Diözesanmuseum Bamberg

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Diözesanmuseum Bamberg

Bamberger Diözesanmuseum ist eine zum 81. Deutschen Katholikentag eröffnete, aus dem Domschatz hervorgegangene Ausstellung.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Anfang des 20. Jahrhunderts begannen die Vorarbeiten zu einem Diözesanmuseum in Bamberg unter der Leitung des Domkapitulars und späteren Weihbischofs Adam Senger. Die Hoffnung, bereits zum 900-jährigen Bamberger Bistumsjubiläum ein Museum fertigstellen zu können, erwies sich als trügerisch. Der 1910 in Bamberg stattgefundene Kunsthistorikerkongreß bot Anlaß, den Domschatz im Kustoreitrakt neu auszustellen. In den 1950er Jahren wurden die Kaisermäntel restauriert und im Weißen Saal des Domkapitelshauses, der den Mittelpunkt des künftigen Museums bilden sollte, ausgestellt. Unter dem Nachfolger Adam Sengers, Domkapitular Prof. Dr. Sigismund Freiherr von Pölnitz wurden die Arbeiten erfolgreich beendet. Die Einweihung des Museums erfolgte 1966 durch Erzbischof Josef Schneider. So konnte das Museum noch rechtzeitig zum 81. Deutschen Katholikentag (13.-17. Juli 1966 ) eröffnet werden. Seitdem wurden Erweiterungen und Änderungen vorgenommen. Für eine vollständige Erneuerung des Ausstellungskonzeptes bot sich die zwischen 1985 uund 1993 erfolgte Sanierung des Kapitelshauses an.

Museumsbau

Das Kapitelshaus des Domes, in dessen Räumn sich das Diözesanmuseu befindet, wurde in seiner heutigen Form zwischen 1731 und 1733, mit einer zweijährigen Vorplanung durch den Baumeister Balthasar Neumann errichtet. Das Haus schließt sich südlich an den Dom zu Bamberg an. In östlicher Nachbarschaft liegt das Generalvikariat.

Am Eingang über einer Freitreppe befinden sich die Wappen des Domkapitels des Domdechanten Franz Konrad Graf von Stadion und Thannhausen sowie des Dompropstes Marquard Wilhelm Graf von Schönborn. Das Giebelfeld dieses Mittelrisalits wird durch das von zwei Löwen gehaltene Wappen des Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn (1729-1746) gefüllt. Den Giebel zieren links und rechts Statuen von Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde, zwei liegende Figuren und eine weibliche, auf der Giebellspitze stehende, Figur.

Die originalen Figuren wurden um 1900 abgenommen und durch Kopiene, bei der Generalsanierung des Gebäudes 1993, ersetzt. Nachdem Attribute fehlen und teils Ergänzungen vorgenommen wurden, überdies keine ursprüngliche Erklärung der Figuren vorlagen, wurden sie von Beatrice Trost gedeutet: vom Betrachter die linke Figur als "Fides", die auf der rechten Schrägläge des Giebels befindliche liegende Figur als "Fortitudo" und die auf dem Giebel stehende als "Caritas" identifiziert.

Ausstellungsräume

Parterre

Nach Eintritt gelangt man in das Entree, das als Verkaufsraum eingerichtet ist. Rechts daneben ein Raum, der durch den Kreuzgang erreichbar ist, für Kleinplastiken des 18. Jahrhunderts.

Im südlichen Flügel des Kreuzgangs befinden sich die Räume "Barocke Altarbilder", "alte Domausstattung", "fränkische Spätgotik" in dem Gang der diese Räume verbindet finden sich Votivgaben vor.

Von hier aus gelangt man auch den den Kreuzgang des Doms, der den Bischofs- und Domherrenfriedhof einschließt.

Erstes Obergeschoß

Über eine weitlaüfig angelegte Treppe gelangt man in das erste Obergeschoß. Die vier nacheinander folgenden Räume bilden einen Rundgang und beinhalten:

Liturgisches Gerät und Kirchensilber,
Paramente von der Spätgotik bis zum Barock.
die Papstgewänder des Papstes Clemens II.,
den Domschatz und
im weißen Raum die Kaisermäntel (Heinrichs Sternenmantel) wie auch das Gunthertuch.

Kreuzgang und Kreuzgangsgarten

Der Kreuzgang wurde als Labidarium von Steinfiguren verschiedener Herkunft bereitgestellt. Er ist ebenfalls ein Teil des Diözesanmuseums.

Der Kreuzgangsgarten wurde mit der 1993 erfolgten Sanierung des Hauses von einer barocken Gartenanlage mit in der Mitte aufgestellten gotischen Bildstock, in der Höhe angehoben, der Brunnen revitalisiert und ein Bronzekreuz neu aufgestellt und zum Friedhof der Kapitelsherren umgestaltet.

Sonderausstellungen

  • 2010: Gott weiblich. Eine verborgene Seite des biblischen Gottes. In Zusammenarbeit mit der Erwachsenenbildung im Erzbistum Bamberg und dem Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaften der Universität Bamberg.
  • 2011: Valentin Rathgeber, Leben – Werk – Bedeutung des Barockkomponisten und Benediktinerpaters des Klosters Banz. In Zusammenarbeit mit der Internationalen Valentin-Rathgeber-Gesellschaft.
  • 2012: Dem Himmel entgegen. 1000 Jahre Bamberger Kaiserdom 1012–2012. Ausstellung über die Geschichte des Doms zu Bamberg.
  • 2013: Maria im Spiegel der modernen Kunst.
  • 2014: Gekrönt auf Erden und im Himmel. Das heilige Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde.

Leiter des Diözesanmuseums Bamberg

Literatur

  • Das Domkapitelhaus Bamberg, Bamberg 1994.
  • Heinrich Mayer, Bamberg als Kunststadt, Seite 93f, Bamberg 1955.

Weblinks

Anmerkungen

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