Gelübde

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Gelübde ist ein Gott überlegt und frei gegebenes Versprechen, wodurch man sich unter Sünde verpflichtet, dessen Inhalt möglich und besser als sein Gegenteil ist, und aufgrund der Tugend der Gottesverehrung erfüllt werden muss.

Versprechen
Das Gelübde ist nicht nur eine Entscheidung oder ein Vorsatz, sondern ein Versprechen, das zu halten man sich unter Sünde verpflichtet.

Überlegt und freiwillig
Das Gelübde setzt voraus, dass man weiß, was man verspricht, dieses Versprechen bewusst ablegt und dabei völlig frei ist.

Gott gemacht
Dadurch wird die Einhaltung des Versprechens zu einem Akt der Tugend der Gottesverehrung (Liturgie) und seine Übertretung zu einer sündhaften Schändung dieser Tugend, zu einem Sakrileg.

möglich
Wer einen Turm bauen will, soll sich zuerst hinsetzen und rechnen, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen (Lk 14,28). Niemand darf sich zu etwas Unmöglichem verpflichten. So wäre z.B. das Gelübde, alle Sünden zu meiden, ungültig, da dies über die Kraft des Menschen geht.

besser als sein Gegenteil
Der Gegenstand des Gelübde muss besser sein als sein Gegenteil, andernfalls würde es nicht zur Ehre Gottes gereichen.

Private oder öffentliche Gelübde

Man unterscheidet private Gelübde, die nur privat, und öffentliche Gelübde, die im Angesichte der Kirche (rechtmäßiger Oberer) abgelegt und in ihrem Namen entgegengenommen werden (Can. 1192 §1). Das letzte gilt von den Ordensgelübden (Profess in Orden und Kongregationen) und vom Zölibat.

Private Gelübde, wenn sie nicht dem Apostolischen Stuhle vorbehalten sind, können von dem Gelobenden selbst in ein gleichwertiges oder besseres und aus entsprechenden Gründen vom Ortsordinarius oder einem anderen vom Apostolischen Stuhle bevollmächtigten Priester, bei Ordensleuten von den eigenen Oberen, auch in ein geringeres gutes Werk umgewandelt oder ganz dispensiert werden. Dem Apostolischen Stuhle vorbehaltene privaten Gelübde, sind nur das Gelübde vollkommener und ewiger Keuschheit und das Gelübde, in einen Orden mit feierlichen Gelübde einzutreten, wenn sie nach dem vollendeten 18. Lebensjahre ohne jede Bedingung abgelegt worden sind. Sie sind ein aufschiebendes Ehehindernis.

Ein Gelübde ist feierlich, wenn es als solches von der Kirche anerkannt worden ist, andernfalls ist es einfach (Can. 1192 §2)

Ordensgelübde oder auch Evangelische Räte

Ordensgelübde werden und auch Evangelische Räte genannt, da sie im Evangelium (der Heiligen Schrift) geraten werden, jedoch nicht allgemein zum ewigen Heile notwendig sind. Sie beruhen auf der Lehre und dem Beispiel Christi und sind ein Geschenk Gottes, der die Gläubigen in besonderer Weise dazu beruft.

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