Benutzer:Asteriscus/in statu nascendi

Aus Kathpedia
< Benutzer:Asteriscus(Unterschied zwischen Versionen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
(-)
(+)
 
Zeile 21: Zeile 21:
 
Amadeus Hoamyblav war der uneheliche Sohn des evangelischen Hofer [[Kantor]]s<ref>Anonymus: ''Die Organisten und Kirchnerstelle in Hof, Einkommen, Besetzung, die Organisten''. Hof o.&nbsp;J..</ref> und Lehrers am Hofer Gymnasium Albertinum Martinus Clodius<ref>Johann Nikolaus Prückner: ''Synkronistik und Lebensläufe der Lehrer am Hofer Gymnasium von 1502 bis 1817''. Nordostoberfränkischer Verein für Natur-, Geschichts- und Landeskunde e.&nbsp;V., Mintzel Hof 1999, ISBN 3-928626-33-7, S.&nbsp;191–195.</ref> und der aus Böhmen stammenden Weißnäherin und Katholikin Kateřina Hoamyblava. Nach dem Besuch des Hofer Gymnasiums<ref>Ernst Dietlein: ''Chronik der Stadt Hof. Allgemeine Stadtgeschichte''. Mintzel Hof 1937.</ref> war er von 1601 bis 1604 Schüler des Organisten, Komponisten und Musikinstrumentenbauers Hans Leo Haßler in Nürnberg, wo Haßler sich besonders als Konstrukteur von [[Orgel]]automaten hervor tat.<ref>C. Russell Crosby: ''Hans Leo Haßler''. In: ''Neue Deutsche Biographie'', Band 8. Duncker & Humblot Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S.&nbsp;53 f.</ref> Hoamyblav experimentierte in dieser Zeit mit Nebenzügen wie ''Zymbelstern, Heertrommel, Herdengeblök, Vogelgeschrei'' und ''umlaufender Sonne, Mond und Sternen''. Ebenso wie er, war auch der Orgelbauer Jacob Schedlich (1591–1669) zu Beginn des 17. Jahrhunderts Schüler von Haßler gewesen.<ref>Rudolf Quoika: ''Der Orgelmacher Jacob Schedlich''. In: ''Archiv für Musikwissenschaft'', 18, 2. 1961, S.&nbsp;141–154.</ref> Als Haßler 1604 nach Ulm übersiedelte, setzte Hoamyblav seine Ausbildung bei Melchior Franck in der Residenzstadt Coburg fort und wurde Mitglied der Hofkapelle Herzog Johann Casimirs.<ref>Heinrich Regdulus: ''Amadeus Theodor Hoamyblav. Eine Musikerbiographie zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges''. Eger o.&nbsp;J., S.&nbsp;10.</ref>
 
Amadeus Hoamyblav war der uneheliche Sohn des evangelischen Hofer [[Kantor]]s<ref>Anonymus: ''Die Organisten und Kirchnerstelle in Hof, Einkommen, Besetzung, die Organisten''. Hof o.&nbsp;J..</ref> und Lehrers am Hofer Gymnasium Albertinum Martinus Clodius<ref>Johann Nikolaus Prückner: ''Synkronistik und Lebensläufe der Lehrer am Hofer Gymnasium von 1502 bis 1817''. Nordostoberfränkischer Verein für Natur-, Geschichts- und Landeskunde e.&nbsp;V., Mintzel Hof 1999, ISBN 3-928626-33-7, S.&nbsp;191–195.</ref> und der aus Böhmen stammenden Weißnäherin und Katholikin Kateřina Hoamyblava. Nach dem Besuch des Hofer Gymnasiums<ref>Ernst Dietlein: ''Chronik der Stadt Hof. Allgemeine Stadtgeschichte''. Mintzel Hof 1937.</ref> war er von 1601 bis 1604 Schüler des Organisten, Komponisten und Musikinstrumentenbauers Hans Leo Haßler in Nürnberg, wo Haßler sich besonders als Konstrukteur von [[Orgel]]automaten hervor tat.<ref>C. Russell Crosby: ''Hans Leo Haßler''. In: ''Neue Deutsche Biographie'', Band 8. Duncker & Humblot Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S.&nbsp;53 f.</ref> Hoamyblav experimentierte in dieser Zeit mit Nebenzügen wie ''Zymbelstern, Heertrommel, Herdengeblök, Vogelgeschrei'' und ''umlaufender Sonne, Mond und Sternen''. Ebenso wie er, war auch der Orgelbauer Jacob Schedlich (1591–1669) zu Beginn des 17. Jahrhunderts Schüler von Haßler gewesen.<ref>Rudolf Quoika: ''Der Orgelmacher Jacob Schedlich''. In: ''Archiv für Musikwissenschaft'', 18, 2. 1961, S.&nbsp;141–154.</ref> Als Haßler 1604 nach Ulm übersiedelte, setzte Hoamyblav seine Ausbildung bei Melchior Franck in der Residenzstadt Coburg fort und wurde Mitglied der Hofkapelle Herzog Johann Casimirs.<ref>Heinrich Regdulus: ''Amadeus Theodor Hoamyblav. Eine Musikerbiographie zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges''. Eger o.&nbsp;J., S.&nbsp;10.</ref>
  
1621 trat er im neu gegründeten Herzogtum Friedland, als Hoforganist der im „Český ráj“ (deutsch: ''Böhmisches Paradis'') gelegenen Residenzstadt Gitschin und Kammerdiener, in den Dienst Albrecht von Wallensteins. 1626 wurde er zudem Feldtrompeter, da Gabriel Voigtländer Wallensteins Heer verlassen hatte und Feldtrompeter des Lübecker Rates geworden war. Nach einer Begegnung mit dem Komponisten Heinrich Schütz um 1630 in Dresden, entstand das Werk ''Psalmodium'', eine Sammlung von 12 Cantionalsätzen für [[Chor (Musik)|Chor]].<ref>Heinrich Regdulus, a.a.O., S.&nbsp;17.</ref> Im [[30-jähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] wirkte Hoamyblav u.&nbsp;a. in der Schlacht bei Steinau an der Oder am 11. Oktober 1633 als Feldtrompeter mit, bei der er sich eine folgenschwere Kriegsverletzung zuzog. Nach einer Amputation hatte er rechts nur noch ein Bein und musste seinen Dienst sowohl als Hoforganist als auch als Feldtrompeter aufgeben. Ein, aufgrund seiner Erfahrung als Militärmusiker und Orgelkonstrukteur geplantes, 90-pfündiges<ref>Entspricht aufgrund des zu dieser Zeit handelsüblichen Nürnberger Pfunds 45,85 kg.</ref> eckiges Kanonengeschoss, kam nicht mehr zum Einsatz. Es sollte, aufgrund eines höheren Luftwiderstandes als eine Kanonenkugel, stärkere Geräusche entwickeln und so den Gegner zusätzlich einschüchtern.<ref>Heinrich Regdulus, a.a.O., S.&nbsp;23.</ref> Im [[Advent]] des Jahres 1633 nahmen Verwandte in Eger, dem heutigen Cheb (Tschechische Republik) ihn auf, wo er noch einige Hilfsdienste an der Friedrich-Pfannmüller-Orgel der Basilikakirche St. Nikolaus versah. Im Zuge der Ermordung Wallensteins am 25. Februar in Eger wurde er selbst getötet.<ref>Heinrich Regdulus, a.a.O., S.&nbsp;24.</ref>
+
1621 trat er im neu gegründeten Herzogtum Friedland, als Hoforganist der im „Český ráj“ (deutsch: ''Böhmisches Paradis'') gelegenen Residenzstadt Gitschin und Kammerdiener, in den Dienst Albrecht von Wallensteins. 1626 wurde er zudem Feldtrompeter, da Gabriel Voigtländer Wallensteins Heer verlassen hatte und Feldtrompeter des Lübecker Rates geworden war. Nach einer Begegnung mit dem Komponisten Heinrich Schütz um 1630 in Dresden, entstand das Werk ''Psalmodium'', eine Sammlung von 12 Cantionalsätzen für [[Chor (Musik)|Chor]].<ref>Heinrich Regdulus, a.a.O., S.&nbsp;17.</ref> Im [[30-jähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] wirkte Hoamyblav u.&nbsp;a. in der Schlacht bei Steinau an der Oder am 11. Oktober 1633 als Feldtrompeter mit, bei der er sich eine folgenschwere Kriegsverletzung zuzog. Nach einer Amputation hatte er rechts nur noch ein Bein und musste seinen Dienst sowohl als Hoforganist als auch als Feldtrompeter aufgeben. Ein von ihm aufgrund seiner Erfahrung als Militärmusiker und Orgelkonstrukteur geplantes, 90-pfündiges<ref>Entspricht aufgrund des zu dieser Zeit handelsüblichen Nürnberger Pfunds 45,85 kg.</ref> eckiges Kanonengeschoss, kam nicht mehr zum Einsatz. Es sollte, aufgrund eines höheren Luftwiderstandes als eine Kanonenkugel, stärkere Geräusche entwickeln und so den Gegner zusätzlich einschüchtern.<ref>Heinrich Regdulus, a.a.O., S.&nbsp;23.</ref> Im [[Advent]] des Jahres 1633 nahmen Verwandte in Eger, dem heutigen Cheb (Tschechische Republik) ihn auf, wo er noch einige Hilfsdienste an der Friedrich-Pfannmüller-Orgel der Basilikakirche St. Nikolaus versah. Im Zuge der Ermordung Wallensteins am 25. Februar in Eger wurde er selbst getötet.<ref>Heinrich Regdulus, a.a.O., S.&nbsp;24.</ref>
  
 
== Werke ==
 
== Werke ==

Aktuelle Version vom 16. August 2019, 12:50 Uhr

Bücher.png

Hier entsteht gerade ein neuer Artikel über:

⋘ Amadeus Theodor Hoamyblav ⋙

Dieser Artikel ist erst im Entstehen und noch nicht Bestandteil der Enzyklopädie. Solltest du über eine Suchmaschine darauf gestoßen sein, bedenke, dass der Text noch unvollständig sein und Fehler oder ungeprüfte Aussagen enthalten kann.

Wenn du Fragen zum Thema hast, nimm am besten Kontakt zum Autor auf, indem du in der Navigationsleiste links unten einfach auf "E-Mail an diesen Benutzer" klickst.




Ehemaliges Sommerhaus des Franziskanerklosters in Hof,
ab 1546 Gymnasium Albertinum.

Amadeus Theodor Wenzel Hoamyblav (* 31. Dezember 1581 in Hof; † 25. Februar 1634 in Eger) war ein fränkisch-böhmischer Hoforganist, Komponist und Feldmusicus des Herzogs Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, genannt Wallenstein.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Biografie

Amadeus Hoamyblav war der uneheliche Sohn des evangelischen Hofer Kantors[1] und Lehrers am Hofer Gymnasium Albertinum Martinus Clodius[2] und der aus Böhmen stammenden Weißnäherin und Katholikin Kateřina Hoamyblava. Nach dem Besuch des Hofer Gymnasiums[3] war er von 1601 bis 1604 Schüler des Organisten, Komponisten und Musikinstrumentenbauers Hans Leo Haßler in Nürnberg, wo Haßler sich besonders als Konstrukteur von Orgelautomaten hervor tat.[4] Hoamyblav experimentierte in dieser Zeit mit Nebenzügen wie Zymbelstern, Heertrommel, Herdengeblök, Vogelgeschrei und umlaufender Sonne, Mond und Sternen. Ebenso wie er, war auch der Orgelbauer Jacob Schedlich (1591–1669) zu Beginn des 17. Jahrhunderts Schüler von Haßler gewesen.[5] Als Haßler 1604 nach Ulm übersiedelte, setzte Hoamyblav seine Ausbildung bei Melchior Franck in der Residenzstadt Coburg fort und wurde Mitglied der Hofkapelle Herzog Johann Casimirs.[6]

1621 trat er im neu gegründeten Herzogtum Friedland, als Hoforganist der im „Český ráj“ (deutsch: Böhmisches Paradis) gelegenen Residenzstadt Gitschin und Kammerdiener, in den Dienst Albrecht von Wallensteins. 1626 wurde er zudem Feldtrompeter, da Gabriel Voigtländer Wallensteins Heer verlassen hatte und Feldtrompeter des Lübecker Rates geworden war. Nach einer Begegnung mit dem Komponisten Heinrich Schütz um 1630 in Dresden, entstand das Werk Psalmodium, eine Sammlung von 12 Cantionalsätzen für Chor.[7] Im Dreißigjährigen Krieg wirkte Hoamyblav u. a. in der Schlacht bei Steinau an der Oder am 11. Oktober 1633 als Feldtrompeter mit, bei der er sich eine folgenschwere Kriegsverletzung zuzog. Nach einer Amputation hatte er rechts nur noch ein Bein und musste seinen Dienst sowohl als Hoforganist als auch als Feldtrompeter aufgeben. Ein von ihm aufgrund seiner Erfahrung als Militärmusiker und Orgelkonstrukteur geplantes, 90-pfündiges[8] eckiges Kanonengeschoss, kam nicht mehr zum Einsatz. Es sollte, aufgrund eines höheren Luftwiderstandes als eine Kanonenkugel, stärkere Geräusche entwickeln und so den Gegner zusätzlich einschüchtern.[9] Im Advent des Jahres 1633 nahmen Verwandte in Eger, dem heutigen Cheb (Tschechische Republik) ihn auf, wo er noch einige Hilfsdienste an der Friedrich-Pfannmüller-Orgel der Basilikakirche St. Nikolaus versah. Im Zuge der Ermordung Wallensteins am 25. Februar in Eger wurde er selbst getötet.[10]

[Bearbeiten] Werke

Die Musikwerke Hoamyblavs[11] sind nach einem Brand[12] verschollen.

  • Clavicinium, Sammlung von 33 Canzonetten, Choralbearbeitungen (Praeambula), Praeludien und Fugen für Orgel.
  • Psalmodium, Sammlung von 12 Psalmvertonungen, Cantionalsätze für Chor SATB.

[Bearbeiten] Literatur

  • Heinrich Regdulus: Amadeus Theodor Hoamyblav. Eine Musikerbiographie zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Eger o.J..

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Anonymus: Die Organisten und Kirchnerstelle in Hof, Einkommen, Besetzung, die Organisten. Hof o. J..
  2. Johann Nikolaus Prückner: Synkronistik und Lebensläufe der Lehrer am Hofer Gymnasium von 1502 bis 1817. Nordostoberfränkischer Verein für Natur-, Geschichts- und Landeskunde e. V., Mintzel Hof 1999, ISBN 3-928626-33-7, S. 191–195.
  3. Ernst Dietlein: Chronik der Stadt Hof. Allgemeine Stadtgeschichte. Mintzel Hof 1937.
  4. C. Russell Crosby: Hans Leo Haßler. In: Neue Deutsche Biographie, Band 8. Duncker & Humblot Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 53 f.
  5. Rudolf Quoika: Der Orgelmacher Jacob Schedlich. In: Archiv für Musikwissenschaft, 18, 2. 1961, S. 141–154.
  6. Heinrich Regdulus: Amadeus Theodor Hoamyblav. Eine Musikerbiographie zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Eger o. J., S. 10.
  7. Heinrich Regdulus, a.a.O., S. 17.
  8. Entspricht aufgrund des zu dieser Zeit handelsüblichen Nürnberger Pfunds 45,85 kg.
  9. Heinrich Regdulus, a.a.O., S. 23.
  10. Heinrich Regdulus, a.a.O., S. 24.
  11. Heinrich Regdulus, a.a.O., S. 25.
  12. Paul Daniel Longolius: Der widrige Einfluss der höfischen Brände, Faksimiledruck nach der Originalausgabe von 1744–1746, herausgegeben von Fred Händel. Nordoberfränkischer Verein für Natur-, Geschichts- und Landeskunde e. V., Mintzel Hof 1991.
Meine Werkzeuge