Felix Gmür

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Bischof Dr. Felix Gmür

Felix Gmür (Dr. phil.; * 7. Juli 1966 in Luzern) ist Bischof des Bistums Basel. Er ist ab 2019 Präsident der Schweizer Bischofskonferenz.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Felix Gmür studierte zwischen 1986 und 1997 in München, Paris und Freiburg Philosophie, Theologie und Kunstgeschichte. Sein Doktorat in Philosophie schloss er 1997 mit einer Arbeit über Ludwig Wittgensteins Ästhetik ab. Er war seit 1997 vier Jahre im Bistum Basel in der Seelsorge tätig, unter anderem als Pastoralassistent, Diakon, Vikar und Pfarradministrator. Am 30. Mai 1999 folgte die Priesterweihe. Vom 2001 bis 2004 studierte Bibelwissenschaften an der Universität Gregoriana in Rom. Er war vom Juli 2004 bis zum Jahre 2006 Subregens im Priesterseminar von Luzern und gleichzeitig mitarbeitender Priester in den Zuger Pfarreien Menzingen und Neuheim. 2006 wurde er Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz. Am 10. Januar 2010 hat er erfolgeich seine bibelwissenschaftliche Dissertation an der Gregoriana in Rom verteidigt.

Bischof

Felix Gmür wurde vom Domkapitel des Bistums Basel am 8. September zum Bischof als Nachfolger von Kurt Koch gewählt, das Papst Benedikt XVI. am 23. November bestätigte. Die Bischofsweihe fand am 16. Januar 2011 in der Kirche St. Martin in Olten statt. Hauptkonsekrator war Kardinal Kurt Koch. 19 Bischöfe waren anwesend. Der Wahlspruch Bischof Gmürs ist ein Satz aus einem Brief des Apostel Paulus an die Epheser: "Begreift, was der Wille des Herrn ist."

Er wurde von der Schweizer Bischofskonferenz für die Amtsperiode 1. Januar 2016 bis Ende 2018 zum Vizepräsidenten gewählt.[1] Er hatte die Verantwortung für die bischöfliche Nationalkommission «Justitia et Pax» sowie für das Fachgremium «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld». Er wurde im September 2018 für drei Jahre zum Präsidenten der Schweizer Bischofskonferenz ab 2019 gewählt und folgt damit Charles Morerod nach.[2]

Standpunkte

  • Ein Leben ohne Sexualität ist "wunderbar möglich", sagte Gmür im Dezember 2018. Man kann sexuelle Gefühle in eine andere Richtung lenken, sei es auf z. B. auf künstlerische Tätigkeit, Lesen, Sport oder Meditation. Zölibatär lebende Menschen haben kein größeres Risiko, zu sexuellen Missbrauchstätern zu werden. Es bestehe "höchstens die Gefahr, dass sie sich nicht wirklich mit ihrer eigenen Identität auseinandersetzen, weil sie nicht von einem Partner oder einer Partnerin herausgefordert werden". Beim Umgang mit der eigenen Sexualität gilt: "Man muss sich gut kennen und wissen, wodurch man sich angezogen fühlt." Dazu gehöre, "dass man weiß, wie man mit diesen Bedürfnissen umgehen muss, wenn man sie nicht befriedigen kann". Das betrifft aber alle Lebensbereiche, nicht nur die Welt der Priester. "Wenn Sie extrem gerne Schokolade essen und darauf aus gesundheitlichen Gründen verzichten müssen, kann das auch manchmal schwierig sein", erklärte Bischof Felix Gmür.[3]
  • In einem Interview mit dem Kirchenblattes des Bistums Basel behauptete Gmür im April 2019, dass im Katechismus der katholischen Kirche beim Thema Sexualmoral zu wenig wissenschaftliche Erkenntnisse und die veränderte Lebensrealität der Menschen rezipiert werden und hier Handlungsbedarf bestehe. Gmür meinte, dass Sexualmoral nicht die Kernkompetenz der Kirche sei und diese sich weniger dazu äußern sollte. "Sie sollte weniger darüber reden und auch nicht moralisieren, sondern dem Gewissensentscheid der Menschen den Vorrang geben und darüber nicht urteilen", meinte der Bischof.[4]

Weblinks


Vorgänger
Kurt Koch
† Bischof von Basel
ab 2011
Nachfolger
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Anmerkungen

  1. Schweizer Bischofskonferenz wählt Bischof Morerod zum Präsidenten Kath.net am 3. September 2015
  2. Felix Gmür wird neuer Präsident der Schweizer Bischöfe Kath.ch am 5. September 2018
  3. Baseler Bischof: Leben ohne Sex ist "wunderbar möglich" Katholisch.de am 10. Dezember 2018
  4. Der Bischof von Basel braucht keine Sexualmoral der Kirche Kath.net am 25. April 2019
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