Internationaler Eucharistischer Kongress

Aus Kathpedia
(Weitergeleitet von Eucharistischer Kongress)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Internationaler Eucharistischer Kongress oder Eucharistische Weltkongress nennt sich ein Treffen aller Völker, zur Belebung und Verbreitung der Eucharistischen Anbetung. Dieser wurde im Westeuropa Mitte der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts geboren. Er hatte ebenso den Zweck, sich der damals wachsenden, ausgesprochen kirchenfeindlichen, ja sogar antireligiösen Verweltlichungstendenzen entgegenzustellen. 1879 wurde beim Heiligen Stuhl ein Komitee zur Vorbereitung des Eucharistischen Weltkongresses 1881 errichtet. 1986 wird das Komitee zur Vorbereitung des Eucharistischen Weltkongresses zum päpstlichen Komitee ernannt.[1]

P. Ferdinand Pratzner SSS aus Südtirol, war von 1983-2008 Sekretär des Päpstlichen Komitees für die Eucharistischen Kongresse. Im Jahre 2008 wurde der ehemalige päpstliche Zeremoniar Erzbischof Piero Marini dessen Präsident.

Inhaltsverzeichnis

Eucharistische Kongresse an sich

Im Dokument: Kommunionspendung und Euchariestieverehrung außerhalb der Messe des Jahres 1973, Nr. 109-112 wird ein Kongress so beschrieben:

Die eucharistischen Kongresse, die als besondere Bekundung der Eucharistieverehrung in neuerer Zeit Eingang in das Leben der Kirche gefunden haben, sind als "statio" zu verstehen, zu der eine Gemeinschaft die ganze Ortskirche, eine Ortskirche die Kirchen einer Region oder Nation, ja sogar Kirchen aus der ganzen Welt einlädt. Sinn dieser Kongresse ist das Bemühen, unter gewissen Gesichtspunkten das Geheimnis der heiligen Eucharistie tiefer zu erfassen und unter dem Zeichen der Liebe und Einheit öffentlich zu bekennen.

Solche Kongresse sollen ein echtes Zeugnis des Glaubens und der Liebe sein, indem die Ortskirche in ihrer Gesamtheit daran teilnimmt und die Verbindung mit den anderen Kirchen dabei deutlich zum Ausdruck kommt.

Ort, Thema und Verlauf eines eucharistischen Kongresses müssen eingehend beraten werden sowohl in der Ortskirche als auch in den anderen Kirchen. Die Notwendigkeit eines solchen Kongresses muss erwogen, Fortschritt der Theologie und Nutzen der Ortskirche müssen gewährleistet werden. Zu solchen Beratungen lade man Fachleute der verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen ein: Bibel- und Liturgiewissenschaftler, Pastoraltheologen und Vertreter der Humanwissenschaften.

Für die Vorbereitung des Kongresses sind vor allem folgende Faktoren von Bedeutung:

a) eine intensive Katechese über die Eucharistie, insbesondere über das Mysterium des lebendigen und in seiner Kirche wirkenden Christus; diese Katechese muss den verschiedenen teilnehmenden Gruppen und deren Auffassungskraft entsprechen;

b) die Gestaltung einer Liturgie, die eine aktive Teilnahme aller ermöglicht, das Hören des Gotteswortes und den brüderlichen Charakter der Gemeinde fördert;[2]

c) das Bemühen um geeignete Hilfsmittel; die Durchführung sozialer Hilfswerke und die notwendige Austeilung auch materieller Güter nach dem Beispiel der urchristlichen Gemeinde.[3] Damit werden die Zeichen gesetzt, dass vom eucharistischen Tisch auch der Sauerteig des Evangeliums ausgeht, von dessen Kraft die gegenwärtige und zukünftige Gesellschaft getragen wird.[4]

Der Kongress selbst soll nach folgenden Kriterien durchgeführt werden:[5]

a) Die Feier der Eucharistie soll in Wahrheit die Mitte und der Höhepunkt sein, auf den der ganze Kongress und die verschiedenen gottesdienstlichen Veranstaltungen ausgerichtet sein müssen.

b) Die Wortgottesdienste, die katechetischen Veranstaltungen und die öffentlichen Konferenzen sollen dahin streben, das vorgelegte Thema tiefer zu erfassen und seine praktischen Aspekte deutlicher herauszustellen, um auch einen Erfolg gewährleisten zu können.

c) Es soll Gelegenheit geboten werden sowohl zu gemeinsamem Gebet wie zu längeren Anbetungen vor dem ausgesetzten Allerheiligsten; hierfür bestimme man einige Kirchen, die dafür geeignet erscheinen.

d) Was die Durchführung einer Prozession betrifft, bei der das heilige Sakrament öffentlich unter Gesang und Gebet durch die Straßen der Stadt getragen wird, sollen die Normen über die eucharistischen Prozessionen[6] unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen und religiösen Verhältnisse am Ort eingehalten werden.

Die eucharistischen Kongresse, deren pastoraler Nutzen sehr geschätzt werden soll, sind «wahrhafte Zeichen des Glaubens und der Liebe»[7]. Sie sollen gemäß den Vorschriften sorgfältig vorbereitet und durchgeführt werden,[8] damit die Christgläubigen die heiligen Mysterien des Leibes und Blutes des Sohnes Gottes würdig verehren und die Frucht der Erlösung immerfort in sich verspüren.[9][10]

Die Eucharistischen Weltkongresse

  • 1. 28.-30.06.1881 — Lille (Frankreich)
  • 2. 13.-17.09.1882 — Avignon (Frankreich)
  • 3. 05.-10.06.1883 — Liege (Belgien)
  • 4. 09.-13.09.1885 — Freiburg (Schweiz)
  • 5. 20.-25.06.1886 — Toulouse (Frankreich)
  • 6. 02.-06.07.1888 — Paris (Frankreich)
  • 7. 16.-21.08.1890 — Antwerpen (Belgien)
  • 8. 14.-21.05.1893 — Jerusalem (Syrien)
  • 9. 25.-29.07.1894 — Reims (Frankreich)
  • 10. 20.-24.09.1897 — Paray le Monial (Frankreich)
  • 11. 13.-17.07.1898 — Brüssel (Belgien)
  • 12. 07.-11.08.1899 — Lourdes (Frankreich)
  • 13. 04.-09.09.1901 — Anvers (Frankreich)
  • 14. 03.-07.09.1902 — Namur (Belgien)
  • 15. 20.-24.06.1904 — Angouleme (Frankreich)
  • 16. 01.-04.06.1905 — Rom (Italien)
  • 17. 15.-19.08.1906 — Tournai (Belgien)
  • 18. 06.-11.08.1907 — Metz (Lothringen, heute Frankreich)
  • 19. 08.-13.09.1907 — London (Großbritanien)
  • 20. 04.-08.08.1909 — Köln (Deutschland)
  • 21. 07.-11.09.1910 — Montreal (Kanada)
  • 22. 23.06.-01.07.1911 — Madrid (Spanien)
  • 23. 12.-15.09.1912 — Wien (Österreich)
  • 24. 23.-27.04.1913 — Malta
  • 25. 25.-26.07.1914 — Lourdes (Frankreich)
  • 26. 26.-29.05.1922 — Rom (Italien)
  • 27. 22.-27.06.1924 — Amsterdam (Holland)
  • 28. 20.-24.06.1926 — Chicago (USA)
  • 29. 06.-09.09.1928 — Sydney (Australien)
  • 30. 07.-11.05.1930 — Kartagina (Tunesien)
  • 31. 21.-26.06.1932 — Dublin (Irland)
  • 32. 10.-14.10.1934 — Buenos Aires (Argentinien)
  • 33. 03.-07.02.1937 — Manila (Philippinen)
  • 34. 25.-30.05.1938 — Budapest (Ungarn)
  • 35. 27.05.-01.06.1952 — Barcelona (Spanien)
  • 36. 14.-24.07.1955 — Rio de Janeiro (Brasilien)
  • 37. 31.07.-07.08.1960 — München (Deutschland)
  • 38. 26.11.-06.12.1964 — Bombai (Indien)
  • 39. 18.-25.08.1968 — Bogota (Kolumbien)
  • 40. 18.-25.02.1973 — Melbourne (Australien)
  • 41. 01.-08.08.1976 — Philadelphia (USA)
  • 42. 16.-23.07.1981 — Lourdes (Frankreich)
  • 43. 11.-18.08.1985 — Nairobi (Kenia)
  • 44. 05.-08.10.1989 — Seoul (Südkorea)
  • 45. 07.-13.06.1993 — Sevilla (Spanien)
  • 46. 25.05.-01.06.1997 — Breslau (Polen)
  • 47. 18.-25.06.2000 — Rom (Italien)
  • 48. 10.-17.10.2004 — Guadalajara (Mexiko) [1]
  • 49. 15.-22.06.2008 — Quebec (Kanada) [2]
  • 50. 10.-17. Juni 2012 - Dublin (Irland) Thema „Die Eucharistie, Gemeinschaft mit Christus und unter uns“
  • 51. 25.-31. Januar 2016 - in Cebu (Philippinen) Thema: "Christus unter euch, Hoffnung auf Herrlichkeit" (Kol 1,27 EU).[11]
  • 52. 13.-20. September 2020 - in Budapest (Ungarn) [3]

Ablass

Ein vollkommener Ablass wird unter den gewöhnlichen Bedingungen demjenigen Gläubigen gewährt, der mit Andacht an der Schlussmesse eines Eucharistischen Kongresses teilnimmt (vgl. Enchiridion indulgentiarum 1999).

Päpstliches

Weblinks

Anmerkungen

  1. Päpstliches Komitee für die Eucharistischen Weltkongresse auf der Vatikanseite
  2. II. Vat. Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum concilium", Nr.41-52; Dogmatische Konstitution über die Kirche .,Lumen gentium", Nr. 26.
  3. Vgl. Apg 4,32.
  4. II. Va!. Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum concilium", Nr. 47; Dekret über den Ökumenismus "Unitatis redintegratio", Nr. 15.
  5. Vgl. Ritenkongregation, Instruktion "Eucharisticum mysterium", Nr.67: AAS 59 (1967), S. 572-573.
  6. Vgl. oben Nr. 101-108.
  7. Rituale Romanum, De sacra Communione et de cultu Mysterii eucharistici extra Missam, Praenotanda, Nr. 109.
  8. Vgl. ebd., Nrn. 109-112.
  9. Vgl. Missale Romanum, In sollemnitate sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi, Collecta, 489.
  10. Siehe: 25. März 2004 Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung: Instruktion Redemptionis sacramentum, Nr. 145.
  11. Kathtube-logo.jpg Offizielle Hymne des Internationalen Eucharistischen Kongresses 2016 Cebu/Philippinen (Kathtube am 11. November 2015) (Länge: 4:52 Min.)
Meine Werkzeuge