Friedrich der Große

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Friedrich II. der Große (* 1712, † 1786) war König von Preußen und Kurfürst von Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Friedrich II., genannt der Große, wurde 1712 geboren. Seine Erziehung war der eines Prinzen entstrechend, allerdings hegte der junge Friedrich kein großes Interesse am Heer, sehr zum Leidwesen seines Vaters. Allerdings fügte sich Friedrich nach 1730 dem Willen des Vaters, allerdings um den Preis des endgültigen Bruchs zwischen beiden. Sein „Fluchtversuch“ und die Hinrichtung seines Freundes Hans Hermann von Katte (* 28. Februar 1704 in Berlin) - denen man auch Homosexualität unterstellte - 1730, bei welcher er auf Geheiß des Vaters zusehen musste, sollten prägend für den Thronfolger werden.

Prägend insofern als er nun begriff was Pflichterfüllung bedeutete, auch wenn sie einem persönlich zuwieder ist. Verehelichte sich 1733 mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern. Allerdings blieb die Ehe kinderlos. Wohl auch deshalb dürfte sich Friedrich bald zu einem, wir würden sagen, workoholic entwickelt haben.

Als Friedrich 1740 den Thron bestieg begann er sofort mit der ihm eigenen Art sein Land voran zu bringen. Der Ausdruck „der ihm eigenen Art“ soll hier nach möglichkeit neutral verstanden werden, wiewohl dies bei einem so facettenreichen Charakter wie diesem recht schwierig fällt.

Als Friedrich 1786 nach langer schwerer Krankheit starb, hinterließ er ein Land das in den Rang einer Großmacht aufgestiegen war. Das aber auch nach innen sowohl wirtschaftlich wie finanziell über ein hohes Potenzial verfügte. Dazu kamen die rechtlichen Vortschritte welche unter Friedrich eingeleitet worden waren.

Betrachtung

Ohne in den Chor der Preußenhasser einzustimmen, kann man dennoch nicht umhin in Friedrich einen für unsere heutigen Augen, sagen wir, wiedersprüchlichen Charakter zu sehen. Wiedersprüchlich deswegen weil er in eine Zeit des grundlegenden Umbruchs fiel. In dieser Wiedersprüchlichkeit wurde er wohl nur mehr von Kaiser Joseph II. übertroffen, doch davon an anderer Stelle mehr.

Was ist nun das wiedersprüchliche an ihm? Antwort: Seine Stellung als aufgeklärter, absoluter Monarch. Man hallte kurz inne und bedenke was die Begriffe Aufklärung und Absolutismus je für sich bedeuten. Gelinde gesagt stehen sich beide recht skeptisch gegenüber, eigentlich jedoch schließen sie einander völlig aus! Sie schließen einander aus weil die Aufklärung ein Handeln aus Selbstbestimmung gemäß der Vernunft verlangte, der Absolutismus allerdings gerade diese Selbstbestimmung völlig ausschloß! Daher sehen bis heute die einen in Friedrich einen Großen, die anderen in ihm einen Millitaristen, je nach dem welche Seite man gerade vorzugsweise betrachtet. Doch solche Sichtweise ist und bleibt immer die Sichtweise der Scheuklappen, den Friedrich war eben trotzdem das eine wie das andere, sowohl aufgeklärt als auch ein absoluter Monarch.

Kriege

Als Friedrich im Jahre 1740 den Österreichischen Erbfolgekrieg vom Zaun brach, tat er dies im vollen Bewusstsein, dass dies ein glatter Rechtsbruch war. Von der Sicht der Kabinettskriege aus war dies allerdings nicht mehr von allzu großer Bedeutung, schließlich galt es die eigene Position zu stärken so gut es nur ging. Eine Zäsur bedeutete dieser Entschluss aber insofern als vor Friedrichs Schlesienabenteur Brandenburg weder expansionistisch ausgerichtet war noch zu den großen Kaisergegnern zählte. Auch das Streben nach persönlichem Ruhm darf also bei Friedrich nicht unterschätzt werden.

Möglich wurde dieses Abenteur duch die herrvoragend geschulte Armee Preußens, welche schon sein Vater aufgebaut hatte und dem millitärischen Genius Friedrichs selbst.

Nach der Gewinnung Schlesiens und dem Frieden von Breslau 1742 überfiel er 1744 noch einmal Österreich, weil er wusste, dass sich Maria Theresia niemals von Schlesien trennen würde. Doch seine Versuche Österreich entscheidend zu schwächen scheiterten und mündeten in den Frieden von Dresden ein Jahr später. Damit war aber der Streit nicht beigelegt sondern nur verschoben!

Im Innern seines Landes zeigte sich die aufgeklärte Seite seines Wesens. Er war bestrebt sein Land so autark wie möglich zu machen. Vorallem bei der Versorgung mit kriegswichtigen Gütern. Aber auch die Entwicklung in wirtschaftlicher Hinsicht versuchte er durch Binnenkolonisation, ab 1747, und Neuregelung des Landgüterkaufs (1748 und 1750) positiv zu beeinflussen. Auch auf dem Gebiet des Rechts betättigte er sich indem er die Folter aussetzen ließ und die öffentlichen Kirchenbußen verbot. Die Lage der Bauern versuchte er durch Ablöse der Spanndienste durch Geldzahlungen zu verbessern.

Unterdessen bahnten sich am Horizint Gewitterwolken zusammen, da seit dem Aachener Frieden 1748, welcher den Österreichischen Erbfolgekrieg beendete, alle Bestrebungen Maria Theresias darauf hinausliefen, die Abtretung Schlesiens rückgängig zu machen. Sie setzte dabei vor allem auf Frankreich, Schweden und Russland.

Friedrich selbst suchte dabei Rückendeckung bei Großbritannien, König Georg I. war sein Onkel und zugleich in Personalunion Kurfürst von Hannover, was zur Konvention von Westminster führte. Erst diese Übereinkunft zwischen Brandenburg- Preußen und Großbritannien beschwor den neuen Konflikt herauf, da nun Frankreich zum „natürlichen“ Feind Preußens und Freund Österreichs wurde.

So gesichert begann Friedrich 1756 den Siebenjährigen Krieg, erneut ohne Kriegserklärung. Allerdings hatte er sich diesmal doch übernommen. Denn anders als im Östereichischen Erbfolgekrieg hatte nun Brandenburg- Preußen die Hauptlast des Krieges zu tragen. Erschwert wurde seine Stellung dadurch, dass er in Sachsen einmarsciert war um dieses Land gleich zu beginn niederzuwerfen. Dies hatte allerdings die Reichacht und die Reichsexekution gegen Brandenburg zur Folge.

Es spricht Bände für das militärische Genie Friedrichs wenn er es trotz aller Misserfolge und Strapazen schaffte lange genug durchzuhalten bis seine Gegner einer nach dem anderen aus dem Krieg ausschieden, wenn auch aus je unterschiedlichen Gründen. Im Frieden von Hubertusburg 1763 erreichte er schließlich die endgültige Anerkennung des schlesieschen Besitzstandes, das „Mirakel des Hauses Hohenzollern“ war Geschichte geworden!

Nach dem verheerenden Krieg, der auch an des Königs` Gesundheit nicht spurlos vorbeigegangen war, richtete sich seine ganze Aufmerksamkeit auf die Heilung der Wunden seines Landes. Durch strenges Sparen, gezielte Peuplierungsmaßnahmen und Steuernachlässen erholte sich sein Land wieder. Er fand auch die Muße sich zwischen 1763 und 1768 das neue Palais des Schlosses Sanssoucci errichten zu lassen.

Trotz dieser Zusammenarbeit zwischen Österreich und Preußen - hinsichtlich der Teilung Polens - kam es noch ein viertes Mal zu einem Waffengang zwischen beiden Ländern. 1779 nämlich, im Zuge des als Kartoffelkrieg bezeichneten Zwetschgenrummels, dem Bayrischen Erbfolgekrieg. Im Frieden von Teschen wurde dieser weniger als halbherzig geführte Krieg beendet. Zumindest konnte Friedrich nun seine Erbfolgerechte für die Fürstentümer Bayreuth und Ansbach verbrieft und anerkannt wissen.


Polnische Teilung

Eine weitere Herausvorderung war die polnische Frage.

Zum besseren Verständnis muss angefügt werden, dass die Polnisch-Litauische Union zu dieser Zeit schon lange nach innen verfault war. Es war also nur eine Frage der Zeit bis sein ganzes Gebiet vom aufstrebenden Russland vereinnahmt werden würde. Doch gerade dies schien dem Ausgleichsdenken der damaligen Zeit als völlig inakzeptabel.

Aus diesem Grund kam es zu der unseligen I. Polnischen Teilung in welcher große Gebiete des Unionskönigtums an seine Nachbarn Preußen, Österreich und Russland abgetreten werden mussten. Als Problem blieb dabei aber weiter bestehen, dass damit die Union noch schwächer geworden war, und nun die weitere Aufteilung des restlichen Landes nur mehr eine Frage der Zeit wurde.

Für Friedrich war diese Teilung allerdings aus zweierlei Gründen ein großer Erfolg. Zum einen, erlosch nun die Lehnhoheit Polens über Preußen. Seither nannten sich die Hohenzoller Könige 'von' Preußen, wo sie zuvor „nur“ Könige 'in' Preußen gewesen waren. Zum anderen, erhielt das Land endlich die langersehnte Landverbindung zwischen Brandenburg und Preußen.


Bauten

Trotz Kriegsführungen ließ er das Opernhaus unter den Linden und Schloss Sanssouci erbauen.


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