Erzdiözese Salzburg

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Erzdiözese Salzburg ist eine österreichische Diözese und liegt im Westen von Österreich. Geographisch umfasst die Erzdiözese Salzburg das Bundesland Salzburg und auch den östlichen Teil von Tirol. Als Suffraganbistümer unterstehen der Erzdiözese die Diözese Innsbruck, die Diözese Feldkirch, die Diözese Gurk-Klagenfurt und die Diözese Graz-Seckau.

Verwaltung des Erzbistums Salzburg
Sitz des Erzbischofs Kapitelplatz 2/1 - 5020 Salzburg
Name des Erzbischofs Dr. Franz Lackner
Email erzbischof.kothgasser@zentrale.kirchen.net
Telephon 0043 - (0)662 / 8047-1000
Weihbischof Dr. Andreas Laun
Dompropst Weihbischof Dr. Andreas Laun OSFS, Dompropst.
Domdekan Prälat Dr. Hans-Walter Vavrovsky, Rektor von St. Virgil, Domdechant.
Generalvikar Dr. Johann Reißmeier
Bischofsvikar Dr. Matthäus Appesbacher
Domkapitulare
  • Weihbischof Dr. Andreas Laun OSFS, Dompropst.
  • Prälat Dr. Hans-Walter Vavrovsky, Rektor von St. Virgil, Domdechant.
  • Prälat Balthasar Sieberer, Domkustos, Generaldechant, Dompfarrer der Stadt Salzburg und Leiter des Seelsorgeamtes.
  • Apostolischer Protonotar Prälat Dr. Matthäus Appesbacher, Bischofsvikar für die Institute des geweihten Lebens und die spirituellen Bewegungen.
  • Prälat Martin Walchhofer, Rektor des Bildungszentrum Borromäum, Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke.
  • Prälat Univ.-Prof. Dr. Hans Paarhammer.
  • Prälat Dr. Hansjörg Hofer, Generalvikar, Seelsorger in Rehhof.
  • Prälat Dr. Johann Reißmeier, Bischofsvikariat für die Weltkirche und die Ständigen Diakone.
  • Dr. Gottfried Laireiter, Regens des Priesterseminars.
  • KR Dr. Franz Padinger, geistlicher Assistent der Kath. Aktion, Pfarrprovisor von Salzburg Morzg.
  • OStR Dr. Raimund Sagmeister, Rektor des katechetischen Amtes und Professor an der Pädagogischen Hochschule.
Regionaldekanate Regionaldekane
Dekanate


Inhaltsverzeichnis

Zahlen und Fakten

In der Erzdiözese Salzburg gibt es 487.691 (2011) Katholiken. Die Flächer der Erzdiözese beträgt 9715 km².

Patron

Hl. Rupert, Hl. Virgil und Hl. Erentrudis.

Geschichte

Mittelalter

Die Erzdiözese Salzburg wurde bereits im 7. Jahrhundert gegründet und ist damit mit Abstand die älteste österreichische Diözese. Als Geburtsstunde gilt das Jahr 696. Damals kam der Hl. Rupert nach Salzburg und gründete dort das bekannte heutige Erzstift St. Peter sowie das Frauenklosters auf dem Salzburger Nonnberg. Einige Jahre später kam im Jahre 739 der Hl. Bonifatius, der damals auch in Bayern missionierte, und machte das Gebiet zu einem Bistum und legte die Grenzen fest. Unter dem irischen Mönch Virgil festigte sich die Stellung Salzburgs immer mehr. Dank seines Organisationsatalentes kam es zu einer ersten Blüte in Kunst, Verwaltung und Mission. Unter dem Heiligen entstand in Salzburg der erste Dom, wo Virgil die Reliquien des Hl. Rupert am 24. September 774 (dem heutigen Landesfeiertag) beisetzen ließ.

Am 20. April 798 wurde die Diözese von Papst Leo III. auf Bitten des Frankenkönigs Karl des Großen zur Erzdiözese erhoben. Es ist damit das älteste noch bestehende Erzbistum im deutschen Sprachraum. Zu diesem Zeitpunkt umfasste die Kirchenprovinz das gesamte altbayrische Stammesgebiet, den Großteil des heutigen Österreich sowie weite Teile Ungarns. Allerdings gingen die ungarischen Teile im Zuge des Ungarnsturmes am Ende des 9. und zu Beginn des 10. Jahrhunderts wider verloren.

Schwer zu kämpfen hatte die Erzdiözese in den beiden Investiturstreiten des 11. und 12. Jahrhunderts. Als im Zuge des Bürgerkrieges in Deutschland, über Salzburg die Reichsacht verhängt wurde litt es schwer für seine Treue zur Gregorianischen Reform. 1167 ereignete sich dann der traurige Höhepunkt des Streites. Da über Salzburg erneut die Reichsacht verhängt worden war, wurde die Stadt angezündet und durfte erst nach dem Frieden von Venedig 1177 wieder aufgebaut werden.

Zur besseren Verwaltung ihrer größen Diözese gründen die Salzburger Erzbischöfe 1072 das Eigenbistum Gurk, die heutige Diözese Gurk-Klagenfurt in Kärnten. 1179 wurden die Salzburger Erzbischöfe in den Rang eines "legatus natus", also eines ständigen päpstlichen Botschafters, erhoben. Dieses Recht üben sie bis heute aus.

Als weitere Eigenbistümer wurden 1215 das Bistum Chiemsee ( nun Bayern), 1218 Seckau (Steiermark, die heutige Diözese Graz-Seckau) und 1225 Lavant (Kärnten) gegründet.

Als Konsequenz der Schlacht von Mühldorf im Jahre 1322, wurde 1328 Salzburg ein vom Mutterland Bayern unabhängiges, geistliches Fürstentums des HRR. Bis zur Säkularisation im Jahre 1803 spielt das Erzstift immer auch eine politische Rolle. Diese bedeutende Rolle verdankte es einerseits seinem Salzreichtum (woher ja auch der Name stammt) als auch seiner relativ großen Selstständigkeit gegenüber seinen Nachbarn Bayern und Österreich, wie auch gegenüber dem Kaiser. Zwar konnten sie nie die Bedeutung der drei anderen deutschen Erzbischöfe (welche ja alle drei den Rang eines Kurfürsten inne hatten) erreichen, wurden dadurch aber auch nicht in die Streitigkeiten des Reiches im Inneren hinein gezogen.

Neuzeit

Eine der größten Leistungen Salzburgs in der Neuzeit war die Einführung des Barock im deutschsprachigen Raum. 1599 wurde der alte romanische Dom abgerissen. Nachdem er durch ein Feuer schwer beschädigt worden war, und Reperaturarbeiten scheiterten, wurde dieser Neubau nötig. Da der damalige Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau am Collegium Germanicum in Rom studiert hatte, kannte er die dortigen Bauten sehr gut und entschloss sich dazu diesen neuen Baustil zu übernehmen. 1614 erfolgte unter Markus Sittikus die Grundsteinlegung. 1628 wurde die Weihe mit einem riesigem Fest begangen. Kriegsbedingt wurden die Türme und die Fassade aber erst in den 50er Jahren vollendet.

1616 ließ Markus Sittikus das Steintheater auf dem Hellbrunnerberg errichten und dort die erste Oper nördlich der Alpen aufführen. 1618 konnte er die Gründung eines Gymnasiums als Vorstufe zu einer Universität errichten. 1622 konnte dann die Benediktineruniversität Salzburg eröffnet werden. Getragen wurde diese nämlich von einer Konföderation süddeutscher Klöster.

Es war eine Besonderheit des Salzburger Erzstiftes, dass es sich im Laufe der Neuzeit sogut wie immer als neutral begriff. Zwar erfüllte es seine Pflichten gegenüber Kaiser und Reich, ließ sich aber nie, wie viele andere Fürstentümer, in die Streitigkeiten zwischen Protestanten und Katholiken verstricken. Der 30jährige Krieg ging so am Erzstift großteils vorbei, wenn auch die negativen Auswirkungen ebenso spürbar waren.

Der dunkelste Moment für das Erzstift wurde dann aber die Protestantenauseisung in den Jahren 1731- 32. Von den rund 120.000 Einwohnern des Landes mussten rund 25.000 selbiges verlassen. Ein Aderlass von dem sich das Erzstift bis zu seinem Ende nicht mehr erholte.

Im Jahr 1800 wurde das Land von französischen Truppen besetzt, Erzbischof Hieronymus Graf von Colloredo floh nach Wien. Durch den Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 wurde das Erzbistum zusammen mit den Bistümern Eichstätt und Passau sowie der Fürstprobstei Berchtesgaden in ein Kurfürstentum Salzburg umgewandelt. Seit dem Wiener Kongress von 1815 ist das Land Salzburg ein Teil Österreichs.

Die heutige Ausdehnung der Diözese besteht seit 1818. Damals hat Papst Pius VII. entschieden, dass die seit ältester Zeit zu Salzburg gehörenden Teile des heutigen Bundeslandes Tirol mit der Zillergrenze (sog. "Unterinntal") bei der Erzdiözese Salzburg bleiben. Außerdem kamen die in Tirol liegenden Teile des aufgelösten Bistums Chiemsee und die am linken Innufer gelegenen drei bis vier Pfarren des Bistums Freising in Tirol zur Erzdiözese Salzburg hinzu.

Basierend auf der alten Würde als "legatus natus", dürfen einzig die Salzburger Erzbischöfe an der römischen Kurie im Kardinalspurpur auftreten. Eine weitere Besonderheit ist die Wahl des Erzbischofs. Diese erfolgt (basierend auf der alten Selbständigkeit des Domkapitels) heute aus einem Dreiervorschlag des Papstes.

Diözesangliederung

Die Erzdiözese besteht aus 20 Dekanaten mit 210 Pfarreien.

Dekanate:

  • Altenmarkt.
  • Bergheim.
  • Brixen im Thale.
  • Hallein.
  • Köstendorf.
  • Kufstein.
  • Reit im Alpbachtal.
  • Saalfelden.
  • Salzburg.
  • St. Georgen.
  • St. Johnn im Pongau.
  • St. Johann in Tirol.
  • Stuhlfelden.
  • Tamsweg.
  • Taxenbach.
  • Thalgau.
  • Zell am Ziller.

Pfarreien:

Katholische Highlights

Klöster

Orte

Gemeinschaften

Frauenorden

Männerorden

Säkularinstitute

Religiöse Gemeinschaften

Personen

Geistliche

Siehe auch: Heilige, Selige und verehrungswürdige Personen der Erzdiözese Salzburg.

Weltliche

  • Heinrich Ignaz Franz Biber, 1644- 1704; Komponist und Hofkapellmeister.
  • Wolfgang Amadeus Mozart, 1756- 91; Komponist.
  • Christian Andreas Doppler, 1803- 53; Physiker.
  • Anton Faistauer, 1887- 1930; Maler.
  • Herbert von Karajan, 1908- 89; Dirigent.
  • Eckart Witzigmann, * 1941; Gourmetkoch.
  • Felix Baumgartner, * 1969; Extremsportler.
  • Hermann Maier,* 1972; Skirennfahrer.

Literatur

  • Ferdinand Holböck, Die Heiligen Salzburgs, Christiana Verlag Stein am Rhein 1996 (1. Auflage), mit Vorwort von Erzbischof Eder, ISBN 3-7171-1082-9
  • Dopsch, Heinz; Kleine Geschichte Salzburgs. Stadt und Land.; Salzburg 2001.
  • Kriechbaum, Reinhard; Klöster in Österreich; Rosenheim 2008.
  • Ortner, Franz; Das Salzburger Erzbistum in seiner Geschichte Band 1- 5; Strassburg 1994- 98.
  • Zaisberger, Friederike; Geschichte Salzburgs; München 1998.

Siehe auch: Bischöfe des Bistums Chiemsee, Titularbistümer in aller Welt, Bischöfe und Erzbischöfe der Diözese Salzburg, Titularbischöfe von Chiemsee

Weblinks