Documentum quod secretariatus

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Documentum quod secretariatus

Sekretariat für die Nichtglaubenden
im Pontifikat von Papst
Paul VI.
über den Dialog mit den Nichtglaubenden
28. August 1968

(Offizieller lateinischer Text: AAS LX [1968] 692-704)

(Quelle: Kirchliches Amtsblatt für die Erzdiözese Paderborn, Herausgegeben von erzbischöflichen Generalvikariat, 112. Jahrgang, Stück 5, 27.2.1969, Beilage, lateinisch / deutsch. Dies ist der Text von: Nachkonziliare Dokumentation – im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, Band 15, lateinisch und deutscher Text, S. 32-65, von den Deutschen Bischöfen approbierte Übersetzung, Paulinus Verlag Trier 1969.)

Inhaltsverzeichnis

Einleitend

Das vom Sekretariat für die Nichtglaubenden hiermit rechtsgültig veröffentlichte Dokument hat entsprechend der Eigenart dieses Sekretariats! die Absicht, den Dialog zwischen den Glaubenden und den Nichtglaubenden zu fördern und in der dem Dialog eigenen Weise zu einem guten Ende zu führen. Darum enthält es Überlegungen, wie das Wesen des Dialogs richtig zu erklären ist, worin er sich von anderen Formen der Beziehungen zwischen den Glaubenden und den Nichtglaubenden unterscheidet; zugleich werden die wesentlichen Voraussetzungen des Dialogs und vor allem die sich daraus ergebenden Richtlinien dargelegt.

Zwar verfolgt der Dialog, wie er in diesem Dokument verstanden wird, nicht notwendig ein apostolisches Ziel, doch schließt er für die Christen in seiner Art das Zeugnis des eigenen Glaubens ein und gehört so zur Aufgabe der Kirche, das Evangelium auszubreiten. Darüber hinaus können die Glaubenden durch den Dialog mit den Nichtglaubenden nicht nur zu einer umfassenderen Anerkennung der humanen Werte, sondern auch zu einem besseren Verständnis religiöser Fragen gelangen.

Dieses Dokument wendet sich in erster Linie an die Christen, und unter diesem Gesichtspunkt entnimmt es manches aus den einschlägigen kirchlichen Dokumenten. Das, was den Dialog betrifft, wird jedoch so dargelegt, dass es auch für Nichtglaubende verständlich und annehmbar ist.

DER DIALOG MIT DEN NICHTGLAUBENDEN

EINFÜHRUNG

1. Die Menschen von heute gelangen angesichts des allgemeinen Fortschrittes von Kultur und Gesellschaft trotz der Ängste wegen der heutigen Entwicklung der Welt zu einer deutlicheren Anerkennung der Würde und des Wertes der menschlichen Person.

Die intensiveren Beziehungen der Menschen zueinander haben viel dazu beigetragen, dass die Menschen den so genannten "Pluralismus" begreifen und ihn gleichsam als eigentliches Kennzeichen unserer Zeit auffassen. Echter "Pluralismus " kann aber nur bestehen, wenn Menschen und Gemeinschaften verschiedener Geistesrichtung und verschiedener Kultur in den Dialog eintreten.[1]

Nach dem Wortlaut der Enzyklika Ecclesiam Suam ist "(das Gespräch) tatsächlich erfordert zunächst durch die weit verbreitete Gewohnheit, in dieser Weise die Beziehungen zwischen Heiligem und Profanem zu verstehen, ferner die gesteigerte Betriebsamkeit, die das Gesicht der Gesellschaft unseres Zeitalters verändert; weiterhin die vielfachen Erscheinungsformen dieser Gesellschaft; schließlich die Reife, zu der der Mensch unserer Zeit gelangt: der - ob religiös, ob gleichgültig durch die weltliche Kultur zum Denken, zum Sprechen, zur würdigen Führung des Dialogs befähigt wird".[2]

Daher setzt der Dialog, insofern er auf einer wechselseitigen Beziehung der Gesprächspartner beruht, voraus, dass jeder von ihnen die besondere Würde und den besonderen Wert des anderen Partners als Person anerkennt.

Die Christen jedoch finden zur Anerkennung dieser Würde und dieses Wertes einen tieferen Grund in der übernatürlichen Berufung des Menschen; im übrigen ist es der Kirche im Hinblick auf das Mysterium der Menschwerdung durchaus klar, wie sehr die humanere Gestaltung des Zeitlichen sie betrifft, ja auch zu ihrer Aufgabe gehört.[3]

Daher müssen alle Christen je nach ihrer Fähigkeit den Dialog zwischen Menschen aller Schichten fördern, als Pflicht brüderlicher Liebe, wie sie unserer Zeit des Fortschritts und der Mündigkeit angemessen ist.

Nach der Erklärung des II. Vatikanischen Konzils "wird die Kirche kraft ihrer Sendung, die ganze Welt mit der Botschaft des Evangeliums zu erleuchten und alle Menschen aller Nationen, Rassen und Kulturen in einem Geist zu vereinigen, zum Zeichen jener Brüderlichkeit, die einen aufrichtigen Dialog ermöglicht und gedeihen läßt".[4]

Gewiss schließen das Wesen des Dialogs und der Wille zum Dialog andere Formen der Mitteilung wie Apologetik, vergleichende Gegenüberstellung und Diskussion nicht aus und hindern nicht, dass die Rechte der menschlichen Person in Anspruch genommen werden. In allem aber ist jene offene und verstehende Haltung, die die Grundlage des Dialogs ist, für jedes gesellschaftliche Zusammenleben notwendig.

Diese innere Bereitschaft verlangt "korrektes Benehmen, Hochachtung vor dem anderen und den Ausdruck der Sympathie und der Güte dem anderen gegenüber".[5] Das alles ist nur möglich, wenn "der andere" eben als "der andere" bereitwillig anerkannt und angenommen wird.

Der Wille zum Dialog ist schließlich eine starke Äußerung jener allgemeinen Erneuerung der Kirche, die auch eine größere Wertschätzung der Freiheit mit sich bringt. "Die Wahrheit muss - wie das II. Vatikanische Konzil lehrt - aber auf eine Weise gesucht werden, die der Würde der menschlichen Person und ihrer Sozialnatur eigen ist, d. h. auf dem Wege der freien Forschung, mit Hilfe des Lehramtes oder der Unterweisung, des Gedankenaustausches und des Dialogs, wodurch die Menschen einander die Wahrheit, die sie gefunden haben oder gefunden zu haben glauben, mitteilen, damit sie sich bei der Erforschung der Wahrheit gegenseitig zu Hilfe kommen; an der einmal erkannten Wahrheit jedoch muss man mit personaler Zustimmung festhalten."[6]

2. "Der Wunsch nach einem solchen Dialog wie es in der Pastoralkonstitution über die Kirche in der heutigen Welt heißt -, einem Dialog, der einzig in der Liebe zur Wahrheit, doch mit entsprechender Klugheit geführt werden soll, schließt unsererseits keinen aus ..."[7]

Die Enzyklika Ecclesiam Suam stellt drei gleichsam konzentrische Kreise auf, um drei Arten von Gesprächspartnern der Katholischen Kirche zu bezeichnen, nämlich alle Menschen, von denen viele ohne Religion sind, dann diejenigen, die sich zu nichtchristlichen Religionen bekennen, schließlich die nichtkatholischen christlichen Brüder. Für den Dialog mit diesen drei Gruppen von Gesprächspartnern hat Paul VI. drei Sekretariate gegründet: nämlich für die Einheit der Christen, für die Nichtchristen und für die Nichtglaubenden.

Der Dialog vor allem mit Nichtglaubenden bringt besondere und wenigstens zum Teil neue Probleme mit sich.[8] Bei manchen neuen Initiativen zur Förderung des Dialogs können Katholiken, die mit entsprechendem Eifer um die Wahrheit und die Werte des christlichen Glaubens bemüht sind, in Schwierigkeiten geraten. Deshalb möchte das Sekretariat für die Nichtglaubenden einige Gedanken und Anregungen vorlegen, die auf Dokumenten des Päpstlichen Lehramtes und des Konzils beruhen.

Paul VI. spricht in der Enzyklika Ecclesiam Suam ausführlich über den Dialog unter apostolischem Gesichtspunkt. Durch den so verstandenen Dialog erfüllt die Kirche ihre wichtigste Pflicht, allen Menschen die Botschaft des Evangeliums zu verkünden, indem sie ihnen in Ehrfurcht und Liebe die Gabe der Gnade und Wahrheit anbietet, die Christus ihr anvertraut hat.

In der Pastoralkonstitution Gaudium et Spes geht es dagegen um den Dialog der Kirche mit der Welt. Dieses Gespräch zielt nicht in erster Linie auf die Verkündigung des Evangeliums; es handelt sich nämlich um den Dialog, den die Christen mit den Menschen aufnehmen wollen, die ihren Glauben nicht teilen, sei es, um gemeinsam auf verschiedenen Gebieten die Wahrheit zu suchen, sei es, um in gemeinsamer Bemühung die drängenden Probleme unserer Zeit zu lösen. Diesem Dialog zwischen Kirche und Welt gelten die folgenden Erwägungen.

I. WESEN UND VORAUSSETZUNGEN DES DIALOGS

1. Der Dialog im allgemeinen

Unter dem Begriff "Dialog" wird hier allgemein jene Form der Begegnung und Mitteilung zwischen Personen oder Gruppen und Gemeinschaften verstanden, die in aufrichtiger Gesinnung, in Ehrfurcht vor der Person und mit einem gewissen Vertrauen stattfinden mit dem Ziel, die Wahrheit tiefer zu erfassen und bessere mitmenschliche Beziehungen zu erreichen.

Vor allem wichtig und schwierig ist der Dialog zwischen Personen, die verschiedene Meinungen, manchmal entgegengesetzte Ansichten vertreten, jedoch bemüht sind, gegenseitige Vorurteile zu überwinden und, soweit möglich, Übereinstimmung in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen, in der Wahrheitssuche und in der Zusammenarbeit auf jeglichem Gebiet zu erzielen.

Alle diese Elemente sind zwar in den verschiedenen Formen des Dialogs enthalten, doch kann das eine oder andere überwiegen, und darum ist es möglich, drei Arten des Dialogs zu unterscheiden, und zwar:

- eine Begegnung mit dem Ziel, rein menschliche Beziehungen anzuknüpfen; dabei geht es darum, dass die Partner sich aus der Isolierung und aus dem gegenseitigen Misstrauen lösen und eine Atmosphäre aufrichtiger "Sympathie", Ehrfurcht und Achtung vor dem anderen anbahnen;

- eine Begegnung im Bereich der Wahrheit; hier werden Probleme behandelt, die für die Partner selbst persönlich äußerst wichtig sind, und gemeinsam wird der Versuch unternommen, die Wahrheit tiefer zu begreifen und die Dinge umfassender zu erkennen;

- eine Begegnung im Bereich des Handelns mit dem Ziel, trotz der doktrinären Meinungsverschiedenheiten die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit im Hinblick auf bestimmte Ziele zu schaffen.

Zwar ist es wünschenswert, dass der Dialog gleichzeitig auf diese drei Arten erfolge, doch behält jede einzelne Form ihren Eigenwert, weil sie ja zwischenmenschliche Beziehungen anbahnt.

Da die Partner einander geben und voneinander empfangen, schließt jeder Dialog Gegenseitigkeit ein; darin unterscheidet er sich von der Lehrtätigkeit, bei der der Gesprächspartner als Schüler bereichert wird, dennoch kann man den Dialog auch eine echte Form der Belehrung und eine einschlussweise Verkündigung der Wahrheit des Evangeliums nennen, da durch ihn zahlreichen Menschen der Reichtum der Lehre mitgeteilt wird. Darüber hinaus unterscheidet sich der so aufgefasste Dialog von der Polemik und der Kontroverse, bei denen es darum geht, die eigene Sache zu verteidigen und den Gegner des Irrtums zu überführen.

Ferner besteht der Dialog nicht eigentlich im Vergleichen der Standpunkte, denn er hat das Ziel gegenseitiger Annäherung und besseren Verstehens des anderen. Obgleich jeder Gesprächspartner mit Recht wünschen kann, den anderen von der Wahrheit seines Standpunktes zu überzeugen, ist der Dialog seinem Wesen nach nicht auf dieses Ziel, sondern auf gegenseitige Bereicherung ausgerichtet.

2. Der Dialog über die Lehre

1) Möglichkeit und Berechtigung dieses Dialogs

Oft bezweifelt man gerade die Möglichkeit des Dialogs über die Lehre. Man stellt die Frage, ob der aufrichtige Dialog verlangt, dass jede absolute Wahrheit beiseite gelassen werde, und ob zu unvoreingenommenem Dialog eine geistige Bereitschaft zu unbegrenztem Suchen erforderlich sei. Ebenso stellt man die Frage, ob bei der Annahme einer absoluten Wahrheit der Dialog vereinbar sei mit der Überzeugung, diese zu besitzen: die Bereitschaft zum Dialog scheint ja den Zweifel an der absoluten Wahrheit vorauszusetzen.

Eine weitere Frage: Kann man den Dialog beginnen, wenn die Partner zwei verschiedene Denksysteme vertreten? Wenn eine Aussage nur im Zusammenhang mit dem Ganzen eines Systems einen bestimmten Sinn erhält, besteht dann noch die Möglichkeit eines echten Dialogs, wenn eine Disputation zweier verschiedener Systeme entsteht?

Weiterhin: Untersucht man den Wahrheitsbegriff, den heute viele Menschen vertreten, die Wahrheit sei dem Menschen selbst immanent und hänge vom Menschen und seiner Freiheit ab, so dass es keine Wahrheit geben könne, die nicht im Menschen selbst ihren Ursprung habe, dann würde der Dialog über die Lehre der Grundlage entbehren, da die Christen den Grundsatz der Immanenz ablehnen und sich einen absolut anderen Begriff der Wahrheit bilden.

Ferner fragt man im Hinblick auf den öffentlichen Dialog, ob man den Glauben eines nicht genügend auf die Kontroverse vorbereiteten Zuhörerkreises der Gefahr aussetzen dürfe.

Daher möchten wir mit den folgenden Bemerkungen einige Wege zur Lösung dieser Schwierigkeiten aufzeigen.

Der Dialog über die Lehre, der mit leidenschaftlicher Aufrichtigkeit und im Geist größtmöglicher Freiheit und Achtung geführt werden muss, geht über Lehrfragen, die den Gesprächspartnern besonders naheliegen, und findet zwischen Partnern statt, die zwar verschiedene Ansichten vertreten, sich jedoch gemeinsam bemühen, einander besser zu verstehen, Übereinstimmungen herauszustellen und möglichst zu erweitern. So können die Partner sich gegenseitig bereichern.

Daher ist es einerseits dem Dialog eigen, dass er den personalen Charakter der Annahme der Wahrheit beachtet. Daher sind die individuellen Voraussetzungen und hinzukommende Besonderheiten eines jeden Gesprächspartners sowie die Möglichkeiten, die ihm bei der Erfassung der Wahrheit gegeben sind, zu erwägen. Die Einsicht in diese Möglichkeiten des einzelnen Menschen und der historisch gewordenen Gemeinschaften weitet die Herzen, die Ansichten und Bemühungen des anderen zu verstehen und die Elemente der Wahrheit in der Ansicht eines jeden Menschen anzunehmen.

Andererseits aber hat der Dialog, sofern er auch in der Wahrheitssuche besteht, keinen Sinn, wenn die Partner nicht fest überzeugt sind, dass der menschliche Geist wenigstens in irgendeiner Weise die objektive Wahrheit erreichen und immer einen Teil der Wahrheit, wenn auch vielleicht mit Irrtum vermischt, erkennen kann. Da schließlich jeder Mensch auf seine nur ihm eigene und einmalige Weise die Wirklichkeit erfasst, hilft er - und das sollten die anderen beachten -, die Wahrheit zu finden.

Darum ist die Aussage, Wahrheit sei möglich, mit dem Dialog nicht nur vereinbar, sondern dessen notwendige Voraussetzung. Bei der Aufnahme des Dialogs darf also die Wahrheit nicht in Frage gestellt werden, als ob sie dem Dialog untergeordnet werden könnte, wie das gewisse Formen des Irenismus zu tun scheinen. Der Dialog muss sich sogar aus der gemeinsamen moralischen Pflicht herleiten, in allem die Wahrheit zu suchen, besonders auch in religiösen Fragen.

Ferner folgt aus der Tatsache, dass der einzelne Partner die Wahrheit zu besitzen glaubt, nicht, dass der Dialog sinn- und nutzlos sei, denn ein solcher Glaube widerspricht nicht dem Wesen des Dialogs. Der Dialog geht ja gerade von zwei verschiedenen Standpunkten aus, die er erläutern und, soweit möglich, einander nahebringen will. Es genügt also, wenn der einzelne Partner glaubt, dass seine eigene Erkenntnis der Wahrheit, die er bereits hat, durch den Dialog mit dem anderen Partner wachsen könne.

Eine solche Gesinnung muss nun von den Glaubenden in größter Aufrichtigkeit angenommen und gefördert werden. Denn die Glaubenswahrheiten sind, insofern sie von Gott geoffenbart sind, in sich absolut und vollkommen, doch werden sie immer unvollkommen von den Glaubenden begriffen. Diese können stets wachsen in der Einsicht und im eindringlichen Erwägen. Nicht alles aber, was von den Christen geglaubt wird, geht aus der Offenbarung hervor, und der Dialog mit den Nichtglaubenden kann den Christen helfen, das, was aus der Offenbarung hervorgeht, von anderem zu unterscheiden und die Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums zu erforschen.

Außerdem entbindet der christliche Glaube die Glaubenden nicht von der Pflicht, die verstandesmäßigen Voraussetzungen des Glaubens mit Hilfe der Vernunft zu überdenken.

Der Christ fühlt sich vielmehr gedrängt, alle zu Recht bestehenden Forderungen der menschlichen Vernunft anzunehmen, da ja gerade der Glaube ihm die Gewissheit gibt, dass die Vernunft nie dem Glauben widersprechen kann. Schließlich weiß der Christ, dass aus dem Glauben nicht jede Antwort auf alle möglichen Probleme gegeben werden kann. Er weiß aber aus dem Glauben, in welchem Geist und auf welchem Weg an die Lösung dieser Probleme heranzugehen ist, besonders im Bereich der zeitlichen Dinge, der gleichsam ein der Forschung weit offenes Tor darstellt. [9]


Bei Schwierigkeiten aber, die aus dem inneren Zusammenhang des Systems erwachsen, muss man sich klar sein, dass auch dann ein Dialog stattfindet, wenn die Partner nur in gewissen Punkten übereinkommen. Denn wenn sich in einem System Wahrheiten und Werte finden, die ihren Sinn und ihre Bedeutung nicht notwendig aus dem System herleiten und von diesem unterschieden werden können, genügt es, diese in ihr eigenes Licht zu stellen, um zu einer gewissen Übereinstimmung zu kommen.

Auch unter Menschen, die durch radikale Meinungsverschiedenheiten voneinander getrennt sind, lassen sich Bereiche der Übereinkunft und Begegnung finden. Daher sind unter Berücksichtigung des inneren Zusammenhangs der Systeme in der Diskussion die Arten des Dialogs zu unterscheiden; es kann ja sein, dass sich ein Dialog eher auf dem einen als auf dem anderen Gebiet anknüpfen lässt. Besonders halte man sich vor Augen, dass die humanen Angelegenheiten ihre legitime Autonomie behalten[10] und dass darum Meinungsverschiedenheiten auf religiösem Gebiet nicht notwendig ein Hindernis für das Einvernehmen in zeitlichen Anliegen sind.

Man darf jedoch nicht in Abrede stellen, dass der Dialog erschwert werden kann, wenn die Gesprächspartner eine verschiedene Auffassung der Wahrheit haben und sogar hinsichtlich der Prinzipien der Vernunft nicht übereinstimmen. In diesem Fall muss der Dialog versuchen, eine Auffassung der Wahrheit und der Prinzipien der Vernunft zu finden, die alle Partner gutheißen können. Sollte dies auch nicht möglich sein, so darf man noch nicht sagen, dass der Dialog keinen Wert mehr habe. Es bedeutet ja nicht wenig, die Grenzen festzulegen, über die man nicht hinausgehen kann. Der Dialog muss auch nicht aus jedem Grunde aufgenommen werden.

Die Gefahr aber, dass eine Meinung bestritten wird, lässt sich in unserer pluralistischen Gesellschaft kaum vermeiden; deshalb ist es nötig, die Glaubenden vorzubereiten, dass sie eine solche Gefahr eingehen können, insbesondere wenn es sich um ein öffentliches Gespräch handelt. Dies ist bei richtiger Vorbereitung wertvoll zur Vertiefung des Glaubens. Außerdem bietet sich bei öffentlichen Gesprächen den Partnern Gelegenheit, ihre Lehre auch Zuhörern, die ihnen sonst nicht erreichbar sind, vorzutragen.

Das Gespräch der Glaubenden mit den Nichtglaubenden ist also trotz seiner Gefahren nicht nur möglich, sondern ratsam. Es kann auf allen der menschlichen Vernunft zugänglichen Gebieten geführt werden: in Philosophie, Religion, Moral, Geschichte, Politik, auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet, in Fragen der Kunst und der Kultur im allgemeinen. Die Treue zu allen geistigen und leiblichen Werten fordert vom Christen, diese anzuerkennen,[11] wo immer er sie findet. Ein solcher Dialog kann sich auch Werten zuwenden, die sich aus Wahrheiten der übernatürlichen Ordnung für das Leben und die Kultur des Menschen ergeben können.

2) Voraussetzungen für den Dialog über die Lehre

Damit der Dialog seine Ziele erreiche, muss er den Gesetzen der Wahrheit und Freiheit folgen: weil er aufrichtig die Wahrheit sucht, ist ein Gespräch über die Lehre dann ausgeschlossen, wenn es offenbar wie ein Instrument dienen soll, d. h. begonnen wird, um damit bestimmte politische Ziele zu erreichen. Öfter entstehen Schwierigkeiten beim Dialog mit kommunistischen Marxisten, weil diese eine enge Verbindung von Theorie und Praxis herstellen. Dadurch können die verschiedenen Arten des Dialogs schwerer voneinander unterschieden werden, und der Dialog über die Lehre wird zu einem praktischen.

Die Treue zur Wahrheit fordert außerdem, dass jeder der beiden Partner seine Meinung im Vergleich mit derjenigen des anderen klar und deutlich darlege, damit nicht gleichlautende Formulierungen, die jedoch von den Partnern nicht in der gleichen Bedeutung verstanden werden, die Meinungsunterschiede eher verbergen als überwinden. Das verlangt aber klare Einsicht in die Bedeutung der jeweils benutzten Ausdrücke, so dass jede Zweideutigkeit beseitigt wird und das Gespräch in der richtigen Weise stattfinden kann.

Das Gespräch über die Lehre verlangt den Mut, die eigene Meinung aufrichtig und offen darzulegen, und ebenso die Wahrheit, wo immer sie sich findet, anzuerkennen, auch dann, wenn die Wahrheit den Partner so sehr überzeugt, dass er den eigenen philosophischen Standpunkt und die praktische Handlungsweise wenigstens teilweise ändern muss.

Das Gespräch ist nur dann von Nutzen, wenn es von wirklich Sachkundigen vorbereitet und geführt wird. Sonst würde der Nutzen des Dialogs die entstehenden Gefahren nicht aufwiegen. Schließlich darf sich im Dialog die Wahrheit nur durch ihre eigene Kraft als stärker erweisen;[12] daher muss die Freiheit der Gesprächspartner sowohl rechtlich sichergestellt als auch wirklich geachtet sein.

3) Der Dialog auf dem Gebiet des praktischen Handelns

Das Gespräch kann auch darauf abzielen, eine Zusammenarbeit von Menschen, Gruppen und Gemeinschaften, die verschiedener, manchmal sogar entgegengesetzter Ansicht sind, zu begründen.

Es ist festzustellen, dass Initiativen, die aus einer dem Christentum feindlichen Gesinnung entstanden waren, manchmal einen Stand erreichen können, der dem ursprünglichen Standpunkt nicht mehr entspricht;[13] wie oben gesagt, sind sogar einander widersprechende Überzeugungen in den Systemen als ganzen kein Hindernis für eine Übereinstimmung der Systeme in gewissen Punkten. Insbesondere schließen widersprechende Meinungen auf religiösem Gebiet an sich Übereinstimmungen auf zeitlichem Gebiet nicht aus, das ja nach der Konstitution Gaudium et Spes in seinem Bereich autonom ist.

Wo die Standpunkte hinsichtlich der Lehre nicht übereinstimmen können, ist schließlich doch ein Übereinkommen in praktischen Dingen möglich. Damit das Übereinkommen und die Zusammenarbeit in legitimer Weise vor sich gehen, sind gewisse Voraussetzungen zu erfüllen: Das Ziel des Dialogs muss gut sein oder zum Guten hingelenkt werden können.[14] Ferner darf das, worin die Partner übereinstimmen, die übergeordneten Werte nicht gefährden, z. B. die Unversehrtheit der Lehre und die Rechte der Person, wie die bürgerliche, kulturelle und religiöse Freiheit. Um das Vorhandensein dieser Voraussetzungen des angestrebten Gesprächs zu prüfen, muss man darauf achten, welches Programm die Partner für die Gegenwart oder die Zukunft planen und welche Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht wurden.

Je nach den verschiedenen sachlichen, örtlichen und zeitlichen Verhältnissen ist somit zu entscheiden, ob eine derartige Zusammenarbeit zweckentsprechend ist. Wenn es auch vor allem bei den Laien liegt, diese Umstände abzuwägen, bleibt es Aufgabe der Hierarchie, bei aller Wahrung der rechtmäßigen Freiheit und Sachkenntnis der Laien, wachsam zu sein und zum Schutz religiöser und moralischer Werte einzugreifen.

II. PRAKTISCHE RICHTLINIEN

Die folgenden Richtlinien sind gleichsam als Ergänzungen zu verstehen, die sich aus der Natur und den Voraussetzungen des Dialogs ergeben. Sie können aber notwendigerweise nur allgemeiner Art sein, einmal wegen der verschiedenen Verhältnisse der einzelnen Gegenden, aber auch weil die einzelnen Vorschriften je nach dem klugen Ermessen der Hirten und der Laien auf die verschiedenen Fälle angewendet werden. Es besteht z. B. natürlich ein Unterschied zwischen Völkern mit alter christlicher Tradition und solchen, denen das Evangelium noch nicht verkündigt wurde, und erst recht solchen, die zwar der Mehrheit nach christlich sind, aber derzeit unter atheistischer Regierung leben. Zudem sind größere Erfahrungen zu erhoffen, die für später geeignetere Richtlinien nahelegen. Aufgabe der Bischofskonferenzen ist es, für die einzelnen Nationen allgemeine Richtlinien zu geben, die den örtlichen Verhältnissen entsprechen.

1. Richtlinien zur Förderung des Dialogs

Im Lichte des II. Vatikanischen Konzils ist es wünschenswert, dass die öffentliche Meinung in der Kirche die dringende Notwendigkeit, den Dialog zu beginnen, erfasse.

1. Bei der Ausbildung der Kleriker ist es notwendig, die philosophischen und theologischen Disziplinen so darzubieten, dass "die Kleriker über die charakteristischen Erscheinungen der heutigen Zeit gut Bescheid wissen und auf das Gespräch mit den Menschen ihrer Zeit entsprechend vorbereitet sind",[15] auch auf den Dialog mit den Nichtglaubenden. Die zukünftigen Priester müssen daher über die wichtigsten Formen des "Unglaubens" (besonders wie er in ihren Gegenden vorkommt) gründlich unterrichtet werden und sich Kenntnisse in der -Eigenart sowie die philosophischen und theologischen Grundlagen des Dialogs aneignen. Universitäten und kirchliche Fakultäten haben auf diesem Gebiet ausführlichen Unterricht zu erteilen.

2. Bei der seelsorglichen Weiterbildung der Kleriker, die der Erneuerung dient und durch Kurse, Studienwochen, Zusammenkünfte und ähnliches erstrebt wird, müssen jene Fragen des Dialogs mit Nichtglaubenden ausführlich behandelt werden, die sich auf die bestimmten Verhältnisse beziehen, in denen die Kleriker ihren pastoralen Dienst ausüben.

3. Ebenso zu fördern sind theologische Hochschulkurse für das Gespräch mit den Nichtglaubenden, besondere Kurse für Fachleute, Studientage und Zusammenkünfte für Laien mit besonderer Berücksichtigung der Jugend und derer, die im christlichen Apostolat mitarbeiten.

4. Predigt und katechetische Unterweisung müssen der neuen Haltung Rechnung tragen, die die Kirche heute besonders bereitwillig einnimmt.

5. Diözesane und nationale Stellen, die dem Römischen Sekretariat für die Nichtglaubenden in irgendeiner Weise angeschlossen und unter Leitung der örtlichen Hierarchie gegründet sind, müssen sich um das Studium des Atheismus und um die Anbahnung des Dialogs bemühen. Diese Ämter sollen Sachkundige aus dem Klerus und aus den Laien beiderlei Geschlechts beiziehen, um die Forschung voranzutreiben und um Studien, Kurse und Zusammenkünfte in Gang zu bringen.

6. In diesem wirklich ökumenischen Bereich ist die Zusammenarbeit von Katholiken und anderen Christen wünschenswert, auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene.

7. Eine solche Zusammenarbeit zur Anbahnung des Dialogs mit den Nichtglaubenden ist auch wünschenswert zwischen Christen und Angehörigen nichtchristlicher Religionen, insbesondere mit Juden und Muslim.

2. Direktiven

Vor allem ist zwischen dem öffentlichen und dem privaten Gespräch zu unterscheiden.

Für den privaten Dialog, d. h. für ein Treffen, das sich von selbst ergibt oder das nach Vereinbarung herbeigeführt wird und nur wenigen Personen oder Gruppen zugänglich ist, kann man keine anderen Regeln angeben, als die der Klugheit und des Wohlwollens, die ja in allen wirklich menschlichen und christlichen Handlungen vorherrschen sollen.

Folgende Ratschläge seien jedoch vorgelegt:

1. Ein möglichst fruchtbarer Dialog verlangt vor allem gründliche Kenntnis des fraglichen Gegenstandes, nicht nur im Hinblick auf die Meinung des Gesprächspartners, sondern besonders auch hinsichtlich der christlichen Lehre.

2. Falls indes ein Christ sich nicht genügend vorbereitet fühlt, soll er sich an einen Fachmann wenden oder den Gesprächspartner an diesen weisen.

3. Auch ist auf die moralische Verpflichtung zu achten, nicht - von einem bequemen "Irenismus" oder Synkretismus verleitet - den wahren Gehalt des Glaubens preiszugeben oder seinen Glauben zu gefährden.

4. Nicht geringer zu achten für einen erfolgreichen Dialog ist das Zeugnis eines lauteren Lebens und des ihm entsprechenden Glaubens.

* * *

Das öffentliche Gespräch, nämlich von Personen als Vertretern einer Gemeinschaft (nicht notwendig in deren Auftrag) der Glaubenden und der Anhänger anderer, auch gegnerischer, Lehren und Bewegungen, verlangt ein größeres Maß an Klugheit wegen des starken Einflusses auf die öffentliche Meinung. Auch hier ergeben sich nur die folgenden allgemeinen Empfehlungen:

1. An solchem Gespräch beteiligte Christen, Priester oder Laien, bedürfen nicht nur der oben für den privaten Dialog genannten Eigenschaften, sondern müssen darüber hinaus eine größere Eignung aufweisen, nämlich hinsichtlich der Lehre, in der sie wirkliche Fachleute sein müssen, ferner hinsichtlich anderer Eigenschaften, wie moralische Autorität, Redegewandtheit und Darlegungskunst, wie ein derartiges Gespräch es eben verlangt.

2. Handelt es sich, wie hier vorausgesetzt wird, um ein öffentliches nichtamtliches (d. h. nicht von vorgesetzter Stelle aufgetragenes) Gespräch, so scheint es zur Wahrung der nötigen Freiheit angebracht, dass dem Dialog Persönlichkeiten fernbleiben, durch deren Anwesenheit eine öffentliche Autorität oder ein Amt oder eine Institution hineingezogen würden, deren Vertreter diese Personen sind. Die Partner müssen sich aber gewissenhaft an die Forderungen der Gemeinschaft halten, in deren Namen sie sprechen.

3. Der amtliche (d. h. aufgetragene) Dialog kann nicht von vornherein ausgeschlossen werden; doch werden selten die Voraussetzungen für einen solchen Dialog zwischen Christen und Nichtglaubenden gegeben sein. Denn oft sprechen die Nichtglaubenden nicht als Vertreter einer Gemeinschaft, sondern in eigenem Namen; oder es fehlt die Gleichartigkeit zwischen der Kirche einerseits und einer politischen Partei oder kulturellen Gruppe andererseits. Unter diesen Umständen muss man Sorge tragen, dass jede Mehrdeutigkeit hinsichtlich des Wesens und Zieles des Dialogs und des Willens zur Zusammenarbeit vermieden wird.

4. Nur dann soll man ein Gespräch aufnehmen, wenn die Umstände, z. B. Zeit und Ort, dem Wesen eines echten Dialogs Rechnung tragen. Deshalb muss eine allzu große Publizität und das Auftreten von Leuten, die nicht entsprechend vorgebildet sind, vermieden werden. Sonst könnte ein ruhiges Gespräch gestört werden und zu einem Streit oder einer Volksversammlung ausarten. Im allgemeinen nehmen Gespräche einer kleinen Zahl von fachkundigen Personen einen besseren Verlauf. Gelegentlich müssen Bestimmungen und Regeln des Gesprächs vorher festgelegt werden; schließlich muss ein Gespräch abgebrochen werden, wenn es offenkundig nur noch Instrument einer Seite ist.

5. Ebenso ist es zur Vermeidung von Missverständnissen und Anstoß gelegentlich nötig, vorher eine Erklärung abzugeben, die Sinn, Ziel und Gegenstand des Dialogs festlegt.

6. Priester müssen die Zustimmung ihres Bischofs und des am Ort des Dialogs zuständigen Bischofs einholen; alle Christen (katholische Laien) sollen den Vorschriften der kirchlichen Autorität gehorchen. Diese möge aber gewissenhaft die rechtmäßige Freiheit achten, die den Laien in zeitlichen Dingen zusteht, und ebenso deren Lebensverhältnisse berücksichtigen.

Außer dem mündlichen Dialog gibt es auch den schriftlichen, der zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden in gegenseitiger Zusammenarbeit in Zeitungen, Zeitschriften und anderen Schriften stattfinden kann.

Diese Art des öffentlichen Gesprächs erfordert größte Sorgfalt wegen der Bedeutung und der weiteren Verbreitung des geschriebenen Wortes und daher auch wegen der größeren Gewissensverpflichtung der beteiligten Glaubenden. Anderseits lassen sich hier die Gefahren mangelnden Wissens und der Übereilung leichter vermeiden. Es ist ratsam, dass alle an einem solchen Dialog beteiligten Christen ihr Manuskript zuerst Fachleuten vorlegen. Im übrigen müssen alle Glaubenden die diesbezüglich bestehenden oder noch zu erwartenden kirchenrechtlichen Bestimmungen gewissenhaft beachten.

Rom, den 28. August 1968

Franz Kardinal König
Präsident
Vincenzo Miano

Sekretär

Anmerkungen

  1. Gaudium et spes, 43,3; 76,1; 92,2; Gravissimum educationis, 6,2; cfr. auch Enzyklika Populorum progressio, n. 39.
  2. AAS X (1964) 644; cf. auch Gaudium et spes, n.6.
  3. vgl. Apostolicam actuositatem, n. 7.
  4. Gaudium et spes, n. 92.
  5. Ecclesiam suam, n. 46.
  6. Dignitatis humanae, n. 3.
  7. Gaudium et spes, n. 92.
  8. Gaudium et spes, n. 19.
  9. "Mit Rücksicht auf die unabsehbare Differenzierung der Verhältnisse und Kulturen in der Welt hat diese konziliare Erklärung in vielen Teilen einen ganz allgemeinen Charakter; ja, obwohl sie eine Lehre vorträgt, die in der Kirche schon anerkannt ist, wird sie noch zu vervollkommnen und zu ergänzen sein, da oft von Dingen die Rede ist, die einer ständigen Entwicklung unterworfen sind" (Gaudium et Spes, n. 91, 2).
  10. Gaudium et spes, n. 36 et 59.
  11. Gaudium et spes, n. 57.
  12. Dignitatis humanae, n. 1 et 3.
  13. Pacem in terris, n. 160; Ecclesiam suam, n. 58.
  14. Mater et magistra, n. 252.
  15. Optatam totius, n. 15.
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