Erschaffung

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Der Schöpfer des Unsichtbaren und Sichtbarem am Anfang der Schöpfung
Ich bin der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega

Erschaffung bedeutet, hervorbringen aus dem Nichts und Wesenserwandlung des Hervorgebrachtem. Erschaffen ist das eigentümliche Tun Gottes. Deshalb wird er Schöpfer genannt. Dieses Tun kann kein Geschöpf vollbringen, wenn Gott nicht die Macht und den Auftrag dazu gibt.

Das hebräische Wort bará´ und das griechische Wort ktízo, die beide „schaffen“, „erschaffen“ bedeuten, werden in der Heilige Schrift sowohl im Sinne von "aus dem Nichts geschaffen" verwendet, als auch mit Bezug auf das schöpferische, mühelos ausgeführte Handeln Gottes, welches das Wesen verändert, gebraucht.

Inhaltsverzeichnis

Erschaffung am Anfang: Das Paradies

Sohnschaft.jpg

Gott bringt am Beginn etwas aus dem Nichts hervor. Es entsteht ein Wesen (an sich). In Gen 1 EU heißt es: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. d.h. das Unsichtbare und das Sichtbare. Das Sichtbare besteht aus: dem Firmament, dem Land und dem Meer, Pflanzen (incl. Bäume), Sonne, Mond, Sterne, Vögel, Fische, Tieren, und als krönenden Abschluss den Menschen.

Wesenserkennung: Name

Adam erkannte (bevor er sündigte) im Paradies, das Wesen des von Gott geschaffenen Sichtbaren und gab dem Erkannten einen Namen. Es heisst: "Gott, der Herr, formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte, so sollte es heißen." (vgl. Gen 2,19 EU).

Das Alte und Neue Testament der Heiligen Schrift, durchzieht die Aussage, dass Gott der Schöpfer und der Herrscher aller Dinge ist. Im Credo wird Gott als „Schöpfer des Himmels und der Erde“ (factorem coeli et terrae) bezeichnet.

Die Erschaffung (Wesensverwandlung) in der Mitte[1]: die Kirche

Und das WORT ist Fleisch geworden und hat unter uns gezeltet Joh 1,14 EU
Christus das Haupt und die Glieder seines Leibes (vgl. Kol 1, 18)

Das Neue Testament übernimmt die alttestamentarische Lehre von Gott dem Schöpfer, spricht jedoch zudem von der Menschwerdung Gottes in Christus. Im Prolog des Johannesevangeliums, einer Variation des Schöpfungsberichts aus der Genesis, wird der Logos mit Gott gleichgesetzt. Der Apostel Paulus schreibt über Jesus, den Mitschöpfer, im Kolosserbrief (Kol 1,15ff EU): folgende Worte: "Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen in den Himmeln und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Fürstentümer und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. Er ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand. Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang. Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen. Alles in den Himmeln und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut."

Wesensverwandlung: Neuer Name

Jesus Christus ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche. In diesen Mystischen Leib Christi wird der Mensch eingegliedert, wenn er an Christus und seine Sendung glaubt (das ist der Beitrag des Menschen). Diese Eingliederung der menschlichen Seele geschieht durch die Taufe. [2]Diese Zugehörigkeit zur Kirche ist nicht ein Beitritt zu einer gewöhnlichen Gemeinschaft, sondern er wird Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes (vgl. Eph 2,19 EU). Die Taufe ist ein Begräbnis des alten Menschen der Sünde und ein Auferwecktwerden vom ewigen seelischen Tod und zwar als Geschenk von Gott (vgl. Röm 5,12ff EU, Röm 6,4 EU). Dieses Auferwecktwerden in der Taufe, verwandelt den Menschen in eine Neue Schöpfung [3]. Er wird ein anderer. Er wird vergöttlicht. Er nimmt Anteil am Leben der Heiligsten Dreifaltigkeit. Einerseits gestaltet er sein Leben nach Christus und seinen Lebensvorstellungen, anderseits und in erster Linie, drückt ihm Gott ein unauslöschliches Merkmal auf. Da der Mensch nach der Taufe eine Neue Schöpfung ist, sein Wesen verwandelt wurde, erhält er einen Neuen Namen, einen Taufnamen. Er wird Gottes Sohn (vgl. Röm 9,26 EU).

Quantitative und substantielle Veränderung

In der Bibel gibt es verschiedene Wunder, die quantitativ (Akzidenz) sind, und andere, die das Wesen (Substanz) verändern.

Quantitative Vermehrung

Ein Wunder der Brotvermehrung findet sich im Alten Testament, als der Prophet Elischa mit "zwanzig Gerstenbroten, und frische Körner in einem Beutel," hundert Männer speist vgl. 2 Kön 4,42ff EU. Im Neuen Testament nährt Jesus durch "fünf Brote und zwei Fische " fünftausend Mann mit Frauen und Kinder und es bleiben noch zwölf Körbe voll übrig (vgl. Mt 14,13ff EU).

Verwandlung der Substanz

Bei der Hochzeit zu Kana (vgl. Joh 2,9 EU), verändert Jesus Wasser in Wein. Das Wasser, wird wesensverwandelt (die Substanz). Deshalb wird diesem "neuen Wasser" derjenige Name gegeben, in was das Wasser verwandelt wurde: nämlich in Wein.

Die Erschaffung (Wesensverwandlung) am Ende: Das Himmlische Jerusalem

Die substanzielle Veränderung des Wassers bei der Hochzeit zu Kana (vgl. Joh 2,9 EU) in Wein, ist gleichsam ein Hinweis der Ähnlichkeit, der Verwandlung des Weines im Abendmahlssaal in sein Heiligstes Blut (vgl. Lk 22,20 EU). Die Verwandlung des Brotes im Abendmahlssaal in den Heiligsten Leib Christi, ist ebenso eine Wesensverwandlung. Jesus sagt: "Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage" (vgl. Joh 6,54 EU).

Der Mensch besteht aus Seele und Leib (Fleisch), welche beim Tod getrennt werden. Die Wesensverwandlung der Taufe ist vor allem auf die Auferstehung der Seele hingeordnet, die der Eucharistie besonders auf die Auferstehung des Leibes. So wird der Mensch wieder ein "Ganzer" sein, jedoch nicht irdisch, sondern mit überirdischen Eigenschaften. Zwar wird der irdische Tod damit (vorerst) nicht aufgehoben, jedoch zu einem Durchgang, der vor dem Zweiten Tod rettet (vgl. Offb 2,11 EU).

Irenäus von Lyon sagt von der Eucharistie (gewandelter Wein und gewandeltes Brot): "Wenn unsere Leiber an der Eucharistie teilnehmen, dann sind wir nicht mehr verweslich[4], da sie die Hoffnung auf die Auferstehung für ewig haben" (Adv. haer. IV. 18, 5; vgl. V 2,2 f). Das Konzil von Trient sagt von der Eucharistie: "Er wollte überdies, dass es ein Unterpfand unserer künftigen Herrlichkeit und ewigen Seligkeit" sei. (vgl. 2. Kapitel)

Wesensverwandlung: Neuer Name

Der Getaufte, dessen Seele auferweckt wurde und einen Taufnamen erhalten hat, hofft noch auf die Auferstehung des Leibes [5] um ganz vollkommener und übernatürlicher Mensch sein zu können. Ist sein Leib am Jüngsten Tage auferstanden, erhält er wiederum einen neuen Namen: [6] Der Ordensmann, der so leben möchte, wie man nach der Auferstehung im Himmel lebt,[7] erhält im Hinblick auf diese andere Seinsart einen neuen Namen (Ordensnamen). Diese Auferstehung vollzieht sich nach dem Allgemeinen Gericht und bezieht sich nicht nur auf den Einzelmenschen, sonderrn die gesamte Schöpfung, die im Himmlischen Jerusalems vereint sein wird. In der Schrift heisst es daher: "Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache (schaffe) alles neu." [8]

Der Heilige Geist, bei der dreifachen Erschaffung

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A Im Schöpfungsbericht am Beginn der Bibel, wird der Heilige Geist, die dritte göttliche Person erwähnt, die erst im Neuen Testament klarer erfasst wird: Es heisst: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist [9] schwebte über den Wassern."

B In der "Mitte", erklärt der Erzengel Gabriel Maria, wie dies geschehe, dass sie eine Kind bekommen solle, ohne dass sie einen man erkenne. Er sagt: "Sei gegrüßt Maria, voll der Gnade ... Der Heilige Geist wird über Dich kommen und die Kraft des Höchsten wird Dich überschatten. [10]

C Am "Ende" wandelt (erschafft) Gott von neuem: Der Priester hält (gleichsam schwebend) bei der Heiligen Wandlung seine Hände (in persona Christi) über die Opfergaben und ruft den Heilige Geist [11] herab, indem er spricht: "... der GEIST heilige diese Gaben, damit sie werden Leib † und Blut unseres Herrn Jesus Christus ..." [12] [13]. Somit entscheidet der Priester, ob, wann und wo das übernatürliche Leben des Gottmenschen Jesus Christus im Mystischen Leib Christi, der Kirche, erschaffen wird. In ähnlicher Weise tut dies der Gläubige im allgemeinen Priestertum durch die Liebesgemeinschaft im Sakrament der Ehe, wenn dieser entscheidet: ob, wann und wo, Gott durch die natürliche Lebensweitergabe schafft (schaffen kann). Darum vergleicht der heilige Paulus in Eph 5,32 EU den Mystischen Leib Christi mit der Ehe. Papst Johannes Paul II. versucht diese Wirklichkeit in der Theologie des Leibes in Begriffe zu fassen und zu erklären.

siehe auch: Papst Benedikt XVI. Nachsyndodalen Apostolischen Schreiben Verbum Domini, Nr. 8f.

Weblinks

Anmerkungen

  1. vgl. Weish 18,14f EU: Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war,da sprang dein allmächtiges Wort vom Himmel, vom königlichen Thron ...; Nova-Vulgata: cursu medium; (Weish 7,17-18 EU): Er verlieh mir untrügliche Kenntnis der Dinge, sodass ich den Aufbau der Welt und das Wirken der Elemente verstehe, Anfang und Ende und Mitte der Zeiten, die Abfolge der Sonnenwenden und den Wandel der Jahreszeiten.
  2. Tagesgebet am Fest der Taufe des Herrn: Allmächtiger Gott, Dein einziger Sohn, vor aller Zeit aus Dir geboren, ist in unserem Fleisch sichtbar erschienen. Wie er uns gleich geworden ist in der menschlichen Gestalt, so werde unser Inneres neu geschaffen nach seinem Bild. Darum bitten wir...
  3. vgl. 2 Kor 5,17 EU: Si quis ergo in Christo, nova creatura [καινη κτισις]; vetera transierunt, ecce, facta sunt nova. Gal 6,15 EU
  4. Um diese Unverweslichkeit annähernd zu verstehen siehe auch Kategorie:Unverweste Heilige
  5. vgl. Credo: "Ich glaube an ... die Auferstehung des Fleisches (des Leibes)
  6. "Wer siegt, den werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen und er wird immer darin bleiben. Und ich werde auf ihn den Namen meines Gottes, des Neuen Jerusalems, das aus dem Himmel von meinem Gott herabkommt und ich werde auf ihn auch meinen Namen schreiben Offb 3,12 EU; Ich werde ihm einen weißen Stein geben. Auf dem Stein steht ein neuer Name, der nur der kennt, der ihn empfängt Offb 2,17 EU.
  7. unverheiratet wie die Engel: "Denn nach der Auferstehung werden die Menschen nicht mehr heiraten, sondern sein wie die Engel im Himmel.
  8. Nova Vulgata: "Ecce nova facio omnia"; griechisch: iδου καινα ποiω πανtα Offb 21,5 EU
  9. Gen 1,2 EU: Nova-Vulgata: spiritus DEI ferebatur super aquas; Septuaginta: πνευμα θεου
  10. Lk 1,28 EU und Lk 1,35 EU: Nova-Vulgata: Spiritus Sanctus superveniet in Te; griechisch: πνευμα άγιον
  11. ist die "personifizierte Liebe" Gott Vaters und Gott des Sohnes.
  12. Quaesumus igitur, Domine, ut idem Spiritus Sanctus haec munera sanctificare dignetur, ut Corpus et Sanguis fiant Domini nostri Jesu Christi.
  13. vgl. auch: Opferungsgebet der Heiligen Messe am 4. Adventssonntag: "Herr, unser Gott, wir legen die Gaben auf den Altar. Heilige sie durch deinen Geist, der mit seiner Kraft die Jungfrau Maria überschattet hat."