Empfängnisverhütung

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Als (künstliche) Empfängnisverhütung werden Mittel und Techniken bezeichnen die darauf abzielen die Empfängnis zu verhindern (zu verhüten).

Inhaltsverzeichnis

Arten der Empfängnisverhütung

Eine Empfängnis kann auf verschiedene Weise vermieden werden:

  • durch sexuelle Enthaltsamkeit, den Verzicht auf Geschlechtsverkehr;
  • durch mechanische Mittel, die die Vereinigung von Samen- und Eizelle verhindern, wie das Kondom beim Mann und Scheidenpessar oder Portiokappe bei der Frau;
  • durch hormonelle Methoden, die den Zyklus der Frau verändern und verhindern, dass eine befruchtungsfähige Eizelle heranreift; hormonelle Wirkstoffe werden als Pille eingenommen oder in Form einer Spritze oder eines Implantats verabreicht. Nidationshemmer ("Pille danach"), die die Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutter verhindern, sind keine Empfängnisverhütung, sondern können als Abtreibung im frühesten Stadium angesehen werden;
  • durch chemische Methoden, indem eine Substanz in die Scheide eingeführt wird, die die Spermien befruchtungsunfähig macht.

Auch Sterilisation verhindert eine Empfängnis.

Ethische Betrachtung

Gott schuf den menschlichen Leib, zu dessen herausragenden Fähigkeiten es gehört, Leben weiterzugeben, sich fortzupflanzen und Kinder zu zeugen und zu empfangen. In der Schöpfungserzählung der Bibel heißt es über Adam und Eva:

"Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch" (Gen 1,28 EU).

Das Zweite Vatikanische Konzil bekräftigte die Hinordnung der ehelichen Liebe auf die Fruchtbarkeit in seiner Pastoralkonstitution Gaudium et spes:

"Durch ihre natürliche Eigenart sind die Ehe als Institutionen und die eheliche Liebe auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet und finden darin gleichsam ihre Krönung." (GS 48,1)

Eheliche Fruchtbarkeit abzulehnen und dazu in die natürlichen Funktionen des Leibes einzugreifen kann als Ablehung des göttlichen Segens verstanden werden; der menschliche Wille wird über den göttlichen Willen gestellt.

"Natürliche Empfängnisregelung"

Als erlaubtes Mittel der Familienplanung kann die sogenannte Natürliche Empfängnisregelung (NER) durch zeitweise sexuelle Enthaltsamkeit gelten. Sie bedient sich der weiblichen Selbstbeobachtung zur Ermittlung der unfruchtbaren Perioden im Zyklus der Frau und beschränkt den Geschlechtsverkehr auf diese Perioden. Zwischen solcher Empfängnigsregelung und Empfängisverhütung besteht ein ethischer Unterschied, denn erstere verhindert nicht die natürlichen Prozesse, nämlich die Fruchtbarkeit, sondern bedient sich des natürlichen weiblichen Zyklus' (vgl. HV 16, KKK-2370). Unethisch ist die Natürliche Empfängnisregelung jedoch, wenn die Geburtenregelung aus egoistischen Gründen erfolgt.

Die Methoden der natürlichen Empfängnisregelung wurden entwickelt, um die eheliche Fruchtbarkeit durch Ausnützen der für eine Empfängnis besonders günstigen Tage zu verbessern.

Eine ständige sexuelle Enthaltsamkeit widerspricht dem Sinn der christlichen Ehe. Sie wird von der Kirche toleriert, wenn sie aus religiösen Gründen und mit dem beiderseitigen Einverständnis der Ehepartner vereinbart wird ("Josefsehe").

Kirchliche Stellungnahmen

Das Ausnutzen der natürlichen Perioden der Empfängnisunfähigkeit der Frau, durch den der Vollzug des natürlichen Geschlechtsaktes und seine weiteren natürlichen Folgen nicht berhindert oder vereitelt werden, ist unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Papst Pius XII. nennt als zu akzeptierende Beweggründe medizinische, eugenische, wirtschaftliche und sozialen "Indikationen", bei deren Vorliegen auch eine länger dauernde Ausnutzung der empfängnisunfühigen Zeiten sittlich erlaubt sein kann. Wenn solche "persönlichen oder aus den äußeren Verhältnissen sich herleitenden gewichtigen Gründe nicht vorliegen, so kann der Wille der Gatten, gewohnheitsmäßig der Fruchtbarkeit ihrer Vereinigung aus dem Weg zu gehen, während sie fortfahren, die volle Befriedigung ihres Naturtriebes in Anspruch zu nehmen, nur von einer falschen Wertung des Lebens und von Beweggründen kommen, die außerhalb der richtigen ethischen Maßstäbe liegen."[1]

Johannes XXII. hebt 1961 den Unterschied der pflanzlichen und tierischen zur menschlichen Fortpflanzung hervor: "Weil die Weitergabe des menschlichen Lebens einem personalen und bewussten Tun anvertraut ist, untersteht sie als solche den heiligen, unerschütterlichen und unantastbaren Gesetzen Gottes, die von allen anerkannt und beobachtet werden müssen. Deshalb darf man hier keine Mittel und Methoden anwenden, die bei der pflanzlichen und tierischen Fortpflanzung erlaubt sind. Das menschliche Leben muss jedem als heilig gelten, da es von seinem Ursprung an die Mitwirkung und Schöpferkraft Gottes erfordert. Wer von diesen göttlichen Gesetzen abweicht, beleidigt daher nicht nur die Majestät Gottes, sondern entwürdigt sich selbst und das Menschengeschlecht und schwächt die innere Lebenskraft seines Volkes"[2]

Im Katechismus der katholischen Kirche heißt es in Nr, 2370, indem es das Apostolische Schreiben Familiaris consortio zitiert: „Während die geschlechtliche Vereinigung ihrer ganzen Natur nach ein vorbehaltloses gegenseitiges Sich-Schenken der Gatten zum Ausdruck bringt, wird sie durch die Empfängnisverhütung zu einer objektiv widersprüchlichen Gebärde, zu einem Sich-nicht-ganz-Schenken. So kommt zur aktiven Zurückweisung der Offenheit für das Leben auch eine Verfälschung der inneren Wahrheit ehelicher Liebe, die ja zur Hingabe in personaler Ganzheit berufen ist.“ Dieser anthropologische und moralische Unterschied zwischen der Empfängnisverhütung und der Zuflucht zu den natürlichen Fruchtbarkeitszyklen ist „mit zwei sich ausschließenden Vorstellungen von Person und menschlicher Sexualität verknüpft“ (FC, 32).

Die Österreichische Bischofskonferenz bringt in der Herbstvollversammlung 2007 klar zum Ausdruck, dass die Kirche "alle Methoden der Empfängnisverhütung" ablehnt, "besonders jene, die die Möglichkeit der Frühabtreibung einschließen (Nidationshemmer) oder die Gesundheit der Frau oder des Mannes beeinträchtigen können."[3]

Papst Benedikt XVI. spricht im Jahr 2008 von der Familie als einer für das "Leben offene Liebesgemeinschaft".

Lehramtliche Schreiben

Pius V.

Gregor XIV.

  • 31. Mai 1591 Bulle "Effraenatam perditissimorum" Der Schwangerschaftsabbruch und die Empfängnisverhütung.

Pius XI.

  • 31. Dezember 1930 Enzyklika Casti connubii über die christliche Ehe, in Hinsicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse, Bedrängnisse, Irrtümer und Verfehlungen in Familie und Gesellschaft, Nrn. 54, 56, 57.

Pius XII.

Paul VI.

Johannes Paul II.

  • Johannes Paul II. (hrsg. und eingel. Norbert und Renate Martin), Die menschliche Liebe im göttlichen Heilsplan. Katechesen 1979-1981, Vallendar-Schönstadt 1985 (PDF-Datei: 893 KB [1] ; ZIP-Datei: 751 KB);
  • Johannes Paul II. (hrsg. und eingel. Norbert und Renate Martin), Die Erlösung des Leibes und die Sakramentalität der Ehe. Katechesen 1981-1984, Vallendar-Schönstadt 1985 (PDF-Datei: 790 KB [2] ; ZIP-Datei: 660 KB);
  • Johannes Paul II. (hrsg. und eingel. Norbert und Renate Martin), Die Familie - Zukunft der Menschheit. Aussagen zu Ehe und Familie 1978-1984, Vallendar-Schönstadt 1985 (PDF-Datei: 1410 KB [3] ; ZIP-Datei: 1200 KB)
  • 25. April 1995 Rundschreiben Evangelium vitae an die Bischöfe, Priester und Diakone, die Ordensleute und Laien sowie an alle Menschen guten Willens über den Wert und die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens.

siehe: Natürliche Empfängnisregelung, Theologie des Leibes, Sterilisation

Weblinks

Anmerkungen

  1. 29. Oktober 1951 Ansprache an die katholische Vereinigung der Hebammen Italiens, Nr. 36.
  2. Johannes XXIII.: Enzyklika Mater et magistra anlässlich der 70-Jahrfeier der Enzyklika "Rerum novarum" über die Soziallehre der Kirche und die jüngsten Entwicklungen des gesellschaftlichen Lebens, Nr. 189, 193, 194.
  3. Österreichische Bischöfe loben Natürliche Empfängnisregelung Kath.net am 10. Mai 2008.
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