Ferdinand von Fürstenberg

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Ferdinand II., Freiherr von Fürstenberg war der in der Zeit von 1661 bis 1683 der 48. Bischof von Paderborn.

Biografie

Ferdinand wurde 1626 auf Schloß Bilstein geboren und bei den Jesuiten in Siegen erzogen. Er studierte in Paderborn, Münster und Köln. Nachdem er im Jahre 1649 er einen Sitz im Domkapitel bekommen hatte, lies er sich 1650 die Subdiakonenweihe spenden.

Er pflegte eine enge Freundschaft mit Fabio Chigi, dem päpstlichen Nuntius in Köln, der als Kardinalstaatssekretär Ferdinand an die römische Kurie rief. In Rom forschte er persönlich im Vatikanischen Geheimarchiv nach Paderborner Quellen. Nachdem Fabio Chigi im Jahre 1655 als Alexander VII. Papst wurde, wurde Ferdinand sein Geheimkämmerer. Als päpstlicher Legat besuchte er 1660 Deutschland.

Am 20. April 1661 wird er zum Bischof von Paderborn gewählt und am 30. Mai wird diese Wahl bestätigt, so dass Ferdinand am 6. Juni in der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell'Anima in Rom zum Bischof geweiht werden konnte. Am 4. Oktober 1661 übernahm er in Paderborn sein Amt und begann umgehend mit der Visitation der Gemeinden und Spendung der Sakramente.

In seiner Amtszeit erfuhr die barockisierung des Doms seine Vollendung. An 24 Kirchen, die entweder neu errichtet oder von Grund auf renoviert wurden, wurde sein Wappen angebracht. In der Stadt bekamen die Franziskanerkirche, Jesuitenkirche und Kapuzinerkirche Barockfassaden.

Sein Amtssitz, die bischöflichen Residenz in Schloß Neuhaus, wurde zu einem gesellschaftlichen und geistigem Mittelpunkt. So war etwa Gottfried Wilhelm vom Leibniz ein Gesprächspartner von Ferdinand II. Der in jener Zeit berühmte Anatom Dr. med. Niels Stensen wählte sich Ferdinand zum Weihbischof. In seiner Residenz verfasste er die Monumenta Paderbornensia und zusammen mit dem Jesuiten Johannes Grothaus und Nikolaus Schaten die Historia Westphaliae sowie die ersten Bände der Annales Paderbornenses.

1662 führte er im Dom und im Bistum die römische Liturgie ein und schrieb den Klerikern das römische Brevier vor. Von Alexander VII. lies er sich 1666 das Privileg, das Rationale zu tragen, bestätigen.

Im Jahre 1667 wählte das Münsteraner Domkapitel Ferdinand zum Bischofskoadjutor. 1678 trat er als Administrator die Nachfolge des verstorbenen Bischofs Christoph Bernhard von Galen an.

Nach einer Nierenoperation erholte er sich nicht mehr und verstarb am 26. Juni 1683 im Alter von 56 Jahren. Sein Grab fand er wunschgemäß im Chor der Franziskanerkirche.


Vorgänger
Dietrich Adolf Freiherr von der Recke zu Kurl
† Bischof von Paderborn
1661 - 1683
Nachfolger
Hermann Werner Freiherr von Wolff-Metternich
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