Hölle

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Die letzen Dinge

des einzelnen Menschen
der gesamten Schöpfung

Hölle bedeutet ein Ort oder Zustand nie endender Unseligkeit, indem sich die von Gott Verworfenen befinden. Sie ist eine ewige Trennung von Gott. In der Heiligen Schrift wird sie als "Gehenna" bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Zustand der Hölle

Die schlimmste Qual der Hölle besteht in der immerwährenden Trennung von der Liebe Gottes. Die Möglichkeit der Hölle kann nur im Zusammenhang mit der Freiheit des Menschen verstanden werden. Nach Joseph Ratzinger ist die Hölle "nicht eine kosmogeoraphische Bestimmtheit", weder oben noch unten, sondern der Zustand, in dem "die Tiefe der menschlichen Existenz" "in den Todesgrund, in die Zone der unberührbaren Einsamkeit und der verweigerten Liebe hinabreicht". "Hölle, Existieren in der endgültigen Verweigerung des 'Seins für', ist [...] eine Dimension der menschlichen Natur, ihr Abgrund, in den sie hinunterreicht."[1]

Eigenschaften der Hölle

1.) Die Höllenstrafe dauert ewig.

2.) Das Strafmaß des einzelnen Verdammten ist verschieden je nach dem Grade seiner Schuld.

Biblische Hinweise

In der Bibel wird immer wieder von der Möglichkeit der Hölle gesprochen. Beispielsweise heißt es in Mt 23,33 "Ihr Schlangen! Ihr Natterngezücht! Wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entrinnen?" In Mt. 25,46 heißt es: "Und sie werden hingehen, diese in ewige Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben."

Jesus droht in der Bibel den Sündern die Höllenstrafe ausdrücklich an. Er bezeichnet diesen Ort als "Gehenna", z. B. in Mk 9,46 ff. als Ort, wo der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. Im Mt. 25,41 spricht er vom "ewigen Feuer" und "ewiger Pein", in Mt 3,12 vom "unauslöschbaren" Feuer.

Paulus spricht im 2 Thess 1,9: "Diese werden als Strafe erleiden ewiges Verderben, ferne von dem Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Majestät."

Bei den Kirchenvätern wird die Hölle einmütig bezeugt. Justin begründet ihre Existenz mit der "Göttlichen Gerechtigkeit", Ignatius von Antiochien spricht davon, dass derjenige, der "den Gottesglauben, für den Christus gekreuzigt wurde, durch schlechte Lehre verdirbt, in das unauslöschliche Feuer eingehen" wird und auch "derjenige, der auf ihn hört" (Vgl. auch Eph. 16,2)

Im Katechismus der Katholischen Kirche

1033 Wir können nicht mit Gott vereint werden, wenn wir uns nicht freiwillig dazu entscheiden, ihn zu lieben. Wir können aber Gott nicht lieben, wenn wir uns gegen ihn, gegen unseren Nächsten oder gegen uns selbst schwer versündigen: „Wer nicht liebt, bleibt im Tod. Jeder, der seinen Bruder haßt, ist ein Mörder, und ihr wißt: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt“ (1 Joh 3,14–15). Unser Herr macht uns darauf aufmerksam, dass wir von ihm getrennt werden, wenn wir es unterlassen, uns der schweren Nöte der Armen und Geringen, die seine Brüder und Schwestern sind, anzunehmen [Vgl. Mt 25,31–46]. In Todsünde sterben, ohne diese bereut zu haben und ohne die barmherzige Liebe Gottes anzunehmen, bedeutet, durch eigenen freien Entschluß für immer von ihm getrennt zu bleiben. Diesen Zustand der endgültigen Selbstausschließung aus der Gemeinschaft mit Gott und den Seligen nennt man „Hölle“ (Vgl. dazu auch 1861, 393, 633).

1034 Jesus spricht öfters von der „Gehenna“ des „unauslöschlichen Feuers“ [Vgl. Mt 5,22. 29; 13, 42. 50; Mk 9,43–48], die für jene bestimmt ist, die bis zum Ende ihres Lebens sich weigern, zu glauben und sich zu bekehren, und wohin zugleich Seele und Leib ins Verderben geraten können [Vgl. Mt 10,28]. Jesus kündigt in ernsten Worten an, dass er „seine Engel aussenden“ wird, die „alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und ... in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt“ (Mt 13,41–42), und dass er das Verdammungsurteil sprechen wird: „Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer!“ (Mt 25,41).

1035 Die Lehre der Kirche sagt, dass es eine Hölle gibt und dass sie ewig dauert. Die Seelen derer, die im Stand der Todsünde sterben, kommen sogleich nach dem Tod in die Unterwelt, wo sie die Qualen der Hölle erleiden, „das ewige Feuer“ [Vgl. DS 76; 409; 411; 801; 858; 1002; 1351; 1575; SPF 12]. Die schlimmste Pein der Hölle besteht in der ewigen Trennung von Gott, in dem allein der Mensch das Leben und das Glück finden kann, für die er erschaffen worden ist und nach denen er sich sehnt (Vgl. dazu auch 393).

1036 Die Aussagen der Heiligen Schrift und die Lehren der Kirche über die Hölle sind eine Mahnung an den Menschen, seine Freiheit im Blick auf sein ewiges Schicksal verantwortungsvoll zu gebrauchen. Sie sind zugleich ein eindringlicher Aufruf zur Bekehrung: „Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn“ (Mt 7,13–14) (Vgl. dazu auch 1734, 1428).

„Da wir weder Tag noch Stunde wissen, müssen wir auf die Ermahnung des Herrn hin standhaft wachen, damit wir, wenn unser einmaliger irdischer Lebenslauf erfüllt ist, mit ihm zur Hochzeit einzutreten und den Gesegneten zugezählt zu werden verdienen und uns nicht wie bösen und faulen Knechten geheißen wird, ins ewige Feuer zu weichen, in die Finsternis draußen, wo ‚Heulen und Zähneknirschen sein wird’“ (LG 48).

1037 Niemand wird von Gott dazu vorherbestimmt, in die Hölle zu kommen [Vgl. DS 397; 1567]; nur eine freiwillige Abkehr von Gott (eine Todsünde), in der man bis zum Ende verharrt, führt dazu. Bei der Eucharistiefeier und in den täglichen Gebeten ihrer Gläubigen erfleht die Kirche das Erbarmen Gottes, der „nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren“ (2 Petr3,9) (Vgl. dazu auch 162, 1014, 1821):

„Nimm gnädig an, o Gott, dieses Opfer deiner Diener und deiner ganzen Gemeinde; ordne unsere Tage in deinem Frieden, rette uns vor dem ewigen Verderben und nimm uns auf in die Schar deiner Erwählten“ (MR, Römisches Hochgebet 88).

1034 Jesus spricht öfters von der „Gehenna“ des „unauslöschlichen Feuers“ [Vgl. Mt 5,22. 29; 13, 42. 50; Mk 9,43–48], die für jene bestimmt ist, die bis zum Ende ihres Lebens sich weigern, zu glauben und sich zu bekehren, und wohin zugleich Seele und Leib ins Verderben geraten können [Vgl. Mt 10,28]. Jesus kündigt in ernsten Worten an, dass er „seine Engel aussenden“ wird, die „alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und ... in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt“ (Mt 13,41–42), und dass er das Verdammungsurteil sprechen wird: „Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer!“ (Mt 25,41).

Irrlehren im Zusammenhang mit der Hölle

Die Kirche hat sich, insbesondere gegen Origenes, zu der Überzeugung bekannt, dass es die Möglichkeit der Hölle gibt und die Lehre von der Allversöhnung oder Apokatastasis immer wieder als Irrlehre verurteilt. Die jüngste Bekräftigung erfolgte im Credo des Gottesvolkes von 1968.

In den Grenzen kirchenamtlicher Definition sind jedoch zahlreiche Einzelfragen der weiteren theologischen Forschung und kirchlichen Überzeugungsbildung überlassen. Ein allzu naiver Heilsoptimismus wird jedoch dem Ernst des Evangeliums nicht gerecht.

Es gibt Stimmen von Theologen im 20. Jahrhundert, die das Bestehen einer Hölle annehmen, jedoch behaupten, dass die Hölle leer sei. Wenn sich letztlich alle Geschöpfe für Gott entscheiden würden, dann gäbe es keine Hölle. Das tun jedoch nicht alle Geschöpfe. Die gefallenen Engel sind schon in der Gottferne vgl. (Offb 12,8 EU). Auch Judas Iskariot ist in der Hölle. Er bereute zu spät und verzweifelte.[2] Menschen, die im ganzen Leben ihrem Gewissen nicht gefolgt sind, werden sich in der Sterbestunde (gewöhnlich) nicht zu Gott hinwenden. Sie haben die erkannte Wahrheit zwar gehört vgl. (Joh 10,28 EU), aber nicht angenommen, z. B. weil es ohne an zu Gott leichter zu leben war (vgl. Atheismus). Sie erkannten, wollten aber nicht sehen.
Außerdem sagt Maria in Fatima (kirchlich anerkannte Privatoffenbarung), dass viele in die Hölle kämen, da niemand für sie bete. Dass Hans Urs von Balthasar, der diese Aussage (wohl zuerst) in die Welt setzte, aus diesem Grund von Gott aus der Welt abberufen wurde, noch bevor er den Kardinalshut empfangen konnte, ist viel eher denkbar. Die doch nur phrasenhafte Abschaffung der Hölle könnte im Kern eine neue Erscheinungsform überwunden geglaubter Höllenangst sein.

Genauso wie die Allerlösung ist jedoch auch eine eigenmächtig-spekulative Einschränkung des universalen Heilswillen Gottes irrig. Gott will das Heil aller Menschen. Die reprobationistische Auffassung der Prädestinationslehre im Calvinismus (und anderer), wonach Gott seine Gnade nur denen zukommen lässt, die er von vorneherein und unabhängig von ihrer freien Antwort auf die Gnade in Glaube und Werken zukommen lässt, während die übrigen Menschen ausnahmslos verdammt werden, ist als Einschränkung dieses universalen Heilswillens abzulehnen .

Die Leiden in der Hölle nach der heiligen Schwester Maria Faustyna Kowalska

In seiner Barmherzigkeit hat Gott Schwester Faustine die Folgen der schweren Sünde zeigen wollen. Sie schreibt in ihrem ,,Kleinen Tagebuch": ,,Heute wurde ich von einem Engel in den Abgrund der Hölle geführt. Das ist ein Ort großer Qualen. Furchtbar weit ist seine Ausdehnung. Ich habe dort verschiedene Arten von Leiden gesehen: Das erste ist der Verlust von Gott. -Das zweite: die ewigen Vorwürfe des Gewissens. - Das dritte: daß das Schicksal der Verdammten sich niemals ändern wird. -Das vierte: das ist das Feuer, das durch den Zorn Gottes angefacht ist, das in der Seele brennt, ohne sie zu zerstören. -Das fünfte: das ist die ständige Finsternis, ein grauenvoller, erstickender Gestank. Und trotz der Finsternis sehen sich die Dämonen und die verdammten Seelen gegenseitig, und sie sehen alles Böse von den andern und von sich selbst. - Das sechste: unaufhörlich die Gesellschaft des Teufels ertragen. - Das siebte: eine furchtbare Verzweiflung, der Haß auf Gott, die Flüche, die Beleidigung alles Heiligen.

,Jeder Sünder soll wissen, daß er in alle Ewigkeit gemartert wird durch die Sinne, die er zur Versündigung ins Werk setzte. Ich schreibe das auf Anordnung Gottes, damit keine Seele sich damit entschuldigen kann, daß es keine Hölle gibt oder niemand hineinkommt und daß sie nicht wüßte, wie sie beschaffen ist. Ich, Schwester Faustine, bin auf Befehl Gottes eingedrungen in diese Abgründe, um davon zu den Seelen zu sprechen und um zu bezeugen, daß es die Hölle gibt... Etwas habe ich bemerkt, nämlich daß dort viele Seelen sind, die bezweifelten, daß die Hölle existiert... Darum bete ich noch inständiger für das Heil der Seelen. Ohne Unterlaß rufe ich die göttliche Barmherzigkeit für sie an. O mein Jesus, ich ziehe es vor, bis ans Ende der Welt in den größten Qualen dahinzusiechen, als Dich durch die kleinste Sünde zu beleidigen".[3]

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.: Einführung in das Christentum, Neuausgabe, München 2000, S. 294.
  2. (In der Zusammenschau der folgenden Bibelstellen, zeigen die Exegeten in den Anmerkugen der Jerusalemer Bibel, dass Judas Iskariot sich in der Hölle befindet vgl. (Apg 1,18 EU) (Ps 41,10 EU)) (Joh 13,18 EU) (Joh 17,12 EU) (Mt 27,3-5 EU));
  3. Rundbrief der Benediktinerabtei St-Joseph de Clairval von Flavigny am 6. Juni 1997.
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