Erste Märtyrer der Stadt Rom

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Der Gedenktag der ersten Märtyrer der Stadt Rom, der am 30. Juni begangen wird, geht auf die Hinrichtung römischer Christen durch Kaiser Nero im Jahre 64 zurück. Der liturgische Gedenktag wurde 1923 erstmals in Rom begangen.

Geschichte

In den ersten Jahren der Kirche wurden die Christen in ihren kleinen Gemeinden belächelt und verspottet. Je mehr die Gemeinden wuchsen und christliches Gedankengut, das sich radikal von den heidnischen Religionen unterschied, bekannt wurde, wuchs auch der Widerstand gegen diese zunehmend staatsgefährdend erscheinende Religion. Der römische Kaiser Nero (54-68) leitete die große über 250 Jahre andauernde Christenverfolgung ein. Nach dem Brand von Rom im Juli 64 beschuldigte Nero die Christen, das Feuer gelegt zu haben. Er wollte wohl damit von den Gerüchten, er selbst habe das Feuer legen lassen, ablenken. Die Christen, die festgenommen wurden, gestanden zwar nicht die Brandstiftung, wohl aber ihren christlichen Glauben. Dieses Geständnis genügte für ein Todesurteil. Nero ließ die Christen nicht einfach hinrichten, sondern erdachte grausame Martern und Todesarten.

Ein Fest aller Märtyrer wurde erstmals 1923 in Rom begangen. Bei der Kalenderreform wurde dieser Gedenktag auf den 30. Juni, den Tag nach dem Fest der Apostelfürsten Petrus und Paulus, verlegt und auf die ganze Kirche ausgedehnt.

Der römische Geschichtsschreiber Tacitus, ein Heide, schreibt im 15. Buch seiner Annalen über diese Verfolgung, nach seinen Worten wurde eine gewaltige Schar getötet:

Um das Gerücht aus der Welt zu schaffen, er selbst habe die Stadt Rom angezündet, "schob Nero die Schuld auf andere und verhängte die ausgesuchtesten Strafen über die wegen ihrer Verbrechen verhassten Menschen, die das Volk Christianer nannte. Der Name leitet sich von Christus ab; dieser war unter der Regierung des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden ... Man verhaftete also zuerst die Leute, die bekannten, dass sie Christen waren; dann auf ihre Anzeige hin eine ganze Menge. Sie wurden nicht gerade der Brandstiftung, wohl aber des allgemeinen Menschenhasses überführt. Die Todgeweihten benützte man zum Schauspiel. Man steckte sie in Tierfelle und ließ sie von Hunden zerfleischen, man schlug sie ans Kreuz oder zündete sie an, man ließ sie nach Einbruch der Dunkelheit als Fackeln brennen. Nero hatte für diese Schauspiele seinen Park zur Verfügung gestellt und veranstaltete ein Zirkusspiel: Im Aufzug eines Wagenlenkers mischte er sich unter das Volk oder stand auf seinem Wagen ..."

Nach Hieronymus wurden 979 Christen hingerichtet.

Liturgie

Wenn die römisch-katholische Kirche sich zum Gottesdienst versammelt, ist dies ein Ausdruck des Glaubens. Wir dürfen erfahren, dass andere mit uns glauben. Denn keiner glaubt ja für sich allein. Zu dieser Gemeinschaft gehören auch die ersten Märtyrer der Stadt Rom, die wie Petrus und Paulus in der Verfolgung Neros ihr Blut vergossen.

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