Franziskanische Orden

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Der Franziskanerorden wurde 1209 von Franz von Assisi gegründet.

Die Franziskaner lehnten jeglichen Besitz ab. Die Ausbreitung der Franziskaner wurde gefördert durch die Anlage von Klöstern in den aufblühenden Städten und durch das Privileg, überall ohne Bindung an die Ortsgeistlichkeit predigen und Seelsorge ausüben zu dürfen.

Die Franziskaner sind neben den Dominikanern der bedeutendste Bettelorden.

Inhaltsverzeichnis

Gliederung

Der Orden des hl. Franziskus umfasst:

1. Orden: Franziskaner, Kapuziner und Konventualen (Alle Minderbrüder genannt) 2. Orden: Klarissinnen 3. Orden - Reguliert: Kapuzinerinnen, Franziskanerinnen 3. Orden - Terziaren: Gemeinschaften von Laien, Weltpriester, ...

Aus: Regel und Generalkonstitutionen des Ordens der heiligen Klara; "Art. 120 - 1. Der heilige Vater Franziskus hat drei Orden gegründet: den Orden der Minderen Brüder, den Orden der Armen Schwestern und den Weltlichen Dritten Orden. Als Kinder desselben Vaters leben wir in einem gegenseitigen Austausch."

So lebendig wie der hl. Franziskus ist auch der Orden des Franziskus ! Alle Brüder sind Minderbrüder (Sandalen, Kutte und Maurerstrick) und für alle gilt in erster Linie das Evangelium als Lebensregel.

Die Minderbrüder hatten noch zu Franziskus' Lebzeiten einige Differenzen wegen der Ordensregel. Der ursprüngliche Regel ging verloren (!), die zweite wurde vom damaligen Papst ein wenig korrigiert (Bullierte Regel), um die totale Armut ein wenig zu lockern, wenigstens bei den Brüdern, die wie Antonius von Padua lesen, schreiben und unterrichten konnten, damit sie einige Bücher besitzen dürften. Das war vielen Brüdern nicht recht und so rekonstruierten sie mit Bruder Leo die erste, ursprüngliche Nicht-Bullierte Regel.

1. Orden: Männerorden

KONVENTUALEN (=Minoriten): Der älteste Zweig, die Mitglieder folgen der Bullierten Regel und leben in Klausur.
FRANZISKANER (=Observanten) ab 1517: Forderten eine strengere Befolgung der Regeln des Ordensgründers.
KAPUZINER ab 1525: Kehrten zur ältesten Regel zurück (gefunden in Spanien in einem Dominikanerarchiv) Guardian wird der Hausobere in größeren Konventen der Franziskaner und Kapuziner genannt.

2. Orden: Frauenorden

KLARISSEN: Orden begann mit der Hl. Klara )die erste Schwester von Franziskus). Sie leben in strenger Klausur. Auch bei den Klarissen sind verschiedene Zweige entstanden: Klarissen, Klarissen-Urbanistinnen, Klarissen-Colettinnen und Klarissen-Kapuzinerinnen.

SCHWESTERN DER FAMILIE VON BETANIEN: Die Schwestern der Familie von Betanien wurden in Polen im Jahr 1930 gegründet.

3. Orden:

Ursprünglich Laien, von denen Franziskus nicht wollte, dass sie Familie, Ehe und Kinder, Bauernhöfe etc. verlassen würden. Für sie schrieb Franziskus seinen "Brief an die Gläubigen" und 1221 die "Regel des Dritten Ordens". Viele Terziaren fanden sich zusammen in gemeinsamen Wohnungen.

Weitere Entwicklung

Die Kirche drängte im 13. Jh. klosterähnliche Gemeinschaften (wie z.B. die Beginen) wiederholt dazu, sich einem bestehenden Orden anzuschließen. Weil viele von ihnen Leitung und Schutz bei den Minderbrüdern fanden, erhielten sie die Drittordensregel.

So entstanden die: REGULIERTE TERZIAREN/TERZIARINNEN, KAPUZINERINNEN, FRANZISKANERINNEN: Ab 1517 erhielten sie eine eigene Regulierten Drittordensregel (ohne strenge Klausurvorschriften). Vor allem im 19. Jh. gab es sehr viele Neugründungen. Da die hl. Mutter Gottes die Patronin des gesamten Ordens ist, haben die meisten Gemeinschaften ähnliche Namen,so z.B. Schwestern von Maria Hilf, Maria Opferung, Maria der Engel, Maria vom Guten Rat, Maria Königin, ...

Die INFAG, eine franziskanische Dachorganisation für den deutschsprachigen Raum, zählte (Situation 1989) 56 Frauen-Kongregationen, 21 Männer-Orden und 9 Laiengemeinschaften.

In Süd-Amerika gab es anno 1989 ca. 8 Dachorganisationen; in Nord-Amerika 2, in Asien ebenfalls 2 Organisationen und in Europa weitere 12 Arbeitsgemeinschaften. Zwei Institute waren in Afrika geplant.

Egal welche Ordensregel als Konstitution dient: Alle Brüder und Schwestern leben nach dem Evangelium, kirchentreu und nach dem Vorbild des Hl. Franz von Assisi.

Organisation

Die Bundesrepublik Deutschland ist z. Zt. in vier Ordensprovinzen gegliedert:

  • Bavaria (Provinzialat in München)
  • Colonia (Provinzialat in Düsseldorf)
  • Saxonia (Provinzialat in Hannover)
  • Thuringia (Provinzialat in Fulda)

In Österreich bestehen zwei Ordensprovinzen:

  • hl. Bernardin von Siena (Provinzialat in Wien)
  • Seliger Engelbert Kolland (Provinzialat in Innsbruck)

Das Schweizer Provinzialat befindet sich im Kloster Näfels.

Im südöstlichen Mittermeerraum existiert die Kustodie des Heiligen Landes, die auch zahlreiche christliche Pilgerstätten betreut.

Weblinks

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