Herrenbruder

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Als der Herrenbruder wird unter den Jüngern Jesu der erste Leiter der Gemeinde von Jerusalem, evtl. nach dem Apostel Jakobus d. Ä. ("maior"; Sohn des Zebedäus, gest. um 44), nämlich Jakobus "minor" bezeichnet (gest. um 62). Die katholische Tradition ging bis weit in das 20. Jahrhundert davon aus, dass dieser Verwandte Jesu mit dem Apostel Jakobus d. J., dem "Sohn des Alphäus", identisch ist.

Die historisch kritische Exegese sieht in Jakobus einen leiblichen Bruder oder Halbbruder Jesu. Das"ökumenischen Heiligenlexikon" schreibt hierzu:(Link): "Jakobus war ein Bruder Jesu (Markus­evangelium 6, 3; Galaterbrief 1, 19). Die katholische Überlieferung kennt ihn als Vetter Jesu, weil (!) die Lehre von der Reinheit der Maria keine Geschwister Jesu zulässt, obwohl sie im Neuen Testament (z.B. Markus­evangelium 6, 3) erwähnt sind, und identifiziert ihn - fälschlich - mit Jakobus dem Jüngeren."

Herrenbrüder im Apostelkreis

Als weitere Herrenbrüder (also: Vettern) gelten Joses (mutmaßlich ein Bruder des Jakobus d.J.) sowie Simon und Judas. Einige Theologen sind überzeugt, dass auch die letzteren zum Apostelkreis zählen und mit Simon Kanaanäus, dem Zeloten, und Judas Thaddäus zu identifizieren sind.

  • Literatur: Ludwig Neidhart, Die "Brüder Jesu": Hatte Maria mehrere Kinder oder lebte sie stets jungfräulich? In: THEOLOGISCHES, Jg. 2007, Sp. 393-404.
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