Buch des Lebens

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Das Buch des Lebens (Offb 3, 5) oder Lebensbuch des Lammes (Offb 13, 8) in der Bibel[1] bedeutet‚ ein bildlicher Ausdruck für das Vorherwissen Gottes der Namen aller Menschen, die zum ewigen Leben oder zur ewigen Seligkeit gelangen werden;[2] eine Art "Himmlischer Bürgerliste" oder "Bürgerliste einer Stadt".[3]

Zu unterscheiden ist das Buch des Lebens von den anderen Büchern, in denen die Taten der Menschen verzeichnet sind, und nach denen am Tag des Gerichtes das Leben bewertet wird (Offb 20, 12).

Da die Streichung aus dem Buch des Lebens möglich ist, ist die Eintragung durch menschliches Verhalten beeinflußbar, kann also nicht als Prädestination verstanden werden. Damit verbunden ist die Anschauung über eine Art himmlischer Buchführung des sittlichen Verhaltens.[4] Dieses Buch wird beim beim Jüngsten Gericht aufgeschlagen (Offb 21, 27), als Grundlage für den göttlichen Richterspruch (vgl. Jes 65,6; Dan 7,10) und wird also endgültig beim Weltgericht.[5] Wen Gott ausstreicht, der verliert Heil und Leben, ursprünglich das irdische (Ex 32, 32 f; Ps 68, 29), dann das übernatürliche im eschatologischen Endreich, das den Guten vorbehalten ist, die im Buch des Lebens stehen (Dn 12, 1), "zum Leben aufgeschrieben" sind (vgl. Is 4, 3).[6]

Im Buch des Lebens stehen alle Namen derjenigen, die ohne persönliche schwere Schuld (Todsünde)[7] oder in der Heiligmachenden Gnade gestorben sind (vgl. Offb 20, 12-14). Wer eine Todsünde begangen hat, sie jedoch bereut hat und dadurch über das Böse gesiegt hat, wird ebenfalls wie diejenigen, die keine Schwere Schuld begangen haben mit weißen Gewändern (der Heiligen) bekleidet werden. Jesus Christus wird sich vor seinem Vater und vor den Engeln sich zu diesem Menschen bekennen. Jener wird dadurch gerettet werden (Offb 3, 4).

Die Namen der Menschen stehen seit der Erschaffung der Welt (Offb 3,5; 13, 8; 17, 8) in diesem Buch. Es sind jene, welche durch Jesus Christus, dem geschlachteten Lamm, gerettet wurden und dadurch gerecht (vgl. Ps 69, 29) und geheiligt sind.[8] Es sind gleichsam jene Berufenen, welche Gott und seine Gebote annahmen. Die Ungläubigen stehen nicht "im Buch des Lebens" bzw. "im Lebensbuch des Lammes" (Offb 17, 8 u. 13,8), sie kommen darum "in den feurigen Pfuhl" (Offb 20, 16). Die Gerechten aber werden nicht "ausgetilgt" (3, 5), sie gehen ein in die Herrlichkeit Gottes (Offb 21, 27), [9] des Himmlisches Jerusalems.

Es sind jene Menschen, die Gott lieben. Sie hat er "nach seinem ewigen Plan berufen" und im voraus erkannt. Er hat sie "im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes (Jesus Christus) teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene von vielen Brüdern sei" (Röm 8, 28-29). Es ist der "Neue Name", der auf dem weißen Stein steht, der Gott jenen gibt, die im irdischen Leben gesiegt haben. Diesen Namen kennt nur derjenige, der ihn empfängt (Offb 2, 17).

Literatur

Anmerkungen

  1. Ex 32, 32; Phil 4,3; Offb 3,5; 20, 12; 22,19.
  2. Theodor Innitzer in: LThK 1. Auflage, Band 2, Sp. 601.
  3. Leonore Reuter in: LThK 3. Auflage, Band 2, Sp. 743.
  4. Leonore Reuter in: LThK 3. Auflage, Band 2, Sp. 744.
  5. C. Kopp in: LThK 2. Auflage, Band 2, Sp. 739.
  6. C. Kopp in: LThK 2. Auflage, Band 2, Sp. 738+739.
  7. vgl. Thomas von Aquin: Summa theologica, I. q. 24, a. 1-3.
  8. Offb 3,5; 13,8; 17,8; 20, 15; 21,27.
  9. C. Kopp in: LThK 2. Auflage, Band 2, Sp. 739.
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