Il sacerdote, responsabile

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Il sacerdote, responsabile

Kongregation für den Klerus
im Pontifikat von Papst
Johannes Paul II.
zum Weltgebetstag zur Heiligung der Priester am 27. Juni
Der Priester in seiner Verantwortung für die Eucharistie
27. Juni 2003

(Quelle: Osservatore Romano 27. Juni 2003, S. 9+10; Orig. ital. in O.R. 13. Juni 2003)
Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Inhaltsverzeichnis

Einleitend

Das Herz-Jesu-Fest ist für uns eine Einladung zur Betrachtung über die Liebe, die aus der unerschöpflichen Quelle Christi entspringt und sich durch “die Gabe schlechthin”, die Eucharistie, in der ganzen Menschheit verbreitet. Die jüngste Enzyklika Johannes Pauls II., Ecclesia de Eucharistia, lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Bedeutung dieser ganz und gar außergewöhnlichen Gabe. Die göttliche Gabe ist in besonderer Weise für uns Priester bestimmt, und mit dem Empfang dieser Gabe tragen wir die Verantwortung für die Eucharistie in der Welt.

Ruf des Glaubens

Bei jeder Feier des göttlichen Opfers ruft der Priester, nachdem er Brot und Wein konsekriert und sie in Leib und Blut Christi verwandelt hat : »Geheimnis des Glaubens!«. Es ist ein Wunder, das die Anbetung auslöst, auch wenn sich für die irdischen Augen scheinbar nichts verändert hat. In seiner Enzyklika gibt der Heilige Vater dem Wunsch Ausdruck, sich mit uns »in Anbetung vor dieses Mysterium zu begeben: das große Geheimnis, das Geheimnis der Barmherzigkeit« (11). Und er fügt hinzu: »Was hätte Jesus noch mehr für uns tun können? In der Eucharistie zeigt er uns wirklich eine Liebe, die “bis zur Vollendung”(Joh 13, 1) geht, eine Liebe, die kein Maß kennt«.

Die Messe ist das Gedächtnis des Opfers am Kreuz. »Die Kirche lebt unaufhörlich vom Erlösungsopfer. Ihm nähert sie sich nicht nur durch ein gläubiges Gedenken, sie tritt mit ihm auch wirklich in Kontakt. Denn dieses Opfer wird gegenwärtig und dauert auf sakramentale Weise in jeder Gemeinschaft fort, in der es durch die Hände des geweihten Priesters dargebracht wird. Auf diese Weise wendet die Eucharistie den Menschen von heute die Versöhnung zu, die Christus ein für allemal für die Menschen aller Zeiten erworben hat. In der Tat: “Das Opfer Christi und das Opfer der Eucharistie sind ein einziges Opfer” (KKK 1367)« (12).

Die Eucharistie ist Opfer im eigentlichen Sinn und in erster Linie Gabe Christi an den Vater: »Ein Opfer, das der Vater angenommen hat, indem er für die Ganzhingabe seines Sohnes, der „gehorsam wurde bis zum Tod“ (Phil 2, 8), die ihm als Vater eigene Gabe zurückschenkte, d.h. ein neues, ewiges Leben in der Auferstehung«. »Indem Christus der Kirche sein Opfer schenkte, wollte er sich auch das geistliche Opfer der Kirche zu eigen machen, die berufen ist, mit dem Opfer Christi auch sich selbst darzubringen« (13).

Der Heilige Vater unterstreicht besonders, daß »das eucharistische Opfer nicht nur das Mysterium vom Leiden und Tod des Erlösers gegenwärtig macht, sondern auch das Mysterium der Auferstehung, in der das Opfer seine Vollendung findet. Weil Christus lebt und auferstanden ist, kann er sich in der Eucharistie zum “Brot des Lebens” (Joh 6, 35.48), zum “lebendigen Brot” (Joh 6, 51) machen« (14).

Die Darbringung des Opfers ist daher Quelle eines neuen Lebens. In Fülle verwirklicht sich die heilbringende Wirkung des Opfers in der Kommunion: »Wir empfangen ihn selbst, der sich für uns hingegeben hat, seinen Leib, den er für uns am Kreuz dargebracht hat, sein Blut, das er “für viele” vergossen hat “zur Vergebung der Sünden” (Mt 26, 28)« (16).

»Durch die Teilhabe an seinem Leib und an seinem Blut teilt Christus uns auch seinen Geist mit« (17). »Stärke uns durch den Leib und das Blut deines Sohnes und erfülle uns mit seinem Heiligen Geist, damit wir ein Leib und ein Geist werden in Christus. So läßt Christus durch die Gabe seines Leibes und seines Blutes in uns die Gabe seines Geistes wachsen, der uns schon in der Taufe eingegossen und im Sakrament der Firmung als “Siegel” geschenkt wurde«.

Außerdem lassen uns die Worte: »... bis du kommst in Herrlichkeit« besser die eschatologische Perspektive der Eucharistie erschließen: »Die Eucharistie bedeutet Spannung auf das Ziel hin, Vorgeschmack der vollkommenen Freude, die Christus versprochen hat (vgl. Joh 15, 11); in gewisser Weise ist sie Vorwegnahme des Paradieses, “Unterpfand der künftigen Herrlichkeit”« (18).

Diese Aussicht, die uns auf die Gemeinschaft mit der himmlischen Kirche – die wir immer im Geist und im Herzen haben sollen – hin öffnet, mag uns noch in weiter Ferne scheinen, sie spornt aber »unseren Verantwortungssinn für die gegenwärtige Welt« an, indem sie »in die tägliche Arbeit und Pflicht eines jeden einen Samen lebendiger Hoffnung legt« (20).

Der Aufruf zum Verantwortungssinn gilt für alle. Bei uns Priestern findet er einen noch spezielleren Widerhall. Jede Eucharistiefeier ist dazu bestimmt, das Gewissen derer zu wecken, die daran teilnehmen. Für den Priester erwacht die Verantwortung für eine Welt, die durch die Eucharistie verändert, verwandelt werden soll. Wenn der Priester die Worte: “Geheimnis des Glaubens” spricht oder hört, versteht er besser, daß dieser Ruf des Glaubens ihn zu einer Welt hin drängt, in der Christus Wunder wirkt und ihn die missionarische Dringlichkeit und Unaufschiebbarkeit spüren läßt, sein Reich überall zu verbreiten.

Er empfängt eine neue Erleuchtung über seine priesterliche Sendung, mit der er betraut wurde, und über die Rolle, die er übernehmen muß, damit die Kraft der Eucharistie in jedem Menschen alle ihre Wirkungen hervorbringen kann. Dem Priester obliegt die Verantwortung für den Aufbau einer neuen Gesellschaft in Christus. Er hat insbesondere die Möglichkeit, in der aus jeder Konsekration, die Brot und Wein in den Leib und das Blut des Herrn verwandelt, hervorgehenden neuen Gegenwart ein Glaubenszeugnis zu geben.

Das Wunder dieser Gegenwart öffnet in der Seele des Priesters die Tür zu einer neuen Hoffnung, die alle Hindernisse überwindet, die sich auf dem Weg seines Dienstamtes, das oft Konflikten und Prüfungen ausgesetzt ist, angehäuft haben.

Aufbau der Kirche und kontemplative Anbetung

Die Enzyklika möchte den ganzen spirituellen Reichtum der Eucharistie aufzeigen; einerseits macht sie deren wesentlichen Beitrag zum Aufbau der Kirche deutlich und andererseits versäumt sie es nicht, die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung des Kultes der Realpräsenz außerhalb der heiligen Messe zu lenken. Das ist ein äußerst wertvoller und fruchtbarer Aspekt, der uns selbst und den Gläubigen in Erinnerung gebracht werden muß.

Das Zweite Vatikanische Konzil lehrt in Einklang und Kontinuität mit dem bisherigen Lehramt, daß die Feier der Eucharistie die Mitte des Wachstumsprozesses der Kirche ist. Es erklärt, wie das Reich Christi in der Welt wächst: »Sooft das Kreuzesopfer, in dem Christus, unser Osterlamm, dahingegeben wurde (1 Kor 5,7), auf dem Altar gefeiert wird, vollzieht sich das Werk unserer Erlösung. Zugleich wird durch das Sakrament des eucharistischen Brotes die Einheit der Gläubigen, die einen Leib in Christus bilden, dargestellt und verwirklicht (vgl. 1 Kor 10,17)«.

Ein ursächlicher Einfluß der Eucharistie auf die Entwicklung der Kirche zeigt sich schon im Ursprung, wie beim Letzten Abendmahl offenkundig wird: Die Handlungen und Worte Jesu »legen das Fundament für die neue messianische Gemeinschaft, das Volk des Neuen Bundes«. »Von diesem Augenblick an bis zum Ende der Zeiten wird die Kirche durch die sakramentale Gemeinschaft mit dem Sohn Gottes auferbaut, der sich für uns geopfert hat« (21).

So wird die konstruktive Rolle des Priesters deutlich, der in dem bedeutendsten Werk zur Umwandlung der Welt, die sich durch die Kraft der Eucharistie vollzieht, von Christus eingesetzt ist. Mit dieser Rolle ist eine weitere Aufgabe des Priesters verbunden, nämlich die Gegenwart des Herrn in der Eucharistie mit dem kontemplativen Blick der Anbetung und äußerster Feinfühligkeit zu empfangen.

»Der Kult, welcher der Eucharistie außerhalb der Messe erwiesen wird, hat einen unschätzbaren Wert im Leben der Kirche« (25). An die Verantwortung des Priesters in diesem Kult wird so erinnert: »Es obliegt den Hirten, zur Pflege des eucharistischen Kultes zu ermutigen, auch durch ihr persönliches Zeugnis, insbesondere zur Aussetzung des Allerheiligsten sowie zum anbetenden Verweilen vor Christus, der unter den eucharistischen Gestalten gegenwärtig ist«.

Der Papst ermutigt nicht nur jeden Priester zu diesem Zeugnis, sondern teilt uns selbst sein eigenes Zeugnis mit: »Es ist schön, bei ihm zu verweilen und wie der Lieblingsjünger, der sich an seine Brust lehnte (vgl. Joh 13, 25), von der unendlichen Liebe seines Herzens berührt zu werden. Wenn sich das Christentum in unserer Zeit vor allem durch die “Kunst des Gebetes” auszeichnen soll, wie könnte man dann nicht ein erneuertes Verlangen spüren, lange im geistlichen Zwiegespräch, in stiller Anbetung, in einer Haltung der Liebe bei Christus zu verweilen, der im Allerheiligsten gegenwärtig ist? Wie oft, meine lieben Brüder und Schwestern, habe ich diese Erfahrung gemacht, und daraus Kraft, Trost und Stärkung geschöpft!«

Es handelt sich um eine wiederholt vom Lehramt lebhaft empfohlene Fömmigkeitsübung, für die uns überaus zahlreiche Heilige ein Beispiel geben. Das persönliche Zeugnis des Stellvertreters Christi ermutigt alle Priester, die die Enzyklika lesen, die geheimen Gnadenmomente, die uns die Anbetung des Allerheiligsten bereitet, bekannt zu machen und für ihre Würdigung zu sorgen. Die Eucharistie wird so zur Quelle heiligmachender und fruchtbringender Betrachtung.

Eucharistie und Amtspriestertum

Das eucharistische Opfer braucht unbedingt das Amtspriestertum. Die Enzyklika erinnert daran, daß für die Feier der Eucharistie das gemeinsame Priestertum gewiß nicht ausreicht. Nach Aussage des Zweiten Vatikanischen Konzils »kommt es den Gläubigen zu, “kraft ihres königlichen Priestertums an der eucharistischen Darbringung mitzuwirken”. Es ist aber der geweihte Priester, der “in der Person Christi das eucharistische Opfer vollzieht und es im Namen des ganzen Volkes Gott darbringt” (LG 10)«. Dieses Amt schließt die apostolische Sukzession ein, »also die ununterbrochene, auf die Anfänge zurückgehende Reihe gültiger Bischofsweihen« (28). Der Ausdruck “in persona Christi” bedeutet: »In der Person, d.h. in der spezifischen, sakramentalen Identifizierung mit dem ewigen Hohenpriester, der Urheber und hauptsächliches Subjekt dieses seines eigenen Opfers ist, bei dem er in Wahrheit von niemandem ersetzt werden kann«.

»Die Gemeinde, die zur Feier der Eucharistie zusammenkommt, bedarf unbedingt eines geweihten Priesters, der sie leitet, um wirklich eucharistische Versammlung sein zu können. Die Gemeinde kann sich aber nicht selbst einen geweihten Amtsträger geben. Dieser ist eine Gabe, die die Gemeinde durch die auf die Apostel zurückgehende Sukzession der Bischöfe empfängt. Es ist nämlich der Bischof, der durch das Sakrament der Weihe einen neuen Priester bestellt und ihm die Vollmacht überträgt, die Eucharistie zu feiern« (29).

Für die ökumenischen Beziehungen stellt die Notwendigkeit eines geweihten Priesters ein Problem dar. Das Zweite Vatikanische Konzil sagt dazu (Unitatis redintegratio , 22): »Obgleich bei den von uns getrennten kirchlichen Gemeinschaften die aus der Taufe hervorgehende volle Einheit mit uns fehlt und obgleich sie nach unserem Glauben vor allem wegen des Fehlens des Weihesakramentes die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit (substantia) des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt haben, bekennen sie doch bei der Gedächtnisfeier des Todes und der Auferstehung des Herrn im Heiligen Abendmahl, daß hier die lebendige Gemeinschaft mit Christus bezeichnet werde, und sie erwarten seine glorreiche Wiederkunft«.

Es gilt deshalb die Regel: »Die katholischen Gläubigen müssen bei allem Respekt vor den religiösen Überzeugungen ihrer getrennten Brüder und Schwestern der Kommunion fernbleiben, die bei ihren Feiern ausgeteilt wird, damit sie nicht einer zweideutigen Auffassung über das Wesen der Eucharistie Vorschub leisten und so die Pflicht versäumen, für die Wahrheit klar Zeugnis abzulegen« (30).

Ebenso »ist es nicht gestattet, die sonntägliche heilige Messe durch ökumenische Wortgottesdienste, durch gemeinsame Gebetstreffen mit Christen, die den genannten kirchlichen Gemeinschaften angehören, oder durch die Teilnahme an ihren liturgischen Feiern zu ersetzen«.

In den katholischen Gemeinden kann das Fehlen eines Priesters die Feier der Eucharistie verhindern. Die Enzyklika gibt zu verstehen, »wie schmerzlich es ist und wie weit man sich von der normalen Situation entfernt, wenn eine christliche Gemeinde sich zwar aufgrund der Anzahl und Vielfalt der Gläubigen als Pfarrei darstellt, aber keinen Priester hat, der sie leitet... Wenn einer Gemeinde der Priester fehlt, sucht man mit Recht nach einer gewissen Abhilfe, damit die sonntäglichen Gottesdienste weiterhin stattfinden. Die Ordensleute und Laien, die ihre Brüder und Schwestern im Gebet leiten, üben in lobenswerter Weise das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen aus, das in der Taufgnade gründet. Derartige Lösungen müssen aber als bloß vorläufig betrachtet werden, solange die Gemeinde auf einen Priester wartet« (32). In dieser Situation gibt es nur ein Mittel: »Die Tatsache, daß solche Feiern in sakramentaler Hinsicht unvollständig sind, muß die ganze Gemeinde dazu drängen, mit größerem Eifer zu beten, daß der Herr Arbeiter für seine Ernte aussende (vgl. Mt 9, 38), und muß auch dazu anspornen, alle anderen Grundaspekte einer angemessenen Berufungspastoral in die Tat umzusetzen. Dabei darf man nicht der Versuchung erliegen, Lösungen anzustreben, welche die Eigenschaften schwächen, die von den Priesteramtskandidaten in Bezug auf das sittliche Leben und die Ausbildung verlangt werden«.

Den Gemeinden gegenüber, die wegen Priestermangels die Eucharistiefeier nicht gewährleisten können, wird sich der Priester zunehmend des Wertes seiner Aufgabe und der Notwendigkeit seiner Anwesenheit bewußt. Er muß auch davon überzeugt sein, daß er zuallererst durch das Gebet und das klare Festhalten an seiner – logischerweise auch nach außen hin zum Ausdruck gebrachten – seinsmäßigen Identität als Priester für das Entstehen, das Wachsen und die Treue von Priesterberufungen verantwortlich ist. Durch sein Zeugnis vom motivierten und freudigen Festhalten an seiner Identität und durch sein apostolisches Wirken kann er zu einer wirksamen Berufungspastoral beitragen; auch wenn sich bereits andere dieser pastoralen Aufgabe widmen, ist dennoch jeder Priester gehalten, persönlich das Wachstum der Berufungen zu fördern.

Eucharistie und kirchliche Gemeinschaft

Die Enzyklika behandelt in einem eigenen Kapitel das Thema kirchliche Gemeinschaft. Es ist ein zentrales Thema, weil der ganze Zweck des Dokumentes darin besteht, den Beitrag der Eucharistie zum Aufbau und zum Wachstum der Kirche deutlich zu machen. Die für die Kirche kennzeichnende Gemeinschaft muß in ihrer tieferen Bedeutung verstanden werden: »Die auf Erden pilgernde Kirche ist aufgerufen, die Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott wie auch die Gemeinschaft unter den Gläubigen zu bewahren und zu fördern« (34). »Die Eucharistie erscheint als Höhepunkt aller Sakramente, weil sie die Gemeinschaft mit Gott Vater im Einswerden mit dem eingeborenen Sohn durch den Heiligen Geist zur Vollendung führt«. »Gott verbindet sich mit uns in der vollkommensten Einheit. Eben darum ist es angemessen, in der Seele das dauernde Verlangen nach dem eucharistischen Sakrament zu pflegen«.

Die kirchliche Gemeinschaft der eucharistischen Versammlung ist Gemeinschaft mit dem eigenen Bischof, dem sichtbaren Prinzip und Fundament der Einheit in seiner Teilkirche; sie ist auch Gemeinschaft mit dem Papst und, so können wir hinzufügen, mit der Gemeinschaft der Bischöfe, mit dem gesamten Klerus und mit dem ganzen Volk (39).

Unter den Auswirkungen dieser Gemeinschaft dürfen wir eine größere Öffnung im ökumenischen Bereich feststellen, die dem Umstand zu verdanken ist, daß unsere orientalischen Brüder der katholischen Kirche näherstehen. Wenn sie spontan um den Empfang der Eucharistie aus der Hand eines katholischen geweihten Amtsträgers bitten und in rechter Weise darauf vorbereitet sind, soll ihrer Bitte stattgegeben werden und auch die Möglichkeit zur Gegenseitigkeit bestehen.

»Ein Grund zur Freude – heißt es in der Enzyklika Ut unum sint – ist in diesem Zusammenhang, daran zu erinnern, daß die katholischen Priester in bestimmten Einzelfällen die Sakramente der Eucharistie, der Buße und der Krankensalbung anderen Christen spenden können, die ... noch nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen... « (46), und umgekehrt.

Es geht bei dieser Vorgehensweise nicht um die Praxis einer Interkommunion, sondern darum, einem schwerwiegenden geistlichen Bedürfnis einzelner Gläubiger im Hinblick auf das ewige Heil entgegenzukommen, sofern bei den Betreffenden eine ausreichende Übereinstimmung bezüglich der Lehre über die Kirche und die Eucharistie besteht.

Mit dem Glauben Mariens

Es kann uns nicht verwundern, daß der Papst am Ende der Enzyklika unseren Blick auf die Selige Jungfrau Maria lenkt.

Wenn die Eucharistie ein Geheimnis des Glaubens ist, ist dieses Geheimnis ein Angebot an den Glauben der Seligen Jungfrau gewesen und hat bei ihr die vollkommenste Aufnahme gefunden. Indem sie ihren Glauben mit uns Priestern teilt, hilft uns die Seligste Jungfrau Maria, in der Verbreitung der Eucharistie unsere Verantwortung für das Leben der Kirche wahrzunehmen, und ermahnt uns: “Was er euch sagt, das tut!” (Joh 2, 5).

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