Bischof

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Wappen eines Bischofs: erkennbar am grünen Bischofshut (galero) mit zwölf seitlich herabhängenden Quasten (fiocchi), sowie am hinter dem Wappenschild aufgerichteten bischöflichen Kreuz
Bischof Blasius

Ein Bischof ist das Oberhaupt einer Diözese, auch Teilkirche genannt, als deren oberster Lehrer, Priester und Leiter er wirkt. Seine Vollmachten beruhen darauf, dass er Nachfolger der Apostel ist und als solcher, kraft göttlicher Anordnung, sein Bistum leitet. Die voll berechtigte Ausübung des Bischofsamts erfolgt notwendigerweise im Episkopat mit und unter dem Papst. Der Name Bischof stammt vom griechischen Wort ἐπίσκοπος epískopos )"Aufseher, Hüter, Schützer").

„Gehorchet alle dem Bischof, wie Jesus Christus seinem Vater“. „Wer den Bischof ehrt, steht bei Gott in Ehren, wer ohne das Wissen des Bischofs etwas tut, dient dem Teufel.“ (Ignatius von Antiochien, Ad Smyrnaeos VIII und IX).[1]

Inhaltsverzeichnis

Bischofsernennung

Laut Kirchenrecht kommt es dem Papst zu, die Bischöfe frei zu ernennen oder die rechtmäßig gewählten zu bestätigen (vgl. CIC can. 377). Das kann in jeder Diözese unterschiedlich gehandhabt werden. Die Ernennung der Bischöfe ist abhängig von den geschichtlichen Umständen und wird in vielen Staaten durch Konkordate geregelt.

In Deutschland

In Deutschland ist die Ernennung eines Bischofs durch die Konkordate geregelt. Maßgeblich ist hier vor allem das fortgeltende Reichskonkordat vom 20. Juli 1933 sowie die Konkordate, die der Heilige Stuhl mit den Bundesländern bzw. ihren Rechtsvorgängern geschlossen hat (Bayernkonkordat, Preußenkonkordat, badisches Konkordat).

Sakramentale Weihe

Bevor der Bischof sein Amt antreten kann, wird er durch einen anderen Bischof geweiht, regelmäßig unter Assistenz zweier weiterer Bischöfe. Die Bischofsweihe ist die dritte und letzte Stufe des Weihesakramentes. Die heutige Gliederung in drei Weihestufen (Diakon, Priester, Bischof) war in der Geschichte der Kirche nicht immer unumstritten. In der Scholastik wurde der sakramentale Charakter der Bischofsweihe abgelehnt.

Durch das zweite Vatikanum ist die heutige Dreigliedrigkeit des Weihesakramentes wieder aufgelebt. Das Sakrament der Weihe besteht hingegen seit Beginn der Kirche und hat seinen Ursprung in der von Jesus Christus an den Aposteln erteilten Vollmacht. Diese apostolische Tradition des sakramentalen Amtes wurde in der Kirche in Gestalt des Bischofsamtes weitergegeben. Die Berufung der Bischöfe gehen somit in direkter Linie auf Christus zurück. Das wird in der Theologie die Apostolische Sukzession genannt. In Gemeinschaft mit den Bischöfen haben auch die Priester und Diakone ihren besonderen Anteil am Priesteramt Christi.

Ausübung des Amtes

Der Bischof ist der oberste Hirte seiner Diözese, er ist letztverantwortlich für die Sorge aller Katholiken die in seinem Territorium wohnen (vgl. CIC can. 383). Diese Vollmacht und Pflicht delegiert er an die einzelnen Ortspfarrer, die also das apostolische Amt gegenüber den Getauften repräsentieren. Der Bischof ist zwar nicht Vikar des Papstes, aber muss er sein Amt in Einheit mit dem Heiligen Vater ausüben, da sich päpstlicher Primat und Kollegium der Bischöfe gegenseitig bedingen: Ohne Papst kein Kollegium, ohne Kollegium kein Bischof.

Wenn die Diözese große Ausmaße hat, kann der Diözesanbischof zu seiner Unterstützung um die Ernennung von Auxiliar- oder Weihbischöfen beim Papst bitten. Diese sind, wie auch andere apostolische Amtsträger in nicht voll als Diözese errichteten Amtsbezirken der Weltkirche (z.B. in der Mission), in sakramentaler Hinsicht vollgültige Bischöfe, deren Amtsausübung aber von näherer Maßgabe des Papstes und des Ortsbischofs abhängig ist.

Aufgaben

Als rechtmässige Nachfolger der Apostel haben die Bischöfe, zusammen mit den Priestern - ihren Mitarbeitern, als "erste Aufgabe" die Verkündigung des Evangeliums, wie es der Herr befohlen hat in Mk 16,15, sie sind Lehrer ihrer Teilkirche.

Am sichtbarsten in der Pfarrei wird der Bischof bei der Spendung des Sakramentes der Firmung, die üblicherweise von einem Bischof gespendet wird. Dies deutet auf die kultische Funktion des Bischofs hin:

Der Bischof ist der ordentliche Vorsitzende der Eucharistiefeier. "In der Eucharistie tritt das Sakrament der Kirche voll zutage; daher findet im Amt des Bischofs im Vorsitz der Eucharistiefeier seinen vorzüglichen Ausdruck und, in Gemeinschaft mit ihm, das Amt des Priesters und der Diakone" (vgl. KKK 1142). Die Bischöfe sind also Priester ihrer Ortskirche im Vollsinn. Überdies sind die Diözesanbischöfe im Namen Christi auch mit voller Leitungsgewalt als Hirten ihrer Kirche ausgestattet.

Die pastorale Aufgabe des Bischofs ist es, in seiner Diözese eine entschiedene Wiederbelebung der Erziehung zur Umkehr anzuregen, die sich aus der Eucharistie ergibt, und unter den Gläubigen die häufige Beichte zu fördern.[2]

Spiritualität des Bischofs

„Der Bischof, der nicht betet“, so Papst Franziskus, „der Bischof, der das Wort Gottes nicht spürt und hört, der nicht jeden Tag zelebriert, der nicht regelmäßig zur Beichte geht, und ebenso der Priester, der dies nicht tut, verlieren langfristig die Gemeinschaft mit Jesus und fallen einer Mittelmäßigkeit anheim, die der Kirche nicht gut tut. Aus diesem Grund müssen wir den Bischöfen und Priestern helfen, zu beten, das Wort Gottes zu hören, das die tägliche Speise ist, jeden Tag die Eucharistie zu feiern und zur Beichte zu gehen. Und das ist so wichtig, weil es der Heiligung der Bischöfe und der Priester dient“.[3]

Amtsverzicht eines Bischofs

Ein katholischer Bischof kann laut Kirchenrecht nicht eigenmächtig von seinem Amt zurücktreten. Er benötigt die Zustimmung des Papstes. Er bleibt auch nach seinem Rücktrittsgesuch weiter Bischof der katholischen Kirche. Neben dem Amtsverzicht aus Altersgründen gibt es einige außerordentliche Gründe, die zu einem freiwilligen Amtsverzicht, zu einer erzwungenen Amtsenthebung oder zu einer strafweise erfolgten Absetzung führen können.

Nach dem seit 1983 gültigen Kirchenrecht wird ein Bischof dann "nachdrücklich gebeten", seinen Rücktritt einzureichen, wenn er "wegen seiner angegriffenen Gesundheit oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund" nicht mehr in der Lage ist, seine Amtsgeschäfte auszuüben (Can 401 §2). Gründe für eine "Behinderung" der Amtsausübung eines Bischofs sind nach dem Kirchenrecht "Gefangenschaft, Verbannung, Exil oder Unfähigkeit".

Jeder Inhaber eines Kirchenamts, also auch ein Bischof, kann darüber hinaus «aus gerechtem Grund» auf dieses Amt verzichten (CC 187 ff).

Weiter unterscheidet das Kirchenrecht zwischen einer «Amtsenthebung» und einer "Absetzung". Für die Amtsenthebung ist ein Verfahren notwendig, das mit einem schriftlichen Dekret beendet wird. Das Kirchenrecht führt drei mögliche Gründe an: den Verlust des Klerikerstandes, den öffentlichen Abfall vom katholischen Glauben oder von der Gemeinschaft der Kirche und den Versuch eines Klerikers, eine Ehe zu schließen (CC 193 und 194). Die "Absetzung" ist eine sehr schwere Strafe (Can 196).

Möglich ist auch, dass ein Bischof in eine andere Diözese versetzt wird. Eine Versetzung kann nach dem Kirchenrecht auch "gegen den Willen des Amtsinhabers" erfolgen. Dazu muss ein schwerwiegender Grund vorliegen.

Das Fehlen übernatürlichen Glaubens eines Bischofes

Der ungläubige Bischof spricht: "Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der sprudelnden Quelle der Kirchensteuer trinken lassen" (vgl. Offb 21,6 EU).

Ein Bischof kann sein Amt ohne übernatürliches Denken ausführen, sofern er selbst nicht an eine göttliche Übernatur glaubt d.h. von glaubenslosen Lehrern und Vorbildern erzogen wurde. So ist Gott für ihn keine wirklich existierendes Wesen, sondern nur der Name einer Vorstellung (Platonismus, Nominalismus), die geeignet ist, dem Menschen auf dieser Erde ein subjektives Gefühl eines gelungen Lebens zu vermitteln. Dies zeigt sich in seinen Hirtenbriefen oder sonstigen medial kommunizierten Aussagen, die seine Schafe zur Verweltlichung ermuntern sollen. Zum Schriftenstand einer Pfarrei trägt er durch Sozialprospekte bei, wobei religiöse Bilder - welche auf Übernatürlichkeit hinweisen könnten - peinlichst vermieden werden. Man muss nach solchen Bildnissen wie nach einer Stecknadel im Heuhaufen suchen und dabei das Glück haben, ein Zeichen religiös deuten zu können. Seiner Kirchenzeitung lässt er freien Lauf, deren missionarischer Eifer im - "„Wir sind wir“ d.h. in zersetzender Verwirrung der Glaubens- und Sittenlehre d.h. im antirömischen Affekt besteht. Die Mitarbeit des Weltchristen ködert er durch Klerikalisierung. Niemals kommt einem naturalistischen Bischof eine Aufforderung über die Lippen, aus Liebe zu Gott eine Erkrankung oder als Leid Empfundenes durch das Taufpriestertum geistig aufzuopfern, sondern das Weihesakrament nicht als Gottesgeschenk, sondern als Verhandlungsmasse darzustellen. Da, wie man im Paradies sieht (Gen 3,1 EU), die Frau leichter verführbar ist als der Mann, erwartet er 50 % Zustimmung der weiblichen Bevölkerung, einschließlich aller verweltlichten Männer in der Kirche. Dazu kommen die Protestanten, außerdem jene, die jede unangenehme kirchliche Lehre zurückweisen, Kirchenrvolutionäre und Kirchenfeinde. Die Bibel bzw. das Christentum sind für ihn die beste kulturelle Lebensweise, das irdische Leben zu gestalten, jedoch mit der Einschränkung, dass das kirchliche Leben demokratisch verläuft. Das Wort Machttaten für Wunder - in der Einheitsübersetzung 2016 -, ist für ihn der notwendige Schritt einer Entmythologisierung der Bibel. Wichtig ist ihm nicht Frömmigkeit, die er als Frömmelei missdeutet, selbstverständlich aber nicht darüber redet. Er ist Experte des Verschweigens, von allem, was auf Übernatürlichkeit hinweisen könnte. Feigheit das Evangelium zu verkünden, ist seine zurückhaltende Demut. Ein Zweites Vatikanisches Konzil ist für ihn obsolet, da es hermeneutisch gesehen, den vorkonziliaren Glauben stützt. Der Glaube muss mit der bloßen Vernunft begreifbar, um wahr zu sein. Sein Gottvertrauen darf seine Erwartungen nicht übersteigen. Seine Gottesfurcht besteht in der Furcht nicht "up-to-date" zu sein. Eine "Torheit des Kreuzes" ist für ihn Torheit. Seine "Weisheit" ist nicht das biblische Evangelium, sondern die "Weisheit weiser Studien" (vgl. 1 Kor 1,18 EU). So dreht sich alles nur um Irdisches, Soziales und deren Verwaltung. Er ist regionaler Religionsmanager oder Religionspädagoge. Die Sakramente sind für ihn ein vorzügliches psychologisches Brauchtum, denn die Religionswissenschaft sagt, dass der Mensch Riten brauche. Eine Wort-Gottes-Feier und ein Messopfer sind für ihn dasselbe. Eine Interkommunion mit den Protestanten ist für ihn möglich und geboten, da er den gleichen Glauben wie die diese (Transsignifikation oder Transfinalisation) teilt. Er fragt sich: Warum soll der gleiche Glaube nicht sichtbar gemacht werden? Mit einer Beichte - die von der Sünde befreien könnte, ist für ihn - wegen der Unahnnehmlichkeit des Bekenntnisses - keine Werbung fürs Evangelium vorstell- und deshalb auch nicht verkündbar. Denn nach seiner Sicht kann nur Das verkündet werden, was von den Adressaten der Verkündigung als angenehm empfunden bzw. erwartet wird. Da er nur terrenes promotet, ist es für ihn unvorstellbar, allein der Medien halber, den Zeitgeist nicht zu bedienen. Am Ende des 20. Jahrhunderts und Anfang des 21. Jahrhunderts sind dies Umweltschutz (Rettung des Klimas, weit vor einer Rettung der Menschen vor der Sünde), Frauenrechte (oder vermeintliche Rechte), Demokratie in der Kirche - eben die horizontale und subjektive Verbequemlichung des Evangeliums. Sein Hauptaugenmerk liegt darauf, eine Protestantisierung in der Kirche als Zeichen der Zeit zu kaschieren und alles kirchliche Unanehmlichkeitsvermeidend zu gestalten. Wenn so ein Bischof einmal etwas progressistisch-revolutionäres verbietet d.h. bremst, dann nur deshalb, weil er die Geschwindigkeit für zu schnell erachtet. Weil so ein Bischof keinen Glauben mehr hat, sucht er Ruderer, um die Kirche voranzubringen, statt Matrosen des Evangeliums, die im Schiff der Kirche dem Wehen des Heiligen Geistes die Segel hissen. Es wäre jedoch falsch zu meinen, man könnte von diesem Bischof nichts mehr lernen - zumindest dieses: auf der schiefen Ebene umzukehren, denn dann geht es in der Kirche aufwärts.

Päpstliche Schreiben

Pius XII.

Paul VI.

Johannes Paul II.

Benedikt XVI.

Franziskus

  • 3. November 2014 Reskript (ital.) der Präzisierung von Vorschriften für Rücktritt von Bischöfen (trat am 5. November 2014 in Kraft).[4]

Literatur

Bd. 1: Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1198-1448, 1997.
Bd. 2: Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1448-1648, 1996.
Bd. 3: Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1648-1803, 1990.
Bd. 4: Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder 1785/1803-1945, 1983.
Bd. 5: Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder 1945-2001, 2002.
  • Dieter Philippi [1]: Sammlung Philippi – Kopfbedeckungen in Glaube, Religion und Spiritualität. St. Benno Verlag Leipzig 2009 (712 Seiten, 4,2 kg; ISBN 978-3-7462-2800-6).
  • Georg May: Ego n.n. catholicae ecclesiae episcopus: Entstehung, Entwicklung und Bedeutung einer Unterschriftsformel im Hinblick auf den Universalepiskopat des Papstes (Kanonistische Studien und Texte ; Bd. 43). Duncker und Humblot Verlag 1995 (613 Seiten; ISBN 3-428-08452-7).
  • Georg May: "Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe (Kardinal Franjo Seper)": 1987, 5-55, 68-128. - Auch als Sonderdruck (mit zusätzlichem Namensindex) erschienen: Erweiterte Fassung des Vortrags, der auf der Una Voce-Tagung am 19. Oktober 1986 in Düsseldorf gehalten, Una Voce-Korrespondenz 1988 Köln (119 S.)
  • Gerhard Krah: Die Ämter des Papstes und der Bischöfe - über ihre Bedeutung für die heilige Kirche und für die Gläubigen; Schriften des Initiativkreises katholischer Laien und Priester Augsburg, Heft 17 (29 Seiten: pdf-Datei).

Zitat

Weblinks

Siehe auch: Bischofskonferenz, Erzbischof, Weihbischof

Anmerkungen

  1. Wie gehorsam muss ich meinem Bischof sein? Kath.net am 7. Januar 2016 von Walthard Zimmer
  2. Benedikt XVI. im Nachsynodalen Apostolischen Schreibens Sacramentum caritatis über die Eucharistie vom 22. Februar 2007, Nr. 21.
  3. Das Sakrament der Weihe Kath.net am 
26. März 2014
  4. Vatikan präzisiert Vorschriften für Rücktritt von Bischöfen Kath.net am 6. November 2014
  5. aus: www.summorum-pontificum.de am 21. Januar 2017
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