Der propädeutische Abschnitt (Wortlaut)

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Informationsdokument
Der propädeutische Abschnitt

Kongregation für das katholische Bildungswesen
im Pontifikat von Papst
Johannes Paul II.
1. Mai 1998

(Quelle: Libreria Editrice Vaticana, Vatikanstadt 1998)
Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

Gegenüber der einhellig anerkannten und bestätigten Notwendigkeit eines besonderen Zeitabschnitts, der darauf abzielt, die Lücken spiritueller, kultureller und menschlicher Art zu schließen, die häufig in den jungen Leuten beim Eintritt ins große Seminar vorhanden sind, hielten es die Väter der Bischofssynode von 1990 für angezeigt, der Kongregation für das Katholische Bildungswesen zu empfehlen, Informationen über die unterschiedlichen Erfahrungen zu sammeln, die diesbezüglich in den verschiedenen Kirchen gemacht worden sind, um den für die Ausbildung Verantwortlichen nützliches Material zur Verfügung zu stellen, mit dem sie ihre eigene Situation vergleichen und von dem sie sich eventuell inspirieren lassen können.

Die von der Synode ausgesprochene Anfrage wurde in vollem Umfang vom Heiligen Vater aufgenommen, der in Nr. 62 des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens Pastores dabo vobis die Kongregation für das Katholische Bildungswesen einlud, »alle Informationen über die anfänglich schon gemachten Erfahrungen oder derzeitige Erfahrungen«[1] zum propädeutischen Abschnitt zu sammeln und sie anschließend den Bischofskonferenzen mitzuteilen. Das Schreiben empfahl in derselben Nummer 62, dass es aufgrund der sehr unterschiedlichen Praxis, die in den verschiedenen Ländern existiert, wohl notwendig wäre, noch eine Phase weiterer Überlegungen und Sammlung von Erfahrungen beizubehalten, damit die verschiedenen Elemente dieses Abschnitts in angemessenerer und klarerer Weise umrissen werden können, welcher im übrigen mit den nachfolgenden Jahren der Ausbildung im Seminar zu koordinieren ist.

Um den vom Heiligen Vater erhaltenen Auftrag in die Tat umzusetzen, sandte die Kongregation für das Katholische Bildungswesen am 15. Mai 1992 an alle Apostolischen Nuntiaturen einen Rundbrief mit der Bitte, sich der Frage anzunehmen und die jeweiligen Bischofskonferenzen an der Sammlung der Daten zu beteiligen. Die Bischofskonferenzen kamen dem Ersuchen nach und sorgten dafür, der Kongregation für das Katholische Bildungswesen die bei ihnen eingegangene Dokumentation zu übermitteln. Diese Dokumentation - vervollständigt durch die Informationen aus den nationalen Rahmenordnungen (Rationes institutionis sacerdotalis), aus den Berichten der Apostolischen Visitationen und aus anderen Quellen - stellt eine ausreichende Grundlage dar, um sich eine ziemlich genaue Vorstellung von dem zu machen, was in den verschiedenen Teilkirchen zum Zweck der Gewährleistung einer angemessenen Vorbereitung beim Eintritt der Bewerber ins große Seminar (Priesterseminar beziehungsweise Theologenkonvikt) gemacht wurde und wird.[2]

Unter Berücksichtigung des gesammelten Materials sowie der Auskünfte der Hochwürdigsten Herren Bischöfe während der Ad-ltmina-Besuche erstellte die Kongregation für das Katholische Bildungswesen das vorliegende Informativdokument, das sie nun gerne den Bischöfen und Ausbildern zur Verfügung stellt.

Die Daten vermitteln den Eindruck starker Schwankungen: sie sind Ausdruck der typischen Charakteristiken und Bedürfnisse, wie sie die lokalen Verhältnisse bestimmen: die Struktur und Gesamtorganisation des Erziehungs- und Bildungswesens und seiner entsprechenden Traditionen, das Vorhandensein oder nicht des kleinen Seminars und seiner Wirksamkeit, die Existenz besonderer Seminare für die Spätberufenen, die organisatorische Ausrichtung der Berufungspastoral, Zahl und Qualität der Berufungen sowie die Verfügbarkeit von Ausbildern und Finanzmitteln.

So kam es, dass man in bestimmten Ländern mit guten Schuleinrichtungen für die Sekundarstufe (kleine Seminare, katholische und staatliche Schulen) der Ansicht war, die unter Umständen auftretenden Lücken der Bewerber vor allem in der menschlichen und geistlichen Vorbildung während des ersten Jahres im großen Seminar ausgleichen zu können und zwar im Rahmen des Einführungskurses in das Christusmysterium und die Heilsgeschichte.[3] Im Gegensatz dazu setzte sich in anderen Ländern seit den ersten Jahren nach dem Konzil allmählich die Idee spezieller Vorstufen zum philosophisch-theologischen Sechsjahresabschnitt (Grund-, Hauptstudium und Pastoraljahr) durch, die man später »propädeutisch« nannte. Nicht selten ist schließlich der Fall, bei dem die vorausgehende Vorbereitung der Bewerber hauptsächlich den Einrichtungen der Berufungspastoral anvertraut wurde.

Es sind genau diese Erscheinungsformen, die als Raster dienen sollen, um die gesammelten Daten systematisch zu ordnen und zu klassifizieren und daraus einige orientierende Schlussfolgerungen zu ziehen.

DER EINFÜHRUNGSKURS GEMÄß DEM DEKRET OPTATAM TOTIUS, Nr. 14

Verschiedene durch die Befragung ermittelte Initiativen zur Verbesserung der Ausgangslage für die Ausbildungsarbeit in den großen Seminaren tragen mit ausdrücklichem oder indirektem Bezug zur Nr. 14 des Dekrets Optatam totius den Namen »Einführungskurs«.

Da die Zielsetzungen dieses Kurses, wie sie im oben genannten Abschnitt umschrieben sind, zwischen dem Bereich der Lehre und Spiritualität und dem der Berufung variieren, begannen sich in der konkreten Gestaltung alsbald verschiedene Ausrichtungen und unterschiedliche Schattierungen abzuzeichnen. Vor allem zwei Tendenzen kamen diesbezüglich zum Tragen: eine mit der Absicht, die Rolle zu betonen, die der Einführungskurs im Rahmen der philosophischen und theologischen Disziplinen zu spielen hat, sowie seine spirituelle Ausstrahlung aufzuwerten; die andere eher dahingehend, den Kurs auf die besonderen Bedürfnisse der Bewerber hin zu öffnen, die aus Zivilberufen, von den Berufsschulen und aus wenig religiösen Umfeldern kommen. Auf diese Weise gab es seit der ersten Zeit nach dem Konzil Einführungskurse, die vom akademischen Standpunkt aus anspruchsvoller waren, und andere, die dem notwendigen Nachholbedarf in verschiedenen Dimensionen der Ausbildung mehr Aufmerksamkeit schenkten und darum näher an das herankamen, was heute mit »propädeutischer Abschnitt« bezeichnet wird. Der einen wie der anderen dieser Tendenzen ist die Tatsache gemein, dass die Einführungskurse als integraler Bestandteil des philosophisch-theologischen Sechsjahresabschnitts aufgefasst werden.

In Deutschland hat der als Grundkurs bezeichnete Einführungskurs seinen festen Platz in den Studienordnungen der Fakultäten und theologischen Ausbildungsstätten. Gewöhnlich wird er, gemäß den Bestimmungen des Dekrets Optatam totius, während des ersten oder der ersten beiden Semester des Sechsjahresabschnitts durchgeführt, jedoch immer mit einer bestimmten Freiheit bezüglich der konkreten Ausrichtung. Der Kurs ist für alle Bewerber verpflichtend, wird aber in den Prüfungen nicht bewertet. Für seine Durchführung empfiehlt die deutsche Ratio,[4] Vorlesungen, Kolloquien sowie persönliche Kontakte mit den Dozenten vorzusehen, und legt besonders die Sorge um die Verknüpfung der Studien mit dem geistlichen Leben ans Herz. In manchen Diözesen[5] wurden in die ersten Semester zusätzliche Fächer eingefügt, wie zum Beispiel Latein und Griechisch. Was den propädeutischen Abschnitt, wie er in der Nr. 62 von Pastores dabo vobis aufgefasst ist, angeht, bekräftigt man in der Antwort seitens der Bischofskonferenz, dass man dafür keinen Bedarf sieht. Man ist nämlich der Überzeugung, dass ein propädeutisches Jahr, vergleichbar einer Art Noviziat, nicht die Probleme berufungsmäßiger menschlicher und affektiver Art der Bewerber zu lösen vermag. Im Gegenteil, man hält an der Ansicht fest, dass zur Überwindung solcher Schwierigkeiten generell mehr Zeit sowie Unterbrechungen des Seminarlebens zur Halbzeit oder gegen Abschluss des Ausbildungsgangs notwendig sind. Zur unmittelbaren Vorbereitung der jungen Leute auf den Eintritt ins Seminar hingegen greift man auf verschiedene Dienste der Berufungspastoral zurück, auf Jugendgruppen, auf den zweiten Bildungsweg[6] und vor allem auf zusammen verlebte Einführungswochen, die den neuen Bewerbern das Seminarleben näher bringen. Im Licht der Apostolischen Visitation, die 1995 abgeschlossen worden ist, wird ersichtlich, dass sich diese Einführungsphase in fast allen Seminaren über einige Wochen erstreckt und über die Thematiken bezüglich des geistlichen, menschlichen, intellektuellen und pastoralen Aspekts der Ausbildung hinaus auch das Studium der Sprachen umfasst. Man begründet diese Erfahrung damit, dass man auf diese Weise - ohne sich einzubilden, dadurch eine vollkommen stabile Berufung zu erreichen - immerhin ein größeres Problembewusstsein schafft. Aus diesem Grund gelangten die Ausbildungsverantwortlichen letztlich zu dem Schluss, dass die propädeutische Phase ernst zu nehmen und eventuell auszubauen ist.

In Österreich verfolgt man ein dem deutschen ähnliches System, weshalb dort im allgemeinen keine große Begeisterung für einen propädeutischen Abschnitt, aufgefasst als eine Art Noviziat, besteht.[7] Man weist darauf hin, dass das interdiözesane Canisiusheim in Horn (Diözese St. Pölten) für die Vorbereitung der Spätberufenen auf der Gymnasialstufe beste Arbeit leistet. Eine eventuelle Vervollständigung der geistlichen und menschlichen Vorbereitung der Kandidaten aus den staatlichen Schulen ist im Rahmen der Berufungspastoral beziehungsweise während der ersten Semester in den großen Seminaren selbst vorgesehen.

Die Schweizer Diözesen, die mit den theologischen Fakultäten in Fribourg und Luzern (Diözese Basel) in Verbindung stehen, sind für einen Einführungskurs im Einklang mit den entsprechenden akademischen Ordnungen. In Luzern wurden in diesen Kurs einige theologische Themen aufgenommen (Liturgie, Dogmatik, Pastoraltheologie), um den geistlichen und lehrmäßigen Aspekt zu verstärken. Dem Eintritt der Bewerber ins Seminar wird darüber hinaus ein kurzer Abschnitt[8] vorangestellt, der dazu dienen soll, den persönlichen Kontakt herzustellen, sowie der geistlichen Reflexion über die Anforderungen des Priestertums und des gemeinschaftlichen Lebens gewidmet ist. Die weiteren Diözesen sind, wie ersichtlich werden wird, in anderer Richtung orientiert.

Die Einrichtungen für die priesterliche Ausbildung in Frankreich bewegen sich aufs Ganze gesehen auf der von der nationalen Ratio von 1983[9] vorgegebenen Linie, die den Einführungskurs im Sinne des Dekrets Optatam totius vorschrieb, jedoch gleichzeitig empfahl, dass die ersten beiden Jahre des philosophisch-theologischen Sechsjahresabschnitts von »einer Perspektive der Einübung«[10] charakterisiert sein sollen. Die kürzlich approbierte neue Ratio unterscheidet dagegen gut zwischen der Einführung ins Christusmysterium und die Heilsgeschichte als Teil des Grundstudiums und dem Vorbereitungsabschnitt, der dem Dienst für die Berufungen anvertraut ist. Darüber hinaus wird ein Propädeutisches Jahr auf diözesaner oder interdiözesaner Ebene für wünschenswert erachtet, für das einige allgemeine Richtlinien formuliert wurden. Was die Zulassungsvoraussetzungen angeht, müssen die Kandidaten zeigen, Priester werden zu wollen, und vom Dienst für die Berufungen eine vorläufige spirituelle und katechetische Vorbereitung als Voraussetzung für eine erste Entscheidungsfindung erhalten. Was die Ausbildungsziele betrifft, legt man Wert auf die geistliche Dimension, die Vervollständigung der menschlichen Bildung, die Kontakte zu den Heimatdiözesen sowie auf einen gewissen Abstand von den gewohnten Lebensformen und Umgebungen, um die Entscheidung, ins Seminar einzutreten, in freier und persönlicher Art treffen zu können.[11]

In Irland schreibt die nationale Ratio[12] zusammen mit dem Kurs zur Einführung ins Christusmysterium und die Heilsgeschichte eine Art geistliches Praktikum - wie von der Ratio fundamentalis institutionis sacerdotalis[13] empfohlen - vor, um von Anfang an den spirituellen Aspekt der Ausbildung stärker zu betonen. Es widmet sich dem Gebet und der Reflexion über die Natur des Priestertums sowie die Anforderungen der priesterlichen Berufung zu dem Zweck, ein festes Fundament für die weiteren Etappen der Ausbildung zu legen.

Die großen Seminare und theologischen Fakultäten in Italien scheinen nicht allzu sehr von der Linie, die in anderen europäischen Ländern verfolgt wird, abzuweichen. Da in verschiedenen Regionen der Beitrag der kleinen und der Spätberufenenseminare für die vorausgehende Vorbereitung zurückgegangen ist, wird ein Gutteil der entsprechenden Aufgaben in die ersten Semester der philosophischen Studien verlegt. Die nationale Ratio,[14] ergänzt durch das Studienprogramm,[15] bietet nützliche und genügend detaillierte Hinweise für die Organisation des Einführungskurses. Auch wenn dieses System hie und da durch weitere Initiativen vervollständigt wird (jugendliche Spiritualitätsgruppen, kirchliche Bewegungen, Tage der offenen Tür in den Seminaren usw.), offenbart es dennoch seit geraumer Zeit seine Grenzen, so dass einige Diözesen sich bereits entschieden zur Organisation propädeutischer Abschnitte entschlossen haben.

In Polen erfolgt - wenn man von der Erzdiözese Breslau einmal absieht, die 1990 einen propädeutischen Kurs ins Leben gerufen hat - die unmittelbare Vorbereitung auf den Eintritt ins große Seminar im Rahmen der kleinen Seminare, der pfarrlichen Jugendgruppen und der Berufungspastoral, die dann in den ersten Semestern des philosophisch-theologischen Sechsjahresabschnitts durch den Einführungskurs sowie gelegentliche und verschiedenartige pädagogische Maßnahmen vertieft wird. Viele Diözesen sind jedoch dabei, sich in Richtung eines spirituell geprägten propädeutischen Abschnitts zu orientieren.

In einer vergleichbaren Situation befinden sich die Seminare in der Slowakei, wo verschiedene Ziele und Inhalte zur Wiederherstellung der religiösen, menschlichen und kulturellen Werte, die zur Zeit des kommunistischen Regimes unterdrückt wurden, auf die ersten Semester des philosophisch-theologischen Curriculums konzentriert werden. Zu den Unterrichtsthemen gehören Katechismus, Liturgie, Gebet, Geschichte, die klassischen und modernen Sprachen und andere Bereiche der Allgemeinbildung.

In Lateinamerika ist - bei einer gewissen Vielfalt in der jeweiligen Konkretisierung - eine lange Geschichte auf dem Gebiet der Einführungskurse zu verzeichnen. Mit dem Begriff Curso lntroductorio werden jedoch zuweilen auch Abschnitte vor dem großen Seminar bezeichnet, die eigentlich propädeutische Kurse heißen müssten.

In Mexiko begann man sofort nach dem Konzil damit, Einführungskurse im Geist der Nr. 14 von Optatam totius aufzubauen, die sich allerdings je nach den Erfordernissen beziehungsweise den Möglichkeiten der konkreten Umstände unterschieden. Die Dauer variierte zwischen einem Monat und einem Jahr, bis 1988 die nationale Ratio studiorum[16] vorschrieb, dass diese nicht unter sechs Monaten liegen dürfe. In der kürzlich erschienenen Neuauflage der Ratio[17] wird empfohlen, diese Dauer auf ein Jahr auszudehnen. In der Tat ist die Situation noch sehr unterschiedlich sowohl hinsichtlich der Inhalte als auch hinsichtlich der Grundausrichtung: es gibt Einführungskurse an einem eigenen Ort und andere, die im großen Seminar stattfinden; Kurse mit Priestern, die für die volle Zeit dafür freigestellt sind oder gleichzeitig andere Aufgaben mit zu erfüllen haben; Kurse auf regionaler und solche auf diözesaner Ebene. Die Ratio von 1996 und ihr Studienplan enthalten Hinweise, die die Praxis einheitlicher gestalten möchten. Denn die neue Ratio legt gemeinsame Ziele für alle Hauptgebiete der Ausbildung fest, unterstreicht mit größerer Klarheit die Identität des Curso lntroductorio, betont die Notwendigkeit, dem spirituellen Aspekt der Ausbildung den Vorrang einzuräumen und sich besonders um sein akademisches Niveau zu kümmern. In bezug auf letztgenanntes Ziel empfiehlt sie, den Bewerbern eine größere Vielfalt an Mitteln zur Verfügung zu stellen, um das notwendige Nachholen auf dem Gebiet der Allgemeinbildung leichter zu schaffen.

Wie in Mexiko setzten die Einführungskurse auch in Kolumbien seit den ersten Jahren nach dem Konzil ein und erhielten einen großen Schub vor allem nach der Veröffentlichung der Ratio fundamentalis institutionis sacerdotalis 1970. Heute existiert der Curso introductorio in allen großen Seminaren für den Diözesanklerus sowie in allen Bildungshäusern der Ordensinstitute und Gemeinschaften des apostolischen Lebens. Seit dieser Kurs in der Mehrzahl der Fälle mit dem ersten Jahr des philosophischen Curriculums zusammenfällt, begann man ihn in den letzten Jahren zuerst Año lntroductorio und dann Año Propedéutico oder einfach Propedéutico zu nennen. Wie seitens der Bischofskonferenz berichtet wird, hat er das Ziel, «die jungen Leute in alle Grundaspekte der Ausbildung zum Priestertum einzuführen; ihre menschliche, kulturelle und religiöse Vorbildung auf ein ausreichendes und homogenes Niveau zu bringen; ihnen zu helfen, ihre Berufungsentscheidung zu vertiefen, damit sie die Anforderungen der priesterlichen Ausbildung und des Lebens im großen Seminar auf sich nehmen können«.[18] Dank des häufigen kollegialen Austauschs der Ausbildungsverantwortlichen war es möglich, die folgenden gemeinsamen Kriterien aufzustellen: die Bewerber können nur nach einer Zeit ernsthafter Berufungsbegleitung zugelassen werden; der Kurs beginnt mit einem Abschnitt (von einigen Tagen oder einer Woche) zum kennen lernen des Seminars, zur Integration und Eingliederung in die Gemeinschaft und für starke Momente der Einübung ins geistliche Leben; die Dauer des Kurses muss sich über ein ganzes Schuljahr erstrecken; es ist angebracht, eine gewisse Verbindung mit dem großen Seminar zu halten, um Gelegenheiten der Begegnung und des Kennenlernens nützen zu können; die gesamte Equipe der Erzieher des großen Seminars ist für das Einführungsjahr verantwortlich, auch wenn sie dafür einen Priester als unmittelbar zuständigen Direktor abstellt; für die menschlich-affektive Reife der jungen Leute sorgt die Mithilfe eines Spirituals und eines Psychologen; das Gemeinschaftsleben soll geprägt sein vom Geist der Familie und Brüderlichkeit; das zu erreichende Ausbildungsniveau ist das des klassisch-humanistischen Schulbakkalaureats; hinsichtlich der Pastoralbildung sollen die Bewerber während des ersten Semesters die Hauptfelder des Apostolats kennen lernen, in denen Seminaristen des großen Seminars tätig sind, während sie im zweiten Semester aufgerufen sind, selbst einige Apostolatsaufgaben zusammen mit den Seminaristen der oberen Kurse zu übernehmen.

Die nationale Ratio von Venezuela[19] schreibt für die großen Seminare einen Curso de Iniciación vor, der im Lauf des ersten Jahres des philosophisch-theologischen Curriculums stattfinden soll. Damit würde es sich also um einen Einführungskurs im Sinne des Dekrets Optatam totius handeln, der allerdings in verschiedenen Fällen als propädeutischer Abschnitt zum Eintritt ins große Seminar dient. Nach der 1990 durchgeführten Apostolischen Visitation stimmten die Bischöfe großenteils der Notwendigkeit zu, aufgrund der ungenügenden spirituellen, geistigen und menschlichen Vorbildung der jungen Leute einen Einführungskurs ins Leben zu rufen. Gleichzeitig vertrauen viele Diözesen, vor allem im Inneren des Landes, stark auf die vom kleinen Seminar gewährleistete Vorbildung.

Die Bischofskonferenz von Guatemala vervollständigte vor kurzem die nationale Ratio [20] durch eine sehr detaillierte Ratio studiorum, die einen regulären Einführungskurs am Anfang des Philosophiestudiums vorsieht, und zwar mit dem Ziel, »einen einführenden und gleichzeitig systematischen Überblick der Elemente der Reflexion und Lehre zu verschaffen ..., um dadurch der unmittelbaren Vorbereitung auf die philosophisch-theologischen Studien zu einer Homogenität zu verhelfen und um eine Zusammenschau der mit der Erfahrung priesterlicher Berufung grundlegend verbundenen Aspekte anzubieten«.[21] Die vorausgehende Vorbereitung wird also von den kleinen Seminaren erfüllt, die in der Mehrzahl der Diözesen vorhanden sind. Diese spielen nämlich weiterhin eine wichtige Rolle in der Sorge um Berufungen, da sie erlauben, den besonderen Bedürfnissen der verschiedenen einheimischen lokalen Kulturen, die eigene Priester brauchen, entgegenzukommen.

Im allgemeinen stellt sich der Sektor der dem großen Seminar vorausgehenden Vorbereitung in den oben erwähnten Ländern ziemlich bunt und offen für weitere Entwicklungen dar. Die Bezeichnung »Einführungskurs« ist weder einzig noch eindeutig und besteht zusammen mit anderen Initiativen, die sich unter dem Druck der neuen pastoralen und sozialen Umstände allmählich durchsetzen.

ERSCHEINUNGSFORMEN DES PROPÄDEUTISCHEN ABSCHNITTS

Was den propädeutischen Abschnitt gegenüber dem Einführungskurs beziehungsweise dem spirituellen Praktikum -vorgesehen von den Nummern 14 beziehungsweise 12 des Dekrets Optatam totius - kennzeichnet, sind seine Ziele und vor allem sein dem großen Seminar vorausgehender Charakter. Diese Ausbildungsetappe wurde zum ersten Mal 1980 von der Kongregation für das Katholische Bildungswesen offiziell als wünschenswert bezeichnet, und zwar im Rundschreiben »Aktuelle Hinweise für die Einführung der Priesteramtskandidaten in das geistliche Leben«. Die erklärte Absicht dieses »propädeutischen Abschnitts« war, dem ins Seminar Eintretenden eine tiefgehende spirituelle Einführung zu garantieren. Im Schlussteil des Schreibens heißt es nämlich: »Die Erfahrung zeigt, dass eine Periode der Vorbereitung auf das Seminar, die ausschließlich der Einführung in das geistliche Leben gewidmet ist, nicht nur nicht überflüssig ist, sondern überraschende Resultate zeitigen kann... Diese Vorbereitungsstufe hätte den Vorteil, dass sie außerhalb des Seminars stattfände und sich über eine beachtliche Zeitspanne verlängern ließe. So könnte man schon am Anfang erreichen, was man später über lange Jahre hinweg ohne große Erfolgsaussichten zu erreichen sucht, wo die intellektuelle Arbeit den größten Teil der Zeit beansprucht und man nicht mehr die Muße und geistige Freiheit besitzt, die für eine echte Einübung ins geistliche Leben notwendig sind«.[22] Ein Bedürfnis, das demjenigen für das geistliche Leben entspricht, ergab sich nach und nach auch für die anderen grundlegenden Bildungsaspekte, die da und dort keine geringen Probleme darstellten.

In der Folge begann man, der Vorbereitungsphase auf das große Seminar erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen, wie die in den achtziger Jahren von der Organización de los Seminarios Latinoamericanos (OSLAM) durchgeführte Umfrage dokumentiert[23] oder wie man verschiedenen Untersuchungen und Bestandsaufnahmen durch die bischöflichen Kommissionen für die Priesterausbildung verschiedener Länder auf nationaler Ebene entnehmen kann.[24] Der Einführungskurs öffnete sich auf diese Weise mit der Zeit den verschiedenen propädeutischen Gestaltungsweisen, deren unterschiedliche Benennungen ein Zeichen der großen Bandbreite der umgesetzten Ausformungen sind.[25]

Alle diese Ausformungen lassen sich dennoch auf drei Grundtypen zurückführen: die eigenständigen propädeutischen Abschnitte, die in das große oder kleine Seminar integrierten propädeutischen Abschnitte, die mit der Berufungspastoral verbundenen propädeutischen Abschnitte.

Eigenständige propädeutische Abschnitte

Der Typ eigenständiger propädeutischer Gestaltungsformen hat in einigen Missionsländern interessante Umsetzungen gefunden, nicht zuletzt dank der Ermutigung durch die Kongregation für die Evangelisierung der Völker, die in einem Rundbrief von 1987 schrieb: »Aus Rücksicht auf die Erfahrung verschiedener Kirchen wird der Ausbau beziehungsweise die Einrichtung eines vom Philosophikum getrennten Jahres der Propädeutik wärmstens empfohlen, und zwar verstanden als längerer Abschnitt der Berufungsentscheidung, der Reifung im geistlichen und gemeinschaftlichen Leben sowie eines eventuellen Aufholens der Allgemeinbildung im Hinblick auf Philosophie und Theologie«[26]

Die interterritoriale Bischofskonferenz von Gambia, Liberia und Sierra Leone richtete 1976 ein spirituelles Jahr, genannt St. Kizito's Spiritual Year, mit folgenden Hauptzielen ein: die dürftigen Kenntnisse der Glaubenswahrheiten zu vervollständigen, die fehlende religiöse Praxis der Bewerber aus ungeordneten Familienverhältnissen auszugleichen, die Lücken in der schulischen und familiären Bildung auszubessern, vor allem jener Bewerber, deren Eltern nicht katholisch sind und unter islamischem Einfluss stehen. Das Programm des Jahres setzt den Akzent auf die geistliche und menschliche Bildung in der Überzeugung, dass seine Ausrichtung sich jener des Ordensnoviziats annähern muss.

In der nationalen Ratio von Angola und São Tomé ist ein Kapitel dem Seminário Propedêutico gewidmet, das als »Ort der Aufnahme, der Klärung und der Begleitung der Berufung« definiert wird.[27] Es beherbergt Alumnen zwischen 14 und 20 Jahren, die entweder aus den kleinen Seminaren oder direkt aus den Familien kommen. Das Seminário Propedêutico versucht die menschliche, religiös-spirituelle und intellektuelle Unreife der Jugendlichen auszugleichen, die durchwegs von der Situation der Unordnung und Instabilität geprägt sind, in der sich die angolanische Gesellschaft heute befindet. Es handelt sich um eine eigenständige, mit eigenem Ausbildungspersonal ausgestattete Einrichtung. Der Kurs, der nicht unter zwei Jahren dauert, bereitet auf den Zweijahresabschnitt des Philosophikums vor. Im Fall jedoch, dass ein Alumne am Ende der Erfahrung noch nicht die notwendige Reife der Berufung erreicht hat, tritt er nicht ins große Seminar über, sondern macht ein Praktikum in anderer Umgebung.

In Nigeria muss jeder Bewerber, der vom kleinen Seminar oder den staatlichen Schulen kommt, ein spirituelles Jahr machen, bevor er ins große Seminar aufgenommen wird. In der Kirchenprovinz Onitsha hat fast jede Diözese ihr spirituelles Jahr, das sowohl vom kleinen als auch vom großen Seminar getrennt ist. Bevor die Alumnen aus dem kleinen Seminar dort zugelassen werden, müssen sie ein Probejahr in einer Pfarrei machen (Probation/Apostolic Year). Die Alumnen aus den staatlichen Schulen hingegen müssen ein Jahr im kleinen Seminar verbringen. In der Kirchenprovinz Lagos muss jeder Alumne nach Abschluss des spirituellen Jahres drei Monate bei einem Priester seiner Diözese »in die Lehre gehen«, bevor er zum großen Seminar zugelassen wird. Während des spirituellen Jahres wird den Bewerbern eine Einführung ins Gebet, in die Heilige Schrift, in die Liturgie sowie eine erste Darstellung der Lehre über das Priestertum und die Kirche angeboten. Man gibt englischen Sprachunterricht und gewährleistet die psychologische Begleitung.

In Südafrika geht den philosophischen Studien ein Orientation Stage genanntes Jahr voraus, das notwendig wurde, um der fehlenden religiösen Bildung sowie den dürftigen Englischkenntnissen abzuhelfen. Der stage findet an einem vom großen Seminar verschiedenen Ort statt; es wird dort Katechismus, Spiritualität, Liturgie, Heilige Schrift und Englisch unterrichtet. Man spürt die Notwendigkeit, mehr auf einer spirituellen und moralischen Grundbildung als auf Fächern der Allgemeinbildung bestehen zu sollen. Die Alumnen brauchen psychologische Begleitung, um Rassen- und Stammes-, politische und kulturelle Probleme lösen zu können.

In Ruanda wurde 1980 in Rutongo ein Jahr eigenständiger Propädeutik geschaffen, ausgerüstet mit einem vom philosophischen und theologischen Seminar verschiedenen Sitz und eigenem Ausbildungspersonal. Seine Hauptausrichtung mit spirituellem Charakter wird ergänzt durch eine Reihe allgemeinbildender Elemente. Die Einrichtung nimmt Bewerber auf, die von den kleinen Seminaren oder verschiedenen Kollegien des Landes kommen. Um dort angenommen zu werden, müssen sie erfolgreich die sechs Jahre der Sekundarschule abgeschlossen haben, die für den Zugang zu den Hochschulstudien verlangt sind. Es existieren sehr genaue Vorschriften für das gemeinschaftliche Leben sowie für alle Aspekte der Ausbildung. 1992 trat eine neue Ratio studiorum in Kraft,[28] die den propädeutischen Abschnitt besser mit den philosophischen und theologischen Kursen koordiniert. Das der spirituellen Ausbildung gewidmete Kapitel schreibt das Studium der Bibel, die Einübung in das geistliche Leben, die Einführung in die Liturgie und ins christliche Mysterium vor; das Kapitel über die allgemeine Ausbildung umfasst Fächer wie Methodologie, Einführung in die Philosophie, Beziehung zwischen Glaube und Wissenschaft, griechisch-römische Kultur und Sprachen.

Im Tschad, wo die Bewerber häufig aus nichtchristlichen Familien und deshalb ohne ausreichende religiöse Erziehung kommen, dauert die Zeit der unmittelbaren Vorbereitung auf das große Seminar zwei Jahre. Das erste, Candidatura genannte Jahr ist der Vervollständigung der Sekundarausbildung, der Berufungsentscheidung, der christlichen Lehre, dem Gebet und der Einführung in die liturgische und sakramentale Praxis gewidmet. Die jungen Leute müssen als Katechisten und Gruppenleiter auch am Pfarrleben teilnehmen, regelmäßigen Kontakt zum Bischof und zu einem Priester halten und schließlich einen achttägigen, »Lebensentscheidung» genannten Kurs geistlicher Einkehr machen. Das Jahr der candidature ist das Abschlussjahr eines Vorbereitungsabschnitts, den man in »Berufungsgruppen« verbringt, die vom diözesanen Dienst für die Berufungen durchgeführt werden. Das zweite Jahr, Propädeutisches Jahr genannt, fällt mit dem ersten Jahr der Philosophie zusammen und findet im großen Seminar statt, allerdings mit einem eigenen, von der übrigen Gemeinschaft unterschiedenen Lebensrhythmus. Die spirituelle Ausbildung umfasst das gemeinschaftliche und persönliche Gebet, die Feier des Stundengebets, die tägliche Messe mit Homilie, zwei geistliche Vorträge jede Woche und die geistliche Begleitung. Als Studienfächer sind vorgesehen Spiritualität, Liturgie, das christliche Mysterium (Kommentar zum Credo), die fortlaufende Lesung der Bibel, biblische Einleitung, Kurse zur schriftlichen und mündlichen Ausdrucksfähigkeit, Einführung in die Philosophie.

Die Diözesen Zimbabwes verfügen über einen Vorseminar-Ausbildungskurs (Pre-Seminary Formation Course) an einem vom Seminar verschiedenen Ort. Er dauert zwei Semester und gliedert sich in Hauptkurse mit vorwiegend theologischem Charakter (Heilige Schrift, Offenbarung, Christologie, Themen der Mariologie, der Pneumatologie, der Ekklesiologie, der Sakramenten- und Moraltheologie, der Spiritualität und der Psychologie), und in Nebenkurse, die mehr auf die Praxis und das geistliche Leben ausgerichtet sind (Katechetik, pastorale Praxis, örtliche Kirchengeschichte, Kirchenmusik, Liturgie, lnkulturation ...). Nach dem ersten Semester begeben sich die Bewerber dreißig Tage in geistliche Einkehr und kehren dann für einen Monat pastoraler Erfahrung in ihre Diözesen zurück. Nach dem zweiten Semester beginnen sie das erste Jahr der Philosophie im großen Seminar.

Auf den Philippinischen Inseln müssen die Jugendlichen, die nicht vom kleinen Seminar kommen, in der Mehrzahl der Fälle durch das sogenannte PreCollege Seminary, manchmal auch Institute of Formation genannt, gehen. Es handelt sich um einen zusätzlichen Abschnitt von der Dauer eines Jahres (bisweilen auch weniger), der als eigenständige Einrichtung mit eigenem Leitungs- und Lehrkörper organisiert ist. Seine Ziele sind: Erwerb der rechten Gebetshaltung, Einführung in die christliche Lehre, die Erziehung zum Gemeinschaftsleben, zur Disziplin und zur intellektuellen Arbeit. Es wird viel Wert auf häufige Kontakte mit dem Spiritual und den übrigen Ausbildern gelegt, um die menschliche Reifung sowie die Berufungsentscheidung der Bewerber zu fördern. Große Bedeutung misst man dem Studium von Fächern wie Spanisch, Latein, Englisch, Katechismus, Spiritualität bei. Die pastoralen Erfahrungen sind auf ein Minimum reduziert, um den spirituellen Charakter des Kurses zu bewahren.

In Sri Lanka gibt es zwei vor-philosophische Seminare (Pre-Philosophate Seminary), die die propädeutische Ausbildung in einem Jahr bieten. Sie lassen sich vom Haus in Nazareth inspirieren, wo Jesus sich auf sein öffentliches Leben vorbereitete. Die Hauptausbildungsziele sind: Aufmerksamkeit für die menschliche Bildung, Einführung ins geistliche Leben, Berufungsentscheidung, Erwerb der priesterlichen Gesinnung nach dem Beispiel des seligen Joseph Vaz. Das Programm enthält darüber hinaus einige praktische Fächer wie das Studium des Englischen, der sozialen Kommunikationsmittel und der Musik.

In Thailand existiert bereits seit 20 Jahren das nationale propädeutische Zwischenseminar (Intermediate/Propaedeutic Seminary) , das als eine Art Noviziatsjahr der Einübung in das Leben im großen Seminar dient. Im Ausbildungsprogramm wird der Akzent auf das geistliche und gemeinschaftliche Leben sowie auf das Studium einiger Fächer, die den kirchlichen Studien vorausgehen, gelegt, wie Katechismus, Heilige Schrift, Spiritualität, die Dokumente der Kirche, einige Elemente der Philosophie, Englisch. Ebenso werden einige pastorale Aktivitäten karitativen Charakters durchgeführt.

In Taiwan wurde auf Veranlassung von Pastores dabo vobis ein spirituelles Jahr (Spiritual Year) eingerichtet. Provisorisch hat es seinen Sitz im großen Seminar in Tainan gefunden, da ein anderer, besser geeigneter Ort fehlt. Das Ausbildungsprogramm sieht verschiedene Frömmigkeitsübungen vor, die Einübung ins Gemeinschaftsleben, das Bemühen um einen Geist der Zusammenarbeit, karitative Werke, manuelle Arbeit.

Großen Wert legt man auf die Berufungsentscheidung, wobei man besonderes Augenmerk auf jene Berufungen richtet, die von Schulen des technisch-berufsvorbereitenden Typs sowie aus kaum praktizierenden Familien kommen, sowie allgemein auf jene Bewerber, die nicht die Erfahrung des kleinen Seminars gemacht haben.

Im Nahen Osten sind zwei Erfahrungen hinsichtlich der Propädeutik im Libanon zu registrieren. Im großen Patriarchalseminar der griechisch-melkitischen Kirche in Raboué wurde ein Ergänzungsjahr zur Einübung (L 'année supplémentaire d'inititation) eingeführt, und zwar mit einem allgemeinbildenden und spirituellen Programm für die zahlreichen Bewerber, die aus anderen Ländern des Gebiets ohne ausreichende Kenntnis des Französischen und anderer Sprachen kommen, die notwendig sind, um das Studium anzugehen. Im besonderen wird den Jugendlichen ein Weg der Einführung in Gebet, sakramentales Leben und Liturgie zusammen mit Unterricht über die Eigenschaften und die Tugenden, die für das Seminar und den priesterlichen Dienst verlangt werden, angeboten. Auch das große maronitische Patriarchalseminar von Ghazir findet sich vor der Situation, Schwierigkeiten dieser Art angehen zu müssen. Das allgemeine Absinken des spirituellen und kulturellen Interesses der Jugendlichen aufgrund der bekannten politischen und sozialen Umwälzungen machte die Organisation eines besonderen vorbereitenden Jahres erforderlich (l'Année préparatoire). Es ist für alle Neueintretenden, einschließlich derer mit Reifezeugnis, verpflichtend. Neben der Berufungsentscheidung zählt zu den verfolgten Zielen die Vertiefung der religiösen und spirituellen Bildung in der Form einer großen Katechese, die die notwendigen Voraussetzungen für die philosophischen und theologischen Studien sicherstellen soll. Das Programm für das geistliche Leben und das Studium ist reich und anspruchsvoll. Im ganzen sind pro Woche 27 Stunden Unterricht in folgenden Disziplinen vorgesehen: Einführung in die Spiritualität, Einführung in die Heilige Schrift, große Katechese, liturgische Sprache (Syrisch), Französisch, Arabisch, Sprechtechnik, Methodologie, liturgischer Gesang, Gesangsunterricht.

In Lateinamerika hat die Erzdiözese Buenos Aires seit 1968 das Instituto Vocacional San José eingerichtet, das als eigentlich propädeutisches Seminar gedacht war. Sein Zweck besteht nicht so sehr darin, die Bildungsdefizite des kleinen Seminars auszugleichen, als vielmehr »darin, die Kandidaten, die aus verschiedenen pastoralen Milieus der Diözese kommen, für ein neues Leben bereit zu machen, das einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit und den Eintritt in eine abgeschlossene, exklusive und anspruchsvolle Umgebung fordert, in dem die Jugendlichen während eines ganzen Schuljahrs eine Atmosphäre der Gnade mit angemessener, auf die Person zugeschnittener Begleitung auf spiritueller und menschlicher Ebene erfahren können«.[29]

Der Curso Introductorio, den die Ratio Argentiniens vorschreibt,[30] stellt einen Abschnitt der Propädeutik dar, der den Kursen der Philosophie vorausgeht. Er sieht als Mindestdauer ein Jahr vor und ist für alle Bewerber verpflichtend, es sei denn, der Bischof entscheidet in Einzelfällen anders. Seine Zielsetzung ist hauptsächlich spirituell, und er wird daher vorzugsweise an einem vom Seminar verschiedenen Ort organisiert, der eine Umgebung größerer Sammlung garantiert. Über die in Nr. 14 des Dekrets Optatam totius vorgesehenen Zielsetzungen hinaus besteht man auf der Einübung des Gemeinschaftslebens und auf der Kenntnis der lokalen Kirchengeschichte. Das Studienprogramm sieht verschiedene Einführungen vor (in die Heilige Schrift, ins geistliche Leben, ins christliche Mysterium, in die Liturgie, ins Priestertum), Methodologie, Diözesangeschichte, Allgemeinbildung, Musik.

In der neuen Ratio Brasiliens[31] wurde ein Programm entworfen, das darauf ausgerichtet ist, die verschiedenen Initiativen auf diesem Sektor zu vereinheitlichen. Man schreibt eine propädeutische Phase vor, die als »eine eigenständige Einrichtung aufgefasst wird, von anderen Ausbildungsstufen verschieden ist und mit ihnen koordiniert wird«.[32] Es handelt sich um einen Kurs an einem eigenen Ort und mit spezifischem Programm, der eine Dauer von nicht unter einem Jahr haben muss und nach Abschluss der Sekundarausbildung unter der Anleitung sorgfältig ausgewählter Erzieher mitzumachen ist. Seine Verbindlichkeit erstreckt sich auch auf die Alumnen aus den kleinen Seminaren oder aus »Berufungsgruppen«. Unter seinen Hauptzielen werden die folgenden erwähnt: Berufungsentscheidung, menschlich-affektive Reife, spirituelle Ausbildung mit einer lebendigen Gotteserfahrung genährt durch Bibellesung, Gebet und Liturgie. Der Kurs soll über die Vervollständigung der intellektuellen Bildung hinaus für die Einübung ins Gemeinschaftsleben, für ein vertiefteres Verständnis von Kirche, Priestertum und priesterlichem Dienst sorgen. Für jede der Hauptausbildungsdimensionen (menschlich, spirituell, intellektuell und pastoral) werden detaillierte Richtlinien gegeben.

In Bolivien wurde mit der Propädeutik 1978 im nationalen großen Seminar von Cochabamba begonnen, als man ein Año Propedéutico einführte. 1981 wurden die Bewerber aller bolivianischen Diözesen im Seminar von Sucre zusammengezogen, das ausschließlich für diesen Zweck bestimmt worden war. Dieses System war bis 1992 in Funktion, als die Jugendlichen in ihre verschiedenen Heimatdiözesen zurückgerufen wurden, um eine den lokalen Gegebenheiten besser entsprechende Ausbildung zu erhalten. Zu den allen Diözesen gemeinsamen Hauptzielsetzungen gehören die Berufungsentscheidung und die Überwindung der verschiedenen menschlichen, religiösen und schulischen Lücken in den Jugendlichen, die aus verschiedenen ethnischen und kulturellen Gebieten kommen und daher ganz unterschiedliche Voraussetzungen für die Ausbildung mitbringen. Was die Inhalte betrifft, so legt man großen Wert auf die menschliche und gemeinschaftliche Erziehung, auf die Einübung in die Glaubenslehre, ins Gebet, in das liturgische und sakramentale Leben, auf die Allgemeinbildung, wobei man besonders auf das Erlernen der Sprachen .und auf die Probleme in Verbindung mit dem schriftlichen und mündlichen Ausdruck achtet. An den Wochenenden wird ein Zeitraum für kleine pastorale Tätigkeiten und für die manuelle Arbeit reserviert. Man kann sagen, dass das propädeutische Jahr einen Beitrag zur Förderung des familiären Lebens in den Seminaren, zur Intensivierung des geistlichen Lebens, zur Weckung des Interesses am Studium und an der manuellen Arbeit sowie zur besseren Harmonisierung der einzelnen Ausbildungsaspekte untereinander leistet.

Die Diözesen Chiles starteten ein Año Propedéutico, das als »eine einführende Etappe« aufgefasst wird, »die eine Brücke zwischen dem Leben in der Welt und dem neuen Leben im Seminar schlägt. Es soll den Kandidaten ermöglichen, sich die Voraussetzungen anzueignen, die nötig sind, um vertrauensvoll und gereift den Abschnitt der eigentlichen Priesterausbildung anzutreten«.[33] Wo es möglich war, haben die Diözesen Orte bestimmt, die ausschließlich dem propädeutischen Abschnitt vorbehalten sind;[34] andernfalls wurde dafür ein abgetrennter Teil des Seminars reserviert. Im allgemeinen legt man großen Wert auf die geistliche Ausbildung und die Anwesenheit eines Spirituals. Das erste Semester beginnt gewöhnlich mit den Grundlagen des Lebens und der Glaubenspraxis sowie mit dem Unterricht in einigen elementareren Fächern, während das zweite Semester sowohl vom spirituellen als auch vom intellektuellen Gesichtspunkt her anspruchsvoller ist. Im Unterschied zu anderen Ländern scheint die Ausbildung auch ein wenig für karitative und kulturelle[35] Aktivitäten nach außen offen zu sein.

In Costa Rica existiert ein Curso lntroductorio, der bereits eine gewisse eigene Tradition hat und über ein sehr detailliertes Programm verfügt. Man betont die Einheit dieses Kurses mit der übrigen Ausbildung, und die Bewerber werden ausdrücklich als Seminaristen betrachtet. Auf der anderen Seite wird auch seine logistische Trennung vom großen Seminar und sein vorwiegend spiritueller Charakter unterstrichen. In diesem Sinn ist also der Curso lntroductorio eher als propädeutischer Kurs anzusehen, der den Richtlinien im Rundbrief entspricht, den die Kongregation für das Katholische Bildungswesen 1980 herausgegeben hat. Über die allgemeinen, die Existenz des Kurses begründenden Hinweise, seine Definition, seine Zielsetzungen und innere Organisation hinaus wurden detaillierte Programme für folgende Fächer aufgestellt: Einführung ins Mysterium Christi, religiöse Grundbildung, Orientierung in der Berufung, Grundlagen der Liturgie und geistliches Leben, Kulturgeschichte, Einleitung in die Philosophie, Katalanisch, Gruppendynamik. Der Einführungskurs dauert ein Jahr, aufgeteilt in zwei Semester. Für die endgültige Beurteilung der Bewerber im Hinblick auf die Zulassung zum ersten Jahr Philosophie wurde eine Liste mit den erforderlichen Eigenschaften unter dem Titel »Profil des Seminaristen am Ende des Einführungskurses« (Perfil dei seminarista al final del lntroductorio) zusammengestellt. Darin werden unter menschlichem und christlichem Aspekt im einzelnen die charakteristischen Merkmale einer ausgeglichenen und gereiften Person benannt, der es darum geht, die Anforderungen der priesterlichen Berufung zu entdecken und zu erfüllen.

In Ecuador, wo in verschiedenen Gebieten des Binnenlandes eine stärkere Anpassung an die örtlichen kulturellen Gegebenheiten erforderlich ist, sieht die neue Ratio über den regulären Einführungskurs hinaus auch einen propädeutischen Abschnitt im Sinn der Nr. 62 von Pastores dabo vobis vor. Dieser ist dazu gedacht, »in den Kandidaten für einige Eigenschaften Sorge zu tragen, wie die rechte Absicht, ein ausreichendes Maß menschlicher Reifung, eine hinreichend breite Kenntnis der Glaubenslehre, eine gewisse Einleitung in die Methoden des Gebets und in die der christlichen Tradition entsprechenden Verhaltensweisen unter Rücksichtnahme auf die Eigenkulturen der Regionen, durch welche sich die Bemühung Ausdruck verschafft, Gott zu begegnen und den Glauben zu leben«.[36] Es gibt allerdings Diözesen, welche die in den kleinen Seminaren gegebene Ausbildung zum Eintritt ins große Seminar für ausreichend erachten.

Auf Haiti ist das nationale große Seminar flankiert von drei Einrichtungen propädeutischen Charakters mit Sitz in Port-au-Prince, Hinche und Les Cayes. Man versucht damit, den Bildungsdefiziten der öffentlichen Grund- und Sekundarschulen sowie der kleinen Seminare abzuhelfen. Die Zielsetzungen dieser propädeutischen Abschnitte, die ein Jahr dauern, sind vor allem darauf gerichtet, die Auswahl unter den Berufungen zu verbessern sowie das menschliche, religiös-spirituelle und kulturelle Niveau der Bewerber anzuheben.

Die Diözesen Honduras' und Nicaraguas bereiten die Bewerber für die Zulassung zum großen Seminar vor allem in den kleinen Seminaren vor. Man spürt jedoch die Notwendigkeit eines eigenen propädeutischen Abschnitts, der in Honduras bereits seit 1994 in Funktion ist.

In Panama dauert der Zeitabschnitt, der dem Studium der Philosophie und den benachbarten Wissenschaften gewidmet ist, drei Jahre. Davon soll das erste Jahr einen vorwiegend propädeutischen Charakter haben, so dass man im Lauf dieses Jahres die soliden und nötigen Grundlagen für die gesamte intellektuelle Tätigkeit der nachfolgenden Jahre schafft, und zwar dadurch, dass man sich eine gute Methode des Studiums und der Forschung sowie eine saubere Fundierung der fundamentalen Prinzipien auf philosophischem, liturgischem und exegetischem Gebiet usw. aneignet.

Für die Bistümer Paraguays wurde 1988 ein dezentrales Año Introductorio an vier Orten geschaffen (Asunción, Villarica, San Pedro und Encarnación), die im darauf folgenden Jahr auf zwei reduziert wurden: Asunción und Villarica. 1995 startete man ein neues Projekt, wonach der Abschnitt zur Vorbereitung auf das große Seminar auf zwei Jahre - Propedéutico I und Propedéutico II mit Sitz in Villarica beziehungsweise in Caacupé -ausgedehnt wurde. Im Propedéutico I wird großer Wert auf die menschliche, gemeinschaftliche und spirituelle Bildung gelegt, und es ist keine Mitarbeit der Alumnen in pastoralen Aktivitäten vorgesehen. Die Fächer sind: Kommunikation, Latein, Mysterium Christi, Spiritualität, Berufung, Liturgie, Methodologie, Sozialkunde, Textinterpretation und -analyse, Rhetorik. Im Propedéutico II (das gleichbedeutend mit dem ersten Jahr der Philosophie ist) unterrichtet man: Mysterium Christi, Geschichte, Latein, Kommunikation, Logik, Philosophiegeschichte, Einleitung in die Soziologie, Guarani, Musik, Methodologie, Katechetik.

In den Diözesen Perus machten die Bedingungen, in denen sich das staatliche Schulsystem befindet, sowie die geringe Zahl an wirklich effizienten kleinen Seminaren die Einrichtung von - Vorseminare genannten - Nachholkursen erforderlich. Es handelt sich dabei um eine sehr unterschiedlich verwirklichte Sache, deren Dauer zwischen einem Monat bis zu zwei Jahren variieren kann. In einigen Fällen arbeiten diese Vorseminare auf interdiözesaner Basis, wie zum Beispiel in den Gebieten von Trujillo, Puno und Huaraz. Wo man solche nicht errichten kann, werden den Bewerbern, die einer angemessenen Vorbildung ermangeln, die sogenannten Cursos de apoyo in verschiedenen Fächern angeboten. Die Erzdiözese Lima organisierte ein eigenes Vorseminar namens Casa di Nazareth. Es verfügt über ein ausgezeichnetes Programm mit detailreichen Hinweisen für die verschiedenen Ausbildungsaspekte. Die Alumnen widmen dem Studium und den Frömmigkeitsübungen viel Zeit und behalten den Samstag für pastorale Aktivitäten in der Hauptstadt vor. Die Erzdiözese Puno und die Prälaturen Juli, Sicuani und Ayaviri in der Andenregion richteten 1979 in Juliaca ein Vorseminar für die Bewerber der gesamten Region ein. Der Kurs, der kürzlich von einem auf zwei Jahre ausgedehnt worden ist, hat sich folgende Ziele gesetzt: die Lücken der familiären und schulischen Erziehung zu schließen, die Jugendlichen in der Nachfolge Jesu zu bestärken, ihre Taufverpflichtung zu vertiefen, die Fähigkeiten zur Berufungsentscheidung zu entwickeln sowie den Sinn für das Gemeinschaftsleben, für die Entwicklung der menschlichen und affektiven Reifung zu sorgen. Zu den vorgesehenen Unterrichtsfächern zählen: Katalanisch, Methodologie, Einleitung in die Heilige Schrift, Geschichte Perus, Andenreligiosität, Einleitung in die pastorale Praxis.

In der Dominikanischen Republik verbuchte die Organisation des propädeutischen Abschnitts in den vergangenen Jahren beachtliche Fortschritte. Das Año lntroductorio o Propedéutico, das 1979 in der Diözese La Vega eröffnet worden ist, wurde durch Beschluss der Bischofskonferenz 1983 national. 1991 wurde beschlossen, es an einen neuen und geräumigeren Sitz zu verlegen und Prefilosofado zu nennen. Es wurde für alle Bewerber, einschließlich derer aus dem kleinen Seminar, verpflichtend vorgeschrieben. Die Gründe, die für diesen Beschluss entscheidend waren, sind: die Absicht, den Seminaristen eine größere menschliche, spirituelle und berufungsmäßige Reife zu vermitteln, das Bedürfnis, die Lücken im Spanischen und in der religiös-katechetischen Erziehung zu schließen, die Notwendigkeit, die Auswahl der Jugendlichen vor ihrer Zulassung zum großen Seminar zu verbessern. Das Prefilosofado ist ausgestattet mit einem Direktorium und einem Zeitplan, die genaue Angaben bezüglich der zu behandelnden Themen und der in den einzelnen Ausbildungsgebieten und -phasen zu erreichenden Zielsetzungen.

In Uruguay geht dem Eintritt ins große Seminar die Etapa de formacion introductoria voraus, die ein Jahr dauert. Sie dient der Vervollständigung der allgemeinen, spirituellen und menschlichen Bildung sowie der Berufungsentscheidung. Vor Beginn finden verschiedene Begegnungen zwischen den Erziehern und den Kandidaten sowie ein einwöchiges Zusammenleben statt, das der geistlichen Einkehr und dem gegenseitigen Kennen lernen gewidmet ist. Auch wenn die Gruppe der Bewerber sich einer gewissen Eigenständigkeit erfreut, pflegt sie dennoch Kontakte mit den Alumnen des großen Seminars. Das Programm dieser »Etappe« sieht humanistische Studien, monatliche Einkehrtage sowie Bildungsvorträge zu verschiedenen Themen vor, wie Gebet, priesterliche Spiritualität und Askese, Zölibat usw.

Eigenständige propädeutische Abschnitte wurden auch in verschiedenen europäischen Ländern eingerichtet. In Frankreich eröffnete die Erzdiözese Paris 1984 die Maison Saint Augustin, die für die Aufnahme, die Entscheidungsfindung und die Erstausbildung der zukünftigen Diözesanpriester gedacht ist. Ihre Ziele sind: die Mittel für eine solide spirituelle Einwurzelung anzubieten; von Anfang an die Verbindung mit dem Bischof und dem diözesanen Presbyterium zu verstärken; das Bewusstsein der Zugehörigkeit zum Bistum lebendiger werden lassen. Es handelt sich um einen propädeutischen Abschnitt von der Dauer eines Jahres, der für alle Priesteramtskandidaten der Erzdiözese Paris verpflichtend ist. Seit 1996 ist er integraler Bestandteil des großen Seminars von Paris. Die Kommunität ist an einem vom großen Seminar verschiedenen Sitz untergebracht und einem Direktor anvertraut, dem einige Spirituale zur Seite stehen. Das Ausbildungsprogramm setzt den Akzent auf die Einübung in die meditative Schriftlesung und ins liturgische Leben. Es sieht weiterhin eine erste Einführung ins christliche Geheimnis vor, die begleitet ist von der Lektüre der Hauptdokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils; die Darstellung der Lehre über das Priestertum; die Erziehung zum persönlichen Gebet; die Praxis der geistlichen Begleitung (mit wöchentlichen Begegnungen); den häufigen Empfang der sakramentalen Beichte; Krankenbesuche; wöchentliche Zusammenkünfte der gesamten Kommunität; Begegnungen mit Diözesanpriestern.

In Italien haben sich viele Diözesen dahingehend orientiert, eigenständige propädeutische Abschnitte einzurichten. Unter ihnen sind jene zu erwähnen, die das Päpstliche Regionalseminar in Bologna unterhalten; sie haben 1995 ein Anno propedeutico eingerichtet, um die Bewerber aus den staatlichen Schulen und aus der Arbeitswelt auf den Eintritt ins Seminar vorzubereiten. Dieser Jahreskurs hat sich vorgenommen, die spirituelle und berufungsmäßige Ausrichtung der Jugendlichen zu verifizieren sowie ihre humanistische und Allgemeinbildung zu vervollständigen. Die auf dem Programm stehenden Themen sind: Katechismus, die vier Konstitutionen des Zweiten Vatikanischen Konzils, Philosophie, Latein und Griechisch.

Die Erzdiözese Luxemburg richtete 1992 ein Propädeutisches Jahr oder Propädeuticum ein, das als integraler Bestandteil der Priesterausbildung im Dienst der menschlichen, intellektuellen und spirituellen Vorbereitung auf das große Seminar angesehen wird. Das Programm sieht vor: eine erste Einleitung in die Heilige Schrift, ins Gebetsleben, in die Liturgie und den Austausch geistlicher Erfahrungen; die Einführung ins Studium der grundlegenden Glaubenswahrheiten sowie in die Hauptgebiete der Philosophie und Theologie; einen Kontakt zur pastoralen Wirklichkeit der Kirche vor Ort; die Sorge um das mitbrüderliche Zusammenleben der Bewerber im Blick auf die Einheit des Diözesanpresbyteriums sowie die Zusammenarbeit zwischen Priestern und Laien.

In den Niederlanden organisierte die Diözese Roermond nach der Eröffnung des großen Seminars in Rolduc 1974 ein dem philosophisch-theologischen Curriculum vorausgehendes Einführungsjahr mit folgenden Zielen: Ausbildung in den grundlegenden Glaubenswahrheiten, Einführung in das liturgische und sakramentale Leben, weisheitliche Schriftlesung, Kenntnis der zeitgenössischen Kirchengeschichte, Vertiefung in die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils, Darstellung der priesterlichen Spiritualität.

In der Tschechischen Republik läuft ein Propädeutikum mit dem Namen Jahr Null. Es geht dem Curriculum des Studiums der theologischen Fächer und dem Leben im großen Seminar voraus. Es handelt sich um eine Einrichtung interdiözesanen (nationalen) Charakters mit eigenem Sitz sowie eigenem Leitungs- und Lehrkörper. Es nimmt Bewerber aus den staatlichen Schulen (vorwiegend des technischen Typs) oder aus verschiedenen Berufen auf, um ihre religiösen, kulturellen und sprachlichen Kenntnisse zu vervollständigen und zu vertiefen, sowie sie ins Gebetsleben, in die Liturgie und die sakramentale Praxis einzuführen, indem sie gleichzeitig Orientierung in der Berufungsentscheidung erhalten. 1996 unterzog die Bischofskonferenz das Ausbildungsprogramm des Jahres Null einer genauen Bewertung und sprach sich für eine stärkere Betonung des spirituellen, religiösen und berufungsmäßigen Elements gegenüber dem intellektuellen aus.

Die Bischofskonferenz Spaniens schreibt in der neuen, im Licht von Pastores dabo vobis überarbeiteten Ratio institutionis sacerdotalis [37] eine dem Eintritt der Bewerber ins große Seminar vorausgehende vorbereitende Stufe namens Curso Introductorio beziehungsweise Propedéutico vor. Die Hauptzielsetzungen dieses Kurses bestehen im Abklären und Verfestigen der Berufung sowie in der Vervollständigung eventueller Lücken in bezug auf die Kenntnis der Glaubenswahrheiten und des kirchlichen Lebens, in bezug auf das christliche Leben und das Gebet. Diese Vorstufe kann von verschiedener Dauer und Ausrichtung sein, je nachdem es sich um Jugendliche aus den kleinen Seminaren oder um Bewerber handelt, die in mehr oder weniger fortgeschrittenem Alter ins Seminar eintreten wollen. Wer vom kleinen Seminar kommt, dem wird Hilfestellung für eine größere menschliche und berufungsmäßige Reifung sowie für eine leichtere Integration ins Seminarleben angeboten; den anderen widmet man eine noch mehr auf die Person zugeschnittene Begleitung, um den lehrmäßigen, spirituellen, berufungsmäßigen, menschlichen und gemeinschaftlichen Aspekt der Vorbereitung zu vertiefen. Der propädeutische Abschnitt wird ausgewiesen als der angemessene Ort für die Einführung ins Mysterium Christi und die Heilsgeschichte, die den Bewerbern eine zusammenhängende Übersicht der Geheimnisse des Glaubens bietet und ihnen die Rolle der kirchlichen Studien in der priesterlichen Ausbildung aufzeigt.

In der Schweiz eröffnete das Bistum Chur 1991 ein eigenständiges und vom großen Seminar getrenntes propädeutisches Institut. Das sogenannte Lauretanum möchte den Bewerbern eine Umgebung der Ruhe bieten, die die geistliche Sammlung und das Studium begünstigt. Die Einrichtung beherbergt zwar eine Gutzahl Spätberufener, die ihre Sekundarbildung vervollständigen müssen, es ist jedoch auch für die Kandidaten mit Reifezeugnis verpflichtend vorgeschrieben worden, um sie tiefer in die Kenntnis der Glaubenslehre und das geistliche Leben einzuführen. Es verfügt über einen eigenen Sitz und über eine Erziehergruppe. Das Programm sieht ein Ausbildungsjahr vor, das jedoch je nach individueller Notwendigkeit verlängert werden kann. Auch die Diözesen Sitten und Lugano haben beschlossen, einen propädeutischen Abschnitt in Anpassung an ihre spezifischen Notwendigkeiten und besonderen Umstände einzurichten.

In den Bistümern Ungarns machte man zur Zeit der Apostolischen Visitation der Seminare von 1991 soeben die ersten Erfahrungen mit der Propädeutik, bei denen es sich allerdings mehr um eine Anpassung des Einführungskurses ins Christusmysterium und die Heilsgeschichte handelte.

In das große oder kleine Seminar integrierte propädeutische Abschnitte

In Belgien hat die Erzdiözese Malines-Brüssel 1995 ein propädeutisches Jahr (l'Année propédeutique) eingerichtet, das Teil des ersten Zyklus des Seminars Johannes XXIII. in Leuven ist. Es handelt sich um ein zusätzliches Jahr, das dem philosophischen Zweijahresabschnitt vorausgeht. Es möchte die Lücken schließen, die die Bewerber im Bereich der allgemeinen und religiösen Bildung, in der Einstellung zum Studium sowie im Grad der geistlichen Reife mitbringen. Unter den Ausbildungszielen finden sich: Vertiefung des Glaubens und des Gebetslebens, Entwicklung der menschlichen Reife, Ausweitung der Allgemeinbildung, Klärung des Priesterbilds und Berufungsentscheidung. Darüber hinaus wird Wert auf die Kontakte der Bewerber zu den Studenten an der Katholischen Universität in Leuven und zu den Seminaristen gelegt, die die Philosophievorlesungen des ersten Zyklus hören. Diese Kontakte werden auch durch den gemeinsamen Besuch der Mensa und der liturgischen Feiern gefördert. Dies ist der erste propädeutische Abschnitt, der für die Kandidaten flämischer Sprache geschaffen wurde. Für den französischsprechenden Teil des Landes ist schon seit geraumer Zeit ein propädeutischer Abschnitt in Limelette in der Nähe der Katholischen Universität Louvain-la-Neuve eröffnet worden. Auf Landesebene wird im Entwurf der Ratio institutionis sacerdotalis (La formation au ministère presbytéral) festgelegt, dass »dem Eintritt in die Ausbildung ein mehr oder weniger langer Zeitabschnitt der Hinführung vorausgehen kann, in dem die Jugendlichen im Hinblick auf das Seminar vorbereitet werden«. [38]

Ein besonderes System der Propädeutik ist in Korea in Kraft, wo die Regierung den noch nicht volljährigen Schülern vorschreibt, die Schule am Wohnort ihrer Familie zu besuchen, und damit faktisch die Einrichtung kleiner Seminare unmöglich macht. Um die jungen Leute auf das große Seminar vorzubereiten, richteten die Bischöfe einen parallelen Ausbildungsgang namens Formation Group of Pre-Seminarians ein. Es handelt sich um einen gut gegliederten propädeutischen Abschnitt, der in die Verantwortung des Direktors für die Berufungen und der jeweiligen Pfarrer gelegt ist. Darin wird den Jugendlichen geholfen, ihre Persönlichkeit reifen zu lassen und ihr Glaubensleben durch die Einübung ins Gebet, in den praktizierten Sakramentenempfang, in die Liturgie und den Katechismus zu vertiefen. Gleichzeitig setzen sie ihre Ausbildung an den staatlichen Colleges fort, um den vom Staat für die Zulassung zum Hochschulstudium geforderten Schulabschluss zu erlangen, denn die großen Seminare sind dem Universitätsstudium gleichgestellt.

In Frankreich gibt es ein paar Erfahrungen mit integrierter Propädeutik, deren älteste seit 1970 im Seminar von Paray-Le-Monial, Diözese Autun, in Funktion ist. Mit der fortschreitenden Zunahme der aus unterschiedlichen Landesteilen kommenden Alumnen wurde dem ursprünglichen propädeutischen Jahr das erste und dann das zweite Jahr Philosophie hinzugefügt. So entstand ein Seminar, das von der spirituellen Eigenart des Ortes geprägt ist. Von den Hauptzielen des propädeutischen Jahres seien die folgenden erwähnt: Vertiefung des Glaubens und des inneren Lebens durch eine vorbildliche Feier der Eucharistie, des Stundengebets, der geprägten Zeiten und der Hauptfeste des Kirchenjahres (Weihnachten, Ostern, Pfingsten); Erziehung in der Lehre und der Gemeinschaft mit einem besonderen Akzent auf dem Geist der Mitbrüderlichkeit; eine erste Einübung ins pastorale Leben durch sonntägliche Kontakte zu den Pfarreien. Hervorzuheben ist, dass der Unterricht während des propädeutischen Jahres nicht abgeprüft wird, insofern man vorzieht, ihm den Charakter der Unentgeltlichkeit zu geben, die jedem Bewerber erlaubt, sich je nach den eigenen Bedürfnissen dem Gebet, der Reflexion, der Lektüre und dem Studium zu widmen. Das 1983 errichtete große Seminar von Aix-en-Provence führt ein propädeutisches Jahr durch, das aus praktischen Gründen im selben Seminar untergebracht, aber eigenständig ist. Es bietet den Alumnen eine Erfahrung geistlichen Lebens (Gebet, lectio divina), eine Einübung in karitative Tätigkeiten, eine Zeit des Studiums und eine Tuchfühlung mit dem Leben im Apostolat. Sehr charakteristisch für diese propädeutische Erfahrung ist die Tatsache, dass die Bewerber verschiedene Ausbildungsabschnitte außerhalb des Seminars verbringen. So gehen sie zum Beispiel für drei Wochen nach Notre-Dame de Vie in Venasque, um die Methode kontemplativen Betens kennen zu lernen; dann begeben sie sich in die Bretagne, um sich der lectio continua der gesamten Bibel zu widmen; weiterhin halten sie Kontakt zur Abtei Lérins und zur Visitation in Tarrascon. Die Spiritualität ist stark von der Bewegung Emmanuel und vom Karmel geprägt. Unter den Frömmigkeitsübungen finden sich die Meditation und die tägliche Eucharistie, die eucharistische Anbetung, das Stundengebet, von dem ein Teil (Vesper und Komplet) zusammen mit den Seminaristen gebetet wird. In der Diözese Belley-Ars gibt es seit 1989 ein großes Seminar, das seine Tätigkeit mit einem propädeutischen Jahr aufnahm, das für Bewerber anderer Diözesen offen war. Nach und nach kamen zur Propädeutik die philosophischen und theologischen Kurse hinzu. Der propädeutische Abschnitt bildet derzeit das erste Jahr des philosophischen Dreijahresabschnitts und nimmt jene jungen Leute auf, die sich im priesterlichen Geist des Heiligen Pfarrers von Ars erziehen lassen wollen. Die gesamte Ausbildung ist daher von der persönlichen Spiritualität des Heiligen inspiriert: Feier und Anbetung der Eucharistie, Armut, Leben in Buße, Eifer für die Heiligung der Priester und der Gläubigen. Die Propädeutik hat also eine sehr spirituelle Ausrichtung, die sich auch in der Studienordnung wiederspiegelt: Einführung ins christliche Mysterium (Artikel des Glaubensbekenntnisses); einige ausgewählte Themen der Philosophie, wie Freiheit, Vergebung, Leiden; die verschiedenen Berufungen in der Kirche im Licht des Zweiten Vatikanischen Konzils; eine erste biblische Einleitung (Informationen über die einzelnen Bücher der Bibel und die literarischen Gattungen); das Studium der Psalmen; die Einübung ins meditative Gebet und die lectio divina; Kurse in Spiritualität (Theologie des Gebets) und Spiritualitätsgeschichte; ein Kurs über den Heiligen Pfarrer von Ars (geschichtlicher Kontext und Leben); Einführung in die Liturgie; die Kirchengeschichte in ihren großen Linien.

Im französischsprechenden Teil Kanadas gab es bis vor kurzem keinen propädeutischen Kurs vor dem Eintritt ins große Seminar. Aus den Akten der 1993 abgeschlossenen Apostolischen Visitation geht jedoch hervor, dass gegenwärtig Entwürfe für eine Propädeutik studiert werden. Sie sehen über den spirituellen, menschlichen und berufungsmäßigen Aspekt hinaus auch das Studium der Philosophie vor, das derzeit in den Seminar- und Universitätsordnungen fast nicht vorkommt.

In Neuseeland wurde 1993 ein Pre-Seminary House namens Good Shepherd House geschaffen, das die Alumnen in zwei Jahren auf die Kurse der Theologie des großen Seminars vorbereitet. Es handelt sich allerdings um eine Propädeutik, die ein reguläres Zweijahresphilosophikum zu ersetzen scheint. Einerseits werden die Grundlagen für ein geistliches Leben, für die Abklärung der Berufung und der priesterlichen Identität auf der Linie von Pastores dabo vobis gelegt, andererseits insistiert man sehr auf dem Studium, indem man Vorlesungen über thomistische Philosophie, Einleitung in den Katechismus der Katholischen Kirche, Heilige Schrift, Liturgie und Kirchengeschichte anbietet. Nach Abschluss des Zweijahresabschnitts werden die Alumnen zu den theologischen Kursen des großen Seminars zugelassen.

In Italien hat das Erzbischöfliche Seminar in Mailand schon in der Vergangenheit versucht, auf die Bedürfnisse jener Jugendlichen einzugehen, die ihren Weg durchs Seminar nach einer Berufserfahrung und ohne weitere Ausbildung nach der Pflichtschulzeit antraten. Für sie wurde die Spätberufenenschule (Scuola Vocazioni Adulte -SVA) ins Leben gerufen, die dem Gymnasium des kleinen Seminars angegliedert wurde. In der Folge wurde auch der Corso Propedeutico alla Teologia (Corso P) eingerichtet, der der Kommunität des ersten Zweijahresabschnitts der Theologie angegliedert wurde. Er ist für jene Jugendlichen bestimmt, die die mittlere Reife in einer Berufs- oder Handelsschule erlangt haben und ihre Ausbildung im Blick auf die Zulassung zur Theologie ergänzen mussten. Die Bedürfnisse waren allerdings nicht bloß schulischer Natur, und so versuchte bereits die Gemeinschaftsordnung der SVA und des Corso P darauf einzugehen; sie verlangten nach einem Gemeinschaftsleben, einem angemessenen spirituellen Angebot, einer Alltagsumgebung, die der Selbsterkenntnis förderlich war. Die Schaffung der propädeutischen Gemeinschaft (Comunità Propedeutica) Anfang des akademischen Jahres 1990/91 stammt aus der Überlegung hinsichtlich weiterer Erfordernisse, die sich auf grund der Situation der im Seminar vorsprechenden Jugendlichen ergaben und die eine größere Flexibilität und Ausgestaltung der Wege zur Überprüfung der Berufung und des Zugangs zum Seminar verlangten. In der Form der wohnhaften (Comunità residente) und nichtwohnhaften Gemeinschaft (Comunità non residente) ist sie seit 1996 Teil der Gymnasialgemeinschaft des kleinen Seminars.[39]

In Portugal haben die größten Diözesen Lissabon und Porto ein Zwischenseminar (Seminário intermedio) errichtet, das als kleines Seminar betrachtet wird, eine verringerte Alumnenzahl hat sowie eine Art Familienleben führt. Es dient der Vorbereitung der Alumnen im Jugendalter auf das große Seminar.

In den Vereinigten Staaten von Amerika zwang der starke Einbruch in der Zahl der kleinen Seminare und der Colleges dazu, für die Alumnen aus anderen Schultypen oder verschiedenen Berufen die sogenannten Pre-Theology Programs zu schaffen, deren Zweck es ist, der mangelnden menschlichen, religiösen und philosophischen systematischen Bildung, die es einmal in den letzten beiden College-Jahren gab, irgendwie abzuhelfen.

Die neue amerikanische Ratio[40] schreibt für diese Ausbildungsphase eine Mindestdauer von zwei Jahren vor. Das Programm sieht mindestens 24 Wochenstunden (credits) Philosophie und 12 Wochenstunden (credits) Theologische Grundfragen (undergraduate theology) vor. Darüber hinaus werden Fragen des geistlichen und pastoralen Lebens, klassische und moderne Sprachen studiert. Man ist auch darum besorgt, die Bewerber zur Disziplin im Studium, zur Fähigkeit nachzudenken sowie zum kritischen Denken zu erziehen. In der praktischen Organisation solcher vortheologischer Programme ist man um eine gewisse Elastizität bemüht, die es frei lässt, sie mit dem ersten Jahr Theologie oder dem letzten Jahr College zu verbinden.

Mit der Berufungspastoral verbundene propädeutische Abschnitte

Abgesehen vom Vianney College des Bistums Wagga -Wagga, das den Neueintretenden ein Semester Spiritualität anbietet, ist in Australien die Sorge für die Vorbereitung der Kandidaten auf das große Seminar dem Bereich der Berufungspastoral zugeordnet. Es ist nämlich Aufgabe des Director of Vocations - meist unterstützt von einem Laienteam und einem Psychologen -, für ein erstes Klarwerden und Begleiten der Priesterberufe zu sorgen, indem er die Möglichkeit geistlicher Beratung im Verein mit der Einführung ins Gebet, ins liturgische und sakramentale Leben sowie ins Apostolat gewährleistet. In manchen Diözesen findet diese Tätigkeit eine passende Unterstützung in einigen vorbereitenden Einrichtungen,[41] die verschiedene Gelegenheiten zur Begegnung und geistlichen Einkehr bieten.

Auf den Antillen stößt die Vorseminarausbildung aufgrund der Ausdehnung des Gebiets mit zahlreichen Inseln und Subkulturen auf mannigfache Schwierigkeiten. Da es schwierig ist, ein einziges und allen gemeinsames Vorbereitungszentrum zu schaffen, denkt man daran, in jeder Diözese ein Pre-Formation Centre mit einem Elementarprogramm einzurichten, das den Jugendlichen Hilfestellung im geistlichen Leben und in der Berufungsentscheidung bietet. Als feste Anhaltspunkte werden dabei angegeben: tägliche Teilnahme an der Eucharistie, häufige sakramentale Beichte, geistliche Begleitung, Heranreifung des Pflichtbewusstseins und der persönlichen Verantwortung. Dieser Ausbildungsgang hat die Dauer von zwei Jahren und sieht die Möglichkeit der Arbeit und des Besuchs öffentlicher Schulen vor, damit die Kandidaten einen Abschluss erlangen können, der sie zur Einschreibung an der Universität befähigt.

Im Gebiet der Bischofskonferenz des Pazifik, die eine breite Vielfalt an Nationen und Kulturen umfasst, sind die propädeutischen Kurse eine echte Notwendigkeit, aber nicht leicht durchzuführen. Wo es sie gibt, gestalten sie sich je nach den sozialen Gegebenheiten und dem Grad der Entwicklung der Kultur und der Schulsysteme, die von einer Region zur anderen anders aussehen, sehr unterschiedlich. Allgemein wird jedoch großer Wert auf die geistliche Ausbildung und die Aneignung mancher grundlegender menschlicher Tugenden wie des Pflichtbewusstseins und der Übernahme von Verantwortung gelegt.

Unter den europäischen Ländern sind England-Wales und Schottland zu erwähnen,[42] wo die der eigentlichen Priesterausbildung vorausgehende Vorbereitung auf individuelle Weise im Rahmen der Berufungspastoral erfolgt. Nachdem die heutigen Kandidaten verschiedenen Alters und unterschiedlichen kulturellen und spirituellen Niveaus sind, versucht man ihren konkreten Bedürfnissen dadurch entgegenzukommen, dass man auf die persönliche Geschichte eines jeden Rücksicht nimmt - und das heißt auf die Vorbildung, die psychologische, menschliche und christliche Reife -, um ein Programm aufzustellen, das der konkreten persönlichen Situation angepasst ist. Beste Unterstützung leistet zu diesem Zweck bereits seit vielen Jahren das Campion House in Osterley (Erzdiözese Westminster), das die Spätberufenen auf den Eintritt ins große Seminar vorbereitet.

In Italien wurde in einigen Diözesen das sogenannte Jahr Null eingerichtet, das sich im Sinne einer Unterstützung der Berufungspastoral an die Jugendlichen wendet, die nicht aus dem kleinen Seminar kommen. Es gestaltet sich in monatlichen Treffen, die der Katechese in Berufungsfragen, der Entdeckung des Mysteriums Christi, der allmählichen Einübung ins liturgische und persönliche Gebet gewidmet sind. Des weiteren legt man großen Wert auf die Begegnung mit den für die Jugendpastoral zuständigen Priestern.

In Portugal ist in fast allen Diözesen eine Einrichtung namens Pre-Seminário in Funktion. Sie verfügt über ein eigenes Gebäude und ein Priesterteam, das Jugendliche mit Anzeichen einer Berufung für Zusammenkünfte, wöchentliche Treffen und Einkehrtage aufnimmt.

ABSCHLIEßENDE ÜBERLEGUNGEN

Im Licht der zusammengetragenen Informationen lässt sich behaupten, dass ein eigener propädeutischer Abschnitt, der sich der menschlichen, spirituellen und intellektuellen Vorbereitung der Bewerber auf das große Seminar widmet, wie dies in der Nr. 62 von Pastores dabo vobis gewünscht wird, heute beinahe überall als von echtem Nutzen und in verschiedenen Fällen als conditio sine qua non für die Verbesserung der Priesterausbildung angesehen wird. Dieser Abschnitt erfuhr vor allem seit den achtziger Jahren interessante Entwicklungen in vielen Diözesen, sei es hinsichtlich der Inhalte, sei es bezugs der organisatorischen Aspekte. Zum Schluss des vorliegenden Informativdokuments scheint es angebracht, zusammenfassend die bedeutsamsten Tendenzen und Richtungen, die die Untersuchung zu Tage förderte, anzuzeigen.

1. Die hauptsächliche Veränderung, die man in verschiedenen Ländern feststellt, ist die zunehmende Interessenverschiebung weg von den Einführungskursen, die in die ersten Semester des philosophisch-theologischen Sechsjahresabschnitts eingefügt waren, hin auf die propädeutischen Kurse im Vorauf zum Seminarleben und dem eigentlichen priesterlichen Studium. Ursache dafür ist die Tatsache, dass sich - aus verschiedenen Gründen - die Notwendigkeit verschärfte, die Vorbereitung der Bewerber auf das große Seminar nicht nur vom intellektuellen, sondern auch und vor allem vom menschlichen und spirituellen Gesichtspunkt her zu intensivieren.

2. In diesem Übergangsprozess stellt man hie und da gewisse Unsicherheiten in der Terminologie fest, die eine präzise Einordnung der verschiedenen Ausbildungsmodelle schwierig macht. Diesbezüglich ist es gut, sich dessen bewusst zu bleiben, dass sowohl der Einführungskurs als auch der propädeutische Abschnitt ihre charakteristischen Zielsetzungen und ihre Daseinsberechtigung haben, aufgrund derer sie nicht miteinander verwechselt werden oder sich gegenseitig ausschließen dürfen. Der Einführungskurs, der mit seinen Zielen und seinen spezifischen Themen eine kostbare Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils darstellt, behält weiterhin seine Gültigkeit und sein Profil bei, auch wenn der propädeutische Abschnitt eingeführt wurde. Er kann am Anfang des philosophisch-theologischen Curriculums eingefügt oder während des propädeutischen Abschnitts vorweggenommen werden, wenn nur die Bedingungen für das ihm gebührende spirituelle und wissenschaftliche Niveau gegeben sind.

3. In einigen Ländern, in denen der propädeutische Abschnitt großräumig und längerfristig erprobt worden ist, konnte man zu einer ersten Systematisierung der erzielten Ergebnisse schreiten. So ist in einigen nationalen Rationes und in verschiedenen Partikularordnungen inzwischen eine gewisse Zahl von allgemein akzeptierten Kriterien und Prinzipien für seine Ausrichtung auffindbar, zum Beispiel hinsichtlich seiner Dauer, seines mehr oder weniger verpflichtenden Charakters, der Zulassungsbedingungen, einiger Themen und der wesentlichen Perspektiven. Der vorgeschriebene Zeitraum reicht von mindestens sechs Monaten bis zu maximal zwei Jahren. Im allgemeinen wünscht man einen vom Seminar verschiedenen Sitz, der eine gewisse Eigenständigkeit des Lebens erlaubt. Darüber hinaus ist anzumerken, dass manche Modelle von Innerlichkeit und Sammlung gekennzeichnet sind, während andere in gewissem Umfang offen sind für äußere Aktivitäten verschiedener Art.

4. Ein wichtiger Punkt, der weiterer Vertiefung und in manchen Fällen einer aufmerksamen Überprüfung bedarf, betrifft die Beziehung des propädeutischen Abschnitts zur Berufungspastoral, zum kleinen Seminar und großen Seminar. Was den ersten Aspekt anbelangt, ist man allgemein der Ansicht, dass die Kandidaten vor der Zulassung zum propädeutischen Abschnitt auszuwählen und eine angemessene Zeit lang seitens der Mitarbeiter der Berufungspastoral zu begleiten sind. In diesem Sinn ist also der propädeutische Abschnitt vom Dienst für die Sorge um die Berufungen zu unterscheiden. Des weiteren ist es gut, dass er normalerweise auch vom kleinen Seminar verschieden ist, da er eine Zwischenstufe zwischen letztgenanntem und dem großen Seminar darstellt. Es handelt sich nämlich um eine Vervollständigung der Sekundarausbildung, nicht um eine Alternative dazu noch um einen Ersatz. In der Beziehung zum großen Seminar verzeichnet man bisweilen Schwierigkeiten im Fall der in das philosophische Biennium (in das verschiedene theologische Fächer eingefügt werden) integrierten propädeutischen Abschnitte. Wenn in dieser Situation nicht ein zusätzliches Jahr der Propädeutik vorbehalten wird, läuft das Biennium Gefahr, seine spezifische Identität zu Lasten einer soliden philosophischen Ausbildung zu verlieren.

5. Nachdem heute ein großer Teil der Berufungen aus verschiedenen Gruppen und Bewegungen kommt, die stark an ihre Ursprungsgemeinschaft gebunden und wenig in der diözesanen Wirklichkeit verwurzelt sind, ist es sehr wichtig, im Ausbildungsangebot den Aspekt der Gemeinschaft mit dem eigenen Bischof, mit dem Presbyterium und der ganzen Ortskirche zu betonen. Die propädeutischen Abschnitte diözesanen Charakters sind daher von großem Nutzen und großer Aktualität, auch wenn ihre Einrichtung aufgrund der Knappheit geeigneter Orte, Erzieher und Finanzmittel nicht immer leicht ist. In zahlreichen Ländern machen die konkreten Umstände tatsächlich eine interdiözesane Zusammenarbeit unabdingbar, um regionale oder nationale Propädeutika unter der Verantwortung der Bischöfe der entsprechenden Regionen oder der Bischofskonferenzen zu schaffen.

6. Die gegenwärtige Situation, die von Überlegungen und Untersuchungen zur Lösungsfindung für noch offene Fragen gekennzeichnet ist, macht einen offenen und kontinuierlichen Austausch unter den verschiedenen Verantwortlichen der Priesterausbildung nötig. Wertvolle Gelegenheiten in dieser Hinsicht sind die in den Seminaren durchgeführten Apostolischen Visitationen beziehungsweise die kollegialen Initiativen, die unternommen werden, um die Neuauflagen der nationalen Rationes vorzubereiten. Von den Verantwortlichen wird verlangt, ihre Erfahrung und pädagogische Kompetenz einzubringen, um die grundlegenden Regeln einer ernsthaften Berufungsentscheidung aufzustellen und propädeutische Ausbildungsprogramme dahingehend zu präzisieren, dass sie genau dem Stand der Zeit entsprechen und auf die übrigen Einrichtungen der Priesterausbildung in den Diözesen, Regionen beziehungsweise im ganzen Land abgestimmt sind (kleine Seminare, große Seminare, Spätberufenenseminare, theologische Fakultäten, theologische Studieneinrichtungen...). Es ist insbesondere dringend erforderlich, das rechte Gleichgewicht zwischen der menschlich-spirituellen und der kulturellen Komponente zu gewährleisten, um eine uferlose Vervielfachung der Studienfächer auf Kosten der eigentlichen religiösen und priesterlichen Ausbildung zu vermeiden.

7. Trotz der besten Anstrengungen haben die verschiedenen, auf das große Seminar vorbereitenden Einrichtungen gezeigt, dass sie nicht in der Lage sind, alle Probleme im Zusammenhang mit der menschlichen Reife und der Berufungsfindung der jungen Leute, die davon profitieren, lösen können. Gerade deshalb ist man in verschiedenen Ländern zur Praxis übergegangen, den Ausbildungsgang im Seminar nach zwei oder drei Jahren Anwesenheit durch einen Abschnitt des Aufenthalts außerhalb des Seminars zu unterbrechen (Bezeichnungen: Pastoral lnternship, Spirituality-Pastoral Year, Freijahr, Externjahr, Año pastoral).

8. Wer sich heute gründlich mit den Problemen befasst, die der propädeutische Abschnitt aufwirft, dem kann gewiss die Tatsache nicht entgehen, dass »die starke Diskrepanz« zwischen dem Lebensstil und der Grundbildung der Kandidaten einerseits und dem Lebensstil und dem Bildungsangebot des Seminars andererseits[43] nur einer der Aspekte der Krise der familiären Erziehung und der Schulsysteme in verschiedenen Ländern ist. Aber sie ist zweifelsohne auch eines unter den auffallendsten Zeichen für die tiefgehenden kulturellen Veränderungen, die der wissenschaftliche und technische Fortschritt sowie die Verdunkelung gewisser spiritueller und moralischer Grundwerte mit sich bringt, was in Evangelii nuntiandi als das wahre »Drama unserer Zeitepoche« definiert wird, das im »Bruch zwischen Evangelium und Kultur« besteht.[44] Alle zur Verstärkung der kirchlichen Studien und des geistlichen Lebens unternommenen Bemühungen der Seminare sind daher im Kontext der großen Anstrengung der Kirche zu sehen, einerseits ihre Identität mit deren spezifischem spirituellen und kulturellen Erbe zu bewahren und andererseits das große Unternehmen des konziliaren aggiomamento weiterzutragen, damit sie die Distanz zur bürgerlichen Gesellschaft überwinden kann und so noch geeigneter für ihre Sendung der Evangelisierung werde. Diese Perspektive erlaubt uns, die ganze Schwierigkeit und Komplexität der Probleme, die mit dem in sich wohlumschriebenen Thema des propädeutischen Abschnitts verbunden sind, zu ermessen und uns ihrer Bedeutung für die Zukunft der Seminare im dritten Jahrtausend, das heranrückt, bewusst zu werden.

Rom, aus dem Palast der Kongregationen,

am Gedenktag des Hl. Josef, den 1. Mai 1998
PIO Card. LAGHI
Präfekt
† JOSE SARAIVA MARTINS
Titularerzbischof von Tuburnica

Sekretär

Anmerkungen

  1. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis (25. März 1992), 62: AAS 82 (1992), S. 768.
  2. Es ist freilich möglich, dass einige Veränderungen, die in manchen Ländern zwischenzeitlich eingeführt wurden, der Kongregation bei der Abfassung des vorliegenden Dokuments nicht bekannt gemacht waren.
  3. Vgl. II. Vatikanisches Konzil. Dekret Optatam totius, 14.
  4. Vgl. Deutsche Bischofskonferenz, Rahmenordnung für die Priesterbildung (1. Dezember 1988), Bonn 1988, Nr. 81-84.
  5. Zum Beispiel Freiburg i. Br., Fulda, München, Münster, Rottenburg-Stuttgart.
  6. Der zweite Bildungsweg verhilft zur Erlangung des Reifezeugnisses bei geraffterem Unterricht.
  7. Vgl. Österreichische Bischofskonferenz, Rahmenordnung für die Ausbildung von Priestern (15. Juni 1985). Nr. 30.
  8. Der beim Eintritt ins Seminar vorgeschaltete Abschnitt dauert in Luzern eine Woche, in Fribourg sieben Wochen.
  9. Vgl. Französische Bischofskonferenz, La formation au ministère presbytéral. Ratio institutionis. Ratio studiorum (1983), Nr. 1. 4; 1. 4.1.
  10. Ebenda, Nr. 1.4.1.
  11. Vgl. Französische Bischofskonferenz, La formation des futurs prêtres. Ratio institutionis sacerdotalis. Ratio studiorum (1998), I, n. 211.1; II, n. 2.
  12. Vgl. Irische Bischofskonferenz, Norms for Priest/y Training in Ireland (Revised), Maynooth 1984, Nr. 51.
  13. Vgl. Kongregation für das katholische Bildungswesen, Ratio fundamentalis institutionis sacerdotalis (19. März 1985), Rom 1985, Nr. 42.
  14. Vgl. Italienische Bischofskonferenz, La formazione dei presbiteri nella Chiesa italana (15. Mai 1980), Vatikanstadt 1980, Nr. 148.
  15. Vgl. Dieselbe, Regolamento degli studi teologici dei seminari maggiori d'Italia (10. Juni 1984), Vatikanstadt 1984, Nr. 28.
  16. Vgl. Mexikanische Bischofskonferenz, Ordenamiento Básico de los Estudios para la formatión sacerdotal en México (15. August 1988), Mexiko DF 1988, Nr. 12.
  17. gl. Dieselbe, Normas Básicas y Ordenamiento Básico de los Ertudios para la formación sacerdotal en México (12. November 1996), Mexiko DF 1996, Nr. 14.
  18. Kolumbianische Bischofskonferenz, Schreiben an die Kongregation für das katholische Bildungswesen zu EI Curso Introductorio o Período Propedéutico (14. September 1992). S. 1.
  19. Vgl. Venezuelanische Bischofskonferenz, Normas Básicas para la formación sacerdotal (6. Mai 1979). Caracas 1979. Nr. 67.
  20. Vgl. Guamaltekische Bischofskonferenz, Normas Básicas para la formación de los Presbiteros en Guatemala (1989), Guatemala 1989.
  21. Dieselbe, Ordenamiento Académico para la formación dei Presbítero diocesano secular en Guatemala (Mai 1995), Guatemala 1995, ll.I.I.
  22. Kongregation für das katholische Bildungswesen, Rundschreiben »Aktuelle Hinweise für die Einführung der Priesteramtskandidaten in das geistliche Leben« (6. Januar 1980), Rom 1980, ill, S. 26f.
  23. CELAM, Elementos de un Curso Introductorio para la formación sacerdotal, Bogota 1989.
  24. U. a. sind zu erwähnen die bischöflichen Kommissionen für die Priesterausbildung der Dominikanischen Republik, Brasiliens, Chiles, Italiens, Kolumbiens, Mexikos usw.
  25. Einige Beispiele: The Pre-Theology Programs, Propaedeutic Year, Spiritual Internship, Introduction to Seminary Life (USA), Año Propedéutico (verschiedene spanischsprachige Länder), Prefilosofado (Dominikanische Republik), Pre-Philosophate Seminary (Sri Lanka) , Pre-Seminary House (Neuseeland, Australien) , Pre-College Seminary, Institute of Formation (Philippinen), Pre-Seminário (Portugal), Pre-Formation Centre (Antillen), Curso de Orientación universitaria (Spanien), Intermediate/Propaedeutic Seminary (Thailand, Myanmar), Formation Group of Pre-Seminarians (Korea), Pre-Seminary Formation Course (Zimbabwe), L 'année préparatoire, L 'année supplémentaire d'initiation (Libanon), Spiritual Year (Nigeria, Liberia, Taiwan) , Orientation Stage (Südafrika) , Seminário Propedêutico (Angola, São Tomé), Cursos remediales (Puerto Rico), Cursos de apoyo (Peru und andere lateinamerikanische Länder).
  26. Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Rundschreiben, 25. April 1987.
  27. Bischofskonferenz von Angola und São Tomé, Normas fundamentais da formaçao sacerdotal para os dioceses de Angola e São Tomé (1. Juni 1996), Luanda 1996, Nr. 28-42.
  28. Ruanische Bischofskonferenz, Nouveau programme de formation à la Propédeutique de Rutongo et au Philosophicum de Kabgayi (12. Dezember 1991).
  29. Argentinische Bischofskonferenz, Nota sohre el lnforme para presentar a la Congregación para la Educación Católica, Buenos Aires 1992, S. 2.
  30. Vgi. Dieselbe, La formación para el sacerdocio ministerial (1. Mai 1994), Buenos Aires 1994, Nr. 220.
  31. Vgl. Nationale Brasilianische Bischofskonferenz, Formaçäo das presbíteros da Igreja no Brasil (6. Juni 1995), São Paulo 1995.
  32. Ebenda, S. 38.
  33. Chilenische Bischofskonferenz, Schreiben an die Kongregation für das katholische Bildungswesen lnforme de la Conferencia Episcopal de Chile acerca Je EI Curso Propedéutico en los seminarws de Chile, Santiago de Chile 1992, S. 2.
  34. Die Diözesen, die Orte bestimmt haben, welche ausschließlich dem Propädeutikum vorbehalten sind, sind: Santiago, Valparaiso, Concepción, La Serena.
  35. Zum Beispiel Kino, Theater, Museen.
  36. Ecuadorianische Bischofskonferenz, Normas de aplicatión en El Ecuador de La Ratio fundamentalis institutionis sacerdotalis y Reglamento de Seminarios (5. August 1995), Quito 1995, Nr. 155.
  37. Vgl. Spanische Bischofskonferenz, La formación para el ministeno presbiteral (30. Mai 1996), Madrid 1996, Nr. 184-189.
  38. Belgische Bischofskonferenz, La formation au mintstère presbytéral (1998), Nr. 311.1.
  39. Vgl. Erzbischöfliches Seminar Mailand, ltinerano spirItuale. Linee comuni per l'accompagnamenta spirituale dei giovani nel periodo di vita e di preparazione all'ingresso in SemInario, Mailand 1993.
  40. Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten von Amerika, Program of Priestly Formation (16. Dezember 1992), Washington 1992, II.3.
  41. Diese vorbereitenden Einrichtungen heißen Vocational Residence (Perth), Formation House (Addai-dei, Pre-Seminary House (Sydney).
  42. Vgl. Schottische Bischofskonferenz, Norm for Priestly Formation in Scotland (26. Mai 1992), Edinburgh 1992, IV.
  43. Johannes Paul II. Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 62: a.a.D., S. 767.
  44. Paul VI., Apostolisches Schreiben Evangelii nuntiandi (8. Dezember 1975), 20: AAS 68 (1976), S. 19.

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