Der große Walser

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Der große Walser nennt man ein Handbuch der Ewigen Anbetung des allerheiligsten Sakramentes.

Inhaltsverzeichnis

Auflagen

Das Buch wurde von dem Benediktinerpater Iso Walser, als Dekan des Stiftes St. Gallen in der Schweiz verfasst, durch Bearbeiter verändert und 1897 im Verlag des Pelikan, Buchs (St. Gallen) herausgegeben. Es war die erste Ausgabe und enthielt 30 Stunden und 872 Seiten.

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Werk von den Priestern der Kongregation vom Allerheiligsten Sakramente in der zweiten Auflage neu herausgegeben. Es war ein Buch in zwei Bänden. Der Erste Band beinhaltet 12 Anbetungsstunden mit 431 Seiten, einem Anhang und dem Imprimatur Tridenti, die 30. Junii 1926 Dr. B. Rimbl, Prov. gen.. Der Zweite Band enthält die Stunden 13-30 mit ebenfalls einem Anhang und mit 552 Seiten. Dieser Band war neu bearbeitet von einem Priester des Bistums St. Gallen und mit dem Imprimi potest Tridenti, die 23. Maii 1928 Lud. Eccheli vic. gen. versehen. Druck und Verlag besorgte der Emmanuel Verlag Rottweil (Württemberg, Deutschland) und Buchs (St. Gallen, Schweiz). Beide Bände sind in Fraktur abgedruckt.

Wie man beten soll aus diesem Buche

(Dieser Text ist jedem Band vorangestellt):

Wo die ewige Anbetung gemeinsam und laut gehalten wird, was fast überall geschieht, wird in folgender Weise gebetet:

1. Da die ewige Anbetung ein Engelsdienst ist und eine feierliche Anerkennung der Gottheit und des Königtums Jesu Christi, werden diese Gebete stets langsam, feierlich, deutlich, in gleicher Stimmhöhe gelesen.

2. Die Beter teilen sich wie beim Rosenkranzgebet ab in zwei Chöre; bei jedem neuen Absatz (a linea) oder Vers wechselt der Chor.

3. Es betet nie ein einzelner allein vor, sondern überall betet ein Chor mit.

4. Bei jedem Punkt, Beistrich und einer längeren Wortreihe wird abgesetzt (pausiert).

5. Am Anfang jeder Stunde wird das Vorbereitungsgebet verrichtet und am Schluss das Schlussgebet. Dieses zwei Gebete werden von beiden Chören gemeinsam gebetet.

6. Man kann während der Hälfte der Stunde stehen.

7. Ist man beim Beten fertig, bevor die Glockenstunde zu Ende ist, so fügt man jedes Mal die Gedächtnisse der Heiligen hinzu. Sollte wegen zu hastigem Beten selbst das nicht hinreichen, so kann man mit der 19. Stunde beginnen.

8. Von Septuagesima bis Ostern fällt das Halleluja weg; statt dessen wird gesprochen: Lob sei Dir, o Herr, Du König der ewigen Herrlichkeit.

Inhalt des 1. Bandes

Christus, wir beten Dich an

Inhalt des 2. Bandes

Das Vorwort zur 1. Auflage

Die ewige Anbetung ist ihrem Wesen so alt wie die Schöpfung. Vom Tage ihrer Erschaffung an lobten die Engel den Herrn. Die Heimat der ewigen Anbetung und ihr Ziel ist somit im Himmel.

Im Alten Bund bestellte der König David 24 000 Sänger, die in 24 Abteilungen immerfort das Lob Gottes zu verkünden hatten.

Als König Josaphat die Feinde Juda´s in ungeheurer Übermacht herankommen sah, flehte er mit seinem Volke zum Herrn und forderte die Sänger auf, das Lob Gottes zu verkünden. Unter dem Gesänge "Lobet den Herrn, denn Er ist gütig und seine Barmherzigkeit währet ewig", rückten sie aus gegen das Heerlager der Feinde. Aber der Herr hatte schon für sie gekämpft und König Josaphat und sein Volk trafen nur ein Feld voller Leichen. Gott hatte nämlich den Geist der Verwirrung unter seine Feinde gesandt, so dass sie selbst einander töteten.

Der Herr selbst übte vom ersten Augenblick des Lebens bis zum letzten Atemzuge im vollsten Sinne eine ununterbrochene Anbetung des Vaters. Er zeigte dieses auch äußerlich, indem Er die Nächte im Gebete zubrachte.

Bis zum Ende des 4. Jahrhunderts war es ganz allgemein in der ganzen Christenheit Brauch, dass auch die Weltleute teilnahmen an dem siebenmaligen Gebete in der Kirche, d.h. in der Nacht, morgens früh, um 6, 9, 12, 15 und abends. Zur Zeit der Verfolgung geschah die Anbetung zu Hause.

Im Mittelalter gab es manche Benediktinerklöster, in denen die Ewige Anbetung bestand unter dem Namen "Laus perennis". Viele Weltleute nahmen daran teil.

Im Jahr 1226 wurde durch König Ludwig VIII. in Frankreich die Ewige Anbetung vor dem Allerheiligsten so ziemlich in der jetzigen Form eingeführt in Avignon. Dort bestand sie ohne Unterbrechung bei Tag und bei Nacht bis zur französischen Revolution. Nach derselben begann sie aufs neue und besteht noch.

Als die Neuerer des 16. Jahrhunderts das allerheiligste Sakrament leugneten, überall die Altäre zerstörten, die Tabernakel verbrannten und die heiligen Hostien zertraten, sahen die treuen Katholiken die Notwendigkeit der Sühne ein. Mit großem Eifer begannen die Jesuiten und Kapuziner allenthalben das 40stündige Gebet zu verbreiten. Die selige Mechthildis (1695) stiftete auf göttliche Eingebung hin einen eigenen Orden, dessen Mitglieder sich zur ununterbrochenen Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes verpflichteten. Zur gleichen Zeit entstand eine Bruderschaft von Weltleuten zur Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes, die schon anno 1674 von der Kirche durch viele Ablässe bereichert worden war. Die langen Jahre der französischen Revolution und des Weltkrieges vernichteten fast allenthalben diese Übung.

Im Jahr 1750 stiftete der fromme und erleuchtete Pfarrer Josef Helg das erste Kloster der Ewigen Anbetung in Lieblingen in der Schweiz. Von dort aus gelang es ihm, mit Hilfe des Fürstabts von St. Gallen, die Ewige Anbetung in allen gallischen Frauenklöster einzuführen. Alle diese Klöster überlebten den Sturm der französischen Revolution, der auch in der Schweiz gegen die Klöster raste auch in den spätern Stürmen, denen so viele Klöster zum Opfer fielen, blieben diese Stätten der Anbetung unversehrt erhalten.

Das erste Handbuch der Ewigen Anbetung verfasste der gottselige Pfarrer Josef Helg selbst. Doch bald genügte diese kleine Schrift nicht mehr. Da verfasste der damalige Dekan des Stiftes St. Gallen, Pater Iso Walser, ein Mann von heiligem Leben und tiefer Wissenschaft und voll apostolischen Eifers, für die ewige Anbetung ein Buch mit 48 verschiedenen Stunden, wovon 24 allgemeine waren und 24 für verschiedene Feste. Dieses Werk erschien im Jahre 1786 in St. Gallen. Wie eine Mauer stand P. Iso Walser dem von Frankreich her vordringenden Unglauben entgegen. Was an altem Glauben und inniger Frömmigkeit im ehrwürdigen Benediktinerstifte St. Gallen vorhanden war, hat er niedergelegt in seinem unvergleichlichen Handbuch der ewigen Anbetung. Es war sein Werk das Abendrot des Stiftes St. Gallen, das bald darauf durch die Folgen der Revolution vernichtet wurde. Der heilige Mann musste die Aufhebung erleben und starb in tiefer Betrübnis im Jahre 1800. Er ahnte wohl nicht, dass sein Buch erst 100 Jahre später die größte Verbreitung erleben würde und dass es für hunderttausend Weltleute das Brevier würde, ja dass es in alle Sprachen übersetzt werden sollte. Durch Gottes wunderbare Fügung geschah es, dass wieder ein Kind des heiligen Gallus, das an seinem Grabe die heilige Taufe empfangen, Pfarrer von Lieblingen wurde, dort auf das Buch des seligen P. Iso Walser und die Ewige Anbetung aufmerksam wurde vom gleichen Lieblingen aus die ewige Anbetung in der Schweiz und in Deutschland und Österreich verbreitete.

Im Jahre 1843 unterzogen mehrere Priester in St. Gallen das Handbuch von P. Iso Walser einer neuen Bearbeitung. Doch wurde diese neue Ausgabe zunächst nur bei den Fürstenklöstern verwendet. Für Weltleute war das Buch mit seinen 780 Quartseiten und seinem Gewicht von einem Kilo zu beschwerlich.

Im Jahre 1887 erschien bei Laumann in Dülmen zu Westfalen das herrliche Buch des st. gallischen Benediktiners in neuer Bearbeitung, enthielt 30 Stunden in handlichem Format und schönem Druck. Diese Ausgabe war es auch, welche rasch sich allgemein verbreitete und in alle Teile der Welt hinauswanderte und eine slovenische, polnische und englische Bearbeitung veranlasste.

Da jedoch an dieser Ausgabe vielfach die ungleiche Länge der Stunden gerügt wurde und manches den Bedürfnissen der Jetztzeit nicht mehr recht entspricht, unterzog sich ein Priester des heiligen Gallus der Mühe einer neuen Bearbeitung. Hierbei wurde der ursprüngliche Text so viel als möglich beibehalten. Das Beigefügte ist entweder dem alten Handbuche des sel. P. Iso Walser selbst entnommen oder den liturgischen Büchern der heiligen Kirche. Der Charakter und Ernst unserer Zeit brachte es mit sich, dass auch einzelne neuere Stunden Verwendung fanden, wie die eucharistische Stationenandacht, das Sühnungsoffizium, das St. Michaelsoffizium.

Diese neue St. Gallerausgabe hat zwei verschiedene Editionen: eine Ausgabe mit zwölf Stunden und eine Ausgabe mit 30 Stunden. Bei letzterer Ausgabe sind die meisten bisherigen Stunden für Feste so bearbeitet, dass sie das ganze Jahr benützt werden können.

Möge diese neue Bearbeitung die Anbetung des Allerheiligsten Sakraments fördern und dadurch den christlichen Völkern den Segen der Allerhöchsten sichern.

Gelobt und angebetet sein ohne End´ Das Allerheiligste Altarsakrament.

St. Gallen, am Fest Mariä Lichtmeß 1897

Der Herausgeber

Im Kirchenjahr

(Im Inhaltsverzeichnis des 2. Bandes)

Für die Fastnachtzeit eignen sich besonders die Stunden 6, 7 (im 1. Band), 19, 22, 27 (im 2. Band).

Für die Fastenzeit eignen sich besonders die Stunden 6, 8, 11 (im 1. Band), 13, 14 (im 2. Band).

Für die Osterzeit eignet sich besonders die Stunde 15 (im 2. Band).

Für die Pfingstzeit eignet sich besonders die Stunde 16 (im 2. Band).

Für das Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit Stunde 1 (im 1. Band), 17, 20, 26 (im 2. Band).

Für das hohe Fronleichnamsfest Stunde 2, 3, 4, 7 (im 1. Band), 19, 24, 25 (im 2. Band).

Für die Feste der allerseligsten Jungfrau Stunde 10, 11 (im 1. Band), 16 (im 2. Band).

Für die Donnerstage des Jahres Stunde 2, 13, 19.

Für die Freitage des Jahres Stunde 6, 7, 8, 14.

Für die Zeiten besonderer Trübsal Stunde 17.

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