Elisabeth Catez

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»Elisabeth von der Hl. Dreifaltigkeit«

Elisabeth Catez (*18. Juli 1880 in Camp d'Avor, Bourges, Frankreich; † 9. November 1906 in Dijon) »Elisabeth von der Hl. Dreifaltigkeit«, die auch Elisabeth von Dijon genannt wird, war eine Karmelitin und Mystikerin aus Frankreich. Sie ist eine Selige. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 8. November.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Elisabeth Catez wurde in Frankreich als Tochter des Offiziers Joseph Catez und der Mutter Marie Rolland geboren, der sehr früh starb und seine Frau mit zwei Töchtern, nämlich Elisabeth und Margarete, hinterließ. Sie wurde am 22. Juli 1880 getauft. Die erste heilige Beichte bewirkte in Elisabeth das, was sie später ihre «Bekehrung» nannte, nämlich eine Aufrüttelung, «die - wie sie selbst in ihren «Souvenirs» berichtet - geradezu ein Wachwerden für göttliche Dinge hervorrief.» Elisabeth war ein sehr begabter, vor allem auch musisch begabter junger Mensch - von ihrem 14. bis 19. Lebensjahr verfasste sie eine Reihe von Gedichten -, sie war aber auch ein Mensch mit einem sehr sensiblen, aufbrausenden Temperament. Trotz aller Aufgeschlossenheit für alles Schöne und trotz ihres Einsatzes für apostolische und caritative Werke zog der Karmel sie unwiderstehlich an.

Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend in der Nähe des Karmels von Dijon. Sie machte dort regelmäßig Besuch bei der vorbildlichen Priorin und holte sich bei ihr Ratschläge für den Fortschritt im geistlichen Leben. Im Verlauf von Einkehrtagen im Januar 1899 wurden ihr erste mystische Gnaden zuteil.

Am 26. März 1899 erhielt Elisabeth von ihrer Mutter die grundsätzliche Einwilligung zum Eintritt in den Karmel, der ihr zwei Jahre vorher noch verwehrt worden war. Im Februar 1900 kam es zur entscheidenden Begegnung Elisabeths mit dem hervorragenden Dominikaner P. G. Vallée, der ihr ihre Gnadenerfahrungen deutete und ihr die Einwohnung der heiligsten Dreifaltigkeit in der Seele erklärte.

Am 2. August 1901 erfolgte Elisabeths Eintritt in den Karmel von Dijon unter der ausgezeichneten Priorin Sr. Germaine von Jesus, die bis zum Tod Elisabeths deren Vorgesetzte blieb. Elisabeth bekam den Ordensnamen »Elisabeth von der Hl. Dreifaltigkeit«. Sie legte sie am 11. Januar 1903 die Gelübde ab. Das ganze Programm ihres inneren spirituellen Wachsens und Reifens sah sie nun in der Verwirklichung ihres Ordensnamens: Haus Gottes, bewohnt von der Hl. Dreifaltigkeit. Zu Beginn der Fastenzeit 1906, als Schwester Elisabeth nach der Mittagsrekreation gewohnheitsmäßig nach den Paulusbriefen griff, schlug sie - scheinbar ganz zufällig - die Stelle im Philipperbrief 3,10 auf: »Ihn möchte ich erkennen, in der Kraft seiner Auferstehung wie in der Gemeinschaft mit seinem Leiden, und ihm will ich im Tode ähnlich werden.« 

Das sollte nun an ihr in auffallender Weise in Erfüllung gehen: Es traten an ihr Symptome einer schweren Magenerkrankung auf; sie wurde bettlägrig. Am Palmsonntag 1906 verschlechterte sich der Zustand von Schwester Elisabeth plötzlich ganz stark durch einen Blutsturz. In einem Brief vom Mai 1906 schrieb sie: »Am Abend des Palmsonntags habe ich eine sehr starke Krise gehabt und geglaubt, die Stunde sei endlich gekommen, in der ich mich in die unendlichen Regionen aufschwingen würde, um jene Hl. Dreifaltigkeit schleierlos zu betrachten, die schon hier auf Erden in mir Wohnung genommen hat. In der Stille und dem Schweigen der Nacht empfing ich die Krankensalbung und den Besuch meines Herrn .... « 

Die letzten Monate dieser ihrem ganzen Wesen nach trinitarischen Seele waren dann bis zum Tag ihres Heimgangs, dem 9. November 1906, Tag für Tag ganz erfüllt vom Gedanken an den Gekreuzigten, mit dem zusammen im Leiden sie zum »Lob der Herrlichkeit der Hl. Dreifaltigkeit« eine kleine Hostie sein wollte.

In diesem Namen »Lob der Herrlichkeit der Hl. Dreifaltigkeit«, den sich Sr. Elisabeth von Dijon in den letzten Wochen ihres Erdenlebens zugelegt hatte, und in der Art, wie sie diesen Namen als Lebensaufgabe auffaßte und verwirklichte, spiegeln sich »die Fundamentalgedanken ihres innerlichen Lebens und alle großen Hauptanliegen ihrer Geistigkeit wider: Schweigen, absolute Selbstentäußerung, Liebe zum dreifaltigen Gott, radikale Ergebung in den göttlichen Willen, sowie immer brennender erstrebtes Einswerden mit der Seele des gekreuzigten Heilands«, dem sie im Leiden und Sterben ähnlich geworden war.

»Elisabeth von der Hl. Dreifaltigkeit« (Nomen est omen)

In einem Brief von Ende September 1903 schrieb sie: »Mein ganzes Bemühen besteht darin, in mein Inneres einzugehen und mich in jene Drei zu verlieren, die dort sind !« Immer tiefer erfaßte sie das Geheimnis der Einwohnung des dreifaltigen Gottes in ihrer mehr und mehr von mystischen Gnaden ergriffenen Seele. Ein besonderer Beweis dafür ist ihr ergreifendes »Gebet an die Hl. Dreifaltigkeit«, das sie am 21. November 1904 in einem Zug, ohne die geringste Korrektur, von Gottes Gnade angetrieben, niederschrieb. An diesem Gebet lassen sich alle wesentlichen und charakteristischen Züge der Seele dieser begnadeten Karmelitin, die in knappen fünf Jahren des Ordenslebens zur Heiligkeit heranreifte, ablesen: ihre Ergriffenheit vom Mysterium der Hl. Dreifaltigkeit, ihr Gebetsleben, das fast ausschließlich in der Anbetung des dreifaltigen Gottes bestand, ihre leidenschaftliche und zarte Liebe zu Christus, dem durch den Hl. Geist fleischgewordenen ewigen Wort des Vaters; dann ihr unwiderstehlicher Aufschwung zu den Dreien, die in ihrer Seele Wohnung genommen hatten; ihre Seligkeit darüber, daß diese Drei in ihr anwesend sind und von ihr angebetet werden wollen. Dieses Gebet („Elevation à la Trinity“, das sie am Abend des 21. November 1904 schrieb) lautet so:

«O mein Gott, Dreifaltiger, den ich anbete. Hilf mir, mich ganz zu vergessen, um mich in Dir niederzulassen, unbewegt und friedvoll, als weilte meine Seele schon in der Ewigkeit. Gib, dass doch nichts meinen Frieden stören könne oder mich aus Dir heraustreten lasse, o mein Unveränderlicher, sondern dass jede Minute mich tiefer hineintrage in den Abgrund Deines Geheimnisses.

Gib meiner Seele den Frieden, mache aus ihr einen Himmel, Deine geliebte Wohnung und den Ort Deiner Ruhe; möge ich Dich dort nie allein lassen, sondern ganz und gar dort sein, ganz wach in meinem Glauben, ganz Anbetung, ganz Deiner schöpferischen Tätigkeit hingegeben.

O mein geliebter, aus Liebe gekreuzigter Heiland! Ich möchte eine Braut Deines Herzens sein; ich möchte Dir ein Übermass an Verherrlichung bereiten; ich möchte Dich lieben ... bis ich aus Liebe sterbe! ... Aber ich fühle mein Unvermögen und bitte Dich deshalb, mich mit Dir zu bekleiden, meine Seele eins zu machen mit allen Bewegungen der Deinen, mich zu überfluten, mich ganz zu verdrängen, Dich an Stelle meines Ich zu setzen, damit mein Leben nur mehr eine Ausstrahlung Deines Lebens sei. Komm in mich als Anbeter, als Wiedergutmacher und als Erlöser.

O ewiges Wort, Wort meines Gottes, ich will mein Leben damit zubringen, Dir zu lauschen. Ich will mich ganz gelehrig machen, um alles von Dir zu lernen; und dann, durch alle Nächte, alle Leere, alles Unvermögen hindurch will ich immerdar auf Dich schauen und unter Deinem grossen Lichte bleiben.

O mein geliebtes Gestirn! Banne mich in Deinen Strahlenkreis, damit ich mich nie daraus entfernen könne!

O verzehrendes Feuer, Geist der Liebe! Komm in mich hinab, damit sich in meiner Seele gleichsam eine Menschwerdung des Wortes vollziehe, auf dass ich eine Ausweitung Seiner Menschheit für Ihn werde, in der Er Sein Geheimnis voll erneuert!

Und Du, o Vater, neige Dich über Dein armes, kleines Geschöpf, überschatte es; sieh in ihm nur den Vielgeliebten, an dem Du Dein Wohlgefallen hast!

O meine Drei, mein Alles, meine Seligkeit, unendliche Einsamkeit, Unermesslichkeit, in der ich mich verliere! Euch liefere ich mich als Beute aus; begrabt Euch in mir, damit ich mich in Euch begrabe, wartend, bis ich dahingehe, um in Eurem Lichte den Abgrund Eurer Herrlichkeit zu schauen!»

Selig- und Heiligsprechung

Papst Johannes Paul II. sprach Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit am 25. November 1984 selig. Er charakterisierte sie folgendermaßen:

»Fast eine Zeitgenossin der hl. Theresia vom Kinde Jesus, machte Elisabeth von der Hl. Dreifaltigkeit eine tiefe Erfahrung von Gottes Gegenwart, eine Erfahrung, die sie in den wenigen Jahren ihres Lebens im Karmel auf eindrucksvolle Weise zur Reife gelangen ließ. Wir grüßen in ihr eine mit natürlichen Gaben reich ausgestattete junge Frau; sie war intelligent und sensibel, eine anerkannte Pianistin, geschätzt bei ihren Freunden und Freundinnen, zartfühlend in der Zuneigung zu ihren Angehörigen. Und als sie sich in der Stille des kontemplativen Lebens entfaltete, strahlte sie das Glück völliger Selbsthingabe aus; vorbehaltlos nahm sie Gottes Geschenk, die Gnade der Taufe und der Versöhnung an; sie empfand auf wunderbare Weise die eucharistische Gegenwart Christi; in einem außergewöhnlichen Maß wurde sie sich der Gemeinschaft bewußt, die jedem Geschöpf vom Herrn angeboten wird.
Wir wollen heute der Welt diese Klausurnonne vorstellen, die ein Leben führte, das >mit Christus in Gott verborgen< (Kol 3,3) war, denn sie ist eine strahlende Zeugin der Freude darüber, in der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet zu sein (vgl. Eph 3,17). Sie pries die Herrlichkeit Gottes, weil sie wußte, dass in ihrem eigenen Innern die Gegenwart des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes wohnt, in der sie die Wirklichkeit der unendlich lebendigen Liebe erkannte. Elisabeth hat auch das körperliche und moralische Leiden kennengelernt: Vereint mit dem gekreuzigten Christus hat sie sich völlig hingegeben und so in ihrem Erdenleben das Leiden des Herrn ergänzt (vgl. Kol 1,24) in der steten Gewissheit, geliebt zu werden und lieben zu können. Im Frieden des Herzens brachte sie das Geschenk ihres verwundeten Lebens dar. Unserer verunsicherten Menschheit, die scheinbar Gott nicht mehr oder nur mehr entstellt findet und auf der Suche nach einem Wort ist, auf das sie ihre Hoffnung gründen kann, vermittelt Elisabeth von der Hl. Dreifaltigkeit das Zeugnis eines vollkommenen Offenseins für das Wort Gottes, das sie in einem solchen Maß geistig in sich aufnahm, daß sie darin alle Gründe fand, für das Lob der Herrlichkeit des dreifaltigen Gottes zu leben und sich ihm zu weihen. Und diese Nonne, die weit davon entfernt war, sich abzuschließen, hat es verstanden, ihren Mitschwestern und ihren Nächsten den Reichtum ihrer mystischen Erfahrung mitzuteilen. Ihre Botschaft breitet sich heute mit prophetischer Kraft aus. Wir rufen sie, die Schülerin der hl. Theresia vom Kinde Jesus und des hl. Johannes vom Kreuz, die die ganze Familie des Karmel inspiriert und trägt, an, sie möge vielen Männern und Frauen im Laienstand oder gottgeweihten Stand helfen, >die Wogen der unendlichen Liebe<, die sie >an der Quelle des Lebens< empfing, ebenfalls zu empfangen und daran teilzuhaben.« 

Elisabeth von der Hl. Dreifaltigkeit wird am 16. Oktober 2016 von Papst Franziskus auf dem Petersplatz heiliggesprochen.

Werke

  • Germaine von Jesus (Hg.): «Souvenirs» Dijon 1916; dt.: Schwester Elisabeth von der Dreifaltigkeit. Unbeschuhte Karmelitin im Karmel von Dijon 1880 - 1906, Verlag Butzon & Bercker Kevelaer 1952 (334 Seiten).
  • P.-M. Philippon OP: "Die Herrlichkeit des Ewigen. Die geistige Lehre Schwester Elisabeths von der hl. Dreifaltigkeit. Wien 1966 (3. Auflage): dt. Übersetzung von "La doctrine spirituelle de Sr. Elisabeth de La Triníté". Es enthält Elisabeths: «Letzte Ratschläge für das innerliche Leben», «Der Himmel auf Erden» (Betrachtungen), «Die letzten Einkehrtage» (Betrachtungen), «Gebet zur heiligsten Dreifaltigkeit» (Briefe).
  • Elisabeth von Dijon. Der Himmel im Glauben. Eine Auswahl aus ihren Schriften, übersetzt von Hans Urs von Balthasar u.a. ausgewählt und eingeleitet von Susanne Greiner. Johannes Verlag Einsiedeln Freiburg 2009 (107 Seiten; 3. Auflage).
  • Quellen lebendigen Wassers: christliche Mystik im Karmel[1]
  • Von Dir umfangen: Gedanken aus den Schriften von Elisabeth von der Dreifaltigkeit
  • Bruder Lorenz von der Auferstehung: Gesammelte Werke
  • Ich will Gott ausstrahlen: Das Leben des P. Jacques. (Ein Karmelit in Mauthausen-Gusen)

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. im Klosterladen des Karmel "Maria vom Frieden", Köln
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