Bräutigam und Braut

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Christus und die Kirche in einer Buchmalerei zum Hohenlied aus dem Kloster Eberbach

Bräutigam und Braut (lat.: Sponsus et sponsa) ist eine in der Heiligen Schrift, der Mystik und der Theologie häufige anzutreffende Allegorie. Häufig wird die Beziehung von Jesus Christus als dem göttlichen Bräutigam und der Kirche als der geschöpflichen Braut in diesem Bild ausgedrückt, auch das Verhältnis von Gott als Schöpfer zur Schöpfung und zum Volk Gottes.

Dieses hochzeitliche Vokabular berührt das Wesen der Beziehung, die Gott mit seinem Volk aufbaut, auch wenn diese Beziehung über das hinausgeht, was mit der menschlichen Erfahrung der Hochzeit zum Ausdruck gebracht werden kann.[1] Der heilige Bernhard von Clairvaux wird Lehrer der mystischen und bräutlichen Liebe zu Christus bezeichnet.[2]

Inhaltsverzeichnis

Die Hochzeit im Alten Bund

Der Schöpfer als der Bräutigam - die Schöpfung die Braut

Die Heilige Schrift sagt: "Wie der Jüngling sich mit der Jungfrau vermählt, so wird dein Schöpfer mit dir verbunden sein, und wie der Bräutigam an der Braut sich erfreut, so freut an dir sich dein Gott" (Vgl. Jes 69,15 EU; 62,5 EU; Vgl. Gal 4,27 EU; Offb 21,1-4 EU).[3]

Die Liebe des göttlichen Bräutigams ist so weit, dass sie niemand ausschließt und in der einen Braut das ganze Menschengeschlecht umfasst. Aus diesem Grund hat der Erlöser (im Neuen Bund) sein Blut vergossen, um alle Menschen, so verschieden sie durch Abstammung und Volkszugehörigkeit sein mögen, in Seinem Kreuz mit Gott zu versöhnen und in einem Leibe (der Kirche des neuen Bundes) zu einigen.[4]

Das Volk Gottes als Braut des Herrn

Gott hat mit den Israliten am Sinai einen Bund geschlossen (vgl. Ex 19 EU). Da die Israeliten diesen nicht einhielten, verwendeten die Propheten den Vergleich zwischen einem ehelichen Bund und demjenigen zwischen Gott (dem Bräutigam) und seinem Volk Israel (der Braut), um dem auserwählten Volk seine götzendienerische bzw. ehebrecherische Treulosigkeit vorzuhalten (vgl. Jer 3,20 EU). Es klingt jedoch in den prophetischen Worten immer schon an, dass Gott seine Braut nicht endgültig verstoßen wird, sondern vielmehr dazu einlädt, umzukehren (Hos 2,21-22 EU; Jes 54,7-8 EU). Denn Gott denkt an die Jugendtreue, an die Liebe der Brautzeit des Volkes Israel, wie es ihm in die Wüste gefolgt ist, in das Land ohne Aussaat (Jer 2,2 EU). Findet er Buße und echte Bekehrung, nimmt er sein Volk wieder neu in Gnaden an (Vgl. Jer 31,20 EU; Ez 39,25-29 EU). Er sagt: "Ich traue dich mir an auf ewig; ich traue dich mir an um den Brautpreis von Gerechtigkeit und Recht, von Liebe und Erbarmen, ich traue dich mir an um den Brautpreis meiner Treue" (Hos 2,20-22 EU). Du bist in meinen Augen teuer und wertvoll und ich liebe dich (vgl. Jes 43,4 EU). Bei den Propheten bedeutet Erbarmen eine besondere Kraft der Liebe, die stärker ist als die Sünde und Untreue des auserwählten Volkes.[5]

Die Vermählung mit der Braut der Weisheit

Im Buch der Weisheit wird der Weisheitsdurstige als vergeistigter Bräutigam dargestellt, der die bräutliche Weisheit ehelicht: "Sie habe ich geliebt und gesucht von Jugend auf, ich suchte sie als Braut heimzuführen und fand Gefallen an ihrer Schönheit. Im Umgang mit Gott beweist sie ihren Adel, der Herr über das All gewann sie lieb. Eingeweiht in das Wissen Gottes, bestimmte sie seine Werke. Ist Reichtum begehrenswerter Besitz im Leben, was ist dann reicher als die Weisheit, die in allem wirkt? Wenn Klugheit wirksam ist, wer in aller Welt ist ein größerer Meister als sie? Wenn jemand Gerechtigkeit liebt, in ihren Mühen findet er die Tugenden. Denn sie lehrt Maß und Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit, die Tugenden, die im Leben der Menschen nützlicher sind als alles andere. Wenn jemand nach reicher Erfahrung strebt: sie kennt das Vergangene und errät das Kommende, sie versteht, die Worte schön zu formen und Rätselhaftes zu deuten; sie weiß im Voraus Zeichen und Wunder und kennt den Ausgang von Perioden und Zeiten. So beschloss ich, sie als Lebensgefährtin heimzuführen; denn ich wusste, dass sie mir guten Rat gibt und Trost in Sorge und Leid" (Weish 8,2-9 EU).

Der Alte Bund mit dem auserwählten israelitischen Volk war die Vorbereitung auf die Kirche, welche eine Verlängerung der Menschwerdung des Sohnes Jesus Christus selbst ist. Dieser bedeutet die Erfüllung der messianischen Ankündigungen im Alten Bund und zugleich den Anfang als Volk des Neuen Bundes.[6]

Die Hochzeit im Neuen Bund

Die Einheit zwischen Christus und der Kirche, dem Haupt und den Gliedern des Leibes, besagt, dass die beiden zwar voneinander verschieden sind, aber in einer persönlichen Beziehung stehen. Dieser Aspekt wird oft durch das Bild von Bräutigam und Braut zum Ausdruck gebracht. Dass Christus der Bräutigam der Kirche ist, wurde von den Propheten angedeutet, und Johannes der Täufer verkündete es (Vgl. Joh 3,29 EU). Der Herr selbst hat sich als „der Bräutigam“ bezeichnet (Mk 2,19 EU; Vgl. Mt 22,1–14 EU; 25,1–13 EU). Der Apostel Paulus stellt die Kirche und jeden Gläubigen, der Glied des Leibes Christi ist, als eine Braut dar, die er Christus dem Herrn „verlobt“ hat, damit sie ein Geist mit ihm sei (Vgl. 1 Kor 6,15–17 EU; 2 Kor 11,2 EU). Sie ist nicht mehr die Magd, die das Volk des Alten Bundes gewesen ist, sondern die Freie, das Jerusalem von oben,[7] die makellose Braut des makellosen Lammes (Vgl. Offb 22,17 EU; Eph 1,4 EU; 5,27 EU), die „Christus ... geliebt“ und für die er sich „hingegeben hat, um sie ... rein und heilig zu machen“ (Eph 5,25–26 EU). Das gegenseitige Sichgehören von Mann und Frau in der Ehe, macht die Beziehung Christi zur Kirche sakramental gegenwärtig (FC 13; KKK 796).

Der göttliche Erlöser als Bräutigam

Als Sohn Gottes ist er der Bräutigam, der alles unternimmt, um die Liebe seiner Braut der Kirche zu gewinnen, an die ihn seine bedingungslose Liebe bindet, die dadurch sichtbar wird, dass er sich auf ewig mit ihr vermählt.[8]

Christus, der Bräutigam, ist das Haupt der Kirche, die sich als Leib ihm unterordnet. Er nährt, pflegt, umsorgt und liebt den Leib, hat sich für ihn hingegeben und ihn gerettet. Er erneuert und läutert die Kirche ständig durch das Wort Gottes[9] und die Sakramente. Durch die Kraft des Evangeliums lässt er die Kirche allezeit sich verjüngen, erneut sie immerfort und geleitet sie zur vollkommenen Vereinigung mit ihrem Bräutigam.[10] So will er die Kirche herrlich vor sich erscheinen lassen, ohne Flecken, Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos. (vgl. Eph 5,21–32 EU).[11]

Schon die Taufe[12], der Eintritt in das Volk Gottes, ist ein bräutliches Mysterium; sie ist sozusagen das ,Hochzeitsbad’, das dem Hochzeitsmahl, der Eucharistie, vorausgeht« (vgl. 1 Joh 5,6 EU).[13] Die Eucharistie ist das größte Geschenk, das in der Gnaden- und Sakramentenordnung der göttliche Bräutigam seiner Braut gemacht hat und ohne Unterlass macht.[14] Die Eucharistie ist das Sakrament des Bräutigams und der Braut.[15] Der Gläubige soll wie die Jungfrau auf das Kommen des Bräutigams im Evangelium bereit sein, ihm entgegengehen (Mt 25,1-13 EU), um am Hochzeitsmahl teilnehmen zu können (Mt 22,1-14 EU).[16]

Hochzeit Christi mit der Kirche. Blatt aus dem Stundenbuch des Herzogs von Berry, 15. Jahrhundert

Die Kirche als Braut

In der ersten Zeit der Kirche wurde Maria als Braut, als Anvermählte ihres Sohnes gefeiert. Allmählich bürgerte sich daneben aber auch der Titel »Braut des Heiligen Geistes«[17] ein, und heute gehört dieser zum allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch,[18] denn Maria ist "der Typus oder das Modell der Kirche auf der Ebene des Glaubensgehorsams, der Liebe und der vollkommenen Einheit mit Christus".[19] Maria hat Gott gegenüber die Haltungen des Hörens, des Aufnehmens, der Demut, der Treue, des Lobpreises und der Erwartung. Diese Haltungen sind Berufung eines jeden Getauften und tragen auf einzigartige Weise dazu bei, das wahre Antlitz der Kirche, der Braut Christi und der Mutter der Gläubigen, zu offenbaren.[20]

Die gemeinsame Berufung in der Taufe

Jeder Gläubige, im Bilde der Jungfrau, soll nach geistlicher Pflege und Schönheit streben. Sie will durch Fasten dem himmlischen Bräutigam gefallen. Das Fasten heilt die Krankheiten, vertreibt die Dämonen, nimmt schlechte Gedanken hinweg, bewirkt einen schöneren Geist, ein gereinigtes Herz, einen geheiligten Leib und führt den Menschen zum Thron Gottes.[21] Sie will die Stimme des Bräutigams hören, der sie zur Umkehr einlädt (EE, Nr. 23). Sie will Gehorsam gegenüber dem Gesetz des Evangeliums ein sittliches Leben führen. [22] Jugendliche sollen über die Würde, die Aufgaben und den Vollzug der ehelichen Liebe am besten im Kreis der Familie selbst rechtzeitig in geeigneter Weise unterrichtet werden, damit sie, an keusche Zucht gewöhnt, im entsprechenden Alter nach einer sauberen Brautzeit in die Ehe eintreten können.[23]

Die besondere Berufung des Zölibats

Der heilige Papst Johannes Paul II. bittet die Jugendlichen, das Gespräch mit Christus nicht zu unterbrechen. Wenn Christus sagt "Folge mir nach", kann sein Ruf bedeuten: "Ich rufe dich zu einer noch anderen Liebe"; sehr oft aber bedeutet er: "Folge mir nach", folge mir, der ich der Bräutigam der Kirche, meiner Braut, bin; komm, werde auch du Bräutigam deiner Braut (Priester)…; werde auch du Braut deines Bräutigams (Ordensleute, Geweihte Jungfrauen).[24] Die Heilige Schrift sagt: "Manche haben sich selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreiches willen. Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Wer das erfassen kann, der erfasse es" (Mt 19,11+12 EU). "Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen", … "um heilig zu sein an Leib und Geist“ (vgl. 1 Kor 7,32-34 EU). Weder in den Worten Christi noch in denen des Paulus ist eine Missachtung der Ehe enthalten. Der evangelische Rat der Keuschheit ist nur ein Hinweis auf jene besondere Möglichkeit, die für das menschliche Herz, sei es des Mannes oder der Braut, die bräutliche Liebe für Christus selbst, für Jesus, "den Herrn", darstellt.[25]

Seit Beginn der Kirche gab es Männer und Frauen, die auf das große Gut der Ehe verzichteten, um dem Lamm überallhin zu folgen, wohin es geht (Vgl. Offb 14,4 EU), um dem kommenden Bräutigam entgegenzugehen (Vgl. Mt 25,6 EU). Christus selbst hat einzelne eingeladen, ihm in der Lebensweise, die er selbst vorgelebt hat, zu folgen (vgl. KKK 1618). Eine solche Wahl hat vor allem hochzeitlichen Charakter; sie ist ein Sicheinfühlen in das Herz Christi als des Bräutigams, der sein Leben für die Braut hingibt.[26]

Der Priester: Braut und Bräutigam zugleich

Die Priesterweihe macht den Priester, zusätzlich zur bräutlichen Taufe, in gewisser Weise zum Teilhaber am Geheimnis Christi, des „Dieners und Bräutigams der Kirche“.[27][28] Die Priester repräsentieren den Bräutigam der Kirche,[29] die der Kirche den Wein des Heils darbieten (vgl. Joh 2,11 EU).[30] Die Kraft des Sakramentes der Eucharistie verwandelt die Priester zum Ebenbild ihres Bräutigams, jene die Sinnbild und Mysterium, Zeichen und Realität dieses Bräutigams sind.[31] Sie bezeugen vor den Menschen, dass sie sich in ungeteilter Hingabe der ihnen anvertrauten Aufgabe widmen wollen, nämlich die Gläubigen einem Mann zu vermählen und sie als keusche Jungfrau Christus zuzuführen (Vgl. 2 Kor 11,2 EU). So weisen sie auf jenen geheimnisvollen Ehebund hin, der von Gott begründet ist und im anderen Leben ins volle Licht treten wird, in welchem die Kirche Christus zum einzigen Bräutigam hat" (Presbyterorum ordinis, Nr. 16).[32]

Das Brautsein der gottgeweihten Person

Das gottgeweihte Leben, um des Himmelreiches willen,[33] steht "als entscheidendes Element für die Sendung der Kirche in deren Herz und Mitte, da es »das innerste Wesen der christlichen Berufung offenbart und darstellt« und das Streben der ganzen Kirche als Braut nach der Vereinigung mit dem einen Bräutigam zum Ausdruck bringt" (vgl. Vita consecrata, Nr. 3). Gerade diese Jungfräulichkeit, nach dem Beispiel der Jungfrau von Nazareth, ist Quelle einer besonderen geistigen Fruchtbarkeit: ist Quelle der Mutterschaft im Heiligen Geist (Redemptoris mater, Nr. 43).

Die Stimme der Braut

Die Stundenliturgie ist „die Stimme der Braut, die zum Bräutigam spricht, es ist das Gebet, das Christus vereint mit seinem Leibe an seinen Vater richtet“.[34]

Der geistliche Schmuck der einzelnen Braut und der Kirche

Man kann Gott nicht gefallen, wenn man sich mit der Welt verbrüdert und den Körper mit Salben, Düften und Wohlgerüchen, mit einem kostbaren Gewand und mit Gold schmückt, um den Menschen zu gefallen. Christus verlangt von dir keines dieser Dinge, sondern einzig und allein ein reines Herz.[35] Der Gläubige und die Kirche soll wie Maria von Nazareth eine Braut sein, die sich geschmückt hat für den göttlichen Bräutigam (vgl. Offb 21,2 EU),[36] um den Herrn zu gefallen (vgl. 1 Kor 7,32 EU).[37]

Brautkleid

Das Gewand ist das Hochzeitskleid der Heiligmachenden Gnade (vgl. Mt 22,11ff EU) der Braut. Denn Gott hat die Tochter Israels in das Gewand des Heiles gehüllt, ihr den Mantel der Gerechtigkeit umgelegt, wie einer Braut, die ihr Geschmeide sich anlegt.[38] Es ist ein Gewand aus Linnen von blendender Weiße, aus den Werken der Glaubenden gewoben (vgl. Offb 19,8 EU).[39]

Treuewort

Auch die Kirche ist Jungfrau, da sie das Treuewort, das sie dem Bräutigam gegeben hat, unversehrt und rein bewahrt und in Nachahmung der Mutter ihres Herrn in der Kraft des Heiligen Geistes jungfräulich einen unversehrten Glauben, eine feste Hoffnung und eine aufrichtige Liebe bewahrt.[40]

Ring

Der Ring ist das Zeichen der Treue, das sich Eheleute anlegen, aber auch die gottgeweihte Jungfrau als Zeichen der Vermählung mit dem Bräutigam erhält und trägt.

Ohne Makel, Flecken und Runzeln

Der heilige Leo erklärt: die Braut der Kirche darf keinen Makel des Irrtums ertragen, damit sie so auf der ganzen Welt die ganze und volle Einheit hat. Sie muss eine sein, weil Christus, ihr Bräutigam, einer ist.[41]

Die Kirche und jedes ihrer Kinder, soll keine Flecken und Runzeln der Sünde (vgl. Eph 5,27 EU)[42] an sich tragen. Heilig und vollkommen sollen sie sein, "ihrem Bräutigam mehr und mehr gleichgestaltet" (LG, Nr. 64).

Duft

Die bräutliche Liebe bedeutet die ungeteilte Hingabe mit dem Geliebten zu leben und in der täglichen Liebe wachsen zu wollen. Sie ist das Sinnen und Trachten nach Gott. Die Liebe der Brautschaft ist tief und ruhig. Sie braucht nicht mehr viele Worte. Beide sind einander sicher. Sie ruhen im gemeinsamen Besitz ihrer Liebe aus und streben danach, dass sie ihren Wohlgeruch und den Reiz des ursprünglich Neuen nicht verlieren. Eine solche Liebe teilt das Leben des Geliebten ganz. Die Sehnsucht geht einzig dahin, das zu tun, was Er will und ganz für Ihn zu leben und es erscheint unvorstellbar, dass etwas geschehen könnte, in dem man Ihm nicht mehr folgen wollte. Es geht nicht mehr darum, den anderen zu genießen, sondern darum, den anderen zu beglücken. Man wird auch in der Trockenheit, wo man nichts mehr verspürt, weiter beten, denn man sucht ja nur noch Ihn. Dann wird eben die Zeit, die ich Ihm geben kann, zu meiner Anbetung: dann ist sie für mich das Wichtigste, das Höchste und Fruchtbarste. Man will Ihm Sein Leben und Sein Los erleichtern, alles mit Ihm tragen, um Ihm in allem Gefährte und Helfer zu sein. Solche Liebe treibt dazu, den Geliebten im Leid nicht zu verlassen, sondern Sein Leiden mitzutragen.[43][44] Zu dieser ersten Liebe der Braut, die mehr als ihre Pflicht (Christliches Sittengesetz, Kirchenrecht) tut und erfinderisch in der Liebe ist, muss die Ehefrau immer wieder zurückkehren (vgl. Offb 2,4 EU).

Das ewige Hochzeitsmahl des Lammes: ein Ineinanderwohnen

Jesus hat seine Wiederkunft in der letzten Stunde der gegenwärtigen Geschichte,[45] am Ende der Welt, vorhergesagt Mt 16,27 EU:[46] Er wird "kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und wird einem jeden vergelten nach seinem Tun." Indem die Kirche ihre Kinder in der eucharistischen Versammlung zusammenführt und sie zur Erwartung des »himmlischen Bräutigams« erzieht, führt sie gleichsam eine »Übung des Verlangens«[47] durch, bei der sie im voraus die Freude an dem neuen Himmel und der neuen Erde genießt, wenn die heilige Stadt,[48] das neue Jerusalem aus dem Himmel herabkommen wird, »bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat« (Offb 21,2 EU),[49][50] die Frau des Lammes (vgl. Offb 21,9 EU).[51] Die Eucharistiefeier ist Vorwegnahme des endgültigen Festmahles, das von den Propheten angekündigt (vgl. Jes 25,6-9 EU) und im Neuen Testament als »Hochzeitsmahl des Lammes« (vgl. Offb 19,7-9 EU) beschrieben wird.[52] Die Kraft des Sakramentes der Eucharistie verwandelt die Kirche zum Ebenbild ihres Bräutigams.[53] Gott sagt: "Und wir werden Mahl halten, ich mit ihr(m) und er mit mir" (vgl. Offb 3,20 EU; Offb 19,7-9 EU).[54]

Erschaffung und Wesensverwandlung, Vereinte Herzen Jesu und Mariens

Päpstliche Schreiben

Pius XII.

Johannes Paul II.

Literatur

Anmerkungen

  1. Das Hohelied des Alten Testamentes ist "zweifellos von herausragender Bedeutung. In den Worten einer ganz und gar menschlichen Liebe, welche die Schönheit der Leiber und das Glück der gegenseitigen Suche besingt, kommt auch die göttliche Liebe für sein Volk zum Ausdruck. Die Kirche ist deshalb nicht in die Irre gegangen, wenn sie in der kühnen Verbindung des ganz und gar Menschlichen mit dem ganz und gar Göttlichen durch die Verwendung derselben Ausdrücke das Mysterium ihrer Beziehung zu Christus erkannt hat: Kongregation für die Glaubenslehre: Schreiben über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt vom 31. Mai 2004, Nr. 9.
  2. Johannes Paul II.: Apostolischer Brief Schola caritatis zum 900. Jahrestag der Geburt des hl. Bernhard von Clairvaux vom 20. August 1990.
  3. Paul VI.: Apostolisches Schreiben Gaudete in Domino über die christliche Freude vom 9. Mai 1975, Nr. 16.
  4. Pius XII.: Enzyklika Mystici corporis Christi über den Geheimnisvollen Leib Christi vom 26. Juni 1943, Nr. 96.
  5. Johannes Paul II.: Enzyklika Dives in misericordia über das göttliche Erbarmen vom 30. November 1980, Nr. 4.
  6. Ansprache bei der Generalaudienz "Die Kirche - Braut Christi" vom 4. Dezember 1991.
  7. Marc François Lacan in: Wörterbuch zur biblischen Botschaft, Herausgegeben von Xavier Lèon-Dufour, Herder Verlag Freiburg 1981, S. 75, Artikel: Brautschaft (827 Seiten; ISBN 3-451-1417-4; Imprimatur Freiburg im Breisgau, den 20. Juli 1964 Der Generalvikar Dr. Föhr).
  8. Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ (Mt 9,13), Die Werke der Barmherzigkeit auf dem Weg des Jubiläums Papstbotschaft zur Fastenzeit 2016
  9. „Liebe die Heilige Schrift“, so mahnt der Hieronymus in der Jungfrau Demestrias ersichtlich alle, „und die Weisheit wird dich lieben; liebe sie, und sie behütet dich; ehre sie, und sie umfängt dich. Dieses Geschmeide möge dir am Herzen und Ohr haften.“ (Briefe 130, 20): aus: Benedikt XV.: Enzyklika Spiritus Paraclitus über die Inspiration der Heiligen Schrift vom 15. September 1920, Nr. 33.
  10. Vgl. Irenäus, Adv. Hær. III., 24, 1: PG 7, 966B; Harvey 2, 131; ed. Sagnard, Sources Chr., 398.
  11. vgl. Direktorium für Dienst und Leben der Priester 2013, Nr. 14.
  12. Apostolischer Brief Gratissimam sane an die Familien zum Internationalen Jahr der Familie vom 2. Februar 1994, Nr. 19 - wiederholt in: Kongregation für die Glaubenslehre Schreiben an die Bischöfe der Katholischen Kirche über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt vom 31. Mai 2004.
  13. Benedikt XVI.: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis über die Eucharistie - Quelle und Höhepunkt von Leben und Sendung der Kirche vom 22. Februar 2007, Nr. 27.
  14. Johannes Paul II.: Gründonnerstagsschreiben Dominicae cenae an alle Bischöfe der Kirche über das Geheimnis und die Verehrung der heiligsten Eucharistie vom 24. Februar 1980.
  15. Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem über die Würde und Berufung der Frau anlässlich des Marianischen Jahres vom 15. August 1988, Nr. 26.
  16. vgl. Marc François Lacan in: Wörterbuch zur biblischen Botschaft, S. 76.
  17. Der Geist und die Braut sagen: Maranatha - Komm, Herr Jesus! (vgl. Offb 22,17+20 EU).
  18. Walter Dürig in: Marienlexikon, herausgegeben von Remigius Bäumer und Leo Scheffczyk im Auftrag des Institutum Marianum Regensburg. EOS Verlag St. Ottilien, Band 4, Artikel, S. 39.
  19. Dogmatische Konstitution über die Kirche »Lumen gentium«, Nr. 63; vgl. AMBROSIUS, »Expos. Evang. sec. Luc.«, II, 7: CSEL 32, 4, S. 45; »De Instit. Virginis«, XIV, 88-89: PL 16, 341; Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris mater über die selige Jungfrau Maria im Leben der pilgernden Kirche vom 25. März 1987, Nr. 6, 13.
  20. Kongregation für die Glaubenslehre Schreiben an die Bischöfe der Katholischen Kirche über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt vom 31. Mai 2004, Nr. 15.
  21. vgl. Apostolische Konstitution Paul VI. Paenitemini über die kirchliche Fasten- und Bußdiziplin vom 17. Februar 1966, Anmerkung 53.
  22. Johannes Paul II.: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Ecclesia in Europa vom 28. Juni 2003, Nr. 13.
  23. Zweites Vatikanisches Konzil: Pastorale Konstitution Gaudium et spes über die Kirche in der Welt von heute, Nr. 49.
  24. Johannes Paul II.: Apostolisches Schreiben Dilecti amici an die Jugendlichen der Welt zum Internationalen Jahr der Jugend vom 31. März 1985, Nr. 10.
  25. Apostolisches Schreiben Redemptionis donum über das gottgeweihte Leben im Licht des Geheimnisses der Erlösung, vom 25. März 1984, Nr. 11.
  26. Benedikt XVI.: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis über die Eucharistie - Quelle und Höhepunkt von Leben und Sendung der Kirche vom 22. Februar 2007, Nr. 24.
  27. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 3;Kongregation für den Klerus: Direktorium für Dienst und Leben der Priester 2013, Nr. 14.
  28. Benedikt XVI.: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis über die Eucharistie - Quelle und Höhepunkt von Leben und Sendung der Kirche vom 22. Februar 2007, Nr. 24.
  29. Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis über die Priesterbildung im Kontext der Gegenwart vom 25. März 1992, Nr. 16; Johannes Paul II. Apostolischer Brief an die Frauen vom 29. Juni 1995, Nr. 11.
  30. Pastores dabo vobis, Nr. 22.
  31. Kardinal Mauro Piacenza: Brief an die Priester zur Fastenzeit (14. Februar 2013) vom Präfekten der Kleruskongregation, In der Messe ist der Priester Christus am ähnlichsten Kath.net am 17 Februar 2013
  32. Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen gentium, Nr. 42.44: AAS 57 (1965) 47-49.50-51; Dekret über die zeitgemäße Erneuerung des Ordenslebens Perfectae caritatis, Nr. 12: AAS 58 (1966) 707.
  33. Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem anlässlich des marianischen Jahres über die Würde und Berufung der Frau vom 15. August 1988, Nr. 20.
  34. Sacrosanctum concilium, Nr. 84; KKK 1174; Allgemeine Einführung in das Stundengebet, III,15; Verbum Domini, Nr. 62.
  35. vgl. Athanasius, De Virginitate 6: PG 28, 257 in: Apostolische Konstitution Paul VI. Paenitemini über die kirchliche Fasten- und Bußdiziplin vom 17. Februar 1966, Anmerkung 53; vgl. 1 Sam 16,7 EU.
  36. Paul VI.: Apostolisches Schreiben Marialis cultus über die rechte Pflege und Entfaltung der Marienverehrung vom 2. Februar 1974, Nr. 22.
  37. vgl. Pius XII.: Enzyklika Haurietis aquas über die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu vom 15. Mai 1956, Nr. 67.
  38. vgl. Jes 61,10 EU; Paul VI.: Apostolisches Schreiben Gaudete in Domino über die christliche Freude vom 9. Mai 1975, Nr. 33.
  39. Marc François Lacan in: Wörterbuch zur biblischen Botschaft, S. 76.
  40. Lumen gentium, Nr. 64; Ambrosius, ebd. und Expos. Lc. X, 2 4-25: PL 15, 1810. Augustinus, In Io. Tr. 13, 12: PL 35, 1499. Vgl. serm. 191, 2, 3: PL 38, 1010; u. a. Vgl. auch Beda Venerabilis, In Lc. Expos. I, Kap. 2: PL 92, 330. Isaac v. Stella, Serm. 51: PL 194, 1863 A.
  41. (Ep. 80,1, ad Anatolium, episc. Constant.; PL 54,913) in: Johannes XXIII.: Enzyklika Aeterna Dei sapientia über den heiligen Papst und Kirchenlehrer Leo den Großen aus Anlass der 1500jährigen Wiederkehr seines Todes vom 11. November 1961.
  42. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Reconciliatio et paenitentia über Versöhnung und Buße in der Sendung der Kirche heute, Nr. 12.
  43. vgl. Hans Buob: Berufen zur Hingabe, Die evangelischen Räte, Unio Verlag, S. 131-138, Eigenschaften bräutlicher Liebe (2. Auflage; 167 Seiten; ISBN 3-935189-17-6).
  44. Johannes vom Kreuz, Lied der Liebe B, Anmerkung zur Strophe 29,2-3: "... ein wenig dieser lauteren Liebe ist vor Gott und vor ihr (der Seele) von höherem Wert, ist für die Kirche von größerem Nutzen als alle anderen Werke zusammen... in ihrem machtvollen Verlangen, ihrem Bräutigam zu gefallen und der Kirche zu dienen, verbarg sich (Maria Magdalena) dreißig Jahre in der Wüste, um sich mit ganzem Gemüt dieser Liebe hinzugeben. Sehr viel gewinnreicher erscheint ihr solches wegen der hohen Bedeutung auch des geringsten Teiles dieser Liebe für die Kirche... Schließlich sind wir für solche Liebe geschaffen worden" (ed. I. Behn [1963] 181 f.): 15. August 1969 Kongregation für die Ordensleute und Säkularinstitute Instruktion Venite seorsum über das beschauliche Leben und die Klausur der Nonnenklöster, Anmerkung 31.
  45. Kongregation für die Glaubenslehre Schreiben an die Bischöfe der Katholischen Kirche über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt vom 31. Mai 2004, Nr. 12; "Du hast ins Leben alles gerufen, Herr, deine Schöpfung neigt sich zum Tode: Hole sie heim." in: Stundenbuch im Jahreskreis, 1. Woche, Komplet, Hymnus.
  46. Mk 8,38 EU, Lk 9,26 EU.
  47. »Haec est vita nostra, ut desiderando exerceamur«: Hl. Augustinus, In prima Ioan. tract. 4,6: SC 75, 232.
  48. Auf der einen Seite steht die Dirne als Typus des götzendienerischen Babylon (Offb 17,1 EU; vgl. Jes 47 EU), auf der anderen Seite die Braut des Lammes als Typus der vielgeliebten Stadt (Offb 20,9 EU), des Himmlischen Jerusalems - aus: Marc François Lacan in: Wörterbuch zur biblischen Botschaft, S. 75.
  49. Johannes Paul II.: Apostolisches Schreiben Dies Domini über die Heiligung des Sonntags vom 31. Mai 1998, Nr. 37.
  50. "Halleluja. Wir wollen uns freuen und jubeln * (R Halleluja.) und ihm die Ehre erweisen! R Halleluja (Halleluja).
    Halleluja. Denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes, * (R Halleluja.) und seine Frau hat sich bereit gemacht. R Halleluja (Halleluja). - In der Vesper am Ostersonntag, Canticum Offb 19,1-3.5-7 EU.
  51. vgl. auch das Schreiben Bibel und Moral, Nr. 67 Biblische Wurzeln des christlichen Handelns vom 11. Mai 2008.
  52. Benedikt XVI.: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis über die Eucharistie - Quelle und Höhepunkt von Leben und Sendung der Kirche vom 22. Februar 2007, Nr. 31.
  53. Kardinal Mauro Piacenza: Brief an die Priester zur Fastenzeit (14. Februar 2013) vom Präfekten der Kleruskongregation, In der Messe ist der Priester Christus am ähnlichsten Kath.net am 17 Februar 2013
  54. vgl. auch: Benedikt XVI.: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis über die Eucharistie - Quelle und Höhepunkt von Leben und Sendung der Kirche vom 22. Februar 2007, Nr. 27.
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