Ich glaube an Jesus Christus, den Sohn Gottes

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Hat Jesus Christus wirklich gelebt? Ist er wahrhaftig der Messias, der Gesandte Gottes, der Retter der Menschen? Wer ist er, ein aussergewöhnlicher Mensch, oder gar menschgewordener Gott? Diese Fragen sind für jeden Menschen von grösster Bedeutung. Denn wenn das Zeugnis des Evangeliums authentisch ist, dann kann Christus - und nur Christus allein - uns die Tür zum ewigen Leben öffnen:

Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. "Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm." (Joh 3, 35-36).

Jesus selber bekräftigt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater ausser durch mich." (Joh 14, 6).

Der heilige Petrus verkündet am Pfingsttag: "In keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen." (Apg 4,12). Und der heilige Paulus bestätigt, dass Jesus Christus der einzige Mittler ist zwischen Gott und den Menschen. (1Tim 2,5).

Wir können daher dieser Frage nicht gleichgültig gegenüber stehen. Wir müssen die Person Jesus Christus studieren, wie sie uns die Geschichte zu erkennen gibt, um zu erkennen, ob wir seine Lehre glauben müssen, ob wir den Weg gehen müssen, der seiner Lehre gemäss zum ewigen Leben führt.

Wir werden Schritt für Schritt aufzeigen:


Inhaltsverzeichnis

JESUS CHRISTUS HAT GELEBT

Diese Behauptung kann durch historische Dokumente mit Sicherheit bestätigt werden, nämlich durch das Zeugnis heidnischer Autoren und vor allem durch das Evangelium.

Jesus Christus hat nicht in einer mythischen Vorzeit gelebt, die wir schlecht kennen. Er ist ungefähr ein halbes Jahrhundert nach dem Tod von Julius Cäsar geboren, zur Blütezeit des Römischen Reiches (in der Regierungszeit von Cäsar Augustus); er war ein Zeitgenosse Senecas. Viele der in den Evangelien erwähnten Personen kennen wir auch aus anderen Quellen, zum Beispiel jene, die der heilige Lukas zu Beginn seines Evangeliums aufführt: Die Kaiser Augustus und Tiberius, Herodes der Grosse, Pontius Pilatus, die Hohepriester Annas und Kajaphas und der heilige Johannes der Täufer, von dessen Auftrag und Tod Flavius Josephus, der jüdische Historiker, berichtet.

Das Zeugnis jüdischer und heidnischer Autoren

"Dieses Ereignis, dass der Sohn Gottes "einer aus uns geworden ist", hat sich in grösster Demut vollzogen, so dass es nicht verwundert, dass die nichtchristliche Geschichtsschreibung, die sich von aufsehen erregenden Ereignissen und prominenteren Persönlichkeiten gefangen nehmen liess, dem Anfang (des Christentums) nur flüchtige, wenn auch bedeutsame Andeutungen gewidmet hat." (Johannes Paul II, Tertio millenio adveniente, 10 November 1994, Nr. 5).

  1. Hinweise auf Christus finden sich in "Jüdische Altertümer", einem vom jüdischen (nicht-christlichen) Historiker Flavius Josephus in den Jahren 93 und 94 in Rom verfassten Werk: "Zu jener Zeit lebte Jesus, ein weiser Mann. […] Die Verantwortlichen unseres Volkes hatten ihn vor Pilatus angeklagt, der ihn kreuzigen liess." (Ant. Iud., 5, 1-7). In den Augen der Kritiker steht zweifelsfrei fest, dass Flavius Josephus in diesem Textabschnitt ein authentisches Zeugnis für die Existenz von Jesus Christus abgibt.
  2. Zu Beginn des zweiten Jahrhunderts berichten verschiedene römische Autoren über Jesus Christus:
    1. Sueton (69-125) informiert uns, dass Kaiser Claudius (10 v. Chr.-54 n. Chr.) "die Juden aus Rom vertrieb, weil sie auf Anstiftung eines gewissen Chrestus hin häufig Unruhen auslösten" (Vita Claudii, 25,4). Man bemerkt die Veränderung des Namens von Christus, ohne Zweifel wegen der Aussprache von Christen griechischen Ursprungs. Unter den Interpreten ist die Überzeugung verbreitet, dass sich dieser Abschnitt auf Jesus Christus bezieht, der zum Anlass für Streit innerhalb des römischen Judentums geworden war. Die repressive Haltung von Claudius wird übrigens durch die Apostelgeschichte bezeugt: der heilige Paulus trifft im Jahre 52 in Korinth auf einen jüdischen Haushalt, der aus Rom vertrieben worden war (vgl. Apg 18,2). Weniger als zwanzig Jahre nach dem Tod Christi hatte es in Rom also Christen gegeben. Wenn Jesus Christus nicht gelebt hätte, wäre dann eine Legende in so kurzer Zeit ohne Widerspruch akzeptiert worden?
    2. Tacitus berichtet in seinen Annalen, die er gegen 116 verfasste, über die Christen aus Anlass des Brandes von Rom und der Verfolgung durch Nero im Jahre 64. "Den Namen "Christen" haben sie von Christus, der auf Anordnung des Statthalters Pontius Pilatus unter Kaiser Tiberius hingerichtet wurde. Für einen Augenblick unterdrückt breitete sich dieser Aberglauben wieder heftig aus, nicht nur in Juda, woher er stammte, sondern sogar in Rom." (Annalen, XV, 44). Anderswo berichtet Tacitus von einer "ingens multitudo" (ungeheuren Menge) von Christen in Rom seit 64, nur dreissig Jahre nach dem Tod von Jesus Christus.
    3. Plinius der Jüngere, Provinzstatthalter von Bithynien und Pontus (Kleinasien), schickt im Jahr 111 dem Kaiser Trajan einen Bericht über die Christen und fragt an, wie man sich ihnen gegenüber verhalten solle. Plinius offenbart, dass sich eine grosse Anzahl von Personen "an einem bestimmten Tag vor Tagesanbruch" zu versammeln pflege, "um im Wechselgesang einen Hymnus an Christus als einen Gott zu singen"; er fügt hinzu, dass sie so zahlreich geworden sind, dass sich die heidnischen Priester beunruhigen. (Epist. 10, 96)
  3. Später bezweifeln die antichristlichen Polemiker, wie z. B. Celsus am Ende des zweiten Jahrhunderts, nie die Existenz von Jesus Christus, aber sie bemühen sich, ihn als Hochstapler oder Zauberer darzustellen.

Das Zeugnis christlicher Autoren

Wir kennen Jesus Christus in erster Linie durch die vier Evangelien (von griechisch "euanggelion", gute Nachricht), durch die Apostelgeschichte, durch die Briefe des heiligen Paulus, des heiligen Johannes, des heiligen Petrus, des heiligen Jakobus und des heiligen Judas, und durch die Offenbarung des heiligen Johannes. Diese 27 Bücher bilden das Neue Testament. Wir beschränken uns hier auf das Studium der Evangelien: diese reichen bei weitem aus, um zu beweisen, das Jesus gelebt hat; und sie machen uns bekannt mit den Ereignissen aus seinem Leben und mit seiner Lehre:

  • weil sie unverfälschte historische Berichte sind.
  • weil sie das Zeugnis ehrenwerter und gut informierter Männer sind.
  • weil sie untereinander übereinstimmen, trotz Unterschieden in Einzelheiten.

Alter und Glaubwürdigkeit der Evangelien

Antike Texte wurden zu Beginn auf brüchige Papyrusblätter geschrieben, und ab dem 4. Jh. dann auf das resistentere Pergament. Sie sind in der Regel schlecht erhalten und darüber hinaus existieren sie nur in kleinen Mengen, wegen der hohen Herstellungskosten dieser Texte. Aber trotzdem und trotz der Verfolgungen (Diokletian wollte alle christlichen Bücher vernichten) und trotz der Schwierigkeiten in einer zweitausendjährigen Geschichte blieben 5000 griechische Manuskripte aus der Zeit vom 4. bis 7. Jahrhundert bis heute erhalten.(Speziell erwähnen möchten wir den Codex Sinaiticus und den Codex Vaticanus, zwei fast vollständige Manuskripte des Neuen Testaments aus dem 4.Jh. Darüber hinaus haben die Archäologen aus dem trockenen ägyptischen Wüstensand zahlreiche Papyrusfragmente geborgen, einige davon aus dem 2.Jh. (Der Papyrus P52 wird aufs Jahr 130 datiert und enthält einige Verse des hl. Johannes; der Bodmer-Papyrus vom Ende des 2.Jh. enthält das ganze Evangelium nach Johannes.

Als Vergleich: Die heidnischen Autoren der Antike, deren Authentizität niemand bezweifelt, kennen wir in der Regel lediglich durch Abschriften aus dem Mittelalter (Homer: 11.Jh., Cäsar: 10.Jh., Tacitus: 15.Jh.). Wir haben also viel solidere Beweise für die Existenz von Jesus Christus als für die Existenz von Cicero oder Julius Cäsar, die trotzdem niemand bezweifelt!

Dieser Überfluss an antiken Manuskripten ist auf die Notwendigkeit zurückzuführen, dass jede Kirche ein Exemplar der inspirierten Texte haben musste. Ein schlagender Beweis für die Genauigkeit der Evangelienüberlieferung bis in unsere Zeit ist die wesentliche Übereinstimmung der verschiedenen Manuskripte. Die Kritiker bezeugen einstimmig, dass für keinen anderen Text aus der Antike eine solch große Texttreue nachgewiesen werden kann.

Wer sind die Autoren der Evangelien? Ist das Zeugnis der Evangelisten glaubwürdig?

  1. Wer sind die Autoren der Evangelien?

    Die katholischen Autoren des 2.Jh., deren Schriften uns erhalten sind (Papias und der hl. Irenäus), schreiben das erste Evangelium dem Apostel Matthäus zu, das zweite dem hl. Markus, das dritte dem hl. Lukas und das vierte dem hl. Johannes, dem Apostel. Diese Zuordnung wird durch die kirchliche Tradition beglaubigt und es gibt dafür gute Argumente, aber diese Frage spielt für uns eine untergeordnete Rolle. Es genügt zu wissen, dass die Evangelien von Christen in Palästina geschrieben wurden: die ersten drei vor dem Jahre 70 und das des Heiligen Johannes vor dem Jahr 100. Dies wird heute auf der Basis von linguistischen und historischen Kriterien allgemein akzeptiert.

  2. Ist das Zeugnis der Evangelisten glaubwürdig?
    1. Die heiligen Autoren, Augenzeugen des Lebens von Jesus Christus, Apostel oder den Aposteln nahe stehende Mitarbeiter, besassen Informationen aus erster Hand. "Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest." (Beginn des Lukasevangeliums)
    2. Die Evangelisten wollten diese Tatsachen wirklichkeitsgetreu berichten, denn:
      • Sie waren tugendhafte Männer und sie selbst bestanden auf der Wahrheit ihres Zeugnisses. (vgl. Joh 21,24)
      • Sie berichteten Tatsachen, welche sie aus Eigenliebe wohl eher verschwiegen hätten: die Niedrigkeit ihrer Herkunft, ihre Unwissenheit, ihre Schwerfälligkeit beim Begreifen der Lehre Christi, ihre Fehler und Schwächen (z. B. die Verleugnung von Jesus Christus durch den hl. Petrus)
      • Sie konnten von einer Täuschung nicht profitieren: der Preis ihres Zeugnisses waren Widerspruch und Misstrauen (sh. z. B. 2Kor 4,7-12)
    3. Darüber hinaus muss man festhalten, dass der Eindruck "erlebter Tatsachen" die extrem lebhaften Erzählungen der Evangelien ergeben. Diese sind voll von geographischen und historischen Details deren Genauigkeit jeden bewegt, der ins Heilige Land reist. Man ist weit entfernt von der Verschwommenheit mythologischer Fabeln oder sogar "apokrypher" Berichte über Jesus Christus (d. h. solche die willkürlich einer historischen Person als Autor zugeschrieben werden), die in späterer Zeit erstellt wurden.
    4. Wenn die Evangelisten die Fakten über das Leben von Jesus erfunden hätten, hätte ihr falsches Zeugnis bei den ehrlichsten Jüngern oder bei den Feinden des Christentums Proteste ausgelöst. Ganz im Gegenteil: die vier Evangelien wurden sehr schnell und diskussionslos von allen Lokalkirchen akzeptiert (im Gegensatz zu den apokryphen Schriften).

Die Evangelien stimmen überein trotz Unterschieden, die auf die Rahmenbedingungen ihrer Verfassung zurückzuführen sind

Die Inspiration der Evangelien durch den Heiligen Geist verbietet nicht, dass jeder Evangelist die Tatsachen in seinem eigenen Stil erzählt hat, angepasst an die Zeit und die Lebensumstände seiner Adressaten:

"Die biblischen Verfasser aber haben die vier Evangelien redigiert, indem sie einiges aus dem vielen auswählten, das mündlich oder auch schon schriftlich überliefert war, indem sie anderes zu Überblicken zusammenzogen […] doch immer so, dass ihre Mitteilungen über Jesus wahr und ehrlich waren." (Vatikan II, Dei verbum, 19).

Wenn sie sich in zeitlichen oder örtlichen Details zu widersprechen scheinen (z. B. in der exakten chronologischen Reihenfolge der Erscheinungen des auferstandenen Jesus), so sind diese Divergenzen bedeutungslos.

Die Evangelisten stellen das Leben von Jesus nicht im Sinne einer modernen Biographie dar (wie alle Historiker der Antike war ihr Ziel nicht erschöpfende Präzision in chronologischen oder topographischen Belangen), aber sie überliefern uns zuverlässig, was Jesus, der Sohn Gottes, in seinem Leben unter den Menschen zu deren ewigem Heil wirklich getan und gelehrt hat. (vgl. Dei verbum, 19).

Was die Worte Jesu angeht, so konnte er sie zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten ausgesprochen haben; als guter Pädagoge wiederholte Jesus seine Lehre, damit seine Zuhörer sie sich besser merken konnten; ihre Niederschrift durch verschiedene Autoren und die Übersetzung aus dem Aramäischen ins Griechische erklären die unterschiedlichen Textvarianten, die aber nie das Wesentliche der Lehre berühren.

JESUS CHRISTUS IST DER GESANDTE GOTTES

Die Prophetien des Alten Testaments wurden in Jesus Christus erfüllt.

Das gesamte Alte Testament ist eine Vorbereitung des jüdischen Volkes auf die Ankunft des "Messias" (auf Griechisch "Christus", d. h. "Gesalbter" - diese Salbung bedeutet die besondere Weihe einer Person durch Gott im Hinblick auf eine Mission; vgl. Psalm 44,8). Der Messias sollte Israel befreien, die Herrschaft des wahren Gottes bis an die Enden der Welt aufrichten und in Ewigkeit herrschen. Im Laufe der Zeit kündigte Gott, der allein den Menschen die Zukunft offenbaren kann, durch seine Propheten immer mehr Ereignisse aus dem Leben des Messias an; diese Ereignisse wurden in den heiligen Büchern der Juden über Jahrhunderte in Erinnerung gehalten. Das Leben von Jesus entspricht gerade den prophetischen Vorgaben des Alten Testaments:

"Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab, sagt Christus den Schriftgelehrten." (Joh 5, 39). Es stimmt, dass einige dieser alttestamentlichen Prophetien unklar sind. Diese prophetischen Aussagen scheinen zwei Bedeutungsebenen zu haben. Sie beziehen sich vordergründig oft auf aktuelle Ereignisse (z. B. die Befreiung der belagerten Stadt Jerusalem). In einer zweiten Ebene aber, zeichnet sich wie ein Wasserzeichen eine Vision über den zukünftigen Messias ab. Diese Prophetien müssen im Licht der Evangelien gelesen werden, denn dort sind sie erfüllt. So eröffnet sich dem Leser der Zusammenhang zwischen all diesen zerstreuten Teilen. Die unklaren Einzelheiten der Prophetien werden durch die Evangelien beleuchtet und die ganze Geschichte Israels bekommt einen wirklichen Wert als Hinweis auf den Messias.

Betrachten wir die bedeutendsten dieser Prophetien:

Epoche der Ankunft des Messias

  1. Jakob hatte vorhergesagt (Gen 49,10): "Nie weicht von Juda das Zepter, der Herrscherstab von seinen Füssen, bis der kommt, dem er gehört, dem der Gehorsam der Völker gebührt."

    Jesus Christus selber, der Messias, ist ein Nachkomme Judas, wie die zwei Stammbäume des Heiligen Matthäus (Mt 1,2-16) und des Heiligen Lukas (Lk 3,23-38) aufzeigen. Er kommt in die Welt zu einer Zeit, als das jüdische Volk durch die römische Besetzung jegliche politische Unabhängigkeit verloren hat.

  2. Der Prophet Maleachi kündigt nach der Zerstörung des ersten Tempels an, dass der Messias zur Zeit des zweiten Tempels auftreten werde: "Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht." (Mal 3, 1). Tatsächlich wurde der erste, von Samuel erbaute, Tempel im Jahr 587 v. Chr. durch die Babylonier zerstört; der Tempel wurde ab dem 5.Jh. v. Chr. wieder aufgebaut. Jesus wendete den ersten Teil der Prophetie auf den Heiligen Johannes den Täufer an und liess dadurch erahnen, dass er selbst dieser Bote des Bundes ist (Mt 11, 10).
  3. Der Prophet Daniel kündet an (9, 24-27), der Messias werde in der siebzigsten Jahrwoche (siebenjährige Periode) sterben, d. h. zwischen 483 und 490 Jahren nach dem Edikt zum Wiederaufbau Jerusalems. Dieses Edikt wurde von Artaxerxes dem Perserkönig im Jahr 454 vor dem offiziellen Geburtsjahr Jesu Christi (Jahr 0) erlassen. Tatsächlich wurde Jesus vermutlich um die vier Jahre früher geboren (Im 6. Jh. machte der Mönch Dionysius Exiguus vielleicht einen Fehler in seiner Berechnung.) Er starb sehr wahrscheinlich im Jahr 30 als das Paschafest auf den Sabbat fiel, wie es die Evangelien berichten. Man kommt also auf 484 Jahre seit dem Edikt des Artaxerxes, eine Zahl die in die von Daniel vorhergesagte siebzigste Jahrwoche fällt.

Familie und Herkunftsort des Messias

  1. Der Prophet Jesaja sagt voraus: "Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht." (Jes 11,1) Jesus stammte aus dem Haus David, aus dem der Messias gemäss alter jüdischer Überlieferung hervorgehen sollte. (vgl. Mt 1 und Lk 3).
  2. Der selbe Jesaja kündigt das grosse Zeichen der jungfräulichen Geburt an: "Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben." (Jes 7,14) Dieses grosse Wunder wird verwirklicht in Maria, der Mutter von Jesus, der wirklich im stärksten Sinne der Immanuel (Gott mit uns) ist.
  3. Der Prophet Micha deutet den Geburtsort des Messias an: "Aber du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll." (Mi 5,1) Die Hohenpriester erinnerten Herodes an diesen Text (Mt 2,6) Tatsächlich wurde Jesus in Betlehem geboren, indem Gott den Erlass zur Volkszählung des Cäsar-Augustus benützte, um die Prophetie zu erfüllen. (Lk 2,1-7)

Öffentliches Leben des Messias

  1. Der Prophet Jesaja kündigt den Auftrag des Vorläufers von Jesus Christus an:
    "Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Strasse für unseren Gott!" (Jes 40, 3). Der Heilige Johannes der Täufer hat diese Prophetie erfüllt, indem er in der Wüste Juda die Umkehr predigte. (vgl. Joh 1,23).
  2. Der selbe Prophet kündigt die Wunder an, welche der Messias wirken werde:
    "Der Herr selbst wird kommen und euch erretten. Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf." (Jes 35,4 ff.). Jesus machte all dies in seinem öffentlichen Leben: er machte Blinde sehend (vgl. z.B. Joh 9), Taube hörend (Mk 7,32), Lahme gehend (Mt 9,2 ff.) und Stumme redeten wieder (Mt 12, 22). Er liess dem Heiligen Johannes dem Täufer ausrichten, dass er durch seine Taten diese Prophetie erfüllt hatte (Mt 11,5).
  3. Sacharja prophezeit den Einzug des Retters in Jerusalem:
    "Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin." (Sach 9, 9).
    Diese Details findet man in den Evangelien wieder: Christus zieht am Palmsonntag in die Stadt ein, auf einem Esel sitzend, gefolgt von seinem Jungen (Mt 21,7); die Juden jubeln ihm zu und nennen ihn König Israels (Joh 12, 13).

Leiden und Sterben des Messias

Dass Leiden von Jesus Christus und sein Sühnetod wurden bis in die Details in den Psalmen und prophetischen Schriften vorhergesagt.

  1. Das Lied vom "leidenden Gottesknecht". Vier poetische Einschübe im Buch Jesaja stellen einen vollkommenen Diener Gottes vor. Dieser sammelt das Volk Gottes, erleuchtet die Nationen, verkündigt den wahren Glauben, tilgt durch seinen Tod die Sünden des Volkes und wird schliesslich von Gott verherrlicht. Jesus hat die Texte über den leidenden Gottesknecht und seinen stellvertretenden Sühnetod auf sich selber gedeutet, d.h. das "vierte Lied vom Gottesknecht" (Jes 52,13 - 53,12; vgl. Lk 22,37; Mk 10,45), und die erste christliche Verkündigung hat in ihm den perfekten Gottesknecht erkannt, wie er von Jesaja angekündigt worden war (vgl. Apg 8,29-35, vgl. KKK 601 ff.)

    Hier ist er Text:

    Jes 52, 13 - 53, 12:
    "Seht, mein Knecht hat Erfolg, er wird gross sein und hoch erhaben. Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen. Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen (...)."

    "Er hatte keine schöne und edle Gestalt, sodass wir ihn anschauen mochten. Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen fanden an ihm. Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht. Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen. Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf. Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft, doch wen kümmerte sein Geschick? Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen. Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab, bei den Verbrechern seine Ruhestätte, obwohl er kein Unrecht getan hat und kein trügerisches Wort in seinem Mund war. Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen (Knecht), er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab. Er wird Nachkommen sehen und lange leben. Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen. Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Grossen und mit den Mächtigen teilt er die Beute, weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher rechnen liess. Denn er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein."

    In den Abschnitten c, e und i wollen wir einige Textpassagen aufgreifen:

  2. Sacharja 11,12: "Sie wogen mir meinen Lohn ab, dreissig Silberstücke." Der Heilige Matthäus berichtet, dass die Hohenpriester Judas 30 Silberstücke abzählten als Belohnung für seinen Verrat.(Mt 26, 15).
  3. Jesaja 53,7: "Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf." Jesus wird sagen: "Niemand entreisst es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen." (Joh 10, 18); und die Evangelisten berichten über sein Schweigen gegenüber der Anklagen und Beleidigungen.
  4. Jesaja 50, 5-7: "Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiss, dass ich nicht in Schande gerate." Der Heilige Matthäus berichtet: "Dann spuckten sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn. Andere ohrfeigten ihn." (Mt 26, 67).
  5. Psalm 22,17: "Sie durchbohren mir Hände und Füsse. Man kann all meine Knochen zählen." Und Jesaja sagt vom leidenden Gottesknecht: "Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. […] Doch wen kümmerte sein Geschick? Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen." (Jes 53,5;8), und der Heilige Johannes bemerkt, dass Christus die Sühne ist für unsere Sünden, (d. h. dass er durch sein Leiden unsere Schulden beglichen hat) aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt. (1 Joh 2, 2).
  6. Psalm 21,7-9: "Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott, vom Volk verachtet. Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf: Er wälze die Last auf den Herrn, der soll ihn befreien! Der reisse ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat." Die Evangelien berichten über die Verspottungen, die der gekreuzigte Jesus über sich ergehen lassen musste: "Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: […] Wenn du Gottes Sohn bist, hilf dir selbst, und steig herab vom Kreuz! […] Er hat auf Gott vertraut: der soll ihn jetzt retten, wenn er an ihm Gefallen hat." (Mt 27, 39-43).
  7. Psalm 22,19: "Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand." Tatsächlich, nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, "nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war. Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll." (Joh 19, 23-24).
  8. Psalm 69,22: "Sie gaben mir Gift zu essen, für den Durst reichten sie mir Essig." Der Heilige Matthäus berichtet: "Und sie gaben ihm Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war." (Mt 27, 34), und der Heilige Johannes: "Jesus sagte: Mich dürstet. Ein Gefäss mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund." (Joh 19, 28-29).
  9. Jesaja 53,9 (Elberfelder): "Bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod." Der Heilige Matthäus berichtet: "Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef. […] Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. […] Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen." (Mt 27, 57-60).
  10. Sacharja 12,10: "Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben." Der Heilige Johannes erinnert an diese Prophetie, nachdem er berichtet hat, einer der Soldaten habe ihn mit der Lanze in seine Seite gestossen, und sogleich seien Blut und Wasser herausgeflossen. (Joh 19,34).

Alle diese Prophetien, fünf Jahrhunderte vor den Ereignissen niedergeschrieben, wurden von Jesus Christus in seinem Leiden erfüllt, und er war sich dessen bewusst. Sein letztes Wort am Kreuz war: "Es ist vollbracht", was bedeutete, dass alle Prophetien erfüllt sind (Joh 19,30). Noch am Abend seiner Auferstehung tadelt Jesus die Emmausjünger wegen ihrer Langsamkeit, das zu glauben, was die Propheten angekündigt haben; er erklärt ihnen den Sinn der Schriften, die sich auf ihn beziehen (Lk 24,26-27).

Auferstehung und ewige Herrschaft des Christus

Die Auferstehung des Messias am dritten Tag ist nicht explizit vorhergesagt, aber sie wird durch zahlreiche Texte des Alten Testaments angedeutet, z. B. durch Psalm 138,16; Hosea 6,3; Jonas 2,1 (ein Text, den Jesus auf sich selber bezieht: sh. Mt 12,40), Jes 53,10 so dass Paulus sagen kann: "Der Christus ist am dritten Tag auferweckt worden gemäss der Schrift" (1 Kor 15,4).

Daniel berichtet in seinen Visionen: "Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten (Gott Vater) und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter." (Dan 7,13-14).

Jesus Christus hat alle Prophetien erfüllt, eine Sache, die man nicht durch menschliche Berechnung erklären kann. Man muss sogar bemerken, dass eine grosse Zahl dieser Prophetien unabhängig waren vom Willen des Christus, z. B.: in Betlehem geboren werden, für dreissig Silberstücke verkauft werden, das Herz durch eine Lanze durchstossen werden. Also ist er tatsächlich der von Gott versprochene Messias, Gemäss den Worten an die Juden: "Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab." (Joh 5,39).

Die Weisheit und Heiligkeit von Jesus Christus beweisen, dass er der Gesandte Gottes ist

Die Feinde von Christus versuchten ihn zu diskreditieren, indem sie ihn als Verrückten behandelten (Mk 3,21) oder als einen von Dämonen Besessenen (Mt 12, 24). Aber sein ganzes Verhalten zeigt eine Weisheit und eine Heiligkeit ohnegleichen.

Die Weisheit von Jesus Christus

  1. Sie wurde von den Lehrern im Tempel schon bewundert als Jesus erst 12 Jahre alt war (Lk 2, 47).
  2. Die Menschenmenge war erstaunt über die Worte aus seinem Mund (vgl. Lk 4,22): "Noch nie hat ein Mensch so gesprochen." (Joh 7,46).
  3. Der Heilige Petrus sagt zu Jesus: "Du hast Worte des ewigen Lebens." (Joh 6,68)
  4. Der Christus löst die schwierigsten Probleme: die Ehebrecherin, der Denar des Kaisers, und niemand konnte ihm darauf etwas erwidern (Mt 22, 46).

Die Heiligkeit von Jesus Christus

Jesus hat ausserordentliche Tugenden besessen. Die Lektüre der Evangelien zeigt dies auf. Man bemerkt insbesonders:

  1. Seine Liebe gegenüber Gott seinem Vater: er stirbt, damit die Welt erfährt, dass er seinen Vater liebt (vgl. Joh 14,31). Als sie ihn im Tempel sehen. beziehen die Apostel das prophetische Orakel auf ihn: "Der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt." (Ps 69,10; Joh 2,17)
  2. Seine Nächstenliebe. Sie ist affektiv (er ist berührt tief betroffen als er den Leichenzug in Naïm sieht, er beweint den Tod des Lazarus), wirkungsvoll (er heilt Kranke, tut überall das Gute), schliesst alle ein, Juden und Heiden, und sogar seine Feinde (er nennt Judas smeinen Freund, er heilt das Ohr des durch Petrus verletzten Soldaten; am Kreuz betet er für jene, die ihn gekreuzigt haben). Seine Liebe hat nichts mit Schwäche zu tun: er benennt die Laster, droht den Sündern Konsequenzen an, vertreibt die Händler aus dem Tempel usw. Zuletzt erreicht er den Höhepunkt der Liebe: "Es gibt keine grössere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt." (Joh 15,13). Jesus hat dies gemacht.
  3. Seine Frömmigkeit. Er verbrachte die Nächte oft im Gebet; er war fleissig bei den Zeremonien im Tempel. Noch im schrecklichen Todeskampf auf dem Ölberg verbrachte er drei Stunden im Gebet.
  4. Seine Demut. Von seiner Geburt im Stall von Betlehem bis zu seinem Tod am Kreuz inmitten von Schwerverbrechern, hat Jesus viele Taten der Demut vollbracht. Er versuchte immer, dem Applaus der Menge zu entfliehen, und er empfahl den Geheilten niemandem etwas zu erzählen.
  5. Seine Loslösung von irdischen Dingen war vollkommen. Geboren in einer Armut ohne gleichen, verdiente er sein Brot im Schweisse seines Angesichts. In seinem öffentlichen Leben lebte er von Almosen und "hatte keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen konnte." (Mt 8,20). Er starb vollständig ausgeraubt.
  6. Seine Keuschheit. Sie war so perfekt, dass keiner seiner Gegner gewagt hat eine Anklage zu diesem Thema zu formulieren.

Die Feinde von Jesus mussten seiner Heiligkeit Rechnung tragen. Sie stellten ihm Fallen, sie lauerten ihm pausenlos auf, aber nie konnten sie ihn erwischen, dass er ein Wort ausgesprochen hätte, das man tadeln könnte, nie hat er eine Schuld auf sich geladen. Die Hohenpriester mussten falsche Zeugen zu Hilfe nehmen, um konkrete Anklagepunkte zu formulieren (die übrigens untereinander widersprüchlich waren). Wenn sie ihn wegen Gotteslästerung verurteilten, da er gesagt hatte, er sei der Sohn Gottes, so ist diese Behauptung keine Gotteslästerung sondern die Wahrheit (sh. unten). Judas gibt zu: "Ich habe euch einen unschuldigen Menschen ausgeliefert" (Mt 27,4) und Pilatus erklärt, er sei "unschuldig am Blut dieses (gerechten) Menschen" (Mt 27, 24). Und auch Jesus konnte ohne Furcht sagen widerlegt zu werden: "Wer von euch kann mir eine Sünde nachweisen?" (Joh 8, 46).

Wenn Jesus nicht heilig gewesen wäre, könnten wir sein Zeugnis anzweifeln; man müsste aber immer noch erklären wie er so viele Wunder wirken konnte. Aber da Jesus ein Vorbild an Tugend war, wäre es ein Widerspruch, wenn er uns darin getäuscht hätte, er sei der Messias - er, der nie irgendeine Lüge ausgesprochen hat, sei sie noch so klein.

Die Wunder beweisen den göttlichen Auftrag von Jesus Christus

Als Wunder bezeichnet man eine mit den Sinnen erfassbare Tatsache welche die menschlichen Möglichkeiten übersteigt, eine Abweichung von den Naturgesetzen, die ohne das spezielle Eingreifen Gottes nicht möglich ist.

Die Evangelien zeigen, dass Jesus echte Wunder gewirkt hat

Die Wunder von Christus waren:

  1. wirklich Taten die jegliche menschliche Kraft übersteigen und die Naturgesetze ausser Kraft setzen: er verwandelte Wasser in Wein, ging auf dem Wasser des Sees, heilte Krankheiten, die zu jener Zeit unheilbar waren. wie Lepra, Blindheit - und er heilte sie auf eine spezielle Art (nie würde ein Arzt einen Blinden heilen, indem er ihm etwas von seinem Speichel auf die Augen schmiert); er weckte sogar Tote auf - z. B. Lazarus, der schon vier Tage im Grab lag (vgl. Joh 11,43-44)
  2. sehr zahlreich: "Es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte."(Lk 6,19). "Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan." (Joh 20, 30)
  3. mit Vollmacht ausgeführt: um den Sturm zu stillen, rief Jesus: "Schweig, sei still!" (Mk 4,39). Er befahl den Dämonen: "Verlass diesen Mann, du unreiner Geist!" (Mk 5,8); der Tochter des Jaïrus, die tot war: "Mädchen, ich sage dir, steh auf!" (Mk 5,41).
  4. wurden sogar von den Feinden von Jesus festgestellt. "Dieser Mensch tut viele Zeichen, sagen die Hohenpriester. Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben." (Joh 11,47-48).

Das grösste Wunder Christi, seine Auferstehung von den Toten, ist ein ausgezeichneter Beweis seiner göttlichen Sendung

Jesus hatte seinen Tod am Kreuz vorhergesagt (Mt 26, 2) und auch seine Auferstehung am dritten Tag (Mt 20, 19); die Hohenpriester waren über diese Prophetie unterrichtet (vgl. Mt 27,63), und hatten als Konsequenz daraus Vorsichtsmassnahmen getroffen um deren Verwirklichung zu verhindern (Versiegelung, Wachen vor dem Grab; vgl. Mt 27,66).

Am Ostermorgen, als die Soldaten erschreckt flohen, erklärte der Engel den heiligen Frauen: "Er ist auferstanden, wie er gesagt hat." (Mt 28,6).
Der lebende Jesus zeigt sich den heiligen Frauen, seinen Aposteln und Jüngern, schon am Tag seiner Auferstehung und auch noch während der vierzig folgenden Tage. Die Apostel denken, Jesus sei ein Geist; der Heiland lädt sie dazu ein, ihn zu berühren und er isst in ihrer Gegenwart. Er zeigt sich mehr als fünfhundert Jüngern bevor er in den Himmel auffährt (1 Kor 15,6).

Seit dem Pfingsttag, nachdem er vom Heiligen Geist erfüllt wurde, verkündigt der heilige Petrus die Auferstehung von Christus. Nachdem er den Lahmen an der Tempelpforte geheilt hat, erklärt der Apostelfürst: "Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen." (Apg 3,15).

Die Auferstehung von Jesus Christus ist das grosse Leitmotiv für die Glaubhaftigkeit der Apostel. Der heilige Paulus insbesondere macht daraus die Grundlage seiner Verkündigung. "Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos. […] Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen" (1 Kor 15,14-20). Und unter diesem wichtigen Gesichtspunkt ist die Auferstehung eng verbunden mit der Erlösung. Diese – die Hoffnung auf Erlösung jener, die ihm nachfolgen – ist selbst zu einem wesentlichen Glaubensmerkmal geworden, ohne dass dadurch die äußerlich feststellbare historische Tatsache herabgemindert wird. Sinn und Zusammenhang dieses Satzes verstehe ich nicht

Wenn Christus nicht auferstanden wäre, müsste man erklären, wie die Apostel zu ihrem Glauben gekommen sind, der so stark war, dass sie sich für die Verkündigung der Auferstehung umbringen liessen; und auch, wie die Welt dazu gebracht worden ist, ihrem Wort zu glauben. Dies bewegte den heiligen Augustinus zu sagen: "Von zwei Dingen trifft eines zu. Wenn sie an diese Wunder nicht glauben, welche durch die Apostel Christi gewirkt wurden als Beweis fur die Auferstehung und Himmelfahrt Christi, so genügt uns dieses eine grosse Wunder, dass dies die ganze Welt geglaubt hat ohne ein Wunder." (De civitate Dei, 22,5)

JESUS CHRISTUS IST GOTT

Christus offenbarte seine Gottheit Schritt für Schritt. Der Schleier wird durch Anspielungen gelüftet, die immer konkreter werden, wie eine Selbstverständlichkeit, die von seiner Person ausgeht. Die Demonstration der Gottheit Jesu trägt die Züge seiner Persönlichkeit: seine Einfachheit und Geradlinigkeit.

Dieser fortschreitende Charakter der Offenbarung war unter anderem notwendig wegen der Eigenheiten des religiösen Umfelds der Juden. Eine klare Bestätigung der Gottheit Jesu zu Beginn seines öffentlichen Wirkens wäre völlig unverständlich gewesen, wenn man bedenkt wie strikt monotheistisch die Israeliten waren. Er offenbart das Mysterium seiner göttlichen Natur vor allem am Ende seines öffentlichen Wirkens und in seinem Leiden:
"Ich und der Vater sind eins." (Joh 10, 30).

Jesus Christus wird im wahren Sinne des Wortes "Herr" und "Sohn Gottes" genannt

Noch bevor Christus auf die Welt kommt und seine Lehre verkündigt, hat es Gott gefallen, diese Wahrheit den Menschen bekannt zu machen. Der Erzengel Gabriel, der Maria ankündigt, sie werde die Mutter des Retters werden, sagt ihr:
"Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden." (Lk 1,35). Als sich Christus dreissig Jahre später ans Jordanufer begibt, um sich taufen zu lassen, bestätigt Gott die Worte des Engels:
"Eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe." (Mt 3, 17; vgl. auch Mt 17,5; vgl. Katechismus der Katholischen Kirche KKK 444).

Jesus Christus wird "Herr" genannt

In der griechischen Übersetzung der Bücher des Alten Testaments wird der unaussprechliche Name Gottes unter dem er sich dem Moses offenbart mit "Herr" wiedergegeben. "Herr" wird von da an der gebräuchlichste Name, um die Gottheit des Gottes Israels selbst zu bezeichnen. Das Neue Testament benützt diese starke Bedeutung des Titels "Herr" zum einen für Gott Vater, aber auch und das ist die Innovation auch für Jesus, der so als Gott selber anerkannt wird:
"Vielmehr verkündigen wir das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes, die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat zu unserer Verherrlichung. Keiner der Machthaber dieser Welt hat sie erkannt; denn hätten sie die Weisheit Gottes erkannt, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt." (1 Kor 2, 7-8).

Jesus bezieht diesen Titel auf verborgene Weise auf sich selber als er mit den Pharisäern über den Sinn von Psalm 110 diskutiert: Jesus fragte die Pharisäer, die bei ihm versammelt waren: "Was denkt ihr über den Messias? Wessen Sohn ist er? Sie antworteten ihm: Der Sohn Davids. Er sagte zu ihnen: Wie kann ihn dann David, vom Geist (Gottes) erleuchtet, "Herr" nennen? Denn er sagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten und ich lege dir deine Feinde unter die Füsse. Wenn ihn also David "Herr" nennt, wie kann er dann Davids Sohn sein? Niemand konnte ihm darauf etwas erwidern und von diesem Tag an wagte keiner mehr, ihm eine Frage zu stellen." (Mt 22, 41-46).
Die einzige mögliche Antwort auf das Dilemma ist, das David, erleuchtet durch den Heiligen Geist, erkannt hat, dass er niedriger ist als der Messias, der zwar als Mensch sein zukünftiger Nachkomme ist, aber zugleich auch Gott selber, sein Schöpfer.

Jesus benützt den Titel "Herr" auch explizit, wenn er zu den Aposteln sagt: "Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es." (Joh 13,13; vgl. KKK 446-447).

Jesus Christus wird "Sohn Gottes" genannt

Im Alten Testament wird der Titel "Söhne Gottes" (im Plural) manchmal benützt für Engel, für das auserwählte Volk, für die Kinder Israels und ihre Könige. Er bezeichnet also ein Adoptivverhältnis das zwischen Gott und seinen Geschöpfen eine familiäre Vertraulichkeit herstellt. Aber mit der Behauptung der Evangelien, Jesus Christus sei "der Sohn Gottes" (im Singular und mit bestimmtem Artikel im Griechischen) verhält es sich ganz anders.

  1. Als Martha, die Schwester des Lazarus, zu Jesus sagt:
    "Ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll," (Joh 11,27) da akzeptiert der göttliche Meister diesen Titel.
  2. Eines Tages fragt Christus die Apostel: "Für wen haltet ihr mich?" Simon Petrus antwortet: "Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!" Jesus sagte zu ihm: "Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel." (Mt 16, 15-17). Hätte Jesus so reagiert, wenn der Ausdruck "Sohn Gottes" im gewöhnlichen Sinne zu verstehen gewesen wäre (ein Sohn unter vielen anderen)? Gewiss nicht, den sonst wäre die Antwort des Petrus eine Banalität gewesen. Der heilige Petrus erkannte den transzendenten Charakter der Gottessohnschaft Jesu, und dieser hat es ihn deutlich sagen lassen. (vgl. KKK 442, 443).
  3. Vor dem Hohen Rat der Juden (Sanhedrin) befragt der Hohepriester Kajaphas Jesus: "Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, sag uns: Bist du der Messias, der Sohn Gottes?" Jesus antwortete: "Du hast es gesagt." Da zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: "Er hat Gott gelästert! […] Was ist eure Meinung?" Und die Priester riefen laut: "Er ist schuldig und muss sterben." (Mt 26, 63-66). In ihren Augen musste Jesus nach dem Gesetz von Moses wie ein Gotteslästerer gesteinigt werden, weil er sich mit Gott gleich gesetzt hatte. Sie hatten also die Reichweite der Behauptung von Christus wohl verstanden: Ich bin der Sohn Gottes. Aber geblendet durch ihre Vorurteile und Leidenschaften wollten sie nicht an Ihn glauben (vgl. KKK 443).
  4. Die Juden wussten sehr wohl, dass Jesus Christus sich Sohn Gottes genannt hatte, so dass sie Pilatus entgegneten, als dieser seine Unschuld beteuerte: "Wir haben ein Gesetz, und nach diesem Gesetz muss er sterben, weil er sich als Sohn Gottes ausgegeben hat." (Joh 19, 7). Die Juden sagten ironisch zu Jesus, als er im Todeskampf am Kreuz hing: "Wenn du Gottes Sohn bist, hilf dir selbst, und steig herab vom Kreuz!" (Mt 27, 40)
  5. Manchmal bezeichnet sich Jesus einfach als Sohn, und verwendet im gleichen Atemzug den Begriff Vater für Gott: "Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will." (Mt 11, 27).

    Der Sohn steht sogar noch über den Engeln: "Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater." (Mt 24,36)
    [Bemerkung: Mit diesem Ausspruch will unser Herr sagen, dass der durch die göttliche Vorsehung festgelegte Zeitpunkt des Gerichts, der auf das Ende der Welt folgt, nicht zu den Dingen gehört, die er den Menschen bekannt machen soll. Dies will auf keinen Fall seine göttliche Natur herabmindern].

  6. Mehr noch: Jesus bezeichnet sich klar als "einzigen Sohn" Gottes. Als er mit Nikodemus spricht, drückt er dies so aus: "Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. […] Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat." (Joh 3, 16-18).

Jesus Christus hat Gott Vater genannt und hat von sich gesagt, er sei ihm gleich

  1. Die ersten und letzten bekannten Worte unseres Herrn Jesus Christus sind eine Bestätigung seiner einzigartigen Beziehung mit Gott seinem Vater. Als er seine Mutter, die Jungfrau Maria und seinen Pflegevater, den heiligen Josef im Tempel wieder sieht, die ihn drei Tage vergeblich und in grosser Angst gesucht haben, sagt er ihnen: "Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?" (Lk 2, 49). Bevor Jesus Christus am Kreuz sein Leben aushaucht, ruft er aus: "Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist." (Lk 23,46). Im Alten Testament ruft das jüdische Volk Gott gelegentlich als Vater an (z.B. in Jesaja 64, 7). Dies im Sinn von "Schöpfer" - aber niemals nennt irgendeine Person Gott "mein Vater", nicht einmal Moses oder Elias.
  2. Als er die Händler aus dem Tempel vertreibt, sagt er: "Macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!" (Joh 2,16). Beim letzten Abendmahl tröstet er seine Jünger mit den Worten: "Ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben" (Joh 14,16).
  3. Christus schreibt sich die selbe Natur zu wie seinem Vater. "Ich und der Vater sind eins." (Joh 10,30). Dadurch will Jesus seine absolut einzigartige Beziehung zu Gott aufzeigen. Die Juden haben aus diesen Worten den Anspruch Jesu herausgehört, göttlich zu sein... und darum wollen sie ihn steinigen: "Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott." (Joh 10, 30-33)
  4. Jesus antwortet Philippus auf seine Bitte, den Aposteln den Vater zu zeigen: "Philippus, Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. […] Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist?" (Joh 14,9-11).
  5. Es stimmt: Jesus lehrt seine Jünger beim Beten "Vater unser" sagen (Mt 6, 9). Aber er sagt dies so: "So sollt ihr beten: Vater unser." Er selbst nimmt sich davon aus und unterscheidet sich zu seinen Jüngern. Nur bei ihnen handelt es sich um ein Adoptivverhältnis, die ihren Grund in der Fleischwerdung von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, hat. (vgl. Röm 8,15). Deshalb unterscheidet Jesus am Tag seiner Auferstehung diese zwei Arten von Vaterschaft als er der heiligen Maria Magdalena einschärft: "Sag meinen Brüdern: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater." (Joh 20,17; vgl. KKK 443).
  6. Jesus sagt: "Der Vater hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren." (Joh 5, 22-23).

Jesus Christus hat sich eine Vollmacht zugeschrieben, die allein Gott zusteht

  1. Jesus Christus bestätigt seine Ewigkeit: "Noch ehe Abraham wurde, bin ich" (Joh 8,58). Christus sagt nicht "ich war" sondern "ich bin" und lässt dabei durchblicken, dass es für ihn keine Vergangenheit gibt, sondern eine ewige Gegenwart. Diese Formulierung erinnert an die Offenbarung des Gottesnamens an Moses beim brennenden Dornbusch: "Ich bin der «Ich-bin-da»" (Ex 3, 14). Auch hier schreien die Juden: Gotteslästerung!
  2. Allein die göttliche Identität der Person Jesus kann einen Ausspruch rechtfertigen wie diesen: "Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich" (Mt 12,30); (vgl. KKK, 590).
  3. Beim letzten Abendmahl ruft Jesus seinen Vater an: "Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war" (Joh 17,5).
  4. Jesus schreibt sich Allmacht zu, wie sie sein Vater hat: "Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn. […] Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will." (Joh 5,19ff.) "Ich gebe mein Leben hin, um es wieder zu nehmen. Niemand entreisst es mir […]. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen."(Joh 10,18).
  5. Jesus hat die Macht unsere Körper vom Tod aufzuerwecken und uns das ewige Leben zu schenken: "Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag." (Joh 6,54).
  6. Jesus Christus bezeugt seine Macht Sünden zu vergeben und Menschen zu richten (vgl. KKK, 589, 594, 1441). "Hab Vertrauen, mein Sohn," sagt er dem Gelähmten, "deine Sünden sind dir vergeben!" (Mt 9, 2). Die Pharisäer empören sich über diese Aussage: Wer kann Sünden vergeben, ausser Gott allein? Tatsächlich hatten die Priester unter dem alten Gesetz nicht die Macht eine Beleidigung gegenüber Gott zu vergeben. Christus wird diese Vollmacht den Priestern unter dem neuen Gesetz anvertrauen. Um zu beweisen, dass er die Vollmacht zur Sündenvergebung besitzt, heilt Jesus auf wunderbare Weise diesen unglücklichen Menschen, der seine Glieder nicht bewegen kann. Hätte Jesus wirklich Gott gelästert indem er ihm seine Sünden vergab, hätte Gott ihm niemals die Macht gegeben, ein solches Wunder zu wirken.
  7. Er nahm das Bekenntnis des Thomas an, als dieser acht Tage nach seiner Auferstehung vor ihm auf die Knie ging und sagte: "Mein Herr und mein Gott!" (Joh 20, 28).

SCHLUSSFOLGERUNG ÜBER DIE GOTTHEIT JESU CHRISTI

An die Juden, die nicht an ihn glauben, richtet Christus die folgenden Worte: "Ihr sagt: Du lästerst Gott - weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht. Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin." (Joh 10, 36-38).

Einige Jahre später, zur Zeit der ersten Christen, wird der Heilige Paulus den Glauben der Urkirche übersetzen und erklären, nachdem er darüber ein Gespräch mit Petrus, Johannes und Jakobus geführt hatte (vgl. Gal 2,1-10): "Jesus Christus ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand." (Kol 1, 17); "Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen" (Kol 1,19); "Sie haben die Väter und dem Fleisch nach entstammt ihnen der Christus, der über allem als Gott steht, er ist gepriesen in Ewigkeit" (Röm 9, 5); "Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäusserte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich." (Phil 2, 6-7).

"Gott hat in seiner Güte und Weisheit beschlossen, sich selbst zu offenbaren […]. In dieser Offenbarung redet der unsichtbare Gott aus überströmender Liebe die Menschen an wie Freunde und verkehrt mit ihnen, um sie in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen. […] Die Tiefe der durch diese Offenbarung über Gott und über das Heil des Menschen erschlossenen Wahrheit leuchtet uns auf in Christus, der zugleich der Mittler und die Fülle der ganzen Offenbarung ist." (Vat. II, Dei verbum, 2).

Christus erklärt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6). Es ist wichtig, ja notwendig, für unser Heil, dass wir an Jesus Christus glauben und an Den, der ihn zu unserem Heil gesandt hat. "Denn ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen" (Heb 11, 6) und das Schicksal seiner Kinder zu teilen. Nie wurde jemand ohne Glauben gerechtfertigt und niemand, der nicht wenigstens im Glauben standhaft war, wird am Ende das ewige Leben erhalten.

Glaube ist nur möglich dank der Gnade und Hilfe des Heiligen Geistes. Lasst uns diese Gnade durch unser eifriges Gebet erbitten: "Ich glaube; hilf meinem Unglauben!" (Mk 9, 24). Dieses Gebet wird erhört werden, wenn wir es vertrauensvoll, ausdauernd und demütig verrichten: "Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet" (Mt 7, 7).

Die heiligste Jungfrau Maria, die Mutter von Jesus Christus und dadurch Muttergottes und der heilige Josef, sein Pflegevater, sollen uns zu Jesus führen.

Quellenangabe

Wir danken den Mönchen der Abtei Saint-Joseph de Clairval für die Erlaubnis, diesen Artikel zu übersetzen. Das Original heisst: Je crois en Jésus Christ, le fils de Dieu.

Die Abtei Saint-Joseph de Clairval verschickt übrigens auf Anfrage einen monatlichen Rundbrief mit Lebensbeschreibungen von Heiligen, den wir gerne empfehlen.

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