Dekret zur Veröffentlichung des Kyriale simplex

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Dekret

Ritenkongregation
im Pontifikat von Papst
Paul VI.
zur Veröffentlichung einfacherer gregorianischer Melodien des Messordinariums
14. Dezember 1964
(Offizieller lateinischer Text AAS 57 [1965] 407)

(Quelle: Dokumente zur Erneuerung der Liturgie, Band 1, S. 183-184, Randnummern 376-377
Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Da die Konstitution über die heilige Liturgie angeordnet hat (Art. 117), dass eine Ausgabe der Bücher des Gregorianischen Gesangs mit einfacheren Melodien erscheinen solle, hat das "Consilium" mit großer Sorgfalt eine ganz neue Sammlung von Melodien des Mess-Ordinariums erstellt.

Die Ritenkongregation hat in Ausübung der ihr von Seiner Heiligkeit Papst Paul VI. gewährten Zuständigkeiten und nach angemessener Prüfung die vorliegende Sammlung gregorianischer Melodien des Mess-Ordinariums, wie sie in diesem Exemplar vorliegt, gutgeheißen, sie für authentisch erklärt und zum Gebrauch zugelassen.


Das Vorwort wird nach der offiziellen Ausgabe wiedergegeben (5f).

Das 2. Vatikanische Konzil beschloss in der Konstitution über die heilige Liturgie (Art. 117): "Es empfiehlt sich..., eine Ausgabe zu schaffen mit einfacheren Melodien." – Deshalb bereichert dieses Kyriale simplex, das der pastoralen Sorge des Konzils entspricht, das Kyriale Vaticanum mit einfacheren Melodien. Aber dennoch beabsichtigt es nicht, dessen reicheren Teilen Abbruch zu tun; sie können daher bestens stets in jenen Kirchen verwendet werden, wo andere pastorale Gründe es geraten erscheinen lassen.

Die vorgelegten einfacheren Melodien sind entweder der Vatikanischen Ausgabe oder anderen Quellen des römischen, ambrosianischen oder spanischen Ritus entnommen. So können alle das gewissermaßen gemeinsame Erbe der alten Riten in größerem Umfang gebrauchen, ohne dass durch diese Mischung der Elemente verschiedener Riten eine ungebührliche oder ungeordnete Vermengung entstehen würde. Nur am Ende des Hymnus ,Gloria in excelsis', der aus dem ambrosianischen Ritus abgeleitet ist, wird ein einfacheres ,Amen' gesetzt, das dennoch von der älteren echten Tradition nicht abweicht. Man möge sich nicht wundern, wenn einige dieser Melodien heute außerhalb der Messe in anderem Zusammenhang gebraucht werden; dies sagt nichts über ihren ursprünglichen Gebrauch in der Messfeier aus, Die Teile sind so angeordnet, dass nach den Antiphonen ,Asperges' und ,Vidi aquam' fünf einfache Mess-Ordinarien folgen, die jedoch aus sich keine Beziehung haben zum Grad der Festlichkeit liturgischer Tage. Von diesen entspricht das erste in besonderer Weise dem Wunsch des Konzils: "Es soll Vorsorge getroffen werden, dass die Christgläubigen die ihnen zukommenden Teile des Mess-Ordinariums auch lateinisch miteinander sprechen oder singen können" (Art. 54). Die einzelnen Stücke sind mit fortlaufenden Nummern versehen, damit die Zusammenstellung des Mess-Ordinariums, falls erwünscht, aus ausgewählten Teilen mehrerer Schemata erleichtert wird.

Für den Gesang der Monitionen am Ende der Messe, das ,Ite, missa est' und das ,Benedicamus Domino', wird gemäß den neueren Rubriken des Missale Romanum nach den fünf Schemata nur eine einzige Vertonung geboten. Als letztes folgen die Vertonungen für das ,Credo'. Die Anrufungen ,Kyrie eleison' können unter zwei oder drei Kantoren oder Chören aufgeteilt werden.

Nichts hindert daran, dass das Volk nicht ganz das ,Agnus Dei' singt, sondern nur antwortet mit den Worten ,miserere nobis' und ,dona nobis pacem'.

In Form eines Anhangs sind zwei Vertonungen für das Herrengebet angegeben, das von der ganzen Versammlung der Gläubigen zusammen mit dem Zelebranten gesungen wird,


A. M. Kardinal Larraona
Präfekt der Ritenkongregation
J. Kardinal Lercaro
Vorsitzender des "Consilium"
H. Dante
Sekretär der Ritenkongregation

Offizielle Ausgabe

Kyriale simplex. Vatikanstadt 1965.

Literatur

F. Haber/, Kyriale simplex: MS(D) 85 (1965) 67-72.

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