Dekret zur Veröffentlichung des Graduale simplex

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Inhaltsverzeichnis

Dekret zur ersten Veröffentlichung des Graduale simplex

Dekret

Ritenkongregation
unseres Heiligen Vaters
Paul VI.
zur Veröffentlichung einfacherer gregorianischer Melodien des Messordinariums
3. September 1967
(Lateinischer Text: N 3 (1967) 312-315; EL 81 (1967) 473-476; EV II, 1348-1356. Offizielle lateinische Ausgabe: Graduale Simplex in usum minorum ecclesiarum. Vatikanstadt 1967

(Quelle: Dokumente zur Erneuerung der Liturgie, Band 1, S. 519-523, Randnummer 1008-1026)
Allgemeiner Hinweis: Die in der Kathpedia veröffentlichen Lehramtstexte dürfen nicht als offizielle Übersetzungen betrachtet werden, selbst wenn die Quellangaben dies vermuten ließen. Nur die Texte auf der Vatikanseite können als offiziell angesehen werden (Schreiben der Libreria Editrice Vaticana vom 21. Januar 2008).


I. DER CHARAKTER DIESER AUSGABE

1. Zur Förderung des liturgischen Gesangs und der tätigen Teilnahme der Gläubigen bei den mit Gesang gehaltenen gottesdienstlichen Feiern bestimmte das 2. Vatikanische Konzil in der Konstitution über die heilige Liturgie, dass außer der Vollendung der "Editio typica" der gregorianischen Gesänge eine "Ausgabe mit einfacheren Melodien für die Verwendung in kleineren Kirchen" geschaffen werden sollte (Art. 117). Entsprechend dem Auftrag der Konzilsväter haben Fachleute die vorliegende Ausgabe von Gesängen für das Proprium der Messe geschaffen. Sie ist für jene Kirchen bestimmt, in denen eine gute Ausführung der reicher entfalteten Melodien des Graduale Romanum nur schwer möglich ist.

2. Das Graduale Romanum soll wegen seines hohen künstlerischen und spirituellen Wertes von der Kirche hochgeschätzt werden und seine Geltung ungeschmälert bewahren. Daher ist zu wünschen, dass es in Kirchen, die einen Sängerchor mit der notwendigen Schulung zur gebührenden Ausführung der reicheren Melodien haben, entsprechend Verwendung findet. Darüber hinaus wird empfohlen, auch in den kleineren Kirchen, die das Graduale Simplex verwenden, einige Teile, vor allem die leichteren und dem Volk vertrauteren, aus dem Graduale Romanum beizubehalten.

3. Das Repertoire der zwei Bücher muss also nicht notwendig getrennt verwendet werden; vielmehr kann eine gewisse Mischung der aus bei den Quellen geschöpften Formen zu einer größeren und willkommenen Abwechslung führen.

4. Bei sinnvollem Gebrauch verkleinert das Graduale Simplex keineswegs den musikalischen Schatz der gregorianischen Melodien, sondern bereichert ihn sogar. Und zwar erstens bezüglich der Auswahl der Texte, da es andere, im Römischen Messbuch bisher nicht enthaltene, in den liturgischen Gebrauch einführt; zweitens auch hinsichtlich der Melodien weil nicht wenige andere aus dem authentischen Schatz der gregorianischen Quellen ausgewählt und vorgelegt sind; drittens in pastoraler Hinsicht, indem es Gottesdienste mit Gesang auch in kleineren Gemeinden ermöglicht.

II. DIE ANGEWANDTEN KRITERIEN

5. Um überall die Eucharistiefeier in ihrer vornehmsten Form, d. h. mit Gesang, halten und die Beteiligung der Gläubigen erreichen zu können, waren unbedingt einfachere Melodien notwendig.

6. Diese einfachen Melodien konnten jedoch nicht aus den reicheren des Graduale Romanum geschaffen werden, da die Auslassung einiger Noten oder Melismen nicht möglich war; auch schien es nicht angemessen, neogregorianische Melodien für die Texte des Römischen Messbuchs neu zu komponieren.

7. Daher wurden aus dem Schatz des gregorianischen Chorals geeignete authentische Melodien ausgewählt, und zwar sowohl aus den schon vorhandenen offiziellen Ausgaben als auch aus handschriftlichen Quellen des römischen Ritus oder anderer lateinischer Riten.

8. Aus dieser neuen Auswahl von Melodien ergab sich aber auch, dass neue Textreihen entstanden, denn nur sehr selten war eine einfache Melodie mit den im Messbuch stehenden Texten verbunden. So oft diese Übereinstimmung nicht vorlag, wählte man Teile, die dem Text des Römischen Messbuchs ähnliche oder wenigstens sinnverwandte Worte enthielten. Öfters kommt jedoch der Text einer aus einem Psalm genommenen Antiphon, die keine einfache Melodie hat und daher nicht als Antiphon verwendet werden konnte, als Vers im Psalm selbst vor, der nach der Antiphon zu singen ist.

Da diese neuen Texte aus rein musikalischen Gründen ausgewählt wurden, dürfen sie keinesfalls ohne Gesang verwendet werden.

III. DIE FORM DER GESÄNGE

9. Für die Gesänge zum Einzug, zur Gabenbereitung und zur Kommunion wird jene Form verwendet, die aus einer nach den Psalmversen zu wiederholenden Antiphon besteht.

10. Für die Gesänge zwischen den Lesungen findet man je nach den verschiedenen Zeiten des Jahres:

a) einen Responsorialpsalm mit einem Psalmvers oder dem Alleluja als Responsum;

b) einen Psalm ohne Responsorien, der mit seinem traditionellen Namen als Traktus bezeichnet wird;

c) das Alleluja mit einigen Psalmversen für die Zeit, in der man Alleluja singt, oder eine andere Akklamation zum Evangelium ohne Alleluja für die Zeit von Septuagesima bis Ostern.

IV. DER AUFBAU DER MESSFORMULARE

11. Im Proprium de Tempore hat nicht jeder Sonntag eigene Gesänge, vielmehr werden für jede liturgische Zeit ein oder mehrere Formulare angegeben, die an den Sonntagen dieser Zeit verwendet werden dürfen.

Jedes Herrenfest hat jedoch seine eigenen Gesänge.

12. Im Proprium de Sanctis findet man eigene Messgesänge für jene Feste, die einen Sonntag verdrängen können.

13. Das Commune der Heiligen ist in gleicher Weise angeordnet wie das Commune des Römischen Messbuchs. Jedoch wird für die einzelnen Gruppen der Heiligen nur ein Formular angegeben, das aber für die verschiedenen Teile der Messe mehrere Gesänge bietet; so kann man einen aus diesen Gesängen auswählen, der besser zum betreffenden Heiligen passt.

V. DIE FÜR DIE GESÄNGE DES GRADUALE SIMPLEX ERFORDERLICHEN PERSONEN

14. Unter Beachtung des in der Konstitution über die heilige Liturgie aufgestellten Grundsatzes, dass "jeder, sei er Liturge oder Gläubiger, in der Ausübung seiner Aufgabe nur das und all das tun soll, was ihm aus der Natur der Sache und gemäß den liturgischen Regeln zukommt" (Art. 28), ergibt sich aus der Struktur der Gesänge des Graduale Simplex folgendes:

a) Der Kantor stimmt die Antiphonen an und singt die Verse der anderen Psalmen vor, worauf das Volk antwortet. Der Psalm kann auch von einer Sängergruppe gesungen werden.

b) Die Gemeinde der Gläubigen soll die Antiphonen und die Kehrverse zu den Psalmen zwischen den Lesungen singen. Manchmal wird man auch einen Teil der Gläubigen der Schola zuteilen können; doch sollten passenderweise wenigstens die Kehrverse zu den Psalmen zwischen den Lesungen in Anbetracht ihres Charakters und der Leichtigkeit der Gesänge von der ganzen Gemeinde vorgetragen werden.

VI. DER GEBRAUCH DES GRADUALE SIMPLEX

15. Zum Einzug, zur Gabenbereitung und zur Kommunion wird die Antiphon je nach den Gegebenheiten mit einem oder mehreren Psalmversen gesungen.

Nach den Psalmversen wird die Antiphon wiederholt; man kann die Verse frei auswählen und eventuell einige der angegebenen Verse auslassen, wobei jedoch der Sinnzusammenhang gewahrt werden soll. Zum Einzug und zur Kommunion singt man zum Schluss "Gloria Patri" und "Sicut erat", wobei die bei den Verse in einen einzigen zusammengezogen werden, wie es bei den Communetönen angegeben ist.

Beim Singen des Psalms sollen zwei eigentümliche Elemente des Psalmodierens eingehalten werden: das Initium, womit der Schluss der Antiphon mit der Dominante des Psalms verbunden wird, und die Schlusskadenz, durch die das Ende des Psalmtons mit dem Anfang der Antiphon verbunden wird.

16. Der Gesang zwischen den Lesungen ist folgendermaßen geordnet:

a) In der Zeit mit Alleluja singt man einen Psalm mit einem Kehrvers aus dem Psalm und das Alleluja mit wenigstens einem Vers, oder nur einen Psalm mit Alleluja als Kehrvers.

b) In der Zeit ohne Alleluja singt man einen Psalm mit einem Kehrvers aus dem Psalm und ad libitum eine Antiphon als Akklamation zum Evangelium mit mindestens einem Vers, oder einen Psalm ohne Kehrvers, d. h. einen Traktus, und ad libitum eine Akklamationsantiphon wie vorher.

c) Zur Osterzeit singt man einen Psalm mit Alleluja als Kehrvers oder das Alleluja mit seinem Psalm.

Wenn zwei Psalmen der gleichen Art angegeben sind, genügt es, einen davon zu wählen.

Aus dem Psalm werden aber immer wenigstens fünf Verse gesungen, die, wenn mehr Verse angegeben sind, ad libitum gewählt werden können.

17. Wenn für dieselbe Zeit mehrere Formulare geboten werden, kann man nach Belieben das eine oder andere wählen, wie es günstig erscheint. Es können auch einige Teile aus dem einen, die übrigen aus einem anderen Formular genommen werden.

18. Zur Kommunion kann man immer den Psalm 33 "Benedicam Dominum" mit dem Kehrvers "Alleluja" oder "Gustate" singen.

A. M. Kardinal Larraona,

Präfekt der Ritenkongregation,

J. Kardinal Lercaro, ,
Vorsitzender des "Consilium",

F. Antonelli, ,

Sekretär der Ritenkongregation


Dekret zur zweiten Veröffentlichung des Graduale simplex (mit Kyriale simplex)

Dekret

Ritenkongregation
unseres Heiligen Vaters
Paul VI.
zur zweiten Veröffentlichung einfacherer gregorianischer Melodien des Messordinariums
22. November 1974
(Offizieller lateinischer Text: Offizielle lateinische Ausgabe V; N II (1975) 292; EV 5, 490 und
Lateinischer Text: Graduale Simplex, VII-XII; N 11 (1975) 293-296.

(Quelle: Dokumente zur Erneuerung der Liturgie, Band 2, S. 120-125, Randnummern 3352-3373

Im Kyriale Simplex vom Jahre 1965 und im Graduale Simplex vom Jahre 1967 wurden einfachere Gesänge für das Ordinarium und das Proprium der Messe veröffentlicht, entsprechend den Weisungen der Liturgiekonstitution des 2. Vatikanischen Konzils, wonach eine Ausgabe mit einfacheren gregorianischen Melodien für den Gebrauch der kleineren Kirchen geschaffen werden sollte (Art. 117).

Nach der Erneuerung des Römischen Generalkalenders, des Psalters nach der Nova Vulgata und der liturgischen Bücher für die Messfeier wurden inzwischen durch den Ordo Cantus Missae vom Jahre 1972 auch die Gesänge des Graduale Romanum neu geordnet. Entsprechend mussten auch das Graduale Simplex und das Kyriale Simplex überarbeitet und ergänzt werden, die nun in einem Band erscheinen:

Die Kongregation für den Gottesdienst veröffentlicht hiermit diese neue Ausgabe des Graduale Simplex, die von Papst Paul VI. approbiert wurde, und erklärt sie als authentisch, so dass sie gemäß den im Graduale Simplex gegebenen Richtlinien in den gottesdienstlichen Feiern verwendet werden kann.

I. Der Charakter dieser Ausgabe

1. Zur Förderung des liturgischen Gesangs und der tätigen Teilnahme der Gläubigen bei den mit Gesang gehaltenen gottesdienstlichen Feiern bestimmte das 2. Vatikanische Konzil in der Konstitution über die heilige Liturgie, dass außer der Vollendung der "Editio typica" der gregorianischen Gesänge eine "Ausgabe mit einfacheren Melodien für die Verwendung in kleineren Kirchen" geschaffen werden sollte (Art. 117). Entsprechend dem Auftrag der Konzilsväter haben Fachleute die vorliegende Ausgabe für die Gesänge zum Ordinarium und Proprium der Messe geschaffen. Sie ist für jene Kirchen bestimmt, in denen eine gute Ausführung der reicher entfalteten Melodien des Graduale Romanum nur schwer möglich ist.

2. Das Graduale Romanum soll wegen seines hohen künstlerischen und spirituellen Wertes von der Kirche hochgeschätzt werden und seine Geltung ungeschmälert bewahren. Daher ist zu wünschen, dass es in der neugeordneten Form des Ordo Cantus Missae (Vatikanstadt 1972) in Kirchen, die einen Sängerchor mit der notwendigen Schulung zur gebührenden Ausführung der reicheren Melodien haben, entsprechend Verwendung findet.

Darüber hinaus wird empfohlen, auch in kleineren Kirchen, die das Graduale Simplex verwenden, einige Teile, vor allem die leichteren und dem Volk vertrauteren, aus dem Graduale Romanum beizubehalten.

3. Das Repertoire der zwei Bücher muss also nicht notwendig getrennt verwendet werden; vielmehr kann eine gewisse Mischung der aus bei den Quellen geschöpften Formen zu einer größeren und willkommenen Abwechslung führen.

4. Bei sinnvollem Gebrauch verkleinert das Graduale Simplex keineswegs den musikalischen Schatz der gregorianischen Melodien, sondern bereichert ihn sogar. Und zwar erstens bezüglich der Auswahl der Texte, da es andere, im Römischen Messbuch bisher nicht enthaltene, in den liturgischen Gebrauch einführt; zweitens auch hinsichtlich der Melodien, weil nicht wenige andere aus dem authentischen Schatz der gregorianischen Quellen ausgewählt und vorgelegt werden; drittens auch in pastoraler Hinsicht, indem es Gottesdienste mit Gesang auch in kleineren Gemeinden ermöglicht.

II. Die angewandten Kriterien

5. Um überall die Eucharistiefeier in ihrer vornehmeren Form, d.h. mit Gesang, halten und in ihr die Beteiligung der Gläubigen erreichen zu können, waren unbedingt einfachere Melodien notwendig.

6. Diese einfacheren Melodien konnten jedoch nicht aus den reicheren des Graduale Romanum abgeleitet werden, da die Auslassung einiger Noten oder Melismen auf keinen Fall zulässig war; auch schien es nicht angemessen, neogregorianische Melodien für die Texte des Römischen Messbuchs neu zu komponieren.

7. Daher wurden aus dem Schatz des gregorianischen Chorals geeignete authentische Melodien ausgewählt, sowohl aus den schon vorhandenen offiziellen Ausgaben als auch aus handschriftlichen Quellen des römischen Ritus oder anderer lateinischer Riten.

8. Aus dieser neuen Auswahl von Melodien ergab sich aber, dass auch neue Textreihen entstanden, denn nur sehr selten fand sich eine einfache Melodie mit den im Messbuch stehenden Worten verbunden. So oft diese Übereinstimmung nicht vorlag, wählte man Teile, die dem Text des Römischen Messbuchs ähnliche oder wenigstens sinnverwandte Worte enthielten. Öfters kommt jedoch der Text einer aus einem Psalm genommenen Antiphon, die keine einfache Melodie hat und daher nicht als Antiphon verwendet werden konnte, als Vers im Psalm selbst vor, der nach der Antiphon zu singen ist.

9. Da diese neuen Texte aus rein musikalischen Gründen ausgewählt wurden, dürfen sie keinesfalls ohne Noten verwendet werden.

III. Die Gesänge des Kyriale Simplex

10. Die Teile sind so angeordnet, dass sich fünf einfache Reihen des Messordinariums ergeben, die jedoch an sich keinen Bezug zum Grad der Festlichkeit der liturgischen Tage haben. Von diesen entspricht die erste Reihe besonders dem Wunsch des Konzils: "Es soll Vorsorge getroffen werden, dass die Christgläubigen die ihnen zukommenden Teile des Mess-Ordinariums auch lateinisch miteinander sprechen oder singen können" (Liturgiekonstitution, Art. 54). Die einzelnen Stücke sind mit fortlaufenden Nummern versehen, damit die Zusammenstellung eines Messordinariums, falls erwünscht, auch aus Teilen verschiedener Reihen erleichtert wird.

11. Am Schluss des Hymnus Gloria in excelsis aus dem ambrosianischen Ritus wird ein einfacheres Amen angefügt, das jedoch nicht von der echten älteren Tradition abweicht.

12. Es steht nichts im Wege, dass die Gemeinde nicht das ganze Agnus Dei mitsingt, sondern nur mit den Worten miserere nobis und dona nobis pacem antwortet.

IV. Die Form der Messgesänge

13. Für die Gesänge zum Einzug, zur Gabenbereitung und zur Kommunion wird jene Form verwendet, die aus einer nach den Psalmversen zu wiederholenden Antiphon besteht.

14. Für die Gesänge zwischen den Lesungen findet man je nach den verschiedenen Zeiten des Jahres:

a) einen Antwortpsalm mit einem Psalmvers oder dem Halleluja als Responsum;

b) einen Psalm ohne Responsorium, der mit seinem traditionellen Namen als Tractus bezeichnet wird;

c) das Halleluja mit einigen Psalmversen für die Zeit, in der man Halleluja singt, oder eine andere Akklamation zum Evangelium ohne Halleluja für die Österliche Bußzeit.

V. Der Aufbau der Messformulare

15. Im Proprium de Tempore hat - außer in der Österlichen Bußzeit - nicht jeder Sonntag eigene Gesänge, vielmehr werden für jede liturgische Zeit ein oder mehrere Formulare angegeben, die an den Sonntagen dieser Zeit verwendet werden dürfen.

Die einzelnen Herrenfeste haben jedoch eigene Gesänge.

16. Im Proprium der Heiligen findet man eigene Messgesänge für jene Feste, die einen Sonntag verdrängen können.

17. Die Commune-Texte der Heiligen sind in derselben Weise angeordnet wie die Commune-Texte des Römischen Messbuchs. Jedoch wird für die einzelnen Gruppen der Heiligen nur ein Formular angegeben, das aber für die verschiedenen Teile der Messe mehrere Gesänge bietet; so kann man den einen oder anderen aus diesen Gesängen auswählen, der besser zum betreffenden Heiligen passt.

VI. Die für die Gesänge des Graduale Simplex erforderlichen Personen

18. Unter Beachtung des in der Liturgiekonstitution aufgestellten Grundsatzes, dass ,jeder, sei er Liturge oder Gläubiger, in der Ausübung seiner Aufgabe nur das und all das tun soll, was ihm aus der Natur der Sache und gemäß den liturgischen Regeln zukommt" (Art. 28), ergibt sich aus der Struktur der Gesänge des Graduale Simplex Folgendes:

a) Der Kantor stimmt die Antiphonen an und singt die Psalmverse vor, worauf das Volk antwortet. Der Psalm kann auch von einer Sängergruppe gesungen werden.

b) Die Gemeinde der Gläubigen soll die Antiphonen und die Kehrverse zu den Psalmen zwischen den Lesungen singen. Manchmal wird man auch einen Teil der Gläubigen der Schola zuteilen können; doch sollen passenderweise wenigstens die Kehrverse zu den Psalmen zwischen den Lesungen in Anbetracht ihres Charakters und ihrer leichten Singbarkeit von der ganzen Gemeinde vorgetragen werden.

VII. Der Gebrauch des Graduale Simplex

19. Zum Einzug, zur Gabenbereitung und zur Kommunion wird die Antiphon je nach den Gegebenheiten mit einem oder mehreren Psalmversen gesungen.

Nach den Psalmversen wird die Antiphon wiederholt; man kann die Verse frei auswählen und eventuell einige der angegebenen Verse auslassen, wobei jedoch der Sinnzusammenhang gewahrt werden soll. Zum Einzug und zur Kommunion kann zum Schluss Gloria Patri und Sicut erat gesungen werden, wobei die bei den Verse in einen einzigen zusammengezogen werden, wie es im Abschnitt "Toni communes" angegeben ist.

Beim Singen des Psalms sollen zwei besondere Elemente des Psalmodierens beachtet werden: das Initium, womit der Schluss der Antiphon mit der Dominante des Psalms verbunden wird, und die Schlusskadenz, durch die das Ende des Psalmtons mit dem Anfang der Antiphon verbunden wird.

20. Die Gesänge zwischen den Lesungen sind folgendermaßen 3372 geordnet:

Wenn zwei Lesungen vor dem Evangelium verwendet werden, gilt folgende Ordnung der Gesänge:

1) Außerhalb der Österlichen Bußzeit und der Osterzeit singt man nach der ersten Lesung den Antwortpsalm, nach der zweiten Lesung entweder den Halleluja-Psalm oder den Ruf vor dem Evangelium (Halleluja mit den zugehörigen Versen).

2) In der Österlichen Bußzeit singt man nach der ersten Lesung den ersten Antwortpsalm, nach der zweiten Lesung entweder den zweiten Antwortpsalm oder den Ruf vor dem Evangelium (Ruf mit Vers) oder den Tractus.

3) In der Osterzeit singt man nach der ersten Lesung den ersten oder zweiten Halleluja-Psalm, nach der zweiten Lesung entweder den zweiten Halleluja-Psalm oder den Ruf vor dem Evangelium (Halleluja mit den zugehörigen Versen).

Sofern nur eine Lesung vor dem Evangelium vorgetragen wird, kann man frei nur einen aus den passenden Gesängen auswählen. Von einem Psalm werden wenigstens immer fünf Verse gesungen; falls mehr angegeben sind, kann man beliebig auswählen.

21. Wenn für dieselbe Zeit mehrere Formulare geboten werden, kann man nach Belieben das eine oder andere wählen, wie es günstiger erscheint. Es können auch einige Teile aus dem einen, die übrigen aus einem anderen Formular genommen werden. Zur Kommunion kann man immer den Psalm 33 Benedicam Dominum mit dem Kehrvers Halleluja oder Gustate singen. Es können auch nach Belieben andere geeignete Gesänge verwendet werden, wie am Schluss des Buches S. 462 angegeben.

James Robert Kardinal Knox,

Präfekt

Annibale Bugnini,

Sekretär
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