Immanuel Kant

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kant-Denkmal in Königsberg

Immanuel Kant (* 22. April 1724 in Königsberg [heute: Kaliningrad]; † 12. Februar 1804 ebenda) war einer der bedeutendsten Philosophen der Aufklärung und des christlichen Abendlandes sowie der wirkungsstärksten deutschen (Staats-) Philosophen, dessen Einfluss bis ins 21. Jahrhundert reicht.

Als sein Hauptwerk gilt die "Kritik der reinen Vernunft" von 1781, die den Beginn der modernen Philosophie kennzeichnet, ebenso die Ethik mit der Kritik der praktischen Vernunft und die Ästhetik mit der Kritik der Urteilskraft. Weiterhin verfasste er Schriften zur Religions-, Rechts- und Geschichtsphilosophie sowie Beiträge zu Astronomie und Geowissenschaften.

Biografie

Immanuel (eigentlich Emanuel) Kant war das vierte Kind von Johann Georg Kant und dessen Frau Anna Regina geb. Reuter. Von Kants acht Geschwistern erlebten nur vier das Erwachsenenalter. Väterlicherseits stammte Kant aus einer kurischen Familie, die von Lettland nach Kantweinen (Memel) gezogen war. Seine Familie war geprägt vom Pietismus. Ab 1732 besuchte Kant das Collegium Fridericianum, wo er die klassischen Sprachen (Latein und Griechisch) erlernte. 1740 nahm er das Studium an der Albertus-Universität in Königsberg auf. Aller Wahrscheinlichkeit nach schrieb er sich zunächst in der Theologischen Fakultät ein (Theologie und Philosophie). Zudem interessierte er sich für die Naturwissenschaften (klassische Naturwissenschaften, Physik und Mathematik). Durch Martin Knutzen, seinen Professor für Logik und Metaphysik wurde er mit dem Denken Gottfried Wilhelm Leibniz und Isaac Newtons vertraut.

Aufgrund der von seinem Professor Knutzen nicht anerkannten Abschlussarbeit über die Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte, unterbrach Kant 1746 sein Studium. Er verließ Königsberg und arbeitete bis 1750 als Hauslehrer bei dem reformierten Prediger Daniel Ernst Andersch in Judtschen bei Gumbinnen. Bis um 1753 war er Hauslehrer auf dem Gut des Majors Bernhard Friedrich von Hülsen auf Groß-Arnsdorf bei Mohrungen. Seine dritte Hauslehrerstelle fand er in der Nähe von Königsberg auf dem Schloss Waldburg-Capustigall bei der Familie Graf von Keyserlingk. Sie führten Kant in die höhere Gesellschaft Königsbergs ein.

Die erste Bewerbung auf den Königsberger Lehrstuhl für Logik und Metaphysik scheiterte wegen der Tatsache, dass die Habilitation und die erste Berufung auf eine Professorenstelle an derselben Universität nicht möglich war. Von 1766 bis 1772 arbeitete Kant als Unterbibliothekar der königlichen Schlossbibliothek. Im Alter von 46 Jahren erhielt er 1770 den begehrten Ruf der Universität Königsberg auf die Stelle eines Professors für Logik und Metaphysik. Im selben Jahr legte er mit der Studie Formen und Gründe der Sinnes- und Verstandeswelt eine zweite Dissertation vor. 1786 wurde Kant Rektor der Universität in Königsberg, eine Funktion, die er bis 1788 ausübte. 1787 nahm man ihn in die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften zu Berlin auf. Die kommenden Jahre seines Lebens waren gekennzeichnet durch den sich stetig zuspitzenden Konflikt mit der Preußischen Zensurbehörde. In Wöllners Edikt im Jahre 1794 wurde Kant die Herabwürdigung mancher Haupt- und Grundlehren der heiligen Schrift und des Christentums zur Last gelegt. Kant blieb bis 1796 auf seinem Lehrstuhl, erhielt aber die Weisung, sich religiöser Schriften zu enthalten.

Da Kant aus gesundheitlichen Gründen seine Kräfte gut einteilen musste, plante er einen strikt regelmäßigen Tagesablauf: Morgens um 4:45 Uhr ließ er sich von seinem Hausdiener mit den Worten wecken „Es ist Zeit!“ und ging immer um 22:00 Uhr zu Bett. Täglich zur gleichen Zeit unternahm er einen Spaziergang. 1804 starb er fast 80-jährig in Königsberg, dem Ort, an dem er die meiste Zeit seines Lebens verbracht hatte.

Kants philosophischer Ansatz

Mit seiner Hypothese Sapere aude (Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!) gehört Kant zu den wichtigen Denkern der deutschen Aufklärung. Sein Weg unterteilt sich in eine vorkritischen und die kritischen Phase. Seine Position verändert sich mit der Veröffentlichung der Kritik der reinen Vernunft. Kant selbst charakterisierte seine vorkritische Phase (dem Rationalismus in der Nachfolge von Leibniz und Wolff) als "dogmatischen Schlummer". In seiner zweiten Dissertation (1770) wird ein deutlicher Bruch erkennbar. Neben dem Verstand ist nun auch die Anschauung Quelle neuer Einsichten, deren Eigenart es zu beachten gilt. Die Berufung an die Universität führt zu einer Phase des Schweigens, in der Kant seine neue, als Kritizismus bekannt gewordene Erkenntnistheorie exemplifiziert. Nach elf Jahren intensiver Arbeit wird diese dann 1781 in der Kritik der reinen Vernunft publiziert. Nachdem er die Frage beantwortet hatte, welche Bedingungen der Möglichkeit der Erkenntnis zugrunde liegen, wandte sich Kant auf dieser Grundlage im Alter von etwa 60 Jahren den für ihn eigentlich wichtigen Themen der praktischen Philosophie und der Ästhetik zu.

Werke

  • Die Kritik der reinen Vernunft (1781).
  • Die Grundlegung der Methaphysik der Sitten (1785).
  • Die Kritik der praktischen Vernunft (1788).
Meine Werkzeuge