Dekanate im Bistum Regensburg

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Die Dekanate im Bistum Regensburg sind eine Aufteilung der geografischen Gebiete der acht Regionen des Bistums Regensburg in mehrere kleinere in sich geschlossene geografische Gebiete, die der Erleichterung der Verwaltung und der besseren Übersicht dient.

Inhaltsverzeichnis

Struktur

Das Bistum Regensburg ist in 8 Regionen mit 33 Dekanaten gegliedert:

Regionen und Dekanate des Bistums Regensburg
Region Dekanate
Region I – Regensburg

Alteglofsheim-Schierling, Donaustauf, Laaber, Regensburg und Regenstauf

Region II – Landshut Dingolfing, Eggenfelden, Frontenhausen-Pilsting, Landshut-Altheim, Rottenburg und Vilsbiburg
Region III – Straubing – Deggendorf Bogenberg-Pondorf, Deggendorf-Plattling, Geiselhöring, Straubing und Viechtach
Region IV – Kelheim

Abensberg-Mainburg, Geisenfeld, Kelheim und Pförring

Region V – Cham Cham, Kötzting, Neunburg-Oberviechtach und Roding
Region VI – Amberg – Schwandorf Amberg-Ensdorf, Schwandorf und Sulzbach-Hirschau
Region VII – Weiden

Leuchtenberg, Nabburg, Neustadt/WN und Weiden

Region VIII – Tirschenreuth – Wunsiedel Kemnath-Wunsiedel und Tirschenreuth

Die Priester und seelsorgerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Dekanats wählen einen Dekan aus der Mitte der Priester des Dekanats. Dieser Dekan muss vom Bischof bestätigt werden. Zu seinen Aufgaben zählen die Visitation der Pfarreien des Dekanats sowie die Förderung der Seelsorge in den Pfarreien, die Fortbildung der Kleriker, das spirituelle und soziale Wohl der Priester und die Organisation der Versorgung der Kranken und Sterbenden im Dekanat.[1]

Geschichte

Vorläufer der Dekanate

Schon im 10. Jahrhundert bildeten sich im Gebiet des Bistums Regensburg vier Bezirke heraus, die als Archipresbyterate (auch: Archidiakonate, Erzdekanate) bezeichnet wurden. Ihnen stand jeweils ein Archipresbyter (auch: Archidiakon, Erzpriester, Erzdekan) vor. Drei der Archipresbyterate befanden sich im südlichen Teil des Bistums und ein sehr großes im nördlichen Teil, dem Nordgau. Dass das nördliche Archipresbyterat so groß war, lag an der sehr dünnen Besiedelung des Nordgaus zu dieser Zeit. Diese vier Archipresbyterate entsprachen in etwa den politischen Bezirken, und zwar:

  • das Erzdekanat Cham entsprach dem Nordgau
  • das Erzdekanat Regensburg entsprach dem Kelsgau
  • das Erzdekanat Thumstauf entsprach dem oberen Donau- und Westermanngau
  • das Erzdekanat Pondorf entsprach dem unteren Donaugau mit Einschluss des Vilsgaues[2]

Entstehung der Dekanate

Seit Mitte des 12. Jahrhunderts entwickelten sich in Bayern Landdekanate. Sie werden in Regensburger Urkunden ab 1200 erwähnt. Im 14. Jahrhundert hatte Regensburg 21 Landdekanate und das Stadtdekanat Regensburg, 1508 22 Landdekanate und das Stadtdekanat Regensburg. Während der Reformation wurden einzelne Dekanate protestantisch bzw. evangelisch-lutherisch. Teilweise bestehen diese noch heute. Für manche dieser Dekanate wurden nach der Rekatholisierung wieder gleichnamige katholische Dekanate neu gegründet. In anderen Fällen entstanden für die katholisch gebliebenen Gebiete neue katholische Dekanate. Dadurch wuchs nach und nach die Anzahl der Dekanate im Bistum Regensburg.[3]

17. bis 20. Jahrhundert

Die Regensburger Matrikel von 1666 beschreibt die Einteilung des Bistums Regensburg wie folgt:

  • Erzdekanat Regensburg mit den Dekanaten
    • Pförring, Geisenfeld, Mainburg und Kelheim
  • Erzdekanat Thumstauf mit den Dekanaten
    • Thumstauf, Laaber (Schwandorf und Allersburg), Schierling und Rottenburg
  • Erzdekanat Pondorf mit den Dekanaten
    • Pondorf, Atting, Geiselhöring, Altheim, Dingolfing, Frontenhausen, Pilsting und Deggendorf (mit Unterviechtach)
  • Erzdekanat Cham mit den Dekanaten
    • Cham, Nabburg (mit Leuchtenberg), Tirschenreuth-Eger, Stadtkemnath und Hirschau

Regensburg, Stauf, Pondorf und Cham waren ständige Sitze der Erzdekane, während die Sitze der Dekane wechselten.[4] Die Dekanate wurden bis zum 18. Jahrhundert nach dem Sitz des jeweiligen Dekans benannt. Dadurch ergab sich durch Wechsel des Dekans häufig auch eine Namensänderung des Dekanats. 1736 fixierte man schließlich die Dekanatsnamen.

Bischof Antonius von Henle erhöhte 1915 die Anzahl der Dekanate auf 35 Landdekanate und 3 Stadtkommissariate. 1922 wuchs die Anzahl der Dekanate im Bistum Regensburg auf 45.[5]

Auf Anregung des II. Vatikanischen Konzils wurden 1968 die Dekanate in die heute (2014) noch bestehenden 8 Regionen zusammengefasst. [6]

21. Jahrhundert

Durch die Dekanatsreform im Jahr 2001 unter Bischof Manfred Müller wurde die Anzahl der Dekanate im Bistum Regensburg von 45 auf die heute (2014) vorhandenen 33 Dekanate reduziert. Dabei orientierten sich die Dekanatsgrenzen weitgehend an politischen Grenzen. Die durch den Priestermangel bedingte Zusammenfassung von Pfarreien zu Pfarrverbänden und die damit erhöhte Belastung der einzelnen Priester sollte nun im Dekanat aufgefangen werden. Caritas, Erwachsenenbildung, Jugendarbeit und Ähnliches sollten auf Dekanatsebene organisiert werden. Das Dekanat sollte für die staatliche Seite Ansprechpartner sein, z.B. für Zuschüsse und Fördermittel, und so die Zusammenarbeit mit kommunalen und staatlichen Stellen vereinfachen.[7]

Anmerkungen

  1. http://www.erzbistum-muenchen.de/Pfarrei/Page006687.aspx
  2. Antonius von Henle (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. Verlag der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariates Regensburg, 1916, S. 42-46
  3. Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. XIII, XIV
  4. Antonius von Henle (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. Verlag der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariates Regensburg, 1916, S. 42-46
  5. Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. XIII, XIV
  6. Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. XIII, XIV
  7. http://archive.today/Vav2
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