Heilige drei Könige

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Caspar, Melchior und Balthasar mit phrygischen Mützen. 6. Jahrhundert, Basilika Sant Apollinare Nuovo (Ravenna, Italien)

Die Heiligen Drei Könige oder Weisen aus dem Morgenland sind die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäus-Evangeliums (Mt. 2) erwähnten „Magier aus dem Osten“, die durch den Stern von Betlehem zu Jesus geführt wurden. Im Neuen Testament werden sie nicht näher beschrieben. Bereits im 3. Jahrhundert entstand jedoch eine umfangreiche Legendenbildung, aus der sich unter anderem ihre Zahl, ihre Bezeichnung als Könige und, ab dem 6. Jahrhundert, ihre Namen herleiten (siehe auch Erscheinung des Herrn und Sternsinger).

Inhaltsverzeichnis

Verehrung

In der katholischen Kirche werden sie als Heilige verehrt. Ihr Hochfest in der katholischen Liturgie ist das Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie), das am 6. Januar begangen wird. Auch in den evangelischen Kirchen werden die Weisen aus dem Morgenland an Epiphanias (6. Januar) gefeiert. In den orthodoxen Kirchen ist ihr Fest dagegen zusammen mit Weihnachten am 25. Dezember und am 6. Januar wird statt dessen die Taufe Jesu gefeiert. In Kirchen, die dem julianischen Kalender folgen, fallen diese Termine auf den 7. und 19. Januar des gregorianischen Kalenders.

Die Anbetung der Könige und ihr Weg nach Bethlehem sind traditionelle Motive in der christlichen bildenden Kunst. Ihre Darstellung ist häufig Bestandteil der Weihnachtskrippe und in vielen Ländern auch Motiv für Briefmarken.

In der Musik entstanden zahlreiche Drei-Königs-Lieder oder größere Musikstücke wie etwa die Kantate von Johann Sebastian Bach Sie werden aus Saba alle kommen. Weitere Gesänge mit Bezug zu den heiligen drei Königen sind:

  • Seht ihr unsern Stern dort stehen. Text: Diethard Zils, Melodie: Frankreich 18. Jahrhundert.
  • Stern über Bethlehem. Text und Melodie: Alfred Hans Zoller 1964.
  • Wir heil’gen drei Könige mit unserm Stern. Volksweise.
  • Wir kommen daher aus dem Morgenland. Text: Maria Ferschl, Melodie: Heinrich Rohr.
  • Wir sind die drei Könige. Text und Musik: Kurt Mikula.

Biblischer Bezug

Neues Testament
Das zweite Kapitel des Matthäusevangeliums berichtet im Rahmen der Erzählung von der Geburt Jesu über die Verehrung des Neugeborenen durch Magoi apo anatolôn, den Magiern von Osten. Dort heißt es: Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

Magoi wird im Griechischen allgemein für Magier verwendet, aber auch für die zoroastrische Priesterkaste aus dem Land Midian, die bei Herodot, Strabon und Philo von Alexandria erwähnt werden. Deshalb könnten sowohl persische als auch chaldäische Sterndeuter gemeint sein. Nach allgemeiner Auffassung der Exegese repräsentieren sie die Welt der Heiden und suchen nach dem neugeborenen „König der Juden“. Die Weisen haben den Aufgang eines Sterns beobachtet, der die Geburt eines Königs ankündigt.

Die Weisen kamen zuerst nach Jerusalem, für sie als Hauptstadt nahe liegender Geburtsort eines Königs der Juden. Hier wird die Reaktion der politischen und religiösen Persönlichkeiten auf die Geburt des Messias geschildert: „sie erschrecken“. König Herodes beauftragt sie sodann, zurückzukehren und ihm genau den Aufenthaltsort des Kindes zu schildern. Die Weisen folgen wieder dem Stern, der erst jetzt als wegweisender Wanderstern beschrieben ist. Er zieht vor ihnen her bis nach Betlehem und bleibt dort stehen. Die Magier freuen sich und bringen ihre Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Jedoch ziehen sie auf einem anderen Weg wieder in ihr Land zurück

Altes Testament
Die Völkerwallfahrt zum Zion in Psalm 72, 10–15:

  • Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Geschenke, die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben. Alle Könige müssen ihm huldigen, alle Völker ihm dienen. Er lebe und Gold von Saba soll man ihm geben!

Bei Jesaja 60, 6:

  • Alle kommen von Saba, bringen Weihrauch und Gold und verkünden die ruhmreichen Taten des Herrn.

Im Hohenlied 3, 6:

  • Wer ist sie, die da aus der Steppe heraufsteigt in Säulen von Rauch, umwölkt von Myrrhe und Weihrauch, von allen Wohlgerüchen der Händler?

Reliquien

Dreikönigsschrein im Kölner Dom

Ursprung und Geschichte der Reliquien der Heiligen Drei Könige sind bis ins 12. Jahrhundert nur in legendarischer Form überliefert. Danach soll die hl. Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin I., auf einer Pilgerfahrt in Palästina um 326 die Gebeine der hl. drei Könige gefunden und mit sich genommen haben. Nach einer Legende aus dem 12. Jahrhundert soll Bischof Eustorgius von Mailand († um 350) einige Jahre später die Reliquien als Geschenk des Kaisers erhalten und persönlich nach seinem Bischofssitz Mailand überführt haben. In der diesem Bischof geweihten Basilika des Hl. Eustorgius in Mailand lassen sich die Reliquien der Heiligen Drei Könige erstmals geschichtlich nachweisen. 1158 wurden sie angesichts der ersten Belagerung Mailands durch Friedrich Barbarossa von der außerhalb der Stadtmauern gelegenen Basilika des Hl. Eustorgius in den Glockenturm der in der Stadt befindlichen Kirche St. Georg geschafft.

Nach der Eroberung Mailands erhielt der damalige Kölner Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine 1164 als Geschenk von Kaiser Barbarossa. Am 23. Juli 1164 gelangten die Reliquien nach Köln, wo sie bis heute im Kölner Dom verehrt werden. 1903 wurde ein Teil der Reliquien an die Mailänder Basilika des Hl. Eustorgius zurückgegeben.

Gesetzlicher Feiertag

Der 6. Januar ist ein staatlicher Feiertag in Österreich, Liechtenstein, Italien, Spanien und Andorra, Schweden, Island, Finnland, Kroatien, der Slowakei, Griechenland und Zypern und seit 2011 auch in Polen.

In Deutschland ist der 6. Januar gesetzlicher Feiertag nur in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt, in der Schweiz nur in den Kantonen Schwyz, Tessin und Uri sowie in einigen Gemeinden im Kanton Graubünden.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Maria Palmer: Wegweiser wahrnehmen. Das Dreikönigslied „Seht den Stern, den wir euch bringen“ von Peter Gerloff und Ludger Stühlmeyer. In: Heinrichsblatt, Nr. 1, Bamberg 1. Januar 2017, S. 13.
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