Dacché piaque al Signore (Wortlaut)

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Ansprache
Dacché piaque al Signore

von Papst
Pius XII.
anläßlich der Eröffnung des neuen Gerichtsjahres der Sacra Rota Romana
2. Oktober 1945

(Offizieller italienischer Text: AAS XXXVII [1945] 256-262)

(Quelle: Soziale Summe Pius' XII., Band II, S. 1343-1351, Nrn. 2702-2723)
Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Seitdem es dem Herrn, dem höchsten Richter aller menschlichen Gerichtsbarkeit, gefallen hat, Uns hienieden zu seinem Stellvertreter zu bestellen, können Wir heute zum ersten Male - nachdem Wir den umfassenden und gelehrten Jahresbericht dieses Eures heiligen Gerichtshofes aus dem Munde Eures so würdigen Dekans vernommen haben - Euch, geliebte Söhne, Unseren Dank aussprechen und Euch Unsere Gedanken zum Ausdruck bringen, ohne dass das Getöse der Waffen mit seinem unheilvollen Rollen Unsere Stimme übertönt. Dürfen Wir etwa schon sagen, es sei Friede? Leider noch nicht! Gebe Gott, dass wenigstens seine Morgenröte angebrochen sei. Wenn einmal die Gewalttätigkeit der Schlachten aufgehört hat, dann schlägt die Stunde der Gerechtigkeit, deren Werk darin besteht, mit ihren Gerichten die umgekehrte und gestörte Ordnung wieder herzustellen. Welch gewaltige Würde und Macht des Richters, der, erhaben über alle Leidenschaften und Vorurteile, die Gerechtigkeit Gottes selber widerstrahlen soll, ob es nun darum geht, Streitigkeiten zu schlichten oder Delikte einzudämmen!

Das ist in Wahrheit der Gegenstand eines jeden Urteils, die Sendung jeder richterlichen Gewalt, kirchlicher wie bürgerlicher. Ein nur flüchtiger und oberflächlicher Blick in die Gesetze und die richterliche Praxis könnte glauben machen, die kirchliche und die bürgerliche Prozessordnung würden nur geringfügige Unterschiede aufweisen, ungefähr wie jene, die sich in der Verwaltung der Gerechtigkeit zwischen zwei bürgerlichen Ämtern ein und derselben Rechtsfamilie auftun. Auch im unmittelbaren Ziel scheint die kirchliche und die bürgerliche Gerichtsordnung auf ein und dasselbe hinauszulaufen: Verwirklichung und Sicherung des durch die Gesetze aufgestellten Rechts, jedoch in einem besonderen, angefochtenen oder verletzten Falle mittels des gerichtlichen Urteils oder auch mittels eines Erlasses von Seiten der zuständigen Autorität im Einklang mit den Gesetzen. Die verschiedenen Stufen der richterlichen Instanzen finden sich gleicherweise in beiden. Das Vorgehen zeigt bei beiden dieselben hauptsächlichen Elemente: Gesuch zur Einleitung des Verfahrens, Vorladung, Vernehmung der Parteien, Abschluss des Prozesses, Urteilsverkündigung, Appellationsrecht.

Trotz alledem darf diese weitschichtige äußere und innere Ähnlichkeit die tiefen Unterschiede, die erstens im Ursprung und im Wesen, zweitens im Gegenstand und drittens im Ziele bestehen, nicht Übersehen werden.

Wir beschränken Uns heute darauf, zu Euch vom ersten dieser drei Punkte zu sprechen, indem Wir die Behandlung der zwei anderen für kommende Jahre, so es Gott gefällt, zurückstellen.

I. Verschiedene Auffassungen über die staatliche Gewalt und deren Ähnlichkeit mit der kirchlichen Gewalt

Der Streit um die Erklärung des Ursprungs der staatlichen Gewalt

Die richterliche Gewalt ist ein wesentlicher Teil und eine notwendige Funktion der Gewalt der zwei vollkommenen Gesellschaften, der kirchlichen und der staatlichen. Deshalb ist die Frage nach dem Ursprung der richterlichen Gewalt die gleiche wie die nach dem Ursprung der Gewalt überhaupt.

Aber gerade deshalb hat man geglaubt, außer den schon angedeuteten Ähnlichkeiten noch andere tiefere Ähnlichkeiten aufzeigen zu können. Eigentümlicherweise haben sich Anhänger ganz verschiedener moderner Auffassungen vom Ursprung der staatlichen Gewalt zur Bekräftigung und Stützung ihrer Meinungen auf eine angebliche Ähnlichkeit mit der kirchlichen Gewalt berufen. Dies gilt nicht weniger vorn sogenannten Totalitarismus und Autoritarismus, als auch von ihrem Gegenpol, der modernen Demokratie. Aber in Wirklichkeit bestehen diese behaupteten tieferen Ähnlichkeiten in keinem der drei Fälle, wie eine kurze Prüfung leicht beweisen wird.

Der Totalitarismus

Es ist unbestreitbar, dass eine der Lebensnotwendigkeiten für jede menschliche Gesellschaft, also sowohl für die Kirche wie für den Staat, darin besteht, die Einheit in der Verschiedenheit ihrer Glieder dauernd zu wahren. Nun kann aber der Totalitarismus diesem Erfordernis niemals Genüge leisten, denn er gibt der staatlichen Gewalt eine ungebührliche Ausdehnung, bestimmt und umschreibt die Betätigung auf allen Gebieten menschlichen Tuns nach Inhalt und Form und preßt so jedes rechtmäßige Eigenleben - das persönliche, örtliche und berufliche - unter dem Stempel der Nation, der Rasse oder der Klasse in eine mechanische Einheit oder Kollektivität.

Wir haben schon in Unserer Radiobotschaft von Weihnachten 1942 die traurigen Folgen aufgezeigt, die besonders für die richterliche Gewalt aus dieser Auffassung und Praxis sich ergeben, die die Gleichheit aller vor dem Gesetze unterdrückt und die Gerichtsurteile zum Spielball eines unbeständigen kollektiven Instinktes macht.

Wäre es übrigens überhaupt denkbar, dass ähnliche irrtümliche und gewalttätige Rechtsauffassungen den Ursprung des kirchlichen Rechts hätten bestimmen und die kirchliche Gerichtspraxis beeinflussen können? Das war nicht der Fall und wird nie möglich sein können, denn es stände im Widerspruch mit dem Wesen der sozialen Gewalt der Kirche, wie wir gleich sehen werden.

Der Autoritarismus

Dieser grundlegenden Forderung genügt aber auch keineswegs die zweite Auffassung der staatlichen Gewalt, die als Autoritarismus bezeichnet werden kann, da sie die Bürger von jeder wirksamen Teilnahme und jedem Einfluss bei der Bildung des sozialen Willens ausschließt. Dieser « Autoritarismus » trennt darum die Nation in zwei Kategorien, die der Herrschenden und die der Beherrschten, deren gegenseitige Beziehungen unter der Herrschaft der Macht rein mechanische werden oder ausschließlich biologisch begründet sind.

Wer sieht nun nicht, dass auf solche Weise die wahre Natur der Staatsgewalt zutiefst umgekehrt wird? Die Staatsgewalt muss in der Tat aus sich selbst und in der Ausübung ihres Amtes dahin streben, dass der Staat eine wahre Gemeinschaft sei, innigst geeint im letzten Ziel, dem Gemeinwohl. Aber in diesem System wird der Begriff des Gemeinwohls so unbeständig und offenbart sich so klar als ein trügerisches Mäntelchen für das einseitige Interesse der herrschenden Klasse, dass ein zügelloser gesetzgeberischer «Dynamismus» jede Rechtssicherheit ausschließt und so ein grundlegendes Element jeder wahren richterlichen Ordnung unterdrückt.

Niemals könnte ein solcher falscher Dynamismus in der Kirche die wesentlichen Rechte, die den einzelnen physischen Ursprung und Wesen kirchlicher und staatlicher Gerichtsbarkeit und juristischen Personen zuerkannt sind, unterdrücken und beiseite schieben. Die kirchliche Gewalt hat ihrer Natur nach mit diesem «Autoritarismus» nichts gemein. Es kann ihm deshalb in keinem Punkte eine Beziehung zur hierarchischen Verfassung der Kirche zuerkannt werden.

Die demokratische Auffassung

Es bleibt noch die demokratische Form der staatlichen Gewalt zu untersuchen, in der manche eine engere Verwandtschaft mit der Verfassung der Kirche finden möchten. Ohne Zweifel erfüllt eine wahre theoretische und praktische Demokratie jene Lebensnotwendigkeit einer jeden gesunden Gemeinschaft, von der wir gesprochen haben. Aber diese erfüllt sich, oder kann sich wenigstens unter gleichen Bedingungen auch In andern rechtsmässigen Regierungsformen erfüllen.

Das christliche Mittelalter, das besonders vom Geiste der Kirche erfüllt war, hat mit seinem Reichtum blühender demokratischer Gemeinwesen klar gezeigt, wie der christliche Glaube eine wahre, eigentliche Demokratie zu schaffen versteht und sogar die einzige dauerhafte Grundlage für sie ist. Denn eine Demokratie ohne Einheit der Geister, wenigstens in den hauptsächlichsten Grundsätzen des Lebens, vor allem, was die Rechte Gottes und die Würde der menschlichen Person, die Achtung der ehrbaren persönlichen Tätigkeit und Freiheit, auch in politischen Angelegenheiten, betrifft, eine solche Demokratie wäre mangelhaft und ohne festen Halt. Wenn also das Volk sich vorn christlichen Glauben entfernt oder ihn nicht entschlossen zur Grundlage des bürgerlichen Lebens macht, dann verfälscht sich auch die Demokratie leicht, sie gerät aus den Fugen und droht mit der Zeit dem «Totalitarismus », dem «Autoritarismus» einer einzigen Partei zu verfallen.

Wenn man sich andererseits die Hauptthese der Demokratie vor Augen hält, dass der ursprüngliche Träger der von Gott kommenden staatlichen Gewalt das Volk (nicht etwa die «Masse») ist - eine These, die hervorragende christliche Denker zu allen Zeiten verfochten haben -, dann stellt sich der Unterschied zwischen der Kirche und dem Staat, auch dem demokratischen, immer klarer heraus.

II. Der Unterschied zwischen der kirchlichen und der staatlichen Gewalt

Die Kirche ist nicht natürlichen Rechts

Tatsächlich ist die kirchliche Gewalt, und folglich auch die richterliche Gewalt in der Kirche, von der staatlichen wesentlich verschieden.

Der Ursprung der Kirche ist im Gegensatz zu dem des Staates nicht natürlichen Rechtes. Selbst die umfassendste und genaueste Zergliederung des Begriffs der menschlichen Person bietet gar keinen Anhaltspunkt für den Schluss, dass die Kirche gleichwie die bürgerliche Gesellschaft auf natürliche Weise entstanden sein und sich entwickelt haben musste. Die Kirche entspringt einem eigenen Wollen Gottes neben und über der natürlichen sozialen Veranlagung des Menschen, wenn auch in vollkommener Harmonie mit ihr. Darum ist die kirchliche Gewalt, und dementsprechend auch die dazugehörende richterliche Gewalt, aus dem Willensakt geboren worden, durch den Christus seine Kirche gegründet hat. Das schließt nicht aus, dass, nachdem einmal die Kirche als vollkommene Gesellschaft durch den Erlöser gegründet war, aus deren innerster Natur nicht wenige Elemente hervorgingen, die der Struktur der staatlichen Gesellschaft ähnlich sind.

Kirchliche Rechtsbildung: von oben nach unten

In einem Punkt fällt aber der grundlegende Unterschied zwischen Staat und Kirche besonders klar auf. Die Gründung der Kirche als Gesellschaft vollzog sich im Gegensatz zum Ursprung des Staates nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten. Das will besagen: Christus, der in seiner Kirche das Reich Gottes auf Erden, das von ihm verkündet und für alle Menschen aller Zeiten bestimmt wurde, verwirklicht hat, hat die vom Vater zum Heil des Menschengeschlechtes empfangene Sendung als Lehrer, Priester und Hirte nicht der Gemeinschaft der Gläubigen anvertraut, sondern sie einem Kollegium von Aposteln oder Gesandten übertragen und verliehen, die von ihm selber ausgewählt wurden, damit sie durch ihre Predigt, durch den priesterlichen Dienst und die soziale Gewalt ihres Amtes die Scharen der Gläubigen zum Eintritt in die Kirche bewegen sollten, um sie zu heiligen, zu erleuchten und zur Vollreife in der Nachfolge Christi zu führen.

Überdenkt die Worte, mit denen er ihnen seine Gewalten übertrug: die Gewalt, im Andenken an ihn das Opfer darzubringen (Lk 22,19), die Gewalt, Sünden nachzulassen (Joh 20, 21-23), Verheißung und Verleihung der höchsten Schlüsselgewalt an Petrus und seine Nachfolger in persönlicher Weise (Mt 16, 19; Joh 21, 15-17), Mitteilung der Gewalt, zu binden und zu lösen, an alle Apostel (Mt 28, 18-20; Joh 20, 21). Bedenkt schließlich die Worte, mit denen Christus vor seiner Auffahrt eben diesen Aposteln die allgemeine Sendung übertrug, die er vorn Vater erhalten hatte (Mt 28, 18-20; Joh 20, 21). Findet sich in all dem etwas, das Anlass zu Zweifeln oder Missverständnissen geben könnte? Die ganze Geschichte der Kirche, von ihrem Anfang bis auf unsere Tage, ist ein ununterbrochenes Echo dieser Worte und gibt dasselbe Zeugnis mit einer Klarheit und einer Bestimmtheit, die keine Spitzfindigkeit stören oder verhüllen kann. So verkünden alle diese Worte und Zeugnisse einhellig, dass das Wesentliche, der Mittelpunkt in der Gewalt der Kirche nach dem ausdrücklichen Willen Christi und deshalb nach göttlichem Recht die Sendung ist, die er seinen Dienern im Heilswirken an der Gemeinschaft der Gläubigen und am ganzen Menschengeschlecht verliehen hat.

Der Can. 109 des kirchlichen Rechtsbuches hat dieses wunderbare Rechtsgebäude ins helle Licht gestellt und sagt in Worten, die wie gemeißelt sind: «Wer in die kirchliche Hierarchie aufgenommen wird, wird es nicht auf Grund der Zustimmung oder der Berufung von Seiten des Volkes oder der weltlichen Macht, sondern in den Graden der Weihegewalt durch die heilige Weihe, zum höchsten Pontifikat durch das göttliche Recht selbst nach Erfüllung der rechtmäßigen Wahl und deren Annahme, in den übrigen Graden der Jurisdiktion durch die kanonische Sendung».

«Nicht auf Grund der Zustimmung oder der Berufung des Volkes oder der weltlichen Macht»: das gläubige Volk oder die staatliche Gewalt können im Laufe der Jahrhunderte wohl oft bei der Benennung jener mitgewirkt haben, denen kirchliche Ämter verliehen werden sollten - übrigens können zu diesen Ämtern, eingeschlossen die Papstwürde, sowohl der Sprössling vornehmen Geschlechts wie der Sohn der einfachsten Arbeiterfamilie gewählt werden. In Wirklichkeit aber erhielten und erhalten die Glieder der kirchlichen Hierarchie ihre Autorität immer von oben und sind in der Ausübung ihres Amtes nur entweder unmittelbar Gott, dem der römische Pontifex allein untersteht, oder in den andern Graden ihren hierarchischen Obern gegenüber verantwortlich, aber sie haben durchaus keine Rechenschaft zu geben weder dem Volke noch der bürgerlichen Gewalt, wobei natürlich das Recht eines jeden Gläubigen gewahrt bleibt, in gebührender Form der zuständigen kirchlichen Autorität oder auch unmittelbar der höchsten Gewalt der Kirche, seine Gesuche und Rekurse einzureichen, besonders, wenn der Bittsteller oder Rekurrent von Gründen bewogen wird, die seine persönliche Verantwortung für sein eigenes oder anderer Seelenheil betreffen.

Schlussfolgerungen

Aus unseren Ausführungen ergeben sich hauptsächlich zwei Schlussfolgerungen:

1. Anders als im Staat ist in der Kirche der ursprüngliche Träger der Gewalt, die höchste richterliche Gewalt, die höchste Appellationsinstanz niemals die Gemeinschaft der Gläubigen. Es gibt also in der Kirche, wie sie von Christus gegründet wurde, kein Volksgericht und keine richterliche Gewalt, die vom Volke herflösse, und kann es in ihr nicht geben.

2. Die Frage der Ausdehnung und der Größe der kirchlichen Gewalt stellt sich ebenfalls ganz anders als beim Staate. Für die Kirche gilt in erster Linie der ausdrückliche Wille Christi, der ihr nach seiner Weisheit und Güte größere und geringere Machtbefugnisse verleihen konnte, stets unter Wahrung des Minimums, das durch ihr Wesen und ihr Ziel notwendigerweise erfordert ist. Die Gewalt der Kirche umfaßt den ganzen Menschen, den inneren und den äußeren, in Hinordnung auf die Erreichung des übernatürlichen Zieles, insofern der Mensch gänzlich dem Gesetze Christi untersteht, zu dessen Hüter und Vollstrecker, sowohl im äußeren Rechtsbereich wie im inneren oder Gewissensbereich, die Kirche von ihrem göttlichen Stifter bestellt worden ist. Es ist somit eine volle und vollkommene Gewalt, obgleich fremd jenem «TotaIitarismus», der eine würdige Berufung auf die klaren und unverjährbaren Forderungen des eigenen Gewissens nicht zuläßt und nicht anerkennt und die Gesetze des individuellen und sozialen Lebens vergewaltigt, jene Gesetze, die da eingeschrieben sind ins Menschenherz (Vgl. Röm 2,15). Die Kirche zielt in der Tat mit ihrer Gewalt nicht darauf, die menschliche Persönlichkeit zu vergewaltigen, sondern deren Freiheit und Vervollkommnung sicherzustellen, indem sie dieselbe vor den Schwachheiten, den Irrtümern und Irrwegen des Geistes und Herzens schützt, die früher oder später stets in Ehrlosigkeit oder Versklavung enden.

Ermahnung und Segen

Der heilige Charakter, den die kirchliche Rechtssprechung aus ihrem göttlichen Ursprung und aus ihrer Zugehörigkeit zur hierarchischen Gewalt empfängt, soll Euch, geliebte Söhne, eine recht hohe Achtung vor Eurem Amte einflößen und Euch anspornen, seinen strengen Verpflichtungen mit lebendigem Glauben, mit unwandelbarer Rechtschaffenheit und anhaltend wachsamem Eifer nachzukommen. Welch ein Glanz offenbart sich anderseits unter dem Schleier dieser Strenge dem Auge dessen, der in der richterlichen Gewalt die Majestät der Gerechtigkeit zu sehen versteht, die in all ihrer Wirksamkeit die Kirche erscheinen lassen will, die Braut Christi, «heilig und makellos» vor ihrem göttlichen Bräutigam und den Menschen (Eph 5, 27).

An diesem Tage der Eröffnung Eures neuen Gerichtsjahres erflehen wir Euch, geliebte Söhne, die Gnade und Hilfe des Vaters des Lichtes und Jesu Christi, dem er das ganze Gericht übertragen hat (Joh 5, 22), und des Geistes des Verstandes, des Rates und des Starkmutes und der Jungfrau Maria, des Spiegels der Gerechtigkeit und des Sitzes der Weisheit, indem Wir aus ganzem Herzen Euch allen, die Ihr anwesend seid, Euren Familien, allen denen, die Euch teuer sind, Unseren väterlichen Apostolischen Segen erteilen.

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