Franziskus (Papst)

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(Durch göttliche Vorsehung Papst)
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Die erste Predigt vor den Kardinälen widmete er dem Leitmotiv ''camminare-edificare-confessare''; den Weg gehen, auferbauen, das Kreuz bekennen. Tags darauf, am 15. März zitierte der Papst auch Hölderlin: ''Ruhig ist das Alter und fromm'' (aus: Meiner verehrungswürdigen Großmutter (1799)). Die ''sagesse'' des Alters sei der Jugend weiterzugeben. Vor Journalisten bekannte Franziskus am 16. März, Christus sei das Zentrum nicht sein Stellvertreter, der Nachfolger Petri. Er erläuterte die Wahl des Namens als eindeutiges Bekenntnis zu [[Franz von Assisi]], dem Mann der Armen, dem Mann des Friedens. Einige hätten gesagt, nenne Dich ''Adrian'', denn [[Adrian VI.]] sei ein Reformer gewesen oder ''Clemens XV.'', um Dich an [[Clemens XIV.]] "zu rächen", dem Unterdrücker der Jesuiten. Das seien aber nunmal nur Vorschläge gewesen. Papst [[Benedikt XVI.]] wird der Nachfolger am 23. März in [[Castel Gandolfo]] aufsuchen.
 
Die erste Predigt vor den Kardinälen widmete er dem Leitmotiv ''camminare-edificare-confessare''; den Weg gehen, auferbauen, das Kreuz bekennen. Tags darauf, am 15. März zitierte der Papst auch Hölderlin: ''Ruhig ist das Alter und fromm'' (aus: Meiner verehrungswürdigen Großmutter (1799)). Die ''sagesse'' des Alters sei der Jugend weiterzugeben. Vor Journalisten bekannte Franziskus am 16. März, Christus sei das Zentrum nicht sein Stellvertreter, der Nachfolger Petri. Er erläuterte die Wahl des Namens als eindeutiges Bekenntnis zu [[Franz von Assisi]], dem Mann der Armen, dem Mann des Friedens. Einige hätten gesagt, nenne Dich ''Adrian'', denn [[Adrian VI.]] sei ein Reformer gewesen oder ''Clemens XV.'', um Dich an [[Clemens XIV.]] "zu rächen", dem Unterdrücker der Jesuiten. Das seien aber nunmal nur Vorschläge gewesen. Papst [[Benedikt XVI.]] wird der Nachfolger am 23. März in [[Castel Gandolfo]] aufsuchen.
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Das [[Papstwappen]] wurde am 18. März bekanntgegeben. Es zeigt dieselben Motive wie das Kardinalswappen, allerdings unter der [[Mitra]], die, mit den gekreuzten Schlüsseln Petri, exakt vom Wappen [[Benedikt XVI.]] übernommen wurde. Das Kennzeichen der [[Jesuiten]], eine österliche Sonne, vor der das Christusmonogramm IHS (''Iesus Hominis Salvator'') zu sehen ist, darunter die drei Kreuznägel, vergegenwärtigt das ''mysterium paschale''. Hinzutreten ein goldener Stern als marianisches Symbol (''stella maris'', ''stella matutina'') und, den Hl. Joseph repräsentierend, eine Nardenblüte (im knospenden Zustand). Das zentrale Sonnenmotiv, Christus als ''sol invictus'' weckt zugleich Assoziationen an die Sonne in der Flagge Argentiniens, kann aber auch franziskanisch gedeutet werden. Dante schrieb sinngemäß über [[Franz von Assisi]]: ''Er ist aufgegangen über uns wie die Sonne''. Devise zum Wappen ist das Motto des Erzbischofs: ''miserando atque eligendo'', entnommen aus einer Predigt des [[Beda Venerabilis]]; die schlagwortartige Übersetzung "Aus Barmherzigkeit erwählt" ist grammatikalisch nicht ganz korrekt. In der Originalstelle geht es darum, dass Jesu Blick, der auf den Zöllner [[Matthäus]] fällt, '''erbarmend und auch erwählend''' zugleich war.
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Das [[Pallium]], das erstmals dem Papstwappen des Vorgängers enthalten war (der sechs rote Kreuze im päpstlichen Pallium einfügte statt der sechs schwarzen des Metropolitan-Erzbischofs) tritt nicht wieder auf, vermutlich nur aus Gründen der heraldischen Korrektheit.
  
 
==Weblinks==
 
==Weblinks==

Version vom 18. März 2013, 21:01 Uhr

Papst Franziskus

Franziskus (Jorge Mario Bergoglio SJ (* 17. Dezember 1936 in Buenos Aires, Argentinien) ist 265. Nachfolger des heiligen Petrus.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Wappen von Papst Franziskus

Jorge Mario Bergoglio wurde als Sohn eines Eisenbahnangestellten und als eines von fünf Kindern italienischer Einwanderer in Buenos Aires geboren. In seiner Jugend ist ihm wegen einer Lungenkrankheit ein Teil eines Lungenflügels entfernt worden. Er erwarb nach der Schulzeit (1958) das Diplom zum Chemie-Ingenieur. Er wollte Priester werden und trat am 11. März 1958 in den Jesuitenorden ein. Bergoglio studierte zunächst Geisteswissenschaften in Chile und nach seiner Rückkehr nach Buenos Aires an der Theologischen Fakultät des Colegio Máximo San José in San Miguel Philosophie, die er 1963 abschloss und Theologie, die er 1970 mit dem Abschluss beendete. Am 13. Dezember 1969 empfing er das Sakrament der Priesterweihe. Für sein Terziat ging er anschließend für ein Jahr nach Alcalá de Henares in Spanien. Dannach legte er am 22. April 1973 die ewigen Gelübde ab. Anschließend wirkte als Novizenmeister und Theologiedozent an der Hochschule von San Miguel. In den Jahren 1973 bis 1979 leitete er mit nur 37 Jahren als Provinzial die Geschicke des Jesuitenordens in Argentinien. Von 1980 bis 1986 stand er dann als Rektor der Theologischen Fakultät von San Miguel vor. Um eine Dissertation zu erarbeiten, über Romano Guardini, kam er 1985 zu einem längeren Aufenthalt nach Deutschland in Frankfurt am Main (St. Georgen) - und spricht seither neben Spanisch und Italienisch auch Deutsch. Im März 1986 hat er seine Doktorarbeit in Deutschland fertig gestellt. Danach arbeitete er als Geistlicher Direktor im argentinischen Córdoba. Er besitzt neben der argentinischen auch die italienische Staatsangehörigkeit.

Bischof und Kardinal

Jorge Mario Kardinal Bergoglio 2008
Wappen des Kardinals Bergoglio

Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 20. Mai 1992 zum Weihbischof in Buenos Aires und Titularbischof von Auca. Die Bischofsweihe spendete ihm der Erzbischof von Buenos Aires, Antonio Kardinal Quarracino, am 27. Juni desselben Jahres. Mitkonsekratoren waren der Bischof von Mercedes-Luján, Emilio Ogñénovich, und der Apostolische Nuntius in Argentinien, Ubaldo Calabresi. Am 3. Juni 1997 wurde er zum Koadjutorerzbischof ernannt und folgte Kardinal Quarracino nach dessen Tod am 28. Februar 1998 als Erzbischof von Buenos Aires nach. Ab 6. November 1998 war er Ordinarius für die in Argentinien lebenden Gläubigen des Orientalischen Ritus. Papst Johannes Paul II. nahm ihn am 21. Februar 2001 mit der Ernennung zum Kardinalpriester mit der Titelkirche San Roberto Bellarmino in das Kardinalskollegium auf. Er leitete die argentinische Bischofskonferenz in den Jahren 2005 bis 2011. Kardinal Bergoglio gehörte zum Ehrenkomitee der argentinischen Chestertongesellschaft.[1] Er war Mitglied der Konferenz der Bischöfe Lateinamerikas (CELAM). Kardinal Bergoglio gehörte der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, der Kongregation für den Klerus, dem Päpstlichen Rat für die Familie, der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens und der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika (seit 2013) an.

Während seiner Amtszeit als geistliches Oberhaupt der katholischen Kirche in Argentinien pflegte Bergoglio stets einen bescheidenen, schlichten Lebensstil. Er wohnte allein in einer Wohnung nahe der Kathedrale, benutzte U-Bahn und Omnibusse wie gewöhnliche Bewohner der argentinischen Hauptstadt. Bergoglio mied den Kontakt mit den offiziösen Medien. Nach der schweren Brandkatastrophe in einer Diskothek von Buenos Aires besuchte er die Angehörigen der Opfer und zog von Krankenhaus zu Krankenhaus, um die Verletzten zu trösten. (...) Bergoglio liest gerne Literatur von Dostojewski und Texte des argentinischen Nationaldichters Jorge Luis Borges.[2]

Durch göttliche Vorsehung Papst

Papst Franziskus bei seinem ersten öffentlichen Auftritt auf der Loggia des Peterdoms

Im Konklave 2013, an dem 115 Kardinäle teilnahmen, wurde er im fünften Wahlgang am 13. März zum 266. Papst gewählt. Das ist der erste Lateinamerikaner und seit dem Syrer Gregor III. (731-741) und damit 1272 Jahren, der erste Nichteuropäer in diesem Amt. Die Amtseinführung ist am 19. März, Festtag des Hl. Joseph von Nazareth, Schutzherr der Kirche. [3]

Die erste Messe mit den Kardinälen in der Sixtina am 14. März 2013 erregte Aufsehen, da der Papst sie sehr schlicht im Novus Ordo Missae feierte, wenngleich auf Latein. Er predigte kurz, aber intensiv - vom Ambo aus. Er trug als wesentliches Kennzeichen seines Amtes das Papstkreuz, das Papst Benedikt XVI. seit 2009 verwendet hat. Dieses österliche Papstkreuz von 2009 erschien ihm offenbar angemessener als der Crossifisso von Lello Scorzelli (1965), wenngleich diese erste moderne Ferula bekanntlich Weltgeschichte gemacht hat: JP2 trug den Gekreuzigten persönlich in alle Winkel der Erde.[4]

"Den ersten Dissens gab es schon in der 'Kammer der Tränen' neben der Sixtinischen Kapelle, wo nach der Wahl des Papstes die neuen Kleidungsstücke für den Papst bereit liegen. Die rote Samt-Mozzetta mit einer weißen Hermelin-Borde, mit der Päpste seit über 800 Jahren an das Blut und Leiden Christi und an seine Reinheit und Unschuld erinnert werden sollen, lehnte der neue Papst entschieden ab. „Das können Sie anziehen“, soll er Monsignore Guido Marini, dem Zeremonienmeister Papst Benedikts beschieden haben, der ihn ankleiden wollte. Auch die roten Schuhe, die der kaiserlichen Tradition Konstantinopels entstammen, lehnte er kurzerhand ab und behielt seine schwarzen Straßenschuhe bei. Für das goldene Kreuz der Päpste wollte er sich nicht von seinem Eisenkreuz trennen, das er schon als Erzbischof getragen hatte. Sein Hirtenring soll versilbert sein, nicht golden."[5]

Die erste Predigt vor den Kardinälen widmete er dem Leitmotiv camminare-edificare-confessare; den Weg gehen, auferbauen, das Kreuz bekennen. Tags darauf, am 15. März zitierte der Papst auch Hölderlin: Ruhig ist das Alter und fromm (aus: Meiner verehrungswürdigen Großmutter (1799)). Die sagesse des Alters sei der Jugend weiterzugeben. Vor Journalisten bekannte Franziskus am 16. März, Christus sei das Zentrum nicht sein Stellvertreter, der Nachfolger Petri. Er erläuterte die Wahl des Namens als eindeutiges Bekenntnis zu Franz von Assisi, dem Mann der Armen, dem Mann des Friedens. Einige hätten gesagt, nenne Dich Adrian, denn Adrian VI. sei ein Reformer gewesen oder Clemens XV., um Dich an Clemens XIV. "zu rächen", dem Unterdrücker der Jesuiten. Das seien aber nunmal nur Vorschläge gewesen. Papst Benedikt XVI. wird der Nachfolger am 23. März in Castel Gandolfo aufsuchen.

Das Papstwappen wurde am 18. März bekanntgegeben. Es zeigt dieselben Motive wie das Kardinalswappen, allerdings unter der Mitra, die, mit den gekreuzten Schlüsseln Petri, exakt vom Wappen Benedikt XVI. übernommen wurde. Das Kennzeichen der Jesuiten, eine österliche Sonne, vor der das Christusmonogramm IHS (Iesus Hominis Salvator) zu sehen ist, darunter die drei Kreuznägel, vergegenwärtigt das mysterium paschale. Hinzutreten ein goldener Stern als marianisches Symbol (stella maris, stella matutina) und, den Hl. Joseph repräsentierend, eine Nardenblüte (im knospenden Zustand). Das zentrale Sonnenmotiv, Christus als sol invictus weckt zugleich Assoziationen an die Sonne in der Flagge Argentiniens, kann aber auch franziskanisch gedeutet werden. Dante schrieb sinngemäß über Franz von Assisi: Er ist aufgegangen über uns wie die Sonne. Devise zum Wappen ist das Motto des Erzbischofs: miserando atque eligendo, entnommen aus einer Predigt des Beda Venerabilis; die schlagwortartige Übersetzung "Aus Barmherzigkeit erwählt" ist grammatikalisch nicht ganz korrekt. In der Originalstelle geht es darum, dass Jesu Blick, der auf den Zöllner Matthäus fällt, erbarmend und auch erwählend zugleich war.

Das Pallium, das erstmals dem Papstwappen des Vorgängers enthalten war (der sechs rote Kreuze im päpstlichen Pallium einfügte statt der sechs schwarzen des Metropolitan-Erzbischofs) tritt nicht wieder auf, vermutlich nur aus Gründen der heraldischen Korrektheit.

Weblinks


Vorgänger
Antonio Kardinal Quarracino
‡ Erzbischof von Buenos Aires
1998-2013
Nachfolger
Vorgänger
Benedikt XVI.
Papst
seit 2013
Nachfolger
---

Anmerkungen

  1. Ehrenkomitee der argentinischen Chestertongesellschaft
  2. Aus der FAZ online vom 13. März 2013 bzw. Kath-info am 15. März 2013
  3. Amtseinführung am 19. März - Papst telefoniert mit Benedikt XVI. Radio Vatikan am 14. März 2013
  4. Erste Messe und Predigt: 'Die Kirche auferbauen auf dem Blut des Herrn Kath.net am 15. März 2013
  5. Seine ersten Tage offenbaren grundsätzlich neue Akzente Kath.net am 16. März 2013 von Paul Badde
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