Herbert Kohlmaier

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Herbert Kohlmaier (* 29. Dezember 1934 in Wien) ist ein österreichischer Politiker der ÖVP. Im Jahr 1957 heiratete er Edith Libanitz. Mit ihr hat er vier Kinder. Er ist Sprecher einer österreichischen "Laieninitiative", die im Mai 2010 zum offenen Aufstand gegen die Bischöfe und gegen den Papst aufruft.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Herbert Kohlmaier erwarb 1952 die Matura in Laa an der Thaya. Von 1969 bis 1988 war er Abgeordneter im Nationalrat und von 1971 bis 1975 Generalsekretär der ÖVP. In den Jahren 1978 bis 1987 leitete er als Bundesobmann die ÖAAB und in den Jahren 1988 bis 1995 war er Volksanwalt in Österreich. Gemeinsam mit ÖVP-Politikern gründete er ein "katholisches" Laienbündnis, das die Abschaffung des Pflichtzölibats des Priesters, Verheirateten Priestern wieder zur Ausübung des 'Amtes zulassen, und die Weihe von Frauen zu Diakoninnen fordert.

"Laieninitiative"

Herbert Kohlmaier ist selbsternannter Sprecher einer österreichischen "Laieninitiative", ein de facto Ableger der außerhalb der Kirche stehenden "Wir sind Kirche", die dem Papst und den Bischöfen sagen will (droht), was sie zu tun hätten, um das Evangelium nach ihren Ansichten umzusetzen. Diese fordert eine "umfassende Reform" der Katholischen Kirche und rufen zum Widerstand durch Ungehorsam auf.

Der Apostat, der Häretiker oder der Schismatiker zieht sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu (vgl. CIC can. 1364 ff)

Kohlmaier distanziert sich vom Vatikan und verwirft "konstruierte und kommandierte Lehrsätze", die sich "jeder Prüfung auf ihre Richtigkeit und Plausibiliät entziehen".
"Nichts als die Vorstellungen der bald aufgetretenen „christlichen“ Erklärer lässt uns dagegen glauben, dass mit der grausamen Hinrichtung am Kreuz eine erlösende oder schuldbefreiende Opferung stattgefunden hätte. Einen solchen Ratschluss der Dreifaltigkeit anzunehmen, ist geradezu gotteslästerlich. Würde doch damit der Vater zum Mörder und der Sohn zum Selbstmörder. Ganz abgesehen davon, dass sich an der Bösartigkeit der Welt zu jener dunklen Stunde überhaupt nichts geändert hat. Jesus schrie da zu seinem Vater, warum dieser ihn verlassen hätte. Dass sein Werk nun vollbracht sei, sagte er wohl nur in der frommen Phantasie des Johannes."

Weiters behauptet Kohlmaier: "Dieses Gebäude muss renoviert werden, soll es nicht allmählich vergammeln. Das Kämmerchen mit dem Messopfer müsste dabei zum historischen Schauraum werden. Wenn in der Eucharistiefeier der Priester den Leib Christi zeigt, sollte er nicht mehr sagen: "Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt". Wer soll das überhaupt noch verstehen? Sondern vielmehr: "In Jesus hat uns Gott seine unendliche Liebe und Güte gezeigt". Und das Volk sollte nicht antworten "Herr ich bin nicht würdig", sondern: "Herr sei bei uns, begleite uns, schenke uns Dein Heil und Deinen Segen". (vgl. dazu KKK 1330). "Alle Versuche, mit den Bischöfen zu kooperieren, sind nutzlos." Reform könne "nicht mehr erbeten und erbettelt" werden, sondern "muss vom Kirchenvolk selbst energisch in die Hand genommen werden".

Die Antikirchlichkeit des Hasspredigers

Am 20. Mai 2010, verweist Kohlmaier in der offiziellen Zeitung der Republik Österreich auf "12.000 Internetjünger" und ruft "zum offenen Widerstand gegen die Reformverweigerung" gegen die Kirche auf. Den Männern im Vatikan wirft er Verrat an Jesus vor. In der Kirche möchte er bleiben, aber die Kirche vom "klerikalen System" befreien, da diese der Glaubensgemeinschaft schwer schade. Den Vatikan beschimpft Kohlmaier am Ende seiner "Hasspredigt" weiters als "ein Bunker der Verteidigung des Althergebrachten" statt ein Zentrum der Verkündigung der Frohbotschaft". Für ihn sei das eine Scheinwelt, die "uns und vor allem der Jugend" unerträglich fremd sei. "Das absurde System muss überwunden werden. Wir können es nicht abwählen. Um das ganz und gar ungeeignete Kirchenregime loszuwerden, muss man ihm die Gefolgschaft mit Selbstbewusstsein verweigern. Es ist so lange zu isolieren und unwirksam zu machen, bis es draufkommt, dass es sich ganz ändern muss."


"Auszeichnung"

In den 90er-Jahren erhielt Kohlmaier auf Antrag der Erzdiözese Wien den Gregoriusorden, den vierthöchste Orden für Verdienste um die römisch-katholische Kirche. Das vatikanischen Staatssekretariat hat offensichtlich auf die antikirchlichen Thesen Kohlmaiers reagiert und in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass die hohe kirchliche Auszeichnung „Respekt und Wohlwollen gegenüber dem Nachfolger Petri und dem Apostolischen Stuhl erwarten lässt". Dieser reagierte verschnupft und gab den erhaltenen Orden zurück.[1]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Schismatiker Herbert Kohlmaier gibt päpstlichen Orden zurück
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