Bistum Erfurt

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Das Bistum Erfurt, Kirchenprovinz Paderborn, liegt im heutigen Freistaat Thüringen in der Bundesrepublik Deutschland. (Kleinere Teile Thüringens gehören aus historischen Gründen zu den Bistümern Fulda bzw. Dresden-Meißen.)

Inhaltsverzeichnis

Bistumsleitung

Zahlen und Fakten

Überblick

Das Bistum Erfurt umfasst eine Fläche von 12.000 km2. Mit 682.000 Katholiken im Jahr 2006 beläuft sich der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung sich auf 7.[1] 2008 wirkten 185 Weltpriester, davon 167 in der Diözese inkardiniert, und 9 Ordenspriester wirken im Bistum Erfurt.[2] Desweiteren gab es 20 ständige Diakone, von denen 14 im aktiven Dienst sind.[3] Insgesamt gab es 2007 in der Diözese 72 Pfarreien mit 103 Filialgemeinden.[4]

Der Anteil der Gottesdienstbesucher betrug 2006 23%, 1990 39%. [5]

Gliederung

Das Bistum Erfurt ist in sieben Dekanate unterteilt: Dingelstädt, Erfurt, Heiligenstadt, Leinefelde-Worbis, Meiningen, Nordhausen, Weimar.

Patrone

Geschichte

Die ersten christlichen Missionare kommen zu Beginn des achten Jahrhunderts nach Thüringen. 742 gründete der heilige Bonifatius das Bistum Erfurt. Es umfasst das Thüringer Stammgebiet mit dem Thüringer Wald im Süden und dem Eichsfeld im Westen. Nach Osten begrenzen Saale und Unstrut, nach Norden Helme und Harz das Bistum. Das Gebiet südlich des Thüringer Waldes gehört zum Bistum Würzburg. Bischofskirche wird die Marienkirche auf dem heutigen Erfurter Domberg. Einziger Bischof war der heilige Adalar, Adolar oder Adalher. Um 755 wird das Bistum Erfurt wieder aufgelöst und in das Erzbistum Mainz eingegliedert. Diesem gehört es 1000 Jahre an.

Martin Luther predigt 1521 als Reformator in Erfurt. Die Reformation führt später zur Unterscheidung von katholischem und protestantischem Christentum. In Erfurt wird der Katholizismus fast völlig verdrängt. Mit dem Hammelburger Vertrag 1530 wird das gleichrangige Nebeneinander zweier Bekenntnisse (Konfessionen) in Erfurt ermöglicht. Die katholische Kirche kann sich hier zwar von den Wirren der Reformationszeit erholen, bleibt aber (bis in die Gegenwart) eine Minderheitskirche. Infolge der politischen und kirchlichen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 werden Teile Thüringens 1821 dem Bistum Paderborn zugeordnet.

Mit der Neuordnung durch das Preußische Konkordat 1929/30 kommen thüringische Teilgebiete zu den Bistümern Fulda und Würzburg. Trotz zunehmender politischer Schwierigkeiten bleibt Thüringen auch in der Nachkriegszeit bei den Bistümern Fulda und Würzburg.

Mit der Ernennung von Joseph Freusberg zum Fuldaer Weihbischof mit Sitz in Erfurt und seinem Nachfolger Hugo Aufderbeck werden Formen kirchlicher Organisation unter den besonderen Bedingungen der DDR aufgebaut.

Am 23. Juli 1973 wird das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen, dem ein apostolischer Administrator vorsteht. Erster Ordinarius wird der vormalige Weihbischof Hugo Aufderbeck. Territorial gehört das Thüringer Gebiet weiter zu den Bistümern Fulda und Würzburg.

Das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen wird am 8. Juli 1994 zum Bistum Erfurt erhoben. Der Apostolische Administrator Joachim Wanke wird Bischof des neuen Bistums. Der Staatskirchenvertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Thüringen wird 1997 unterzeichnet.

Bischöfe von Erfurt

Katholische Highlights

Kirchen

Wallfahrtsorte

Klöster

Weblinks

Anmerkungen

  1. Deutsche Bischofskonferenz: Die Kirchenprovinzen 2007
  2. Deutsche Bischofskonferenz: Welt- und Ordenspriester 2008
  3. Deutsche Bischofskonferenz: Ständige Diakone 2008
  4. vgl. http://www.bistum-erfurt.de/3/229/index.php
  5. Deutsche Bischofskonferenz: [http://www.dbk.de/imperia/md/content/kirchlichestatistik/eckdaten1990-2007.pdf Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands 1990 - 2007]