Edmond Farhat

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Edmond Y. Farhat (Dr. theol.; * 20. Mai 1933 in Ain Kfaa, Libanon; † 17. Dezember 2016 in Rom) war Diplomat des Heiligen Stuhls und Apostolischer Nuntius in Österreich von 2005 bis 2009.[1]

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Edmond Farhat wurde in der maronitisch-katholischen Eparchie Dschubail im Libanon geboren. Er studierte Philosophie, Theologie und kanonisches Recht, promovierte über die Qumran-Schriften und wurde am 28. März 1959 vom damaligen maronitischen Patriarchen von Antiochien Pierre-Paul Méouchi in Paris zum Priester geweiht. In den Jahren 1961 - 1967 war er Mitarbeiter der Glaubenskongregation und von 1967 - 1989 Mitarbeiter und Untersekretär des Generalsekretariats der Bischofssynode in Rom. Ab 1962 war er Leiter der arabischen Abteilung von Radio Vatikan. In den Jahren 1971 - 1990 lehrte er als Professor für arabische Literatur und Islamisches Recht an der Staatlichen Universität von Sassari in Italien. Im Jahr 1984 diente er als Untersekretär der Bischofsynode.

Erzbischof

Am 26. August 1989 wurde Farhat von Papst Johannes Paul II. in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls berufen und zum Titularerzbischof von Dschubail (seiner Heimatstadt Biblos) ernannt. Er empfing die Bischofsweihe am 20. Oktober 1989 durch den Hauptkonsekrator Papst Johannes Paul II. und den erzbischöflichen Mitkonsekratoren Edward Idris Cassidy und Francesco Colasuonno. Von 1989 - 1995 diente er als Apostolischer Nuntius in Algerien, Tunesien und als Apostolische Delegat in Libyen. Anschließend war er bis 2001 Apostolischer Nuntius in Slowenien und Mazedonien und von 2001 bis 2005 Apostolischer Nuntius in der Türkei und in Turkmenistan.

Zuletzt war er vom 26. Juli 2005 bis 14. Januar 2009 Apostolischer Nuntiius in Österreich. Auch nach seiner Emeritierung war Farhat noch wissenschaftlich und schriftstellerisch tätig. Er verfasste mehrere Bücher in Italienisch, Französisch, Deutsch und Arabisch über die Entwicklung der Bischofssynoden von 1967 bis 1989, den Nahen Osten und den Vatikan. Sein 2015 auf Arabisch erschienener Vatikan-Führer wurde zu einem Bestseller.

Er sprach die Sprachen Arabisch, Englisch, Französisch, Italenisch und Deutsch. Er feierte bis zuletzt noch täglich die Eucharistiefeier in der der Kirche Sant’Anna im Vatikan. Nach längerer Krankheit verstarb er in Rom. Das Requiem fand am 19. Dezember 2016 im Petersdom unter der Leitung von Kardinal Angelo Comastri statt.

Wirken

Als Apostolischer Nuntius in Österreich leitete Fahrat die Bischofsernennungen der Weihbischöfe Anton Leichtfried (St. Pölten), Franz Scharl und Stephan Turnovszky (Wien) vor. Farhat zeigte reges Interesse für ökumenische Fragen. In seine Amtszeit fiel u.a. der Besuch von Papst Benedikt XVI. 2007 sowie die Rangerhöhung der Philophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz. Das Stift Heiligenkreuz bezeichnet den Vatikan-Diplomaten in einem Nachruf als "treuen Freund unseres Klosters" und würdigt seine "orientalische Mentalität".

Farhat hat sich im Nahen Osten wie in der Türkei immer wieder vehement für den Schutz der christlichen Minderheiten und die Religionsfreiheit eingesetzt, die die Freiheit einschließt, die Religion zu wechseln. Im geistigen Vakuum des Westens und dem Schwinden des christlichen Glaubens in Europa sah er die Hauptgefahr in der Auseinandersetzung mit dem Islam, in einer klaren christlichen Identität die Voraussetzung für einen Dialog auf Augenhöhe.[2]

Deutsches Werk

Weblinks

Anmerkungen

  1. Früherer Nuntius Farhat gestorben Kath.net am 19. Dezember 2016
  2. Ein Leben für den Logos und die Wahrheit: Nachruf auf Erzbischof Edmond Farhat Catholic News Agency (CNA) am 18. December 2016 Von Martin Rothweiler.