Dominus qui dixit

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Apostolischer Brief (wesentlicher Auszug)
Dominus qui dixit

von Papst
Johannes IV.
an Kaiser Konstantin III.
Die Bedeutung der Worte des Honorius über die zwei Willen: Verteidigung für Papst Honorius

Frühjahr 641

(Quelle: DH 496-498; Es handelt sich um eine Rückübersetzung aus dem Griechischen; das lateinische Original ist verloren. Ausg.: PL 80,603B–606B; 129,562C–565C (= Anastasius Bibliothecarius, Collectanea ad Iohannem diaconum) / MaC 10,683B–685E / HaC 3,611A–613C. – Reg.: ClPL 1729; JR 2042).

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


DH 496: Patriarch Sergius ehrwürdigen Angedenkens hat den genannten Bischof von Rom [Honorius] heiligen Angedenkens davon benachrichtigt, dass manche zwei entgegengesetzte Willen in unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus behaupteten; nachdem der genannte Papst dies erfahren hatte, schrieb er ihm zurück, dass unser Erlöser, so wie er eine einzige Einheit bilde, so auch auf wunderbare Weise über jegliche Menschenart hinaus empfangen und geboren worden sei. Auch aufgrund seines heiligen Heilshandelns im Fleische lehrte er, dass unser Erlöser, so wie er vollkommener Gott sei, so auch vollkommener Mensch sei, um, ohne irgendeine Sünde geboren, den edlen Urzustand des ersten Ebenbildes, den der erste Mensch durch die Übertretung verloren hat, wiederherzustellen. Er wurde also als zweiter Adam geboren, der keine Sünde hatte durch die Geburt oder den Umgang mit den Menschen; denn das in der Ähnlichkeit mit dem Fleisch der Sünde Fleisch gewordene Wort nahm all das Unsrige an, ohne irgendeine aus der Vererbung der Übertretung entstandene Sündenschuld zu tragen. ...

Also ist der eine und alleinige Mittler ohne Sünde zwischen Gott und den Menschen der Mensch Christus Jesus (vgl. 1 Tim 2,5 EU), der inmitten der Toten frei empfangen und geboren wurde. Er hatte also im Heilshandeln seines heiligen Fleisches niemals zwei entgegengesetzte Willen, noch stand der Wille seines Fleisches im Widerspruch mit dem Willen seines Geistes. ...

Da wir also wissen, dass in ihm, als er geboren wurde und (mit den Menschen) verkehrte, überhaupt keine Sünde war, erklären wir, wie es sich gehört, und bekennen wahrhaftig e i n e n Willen in der Menschheit seines heiligen Heilshandelns und verkünden nicht zwei entgegengesetzte (Willen) des Geistes und des Fleisches wie in einem bloßen Menschen, so wie das offenbar einige Häretiker daher phantasieren.

DH 497: Auf diese Weise also hat ... (Papst Honorius 497 dem Sergius) offensichtlich geschrieben, dass in unserem Erlöser zwei entgegengesetzte Willen, d.h. in seinen Gliedern (vgl. {{B|Röm|7|23]), überhaupt nicht vorhanden sind, da er ja aus der Übertretung des ersten Menschen keinerlei Schaden auf sich zog. ...

Damit jedoch kein Unverständiger [Honorius] irgendwann tadle, weshalb er offensichtlich nur von der menschlichen Natur und nicht auch von der göttlichen Natur spreche, ... so muß, wer darüber streitet, wissen, dass die Antwort ja auf eben die Anfrage des schon erwähnten Patriarchen erfolgte. Auch sonst pflegt dies zu geschehen, dass nämlich dort, wo die Wunde ist, medizinische Hilfe geleistet wird. Denn auch der selige Apostel hat dies offensichtlich oft getan, wenn er sich auf die Gewohnheit der Zuhörer einstellte; einmal nämlich, wenn er von der höchsten Natur spricht, schweigt er von der menschlichen völlig; ein andermal aber, wenn er vom menschlichen Heilshandeln redet, berührt er das Geheimnis seiner Göttlichkeit nicht. ...

DH 498: Mein vorher genannter Vorgänger also sagte in seiner Lehre über das Geheimnis der Menschwerdung Christi, es seien in ihm nicht, wie in uns Sündern, entgegengesetzte Willen des Geistes und des Fleisches gewesen. Dies haben einige zu ihrer eigenen Auffassung verdreht und vermutet, er habe e i n e n Willen seiner Gottheit und Menschheit gelehrt, was der Wahrheit ganz und gar entgegengesetzt ist.

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