Das ist der Tag, den Gott gemacht

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Isenheimer Altar: Auferstehung

Das ist der Tag, den Gott gemacht ist ein Geistliches Lied zur Osterzeit mit katechetischem Charakter.

Es steht im Gotteslob unter der Nummer 329.

Inhaltsverzeichnis

Texter und Komponist

Den Liedtext schrieb der Philologe und Pädagoge Heinrich Bone, der am 25. September 1813 in Drolshagen geboren wurde. Bone starb am 10. Juni 1893 in Hattenheim, heute ein Stadtteil von Eltville am Rhein. Bekannt wurde er durch sein Kirchengesangbuch Cantate, das ab 1847 in sieben Auflagen erschien und in mehreren deutschsprachigen Bistümern zum festen Bestand gehörte.

Friedrich Dörr ergänzte das Lied für das 1975 erschienene Gotteslob I um zwei Strophen. Dörr wurde am 7. März 1908 in Obereschenbach geboren. 1930 promovierte er an der päpstlichen Universität Gregoriana zum Doktor der Philosophie und empfing am 29. Oktober 1933 in Rom die Priesterweihe. Nach einer Tätigkeit als Seelsorger an verschiedenen Orten wurde er 1945 Professor für Systematische Philosophie und Pädagogik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Eichstätt und von 1964 bis 1968 auch deren Rektor. Von 1966 bis 1975 arbeitete er in der Liedkommission des Gotteslobs, für das er 16 Liedtexte schrieb. Dörr starb am 13. Mai 1993 in Eichstätt.

Die Melodie des Liedes wird Johann Leisentrit (auch Leisentritt) zugeschrieben. Leisentrit wurde 1527 in Olmütz geboren und studierte in Krakau katholische Theologie, empfing im März 1549 die Priesterweihe, wurde Dekan des Kollegiatstifts St. Peter in Bautzen. Noch bevor das Bistum Meißen um 1560 evangelisch wurde, ernannte Bischof Johann IX. von Haugwitz ihn zum kirchlichen Generalkommissar der Ober- und Niederlausitz. Kaiser Ferdinand I. bestätigte ihn in diesem Amt, womit Leisentrit nun für die Christen beider Konfessionen zuständig war. 1567 erfolgte die päpstliche Ernennung zum Diözesanadministrator. Leisentrit starb am 24. November 1586 in Bautzen und wurde im Petridom beigesetzt. Bekannt wurde Leisentrit mit dem 1567 erschienenen Gesangbuch Geistliche Lieder und Psalmen der Alten Apostolischer recht und warglaubiger Christlicher Kirchen. Neben dem Gesangbuch Trutznachtigall von Friedrich Spee von Langenfeld gehört es zu den bekanntesten und in ganz Deutschland verbreiteten Gesangbüchern der Gegenreformation und enthält 250 Lieder mit 181 Melodien, darunter etwa 70 neue, die höchstwahrscheinlich von Leisentrit selbst stammen.[1]

Entstehung

Die Melodie komponierte Leisentrit etwa um das Jahr 1567. Die Verbreitung des Glaubens in eingängigen Liedern war ihm ein Anliegen. Die Menschen sollten ihren Glauben verstehen können, deshalb setzte er sich auch für den Gebrauch der Muttersprache in der Liturgie ein (Deutsches Hochamt). Seine Bemühungen scheiterten an den Bestimmungen des Konzils von Trient, deshalb wandte er sich mit seinem Engagement verstärkt der Kirchenmusik zu.

Den Text der im Gotteslob abgedruckten Strophen 1., 2. und 5. textete Heinrich Bone unter Verwendung der Melodie Leisentrits. Bones Anliegen war es, den Glauben in Liedern gegenwärtig zu setzten, deshalb übertrug er auch zahlreiche mittelalterliche und barocke Texte in die Sprache seiner Zeit. Den Text der 3. und 4. Strophe schrieb Friedrich Dörr 1972 als Ergänzung für das 1975 erschienene Gesangbuch Gotteslob.[2]

Rezeption (Auswahl)

  • Herbert Voß (1922–2006): Das ist der Tag, den Gott gemacht. Orgelsatz.[3]
  • Volker Wangenheim (1928–2014): Das ist der Tag, den Gott gemacht. Chorsatz (SATB) a cappella.[4]
  • Klaus Fischbach (* 1935): Das ist der Tag, den Gott gemacht. Chorsatz (SATB) und Orgelbegleitung.[5]
  • Ludger Stühlmeyer (* 1961): Das ist der Tag, den Gott gemacht. Chorsatz (SATB) a cappella (2012)[6] und Choralbearbeitung für Orgel (2016).
  • Thomas Renner (* 1962): Das ist der Tag, den Gott gemacht. Für dreistimmigen gemischten Chor und Orgel.[7]
  • Michael Hoppe (* 1966): Das ist der Tag,den Gott gemacht. Für Chor und Überchor (SATB/SATB) a cappella (2001).[8]

Literatur

  • Ludger Stühlmeyer: Christus gestern, heute und in Ewigkeit. Das Lied: Das ist der Tag den Gott gemacht. In: Heinrichsblatt, Osterspezial, Nr. 15, Bamberg 8. April 2012, S. VI.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Ludger Stühlmeyer, in: Heinrichsblatt, Osterspezial, Nr. 15, Bamberg 8. April 2012, S. VI.
  2. Ludger Stühlmeyer, in: Heinrichsblatt, Osterspezial, Nr. 15, Bamberg 8. April 2012, S. VI.
  3. In: Heinz Walter Schmitz, Onlineorgelbuch.
  4. In: Chorbuch Gotteslob Nr. 21, Carus-Verlag, Stuttgart 2013.
  5. In: Trierer Chorbuch zum Gotteslob S. 95. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2014.
  6. Partitur im Sonat-Verlag, Reihe: Gemeindelied im Chor, Kleinmachnow 2015, ISMN 979-0-50254-006-7.
  7. Partitur im Berliner Chormusik-Verlag, Reihe: Lichterfelder Chorblatt, Berlin 2005.
  8. In: Chorbuch Ostern, Carus Stuttgart 2002.