerpunktserie zu Hildegard von Bingen (2011): Stark und Gottverliebt (18. September), Von der Eremitin zum Superstar (23. Oktober), Klartext geredet, trotzdem gefragt (30. Oktober), Von Dinkelbrei und Chalzedon (6. November), Einmal Himmel und zurück (13. November), Gut und Böse im Gespräch, (20. November), Gotteslob aus Frauenhand (27. November).

Rundfunk und Fernsehen

  • Interviews mit Barbara Stühlmeyer in der ARD-Fernsehserie: Hildegard von Bingen (1098 - 1179). Südwestfunk Baden-Baden, gesendet 1998.
  • Margarete Zander und Barbara Stühlmeyer im Gespräch. 900 Jahre Hildegard von Bingen. Sendung im WDR am 20. Juni und im NDR Kultur am 3. Oktober 1998.

Interviews

  • Paulus von Tarsus. Ein Interview mit Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick. In: Karfunkel Nr. 81, 2009.
  • Die Domschola in Bamberg. Ein Interview mit Bambergs Domkapellmeister Werner Pees. In: Karfunkel Nr. 92, 2011.

CD–Projekte

Wissenschaftliche Begleitung und Bookletgestaltung von Tonträgern:

  • Hildegard von Bingen: Femina Forma Maria. Marienlieder des Villarenser Kodex. Ensemble Mediatrix, Ltg. Johannes Berchmans Göschl. Calig, Augsburg 1996.
  • Hildegard von Bingen – O vis aeternitatis. Vesper in der Abtei St. Hildegard. Schola der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard, Eibingen, Ltg. Johannes Berchmans Göschl, Sr. Christiane Rath OSB. Ars Musici, Freiburg 1997.
  • Hildegard von Bingen: Saints. Sequentia, Barbara Thornton und Benjamin Bagby. BMG 1998.
  • Hildegard von Bingen: Ordo virtutum – ein mittelalterliches Mysterienspiel. Ensemble A Cappella, Köln, Ltg. Dirk van Betteray. OKK, Waldbröhl 1998.
  • Hildegard von Bingen: Ordo virtutum. Cantoria Alberto Grau, Ltg. Johannes Berchmans Göschl. Legato 1999.
  • Lilium. Ensemble Cosmedin, Stephanie und Christoph Haas. Animato 2001.
  • Seraphim – Hildegard von Bingen. Ensemble Cosmedin, Stephanie und Christoph Haas. Animato 2005.
  • Rose van Jhericho – Das Liederbuch der Anna von Köln (um 1500). Ars Choralis Coeln, Ltg. Maria Jonas. Raumklang 2007.
  • Quinta Essentia. Ensemble Cosmedin, Stephanie und Christoph Haas. Animato 2007.

Literatur

  • Dorothea Weiler: Auf der Suche nach der Stimme des lebendigen Geistes. Barbara Stühlmeyer forscht über die Musik der Hildegard von Bingen. In: Heinrichsblatt. Nr. 16, Bamberg 19. April 1998.
  • Franziska Hanel: Lieder und Bilder – Hildegard von Bingen als zentraler Punkt im Leben zweier Frauen: Barbara Stühlmeyer und Sabine Böhm. In: Frankenpost. Hof 18. September 2004.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. MUGI Multimedia Lexikon
  2. Musica sacra Regensburg
  3. Verlag Haus Altenberg
  4. Jahresrundbrief der Abtei St. Hildegard
  5. Abstract der Dissertation im Oxford Journal
  6. Zwei Damen erzählen von Engeln, Frankenpost 2011
  7. Onlineausgabe der Zeitschrift Musica sacra
  8. Homepage der Zeitschrift Glauben leben
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