30-jähriger Krieg

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Der 30-jährige Krieg gilt mit Recht als eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Als Religionskrieg begonnen, wurde er bald ein barbarisches Abschlachten im Namen, nicht Gottes, sondern der Macht. Was wohl am schlimmsten wog, war einerseits der gigantische Menschenverlust des Reiches (1610: rund 20 Millionen Einwohner, 1650: rund 7,5 Millionen!), andererseits das dauerhafte und tiefe Misstrauen zwischen den Konfessionen, welches erst seit dem 20. Jahrhundert langsam wieder abgebaut werden kann und Deutschland in zwei Teile zerriss. Der preußische Kulturkampf des 19. Jahrhunderts ist ein gutes Beispiel dafür. Gleichzeitig blieb das alte Reich durch den Westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück ein neutralisiertes, von ausländischen Mächten oft als Spielball benutztes, Land.

Kriegsverlauf

Ausgangspunkt für den Konflikt war der zweite Prager Fenstersturz im Jahr 1618. Damit begann der erste Abschnitt des Krieges, der böhmisch-pfälzische Krieg. Dieser endete bereits mit der Schlacht am Weißen Berg im Jahr 1620. Die kaiserlich-katholischen Truppen besiegten dabei die protestantischen vernichtend. Im Jahr darauf musste sich die Protestantische Union auflösen.

Da aber nun in den folgenden Jahren die Sache der Protestanten überhaupt in Gefahr geriet, griff Dänemark auf deren Seite in den Krieg ein. 1623 begann die zweite Phase des Krieges, der dänisch-niedersächsische Krieg. Mit dem Vertrag von Lübeck wurde dieser 1629 beendet. Fast das gesamte protestantische Deutschland war besetzt. Im gleichen Jahr wurde das Restitutionsedikt Kaiser Ferdinands II. erlassen. Dieses sah vor, alle der katholischen Kirche entwendeten Besitzungen zurückzugeben. Dies hätte die Vernichtung des Protestantismus bedeutet.

Durch diese beiden Vorgänge wurde nun das protestantische Schweden, unter ihrem König Gustav II. Adolf, zum Kriegseintritt bewogen. Es begann 1630 der schwedische Krieg, und damit die dritte Phase des Ringens. Dieser endete 1635 mit dem Prager Frieden, nachdem Gustav Adolf in der Schlacht von Lützen sein Leben verlor.

Doch nun begann das katholische (!) Frankreich, dessen König sich selbst als "allerchristlichster König" titulierte, einen Angriffskrieg auf das HRR. Zusammen mit Schweden brach es die vierte Phase des Krieges, den schwedisch-französischen Krieg noch im Jahr des Friedensschlusses, vom Zaun. Maßgeblich für diese Entscheidung war die "Rheinpolitik" Frankreichs, aber auch die latente Rivalität zwischen den Habsburgern und Frankreich.

Erst im Jahr 1648 endeten durch den Westfälischen Frieden von Münster (mit Frankreich) und Osnabrück (mit Schweden) das Blutvergießen. Frankreich und Schweden wurden "Garantiemächte" des HRR.

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