Gemeinschaft und Befreiung

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Die Fraternität Gemeinschaft und Befreiung (ital. comunione e liberazione; Abk. CL) wurde 1954 unter dem Namen Gioventù Studentesca (GS) in Mailand von dem aus Desio stammenden Priester Luigi Giussani gegründet. Um 1968 nahm die Bewegung, zur Abgrenzung von damals aktuellen Entwicklungen in der studentischen Jugend, den heutigen Namen an. Die Fraternität wurde 1980 durch Martino Matronola OSB, Abtordinarius der Abtei Monte Cassino, und 1982 durch den Päpstlichen Laienrat kirchenrechtlich anerkannt und hat ca. 40.000 eingeschriebene Mitglieder, mit Schwerpunkt in Italien. Die Bewegung umfasst jedoch weitere Aktivitäten: Giussani gründete überdies eine ordensähnliche Gemeinschaft für Zölibatäre (die Memores Domini) und eine Priesterbruderschaft, die Missionare vom Hl. Karl Borromäus, die der Bewegung verbunden sind.

Die wöchentliche Katechese, "Seminar der Gemeinschaft" genannt, ist das grundlegende Instrument für die Ausbildung der Anhänger, die nicht notwendig zugleich Mitglieder der Fraternität sind. Monatlich gibt die Gemeinschaft in mehreren Sprachen die Zeitschrift "Tracce - Litterae Communionis" heraus; der Titel der deutschen Ausgabe heißt "Spuren".

Würdigung

Obwohl seit Mitte der 1970-er Jahre verstärkt von den Päpsten unterstützt, musste die Bewegung gegen einige Widerstände im italienischen Katholizismus antreten, da Kritiker die Methode von Giussani teils als zu modern, teils als zu konservativ beurteilten. In jüngerer Zeit findet der von Giussani vorgeschlagene Weg verstärkt Zuspruch, da die Methode von C.L. ein zugleich traditionsbewusstes, aber auch kulturell zeitgemäßes, aktives Glaubensleben für viele ermöglicht.

Dem Selbstverständnis nach bildet C.L. keine "neue geistliche Bewegung" (vgl. Movimenti) sondern eine bewusst kirchliche Bewegung. Nach Meinung einiger Kritiker nimmt die Bewegung aber sich selbst und ihre Ausbreitung allzu wichtig und vernachlässigt so die innere, "religiöse Wahl" (scelta religiosa) zugunsten eines äußeren Aktionismus, der sich in Italien (überraschend deutlich) mit der politischen Rechten identifiziert. Die Befürworter entgegnen, dass der eigentlich religiöse Sinn der Bewegung unbestreitbar sei; in wichtigen Fragen müsse jedoch aus Treue zum Katholizismus ein wahrnehmbares Zeugnis, zugunsten einer explizit christlichen Position, gegeben werden.

Literatur

  • Luigi Giussani, Warum die Kirche?, Paderborn 2008.

Weblinks