Evangelisch

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Evangelisch ist das Adjektiv zu Evangelium und bedeutet bezogen auf / abgeleitet von / enthalten in der Heilsbotschaft (von Jesus Christus).

In diesem ursprünglichen Sinn wird das Wort fast nur noch in festen Zusammensetzungen wie Evangelische Räte, Evangelische Freiheit oder Evangelische Armut gebraucht.

Seit der Reformation des 16. Jahrhunderts ist evangelisch im deutschen Sprachgebrauch zu einer Konfessionsbezeichnung geworden. Die entstehenden, von Rom getrennten Landeskirchen beanspruchten mit Martin Luther, die verschüttete Mitte der Heilsbotschaft wiederentdeckt und zum Maßstab ihrer Bekenntnisaussagen, Liturgien und Verfassungen gemacht zu haben. Dem mehr formalen Prinzip der Katholizität wurde evangelisch als inhaltliches, unmittelbar aus der Bibel abgeleitetes Kriterium entgegengesetzt.

Luther hatte dieses Kriterium in seiner Rechtfertigungslehre formuliert und hielt es für so evident, dass ihm der kirchliche Rahmen von Papsttum, Episkopat, Lehramt, Kirchen- und Sakramentenrecht entbehrlich erschien.

Faktisch war die reformatorische Bewegung allerdings von Anfang an in verschiedene Haupt- und Nebenströmungen geteilt, die alle durch Berufung auf ihre Gründungsautoritäten und (nach deren Tod) auf deren Schriften sowie durch von Theologen ausgearbeitete und von evangelischen Fürsten durchgesetzte normative Bekenntnisformulierungen das verlorene Lehramt zu ersetzen suchten.

So wurden der Bezeichnung evangelisch überall weitere Spezifikationen hinzugefügt: evangelisch-lutherisch, evangelisch-reformiert, später evangelisch-uniert, evangelisch-altlutherisch und -altreformiert, evangelisch-freikirchlich u.a.

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