Dietrich Freiherr von Fürstenberg

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Dietrich IV., Freiherr von Fürstenberg war der in der Zeit von 1585 bis 1618 der 45. Bischof von Paderborn und gilt nach dem hl. Hathumar und dem sel. Meinwerk als dritter Begründer des Bistums.

Biografie

Dietrich entstamme dem sauerländer Adel. Sein Vater Friedrich von Fürstenberg hatte im Dienst der Kölner Kurfürsten gestanden, seine Muter Anna von Westphalen war die Tochter des Drosten zu Lichtenau und Wunnenberg. Dietrich wurde im Jahre 1546 auf Schloß Waterlappe geboren, besuchte das Gymnasium in Dortmund und das Tricoronatum in Köln. Mit 17 Jahren war er bereits Inhaber der Pfarrei und des Landdekanates Wormbach und einer der Domherrenpfründe in Paderborn und mit 18 auch einer solchen in Trier. Später kam die Pfarrei Attendorn hinzu und im Jahre 1576 die Probstei in Meschede und das Amt des Dompropstes in Paderborn. Am 5. Juni 1585 wurde er zum Bischof von Paderborn gewählt und am 7. Oktober von Papst Sixtus V. bestätigt.

Noch im selben Jahr führte er in Paderborn den gergorianischen Kalender ein, wies Archidiakone zur Visitation der Gemeinden an und hielt ein Jahr später eine Diözesansynode ab.

Da er zur Zeit der Amtsübernahme noch keine Weihen hatte lies er sich in den Tagen vom 27. bis 30. Juli 1589 vom Kölner Weihbischof nacheinander die Subdiakonats-, Diakonats-, Priester- und Bischofsweihe spenden. Außer seiner Primizmesse scheint Dietrich jedoch keine weitere Messe selbst zelebriert zu haben. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Er verstand sich selbst als katholischer Landesfürst mit geistlichem Amt. Für die Ausübung von Pontifikalhandlungen erbat er sich die Hilfe von Weihbischöfen benachbarter Diözesen.

Im Jahre 1602 wurde in Paderborn eine Agenda als Handbuch zur Spendung der Sakramente gedruckt, welche Dietrich für sein ganzes Bistum als verbindlich erklärte.

Er förderte die Jesuitenniederlassung und Paderborn und errichtete ein Kolleg- und Gymnasialgebäude. 1616 übergab er feierlich die Academia Theodoriana [1] als erste Hochschule Westfalens ihrer Zweckbestimmung und unterstellte sie dem Generaloberen in Rom.

Dietrich war nicht nur Kirchenfürst, sondern auch Landesherr. Im sog. Kampf um Paderborn lies der 1604 den protestantischen Bürgermeister Liborius Wichard öffentlich hinrichten. Hierbei scheint es sich aber nicht um einen Glaubenskampf gehandelt zu haben, sondern vielmehr um die Niederwerfung einer politischen Rebellion.

Er beauftragte Heinrich Gröninger mit der Errichtung seines Bischofsgrabmals (17 Meter Höhe). Das ikonographische Bildprogram dürfte Dietrich selbst entworfen haben. Es zeigt im zentralen Bild die Vision aus Ezechiel 37,1-14 wonach sich die Gräber öffnen und Verstorbenen auferstehen. Das Grabmal stand an der Nordwand im Hochchor des Domes. Nach seinem Tode am 4. Dezember 1618 wurde Dietrich unter diesem Grabmal beigesetzt. Sein Tod fällt zusammen mit dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648), der zu neuen konfessionellen Auseinandersetzungen führte. Dass die Stadt Paderborn und das Bistum Paderborn katholisch geblieben sind, ist vor allem Dietrich zu verdanken. Seit 1924 steht das Grabmal an der Westwand des nördlichen Seitenschiffes.


Vorgänger
Heinrich IV. Herzog von Sachsen-Lauenburg
† Bischof von Paderborn
1585 - 1618
Nachfolger
Ferdinand I. Herzog von Bayern
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